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Die Heizung geht nicht mehr aus

Die Heizung geht nicht mehr aus: Was kann man tun?

In unseren Breitengraden ist die Heizung ein Garant für Wohnkomfort. Funktioniert sie nicht richtig, führt das zu direkt spürbaren Auswirkungen in unserem Alltag. Die meisten werden jetzt an einen Ausfall der Heizung an einem kalten Wintertag denken, bei dem die Wohnbereiche ungemütlich auskühlen.

Doch auch der gegenteilige Fall, dass die Heizung nicht mehr ausgeht oder gar überhitzt, ist bei genauerer Betrachtung nicht angenehm. Zu warme Räume sind weder gesund noch behaglich und sie treiben die Heizkosten unnötig in die Höhe.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein warmer Heizkörper ist nicht automatisch defekt — der Thermostat öffnet sich, sobald die Zieltemperatur unterschritten wird.
  • Bleibt der Heizkörper dauerhaft zu heiß, klemmt meist der Ventilstift und lässt sich oft selbst wieder gangbar machen.
  • Arbeiten an Ventil oder Dichtung gehören zum Fachbetrieb, weil Heizungswasser austreten und Schäden verursachen kann.
Moderner Heizkörper © Wellnhofer Designs , stock.adobe.com
Was tun, wenn die Heizung nicht mehr ausgeht? © Wellnhofer Designs , stock.adobe.com
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Grund genug, sich das Thema genauer anzusehen und gut vorbereitet zu sein. In diesem Artikel erfahren Sie, was dahinterstecken kann, wenn die Heizung nicht mehr ausgeht und was Sie unternehmen können.

Überhitzung der Räume mit Folgen

Regelt die Heizung die eingestellte Temperatur nicht mehr richtig und der Raum wird zu warm, dann hat das negative Folgen für das Wohnklima und die Energiebilanz. Zu hohe Raumtemperaturen sind nicht gesund, sie fördern Müdigkeit und Trägheit.

Zudem nimmt die Luftfeuchtigkeit stark ab, was die Schleimhäute von Augen, Nase und Rachen austrocknet. Dies kann zu Reizhusten sowie Bindehautentzündungen führen und das Erkältungsrisiko erhöhen.

Ein negativer Nebeneffekt, der sich auch am Geldbeutel bemerkbar macht, ist die Energie, die ungenutzt verloren geht. Deshalb sollten Sie möglichst schnell Maßnahmen ergreifen, wenn Sie merken, dass die Heizkörper viel zu heiß sind.

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Wie erkenne ich, dass die Heizung nicht mehr regelt?

Auf den ersten Blick scheint das ganz einfach zu sein: Wenn der Thermostat ausgedreht ist, sollte die Heizung kalt sein. Doch das Prinzip der konstanten Raumtemperatur funktioniert anders. Auf dem Thermostat wird die gewünschte Raumtemperatur eingestellt und der Sensor fühlt erst einmal, wie warm es im Raum ist. Danach lässt das Ventil so viel Heizwasser hindurchfließen, wie benötigt wird, um die Raumtemperatur auf die gewünschte Gradzahl zu erwärmen.

Gilt für: Eigene Gas-, Öl- oder Wärmepumpenheizung im EFH/Etagenheizung · MFH-Bewohner prüfen nur Thermostat/Raumregler und informieren Hausverwaltung/Fachbetrieb · Stand Mai 2026

Sofort Fachbetrieb / Notdienst: wenn ungewöhnliche Geräusche, Gas- oder Brennstoffgeruch, Wasseraustritt/Leckage, Störungscode am Display, Überhitzung oder ein auslösendes Sicherheitsventil zu beobachten sind. Dann nicht weiter selbst experimentieren.

Häufig steckt eine Bedien- oder Einstellungssache dahinter — Anfahrt eines Notdiensts kostet oft einen zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Betrag (regional/zeitlich sehr unterschiedlich) — Eigen-Diagnose lohnt fast immer

Reihenfolge: Erst Bedienung & Einstellungen prüfen · dann Komponenten · zum Schluss Fachbetrieb.

Heizung geht nicht aus — diese 5 Punkte zuerst selbst prüfen

1. Bedienung — Thermostatventile zugedreht oder verkalkt?

Alle Heizkörper auf Stufe 1 (oder Schneeflocke) drehen, 10 Min. warten. Werden Heizkörper trotzdem warm? → Ventilstift festsitzt.

prüfenWenn-Dann: Festsitzender Stift lässt sich oft mit leichtem Druck (Kappe abnehmen, vorsichtig hin- und herbewegen) gangbar machen. Bringt das nichts, Ventil ersetzen lassen.

2. Regelung — Heizkurve / Außenfühler richtig eingestellt?

Außentemperatur deutlich über Heizgrenze (meist 15–17 °C)? Heizung sollte automatisch in Sommerbetrieb. Heizkurve zu steil eingestellt? Anlage heizt trotz mildem Wetter.

prüfenWenn-Dann: Heizgrenze in Regelung auf 15–17 °C, Heizkurven-Neigung schrittweise senken (in 0,1er-Schritten), 2–3 Tage beobachten. Außenfühler nicht in der Sonne?

3. Komponente — Umwälzpumpe läuft dauernd?

Pumpe brummt im Sommer, obwohl Heizung aus sein sollte? Modus prüfen: viele Pumpen haben „Auto / I / II“. Auto-Modus ist normal — dauerhaftes I/II deutet auf Defekt der Regelung.

prüfenWenn-Dann: Pumpe auf Auto. Bei alten Pumpen (> 15 Jahre, > 60 W): Hocheffizienzpumpe einplanen — spart bis 80 € Strom/Jahr.

4. Komponente — Warmwasser-Vorrang? Brennt Brenner für Warmwasser?

Wird Warmwasser über die Heizung bereitet? Dann läuft die Anlage im Sommer für Warmwasser-Speicher periodisch — das ist normal, keine Störung.

prüfenWenn-Dann: Warmwasserspeicher-Sollwert prüfen — 55–60 °C reichen für Legionellenschutz (TrinkwV) und sparen Energie. Höher nur bei sehr großen Speichern (> 400 l).

5. Fachbetrieb — Alles geprüft — und sie heizt weiter?

Wenn Thermostate, Heizkurve, Außenfühler und Pumpenmodus stimmen und die Anlage trotzdem dauerhaft heizt: Regelplatine oder Mischer-Ventil defekt.

jetzt FachbetriebHinweis: Reparatur sinnvoll? Bei Anlagen > 15 Jahren mit Regelschaden lohnt sich oft ein Komplett-Austausch — BAFA-Förderung & GEG-Übergangsfristen 2026 einplanen.
Quellen: Verbraucherzentrale (Heizungs-Selbstcheck 2026), TrinkwV § 14, Hersteller-Servicehandbücher Vaillant/Viessmann/Buderus · Stand: Mai 2026

Diese Diagnose ersetzt keinen Fachbetrieb-Termin bei Gefahr (Gasgeruch, austretendes Wasser, CO-Warner). Bei Verdacht auf Defekt sofort Servicedienst rufen.

Das Thermostatventil regelt die Warmwasserzufuhr
Das Thermostatventil regelt die Warmwasserzufuhr

Ist es beispielsweise durch Sonneneinstrahlung bereits angenehm warm im Raum, wird der Heizkörper nicht sehr warm. Wurden Fenster und Türen geöffnet, kann der Raum auskühlen. Der Sensor misst dies und erhöht die Leistung.

Ist ein Standard-Thermostat auf 1 gestellt, liegt die Zieltemperatur meist bei etwa zwölf Grad Celsius; die Werte sind je nach Thermostatmodell nur Orientierungswerte. Durch Lüften oder Verlassen des Gebäudes kann diese Raumtemperatur kurzzeitig unterschritten werden, sodass das Ventil öffnet und vermehrt Heizwasser in den Heizkörper fließt. In diesem Fall wäre der warme Heizkörper kein Anzeichen von einem Defekt, er sollte sich nach einer gewissen Zeit allerdings auch wieder abkühlen, wenn die zwölf Grad Celsius im Raum erreicht wurden.

Der Thermostat möchte immer die eingestellte Temperatur erreichen
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Ventil klemmt

In vielen Fällen liegt die Ursache von zu heißen Heizkörpern im Thermostatventil, das nicht mehr richtig funktioniert. Im Ventil ist ein beweglicher Stift für die Öffnung und Schließung zuständig. Dadurch wird der Zufluss des Heizwassers geregelt. Bleibt der Ventilstift dagegen ausgefahren beziehungsweise lässt er sich nicht weit genug eindrücken, kann das Ventil offen bleiben und die Heizung reguliert nicht mehr nach unten. Ein in eingedrückter Position festsitzender Stift führt typischerweise eher dazu, dass der Heizkörper kalt bleibt.

Wenn der Ventilstift klemmt können Sie ihm helfen
Wenn der Ventilstift klemmt können Sie ihm helfen

Ist dies der Fall, kann ein Fachmann oder auch Sie selbst, den Stift im Ventil wieder lösen. Mit etwas handwerklichem Zutrauen kann diese kleine Reparatur selbst durchgeführt werden. Dazu wird der Thermostatkopf zunächst auf die höchste Stufe gestellt und anschließend abgeschraubt, indem die Überwurfmutter gelöst wird. So ist der Ventilstift entlastet und der Kopf lässt sich leichter abnehmen.

Ist der Thermotatkopf abgeschraubt, wird der Stift sichtbar. Mit einer Zange wird dieser nun vorsichtig hin und her bewegt, sodass er wieder beweglich wird. Eventuell kann der Stift auch etwas eingefettet werden.

Tipp: Sitzt der Stift fest, schlagen Sie nicht direkt auf den Stift und ziehen Sie ihn nicht heraus. Klopfen Sie höchstens sehr vorsichtig seitlich an den Ventilkörper, zum Beispiel mit einem Gummihammer. Wird der Stift nicht wieder leichtgängig oder tritt Wasser aus, sollte ein Heizungsfachbetrieb das Ventil prüfen.

Ist der Stift wieder beweglich, wird der Thermostatkopf wieder auf das Ventil gesetzt. Wichtig dabei ist, dass die Markierungen auf dem Ventil und dem Thermostatkopf übereinstimmen. Lässt sich der Stift nicht mehr vorsichtig lösen, sollte ein Heizungsfachbetrieb das Ventil prüfen; je nach Bauart reicht der Austausch eines Ventileinsatzes oder Ventiloberteils, andernfalls wird das Thermostatventil ersetzt.

Heizungsventil reparieren © Wellnhofer Designs, stock.adobe.com
Defektes Heizungsventil reparieren

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Thermostatkopf erneuern

Ist der Ventilstift beweglich und die Heizung geht trotzdem nicht aus, kann die Ursache beim Thermostatkopf selbst liegen. Ist er defekt, wird der Durchfluss des Heizwassers und damit die Wärmeabgabe des Heizkörpers nicht mehr geregelt. Die Heizung bleibt entweder kalt oder sie ist zu heiß. Den Austausch des Thermostatkopfes können Sie leicht selbst übernehmen.

Moderne Thermostate: Die Anschaffungskosten sind schnell wieder eingespart
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Für die Montage des neuen Thermostatkopfes, wird erst einmal der alte entfernt. Dafür wird der Thermostat auf höchste Stufe eingestellt und die Verschraubung gelöst. Der neue Thermostatkopf muss beim Montieren ebenfalls auf der höchsten Stufe stehen, bevor er wieder festgeschraubt wird.

Ventil austauschen

Reguliert sich die Heizung trotz dieser Maßnahmen immer noch nicht herunter, liegt die Ursache am Ventil oder der Ventildichtung. Diese Reparatur sollte der Fachmann übernehmen, da sie komplexer ist und weitreichende Folgen haben kann. Bei Arbeiten am Ventil kann Wasser aus dem Heizkreislauf austreten und Schäden verursachen.

Tipp:Als Mieter sollten Sie bei einer defekten Heizung dem Vermieter Bescheid geben, bevor Sie selbst Maßnahmen in die Wege leiten.
Heizung richtig einstellen © ZVSHK
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