Home » Heizkosten sparen » Tipps Heizkosten » Zeitschaltuhr an der Heizung

Zeitschaltuhr an der Heizung

Zeitschaltuhr an der Heizung – Mit kleinem Aufwand viel sparen?

Moderne Heizsysteme verfügen immer über Steuermöglichkeiten, um die erzeugte oder gewonnene Wärmeenergie sinnvoll und effektiv zu verteilen. Bei älteren Heizungsanlagen fehlen entsprechende Steuergeräte häufig. Das führt dazu, dass Wärme ungenutzt bleibt und zu hohe Heizkosten anfallen. Eine Zeitschaltuhr an der Heizung kann für Abhilfe sorgen. Wir zeigen Ihnen, warum.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Zeitschaltuhr senkt die Heizleistung in Zeiten mit geringem Wärmebedarf und lohnt vor allem nachts oder bei Abwesenheit.
  • Das GModG (bisher GEG) fordert eine zeitabhängige zentrale Regelung und raumweise Regelung — eine einfache Zeitschaltuhr ersetzt das nicht.
  • Die richtige Einstellung hängt von Alltag und Heizsystem ab; träge Flächenheizungen profitieren eher von moderater Absenkung.
Digitales Raumthermostat © bht2000, stock.adobe.com
Digitales Raumthermostat © bht2000, stock.adobe.com
Heizung-Konfigurator:
 

Jetzt Ihre individuelle Heizung konfigurieren und Angebote erhalten!

Heizung-Konfigurator

Heizungssteuerung ist gesetzlich vorgegeben

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist am 1. November 2020 in Kraft getreten und hat Energieeinsparungsgesetz (EnEG), Energieeinsparverordnung (EnEV) und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) zusammengeführt. Nach aktuellem Rechtsstand gilt für Deutschland das Ziel, bis 2045 Netto-Treibhausgasneutralität zu erreichen. Hinweis: Am 10. Juli 2026 haben Bundestag und Bundesrat das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) beschlossen; es wurde am 28. Juli 2026 verkündet und löst seit dem 29. Juli 2026 das GEG ab.

Für die Heizungssteuerung gibt es konkrete Vorgaben: Wird eine Zentralheizung eingebaut, verlangt § 61 GModG (bisher GEG) zentrale, selbsttätig wirkende Einrichtungen zur Verringerung und Abschaltung der Wärmezufuhr sowie zum Ein- und Ausschalten elektrischer Antriebe. Diese Regelung muss von der Außentemperatur oder einer anderen geeigneten Führungsgröße und von der Zeit abhängen. Bestehende Zentralheizungen ohne diese Ausstattung mussten nach § 61 Absatz 2 GModG bereits bis zum 30. September 2021 nachgerüstet werden. Zusätzlich verlangt § 63 GModG bei wassergeführten Heizungsanlagen eine raumweise Regelung der Raumtemperatur. Eine einfache Zeitschaltuhr kann Teil der Lösung sein, ersetzt aber nicht automatisch die gesetzlich geforderte Heizungsregelung.

Smarte Thermostatventile © Danfoss
Smarte Thermostatventile © Danfoss

Was bringt die Nachrüstung einer Heizung mit einer Zeitschaltuhr?

Eine Zeitschaltuhr senkt die Heizleistung immer dann ab, wenn nicht mehr so viel Wärme benötigt wird. So kann z. B. die Zeit von 7.00 bis 21.00 Uhr eingestellt werden. Innerhalb dieser Zeit erzeugt das Heizsystem Wärme. Nachts ist die Heizung dann ausgestellt oder die Leistung gedrosselt.

Folgende Vorteile haben Hausbesitzer durch das Nachrüsten der Heizung mit einer Zeitschaltuhr:

  • Sie senken die Brennstoffkosten: Je weniger nachts geheizt wird, desto weniger Energie wird verbraucht. Entsprechend niedriger ist der Brennstoffbedarf. Das macht sich in geringeren Brennstoffkosten bemerkbar. Durch den geringen Investitionsbedarf haben sich die Kosten für die Zeitschaltuhr schnell amortisiert.
  • Sie senken die Emissionen: Je weniger Heizöl oder Erdgas verbraucht wird, desto geringer sind die CO₂-Emissionen und desto umweltfreundlicher wird die Heizungsanlage.
  • Sie erhöhen den Heizkomfort: Durch die automatische Absenkung und Steuerung des Heizbedarfs müssen Hausbesitzer nicht ständig Änderungen an der Konfiguration vornehmen. Dadurch erhöht sich der Heizkomfort.
  • Die Einstellungen sind einfach: Eine Zeitschaltuhr bietet auch für Laien einfache Einstellmöglichkeiten. Die Handhabung ist somit sehr einfach.
Energiesparen mit dem Thermostat © Olivier Le Moal, stock.adobe.com
Energiesparen mit dem Thermostat © Olivier Le Moal, stock.adobe.com
Mit Zeitschaltuhren nur bei Bedarf heizen
Mit Zeitschaltuhren nur bei Bedarf heizen

Bis zu 30 % sparen

Heizung Fachbetriebe: Preise vergleichen und sparen

  • Bundesweit
  • Unverbindlich
  • Qualifizierte Anbieter
  • Top Preise

Das sollten Sie beim Einstellen der Zeitschaltuhr an der Heizung beachten

Da die Zeitschaltuhr an der Heizungsanlage maßgeblichen Einfluss auf den Brennstoffverbrauch Ihres Heizsystems hat, sollten Sie die Einstellungen mit Sorgfalt vornehmen.

Ein Zeitprogramm kann je nach Dämmung, Heizsystem und Absenkdauer typischerweise einige Prozent sparen, bei passenden Bedingungen oft etwa 5–10 %. Die Werte sind Orientierung – an eigene Schlafens-/Arbeitszeiten anpassen. Beispiel-Wochenprogramm für Berufstätige im EFH mit Heizkörpern.

Konkretes Wochenprogramm zum Nachbauen — Berufstätige im EFH

Beispiel-Wochenprogramm Raumtemperatur (Berufstätige im EFH, Heizkörper).

ZeitMo–Fr (Berufstätig)Sa & So
06:00↑ 21 °C (Aufstehen)↓ 18 °C (Wochenend-Schlaf)
08:00↓ 17 °C (Abwesenheit)↑ 21 °C (gemütlich zuhause)
17:00↑ 21 °C (Heimkehr)↑ 21 °C (gleich bleibend)
22:30↓ 18 °C (Nachtabsenkung)↓ 18 °C (Nachtabsenkung)
Quellen: Verbraucherzentrale (Heizungs-Zeitprogramm 2026), Hersteller-Manuals Honeywell/AVM/Bosch · Stand: Mai 2026

Wichtig: Dauerhaft nicht deutlich unter 16 °C absenken – Hygrometer nutzen, dauerhaft über 60 % relative Luftfeuchte vermeiden. Bei trägen Systemen oder Altbau lieber moderat absenken (2–3 °C statt 4 °C) – zu starke Absenkung kann Komfortprobleme, lange Aufheizzeiten und ein höheres Feuchte-/Schimmelrisiko mitbringen.

Anpassung für Schlafzimmer: Konstant 17–18 °C, kein Aufheizen morgens nötig. Bad: 23 °C für 30 Min. morgens und abends programmieren.

Wärmepumpe / Fußbodenheizung: Diese Systeme reagieren träge. Nur kleine Absenkungen (1–2 °C) oder konstante Temperatur — starke Nachtabsenkung lohnt hier meist nicht und kann die Effizienz verschlechtern. Vorlauf-Vorhalt: Programm 30–60 Minuten vor gewünschter Raumtemperatur starten, je nach Aufheizzeit des Gebäudes.

Folgendes sollten Sie dabei beachten:

  • Wann benötigen Sie Heizungswärme? Sie können z. B. bei vielen Zeitschaltuhren mehrere Zeitspannen eingeben. Dann könnten Sie auch in der Zeit, in der Sie beim Arbeiten sind, die Temperaturen ebenfalls drosseln. Der Spareffekt wäre dann noch größer.
  • Wie warm soll es sein? Bedenken Sie beim Einstellen der Zeitschaltuhr auch, dass Sie pro gesenktem Grad Raumtemperatur bis zu sechs Prozent Energie einsparen.
  • Denken Sie an die Vorlaufzeit. Abhängig vom Heizsystem und den verwendeten Heizkörpern benötigt die Heizung eine längere oder kürzere Vorlaufzeit. Eine Gasbrennwerttherme in einer Wohnung benötigt in der Regel nur eine kurze Vorlaufzeit, um Wohnräume mit warmem Heizungswasser zu versorgen. Stehen Sie z. B. um 6.00 Uhr morgens auf, sollte es ausreichen, wenn Sie die Zeitschaltuhr auf 6.00 Uhr stellen, damit es warm ist, wenn Sie aus dem Badezimmer zurück sind. Heizen Sie mit einer Flächenheizung, sollten Sie eine längere Vorlaufzeit einplanen. Solche Systeme reagieren träge; eine starke Absenkung lohnt sich oft weniger als bei klassischen Heizkörpern. Stellen Sie deshalb eher eine moderate Absenkung ein und planen Sie den Heizbeginn rechtzeitig vor der gewünschten Raumtemperatur. Bei längerer Abwesenheit sollte mindestens Frostschutz- oder Absenkbetrieb aktiv bleiben.
Einstellen der Zeitschaltuhr: Vorlauftemperatur beachten
Einstellen der Zeitschaltuhr: Vorlauftemperatur beachten
  • Mechanische oder elektronische Zeitschaltuhr? Machen Sie sich mit den Einstellmöglichkeiten Ihrer Zeitschaltuhr vertraut. Mechanische Uhren haben oftmals verschiedene Einstellräder. Hier kann es leicht vorkommen, dass man Tag und Nacht vertauscht. In diesem Fall würden Sie nachts heizen und tagsüber bliebe die Heizung kalt.
  • Einzelraumregelung oder zentrale Steuerung? Programmierbare Heizungsthermostate mit Zeitprogramm sollten Sie nicht als Ersatz für die zentrale Heizungsregelung verstehen, sondern als Ergänzung: Die zentrale Regelung steuert Wärmeerzeuger, Pumpen und Heizzeiten, die Thermostate regeln die einzelnen Räume. So können Sie die Temperaturen individueller einstellen und zusätzliche Energie sparen.
Digitales Heizungs-Thermostat © Andrey Popov, stock.adobe.com
Digitales Heizungs-Thermostat © Andrey Popov, stock.adobe.com

Was bringt eine Zeitschaltuhr für die Zirkulationspumpe?

Wichtig ist die Begriffstrennung: Die Pumpe, die Heizwasser zu den Heizkörpern bewegt, heißt meist Umwälz- oder Heizungspumpe. Eine Zirkulationspumpe hält dagegen warmes Trinkwasser in der Warmwasserleitung in Bewegung, damit an den Zapfstellen schneller warmes Wasser ankommt. Bei Warmwasser-Zirkulationspumpen kann eine Zeitsteuerung Strom und Wärmeverluste senken; die Laufzeiten sollten aber nur angepasst werden, wenn das Warmwassersystem technisch und hygienisch einwandfrei ist. In größeren Anlagen sind Trinkwasserhygiene und Temperaturhaltung zu beachten – lassen Sie die Einstellung im Zweifel vom Fachbetrieb prüfen.

Zirkulationspumpe: Eine Zeitschaltuhr hilft beim Energie sparen
Zirkulationspumpe: Eine Zeitschaltuhr hilft beim Energie sparen

Was kostet eine Zeitschaltuhr für die Heizung?

Wie teuer eine Zeitschaltuhr für die Heizung ist, hängt von der Ausführung des Geräts und dem Funktionsumfang ab.

  • Einfache mechanische Zeitschaltuhren gibt es schon für weniger als 20 Euro. Dafür sind die Einstellmöglichkeiten eingeschränkter.
  • Elektronische Zeitschaltuhren für Heizkörperthermostate kosten zwischen 20 und 50 Euro pro Gerät. Bei fünf Heizkörpern liegt die Investitionssumme zwischen 100 und 250 Euro.
  • Komplexere Steuerungsgeräte mit WLAN-Anschluss oder Funktechnik, die sich in ein Smart Home integrieren lassen, können nochmals teurer werden. Sie kosten ab 30 Euro pro Stück. Dafür sind die Steuermöglichkeiten vielfältig und Sie können je nach Gerät auch von unterwegs Einstellungen vornehmen.

Nutzen Sie die Gelegenheit und fragen Sie bei einem Fachbetrieb nach. Die Profis können Sie umfassend beraten.

Raumtemperatur individuell via Smartphone regeln © Andrey Popov, stock.adobe.com

Spartipp

Nutzen Sie unseren kostenlosen Angebotsservice

Angebote von Heizungs-Fachbetrieben vergleichen und bis zu 30 Prozent sparen

Lohnt sich eine Zeitschaltuhr für meine alte Heizung noch?

Eine Zeitschaltuhr oder ein programmierbares Thermostat kann mit vergleichsweise geringem finanziellem Aufwand Heizzeiten besser an Ihren Alltag anpassen und Heizkosten senken. Besonders sinnvoll ist das, wenn bisher Räume auch bei Abwesenheit oder nachts voll beheizt werden. Ist bereits eine gut eingestellte zentrale Regelung vorhanden oder arbeitet das Haus mit träger Flächenheizung, fällt der Zusatznutzen geringer aus.

Wenn das Heizsystem jedoch älter als 20 Jahre ist, sollten Sie nicht nur die Zeitschaltuhr, sondern auch den Zustand des Wärmeerzeugers prüfen. Sehr alte Heizkessel arbeiten häufig ineffizient; die mögliche Einsparung durch einen Austausch hängt aber stark von Kesseltyp, Gebäude und Einstellung ab. Das frühere 30-Jahre-Betriebsverbot für bestimmte Öl- und Gas-Standardkessel (§ 72 GEG) ist seit dem 29. Juli 2026 aufgehoben – für keinen Kesseltyp besteht mehr eine Tauschpflicht. Der Umstieg auf erneuerbare Energien oder eine Hybridheizung kann deshalb langfristig sinnvoller sein.

Prüfen Sie am besten mit einem Energieberater oder einem Fachbetrieb alle Ihre Optionen und die passenden Fördermöglichkeiten: Die BEG-Heizungsförderung für private Wohngebäude läuft über die KfW (Programm 458) und kann – je nach Bonus und Voraussetzungen – bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten betragen; die Förderung steht unter dem Vorbehalt verfügbarer Haushaltsmittel. Stellen Sie Anträge vor dem Maßnahmenbeginn und lassen Sie die konkrete Förderfähigkeit prüfen.

Heizkosten sparen © Digitalpress, fotolia.com
Die 20 besten Tipps zum Heizkosten sparen

So senken Sie Ihre Heizkosten - die 20 besten Tipps haben wir für Sie in diesem Artikel zusammengefasst weiterlesen

Bis zu 30 % sparen

Heizung Fachbetriebe – Kauf, Einbau, Reparatur

  • Unverbindlich
  • Qualifizierte Anbieter
  • Kostenlos