Wandheizung – Eine Alternative zur Fußbodenheizung: So funktioniert sie
Eine Alternative zur Fußbodenheizung ist die Wandheizung. Auch sie ist eine Flächenheizung, arbeitet mit niedrigen Vorlauftemperaturen und eignet sich für den Betrieb mit einer Wärmepumpe. Wandheizungen erwärmen die Räume durch die Wärmeabgabe aus der Wand.

Heizung-Konfigurator:
Jetzt Ihre individuelle Heizung konfigurieren und Angebote erhalten!
Wie bei der Fußbodenheizung erfolgt die Wärmeübertragung durch wasserführende Heizungsrohre, nur, dass diese in der Wand installiert sind. Dabei gibt es unterschiedliche Arten, diese Installation auszuführen: Beim wassergeführten Trockensystem werden die wasserführenden Wandheizungsrohre einfach im Inneren der Trockenbauwände verlegt. Beim wassergeführten Nasssystem werden die Heizungsrohre auf den massiven Rohwänden installiert und später verputzt.
Dabei kommen unterschiedliche Befestigungsarten für Wandheizungssysteme zur Anwendung:
- Die Montage der Heizrohre, in der Regel kunststoffummantelte Kupferrohre, aber auch Metall- und blanke Kupferrohre, erfolgt mittels Montagedübel auf der Wand. Bei der direkten Montage von Heizrohren auf der Rohwand sind Putzgrund-Vorbereitungen notwendig. Diese sind unbedingt vor der Montage der Heizungsrohre auszuführen.
- Es wird, wie bei der Fußbodenheizung, eine Trägerplatte auf dem Mauerwerk angebracht. Auf der Trägerplatte werden dann die Heizschlangen über Clips oder Ösen montiert. Hier sollte vor der Montage der Trägerplatten eine geeignete Haftbrücke aufgebracht werden. Welche Grundierung, Haftbrücke oder welcher Spritzbewurf nötig ist, hängt von Untergrund, Putzart und Systemvorgaben ab; stimmen Sie den Putzaufbau vorab mit Fachbetrieb und Putzhersteller ab.
- Alternativ gibt es auch elektrische Wandheizungssysteme, die genau wie elektrische Fußbodenheizungssysteme funktionieren. Die Heizdrähte, die in der Regel schon auf einer Trägermatte geliefert werden, werden mechanisch an der Wand befestigt.

Werden Außenwände eines Hauses mit einer Wandheizung ausgerüstet, ist unbedingt darauf zu achten, dass die Außenwände ausreichend gedämmt sind. Ist dies nicht der Fall, geht ein großer Teil der Wärmeenergie verloren. Grund: Die Außenwände kühlen besonders an kalten Tagen durch die niedrigen Außentemperaturen schnell ab. Die Heizung kann dadurch nicht ihre volle Wirkung entfalten. Bei Innenwänden ist zu unterscheiden: Grenzen sie an unbeheizte oder deutlich kältere Räume, kann eine Dämmung nötig sein; zwischen gleich beheizten Räumen stehen eher Schall- und Brandschutz sowie der Trockenbau-Aufbau im Vordergrund.
Vor dem Einbau klären
Die Infrastruktur der Wandheizungsanlage ist gleich der einer Fußbodenheizung. Sie lässt sich mit allen gängigen Heizkesseln betreiben und kann auch problemlos mit einer Wärmepumpe verbunden werden. Die Regelung der Wandheizung erfolgt, wie bei der Fußbodenheizung, mittels eines Thermostats. Wie eine Fußbodenheizung können Wandheizungen innerhalb eines Heizungssystems auch mit herkömmlichen Heizkörpern kombiniert werden.

Angenehmer Nebeneffekt: warme Wände beugen Schimmel vor
Ein oft unterschätzter Vorteil der Wandheizung: Die beheizten Wandflächen bleiben warm und trocken. An warmen Innenoberflächen kann die Feuchtigkeit der Raumluft nicht kondensieren – genau dieses Tauwasser ist sonst eine häufige Ursache für Schimmelbildung an kühlen Wandflächen. Zudem wirbelt die überwiegend als Strahlung abgegebene Wärme weniger Staub auf als die Luftzirkulation konventioneller Heizkörper – das empfinden viele Hausstaub-Allergiker als angenehm.
Sonderform Infrarot-Wandheizung
Eine Sonderform der Wandheizung ist die Infrarot-Wandheizung. Sie ist kein Element der Zentralheizung, sondern hierbei handelt es sich um eine Einzelheizung. Die Infrarot-Wandheizung ist darüber hinaus keine Flächenheizung im klassischen Sinn: Die Wärme wird gebündelt als Infrarotstrahlung an den Raum übertragen – anders als bei einem konventionellen Heizkörper, der seine Wärme überwiegend über Konvektion abgibt. Diese Form der Wandheizung wird elektrisch betrieben und besteht aus einer Infrarot-Heizplatte. Die elektrische Energie geht dabei auf die Platten und von diesen dann an den Raum über.

Anders als bei konventionellen Heizkörpern mit Konvektionswärme, erwärmt eine Infrarot-Wandheizung hauptsächlich nur den von ihr bestrahlten Bereich. Wer ihren Heizbereich verlässt, wird sofort eine kältere Umgebungstemperatur spüren.


Die Infrarot-Wandheizung wird an der bereits verputzten Wand installiert. Überwiegend in der Form eines Paneels. Diese elektrischen Heizelemente sind heute in den unterschiedlichsten Formen, Größen und Optik erhältlich. Auf diese Weise ist es möglich, sie optimal in das eigene Einrichtungskonzept zu integrieren. Notwendig ist ein Elektroanschluss.
Kosten einer Wandheizung

Die Kostenfrage einer Wandheizung hängt vor allem von der vorgesehenen Installationsform, der Heizfläche und den nötigen Zusatzarbeiten ab. Als grobe Orientierungswerte inklusive Material und Einbau werden für wassergeführte Nasssysteme häufig 75 bis 200 Euro pro Quadratmeter verlegter Wandheizung genannt; Trockenbausysteme liegen oft bei 150 bis 250 Euro pro Quadratmeter. Dämmung, Putzaufbau und Anschluss an den Heizkreis können zusätzlich kosten.
Die Installation von elektrischen Heizmatten kostet durchschnittlich zwischen 100 bis 150 Euro pro Quadratmeter. Einfache Infrarot-Wandheizungen sind je nach Leistung, Größe und Design häufig für etwa 100 bis 500 Euro pro Paneel erhältlich. Heizplatten mit einer hochwertig designten Optik sind natürlich teurer.
Während die Anschaffung einer elektrischen oder Infrarot-Wandheizung günstig ist, kann der Betrieb der beiden Elektroheizungen teuer werden. Zumindest dann, wenn sie lange mit hoher Leistung laufen, verbrauchen sie viel Strom.
Wandheizung: Stärken und Grenzen
Vorteile
- Behagliche, gleichmäßige Strahlungswärme ohne spürbare Luftzirkulation
- Niedrige Vorlauftemperaturen – effizienter Betrieb mit Wärmepumpe oder Solarthermie
- Warme, trockene Wandoberflächen mindern das Risiko von Kondenswasser und Schimmel
- Wenig Staubaufwirbelung – angenehm für Allergiker
Nachteile
- Aktive Wandflächen müssen weitgehend frei von großen Möbeln bleiben
- Nachrüstung erfordert Putz- oder Trockenbauarbeiten im bewohnten Raum
- Gut gedämmte Außenwände sind Voraussetzung
- Elektrische Varianten verursachen bei langem Betrieb hohe Stromkosten
Weitere Informationen
Deckenheizung
Deckenheizung – Eine Alternative zur Fußbodenheizung: So funktioniert sie Eine Alternative zur Fußbodenheizung ist die Deckenheizung. Gerade bei Sanierungsobjekten mit hochwertigen Fußböden, Stuckwänden oder hohen Räumen sind Deckenheizungen gut geeignet. Auch sie ist eine Flächenheizung, arbeitet mit niedrigen Vorlauftemperaturen und…
Fußbodenheizung
Die Fußbodenheizung: Wohlige Wärme für den gesamten Raum Fußbodenheizungen haben sich inzwischen als Heizungssystem etabliert. In vielen Neubauten sind sie heute gang und gäbe. Und auch in älteren Häusern werden sie immer öfter nachgerüstet. Bauherren, die sich für eine Fußbodenheizung…
Fußbodenheizung, Wandheizung und Deckenheizung: Ein Vergleich
Ein Vergleich: Heizung im Boden, in der Wand oder an der Decke Wer keine Möglichkeit hat, eine Fußbodenheizung zu installieren, kann durchaus auf Alternativen zurückgreifen. Denn im Segment der Flächenheizungen gibt es neben der Fußbodenheizung auch noch die Wand- und…
