Wie teuer ist eine Infrarotheizung?
Die Kosten für eine Infrarotheizung setzen sich aus den einmaligen Anschaffungskosten und den laufenden Betriebskosten zusammen. Die Anschaffung ist gegenüber anderen Heizsystemen sehr günstig – keine Rohre, kein Kessel, kein Heizraum. Die Betriebskosten hängen dagegen vollständig vom aktuellen Strompreis und vom Heizwärmebedarf des Gebäudes ab, und genau dort entscheidet sich, ob die Rechnung aufgeht.
Jede Situation muss individuell betrachtet und berechnet werden. Wir zeigen Ihnen an einem Beispiel, wie sich die Kosten für eine Infrarotheizung zusammensetzen.
Das Wichtigste in Kürze
- Günstig in der Anschaffung: rund 200 bis 700 Euro je Heizpaneel, kein Kessel, kein Heizraum.
- Teuer im Betrieb: Jede Kilowattstunde Wärme kostet so viel wie eine Kilowattstunde Haushaltsstrom.
- Die Rechnung geht nur bei sehr kleinem Wärmebedarf auf – im unsanierten Altbau fast nie.

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Laufende Heizkosten sind entscheidend
Entscheidend für die Rentabilität einer Infrarotheizung sind die laufenden Betriebskosten – praktisch also reine Stromkosten, denn Wartung fällt kaum an. Haushaltsstrom kostet im Juli 2026 nach dem Verivox-Haushaltspreis im Mittel 31,1 Cent je Kilowattstunde (Modellhaushalt mit 4.000 kWh Jahresverbrauch); jede Kilowattstunde Wärme kostet bei einer Direktheizung genau so viel. Ist ein Gebäude nicht ausreichend gedämmt oder liegen versteckte Feuchteschäden vor, wird der Betrieb dadurch sehr teuer: Der hohe Wärmebedarf muss dann vollständig mit teurem Strom gedeckt werden.
Bei einem neu gebauten Haus in Niedrig- oder Passivhausbauweise und einem sehr niedrigen jährlichen Wärmebedarf kann die Infrarotheizung eine rentable Alternative zu herkömmlichen Heizsystemen sein. In diesem Fall sind nur geringe laufende Heizkosten zu erwarten und die geringen Anschaffungskosten sind dann ein großer Vorteil.
Praxis-Beispiel: Bestandsbau mit niedrigem Verbrauch
Auch im Altbau kann die Infrarotheizung nur in Sonderfällen wirtschaftlich sein – etwa bei sehr niedrigem Wärmebedarf oder als gezielte Zusatzheizung in einzelnen Räumen. Ob Dämm-Maßnahmen entfallen können, sollte eine Energieberatung prüfen; pauschal lässt sich das aus einem Einzelfall nicht ableiten.

Ein Praxis-Beispiel, bei dem über fünf Jahre gemessen wurde, verdeutlicht, wie sich die Kosten einer Infrarotheizung zusammensetzen können. Der Ergebnisbericht wurde im Januar 2017 vom Ingenieurbüro Kurt Schmidt mit wissenschaftlicher Unterstützung von Dr. Dieter Achilles (IET Jena) unter anderem für die Verbraucherzentrale Berlin erstellt. Gemessen wurde in einem massiv gebauten Haus mit 190 m² Wohnfläche aus dem Jahr 1994 ohne besondere Außenwanddämmung, in das 2011 eine Infrarotheizung eingebaut wurde. Die Zahlen stammen also aus einem Einzelfall – übertragbar sind sie nur auf Gebäude mit ähnlich niedrigem Wärmebedarf.
Gemessen: Einfamilienhaus mit 190 Quadratmetern
Massivhaus von 1994 ohne besondere Außenwanddämmung, 190 m² Wohnfläche. 2011 wurde auf Infrarotheizungen umgestellt, gemessen wurde über fünf Jahre.
- Installierte Leistung
- 10,2 kW (Bedarf rechnerisch 9,2 kW)
- Stromverbrauch fürs Heizen
- rund 7.334 kWh im Jahr 35 bis 40 kWh je m²
- Stromkosten heute
- rund 2.280 Euro im Jahr bei 31,1 ct/kWh
- Investition laut Bericht 2017
- 7.800 Euro inklusive Steuerung
Ergebnis: Die niedrige Investition trägt hier nur, weil das Haus wenig Wärme braucht. Bei einem Verbrauch, wie ihn unsanierte Altbauten häufig zeigen, wären die Stromkosten ein Mehrfaches – und die Ersparnis bei der Anschaffung binnen weniger Jahre aufgezehrt.


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Ermittlung der Heizleistung pro Raum
In einem ersten Schritt muss die Heizleistung für die einzelnen Räume ermittelt werden. Diese ist natürlich je nach Raumgröße und Nutzung unterschiedlich. Im Durchschnitt wurden bei diesem Beispiel ungefähr 53 Watt pro Quadratmeter benötigt. Der Bedarf je Raum lag dabei zwischen 40 und 80 Watt pro Quadratmeter, entsprechende Heizkörper wurde ausgewählt und installiert. Der Strahlungsanteil der in den Raum abgegebenen Wärmeenergie lag bei allen Heizgeräten über 50 Prozent. Das entspricht der natürlichen Infrarot-Strahlung des Sonnenlichts unterhalb des sichtbaren Bereichs.

| Raum (m²) | Wärmebedarf (W/m²) | gesamt pro Raum (Watt) | gewählte Heizelemente (Watt) | installierte Leistung (Watt) | |
|---|---|---|---|---|---|
| Bad | 10 | 80 | 800 | 1×650 +1×280 | 930 |
| Kind | 14 | 60 | 840 | 1×650 + 1×280 | 930 |
| Wohnzi. | 30 | 55 | 1650 | 2×900 | 1.800 |
| Flur | 20 | 40 | 800 | 2×400 | 800 |
| Schlafzi. | 25 | 50 | 1250 | 2×650 | 1.300 |
| weitere Räume | 91 | 3.860 | 4.440 | ||
| Gesamt | 190 | 9.200 | 10.200 |
Eine Überdimensionierung bringt nicht mehr Energieverbrauch da die Steuerung nur nach Bedarf zuschaltet.
Geringe Investition kompensiert Stromkosten
Das freistehende Gebäude kam auf einen Verbrauch von 35 bis 40 Kilowattstunden je Quadratmeter Wohnfläche und Jahr, in Summe rund 7.334 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Bei einem Haushaltsstrompreis von 31,1 Cent je Kilowattstunde (Verivox-Haushaltspreis, Juli 2026) sind das jährlich rund 2.280 Euro. Diese Energiekosten müssen die niedrigen Investitionskosten wieder hereinholen, soll sich die Infrarotheizung rechnen – bei einem Verbrauch, wie ihn unsanierte Altbauten oft um ein Vielfaches überschreiten, gelingt das nicht.
Die Kosten für dieses Projekt inklusive Steuerung wurden im Bericht von 2017 mit 7.800 Euro angegeben. Der Preis der einzelnen Heizpaneele hängt stark von Leistung, Oberfläche und Design ab.
Zwei Werbeversprechen im Kostencheck

Was die Anschaffung heute kostet
Marktüblich sind für ein einzelnes Heizpaneel je nach Leistung, Oberfläche und Design rund 200 bis 700 Euro; als Faustwert nennen Anbieter etwa 0,70 bis 1,20 Euro je Watt installierter Leistung. Für eine Wohnung summiert sich das auf einen niedrigen bis mittleren vierstelligen Betrag, für ein ganzes Haus je nach Größe auf einen deutlich höheren. Dazu kommen Thermostate und – bei fest installierten Geräten – die Elektroarbeiten. Gegen die Anschaffungskosten einer Wärmepumpe wirkt das günstig; entscheidend ist trotzdem der Betrieb, denn dort dreht sich das Verhältnis um: Die Wärmepumpe gewinnt aus einer Kilowattstunde Strom ein Mehrfaches an Wärme, wird zudem staatlich gefördert – Stromdirektheizungen dagegen nicht. Wie viel Leistung Sie überhaupt brauchen, klärt vorher die Dimensionierung.
Photovoltaik kann Netzstrom senken – vor allem in Übergangszeiten
Wird die Infrarotheizung mit einer Photovoltaikanlage kombiniert, kann ein Teil des Heizstroms vom eigenen Dach kommen. Das senkt den Netzstrombezug vor allem in Übergangszeiten; im Winter liefert PV-Strom jedoch oft zu wenig, sodass weiterhin Netzstrom nötig bleibt.

Eigener Solarstrom macht Sie teilweise unabhängiger vom Netzstrompreis und verbessert die CO₂-Bilanz. Für die Zulässigkeit als Stromdirektheizung reicht Photovoltaik allein aber nicht: Nach § 46 GModG gelten je nach Gebäude strenge Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz.

Infrarotheizung auf einen Blick: Vor- und Nachteile Infrarotheizungen arbeiten mit Wärmestrahlung im langwelligen elektromagnetischen Bereich, die nicht die Raumluft, sondern… weiterlesen



