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Infrarotheizung Funktionsweise

Infrarotheizung Funktionsweise

Strahlungswärme fördert Wohlbefinden

Herkömmliche Heizsysteme heizen einen Raum, indem sie über den Heizkörper die Luft erwärmen. Verteilt wird die Wärme dann über Konvektion, das heißt über eine Luftströmung, die bei dieser Heizungsart entsteht. Es wird also die Luft erwärmt. Infrarotheizungen dagegen erwärmen das Mauerwerk und feste Gegenstände sowie Körper im Raum direkt auf. Die Wärmestrahlung heizt also nicht über den Umweg Luft, sondern die Gegenstände direkt. Diese speichern die Wärme und geben sie bei Bedarf langsam wieder an den Raum ab. Dabei kann die Wärme länger gespeichert werden als von der Raumluft; zugleich entsteht weniger Luftbewegung als bei Konvektionsheizungen – ganz ohne Konvektion arbeitet aber auch eine Infrarotheizung nicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Infrarotheizung erwärmt Flächen und Körper direkt per Strahlung – nicht den Umweg über die Raumluft.
  • Am Gerät wandelt sie Strom fast vollständig in Wärme um – sparsamer als andere Elektroheizungen ist sie dadurch aber nicht.
  • Als alleinige Heizung lohnt sie sich nur in sehr gut gedämmten Gebäuden – ihre Stärke ist der Einsatz als Zusatzheizung.
Tipp: Weil die Wärme überwiegend als Strahlung übertragen wird, wälzt eine Infrarotheizung weniger Luft um als ein Konvektionsheizkörper – entsprechend weniger Staub wird aufgewirbelt. Ein medizinischer Nutzen für Asthmatiker oder Allergiker lässt sich daraus aber nicht ableiten.
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Was ist Infrarotstrahlung?

Sonnenstrahlen © Jürgen Fälchle, stock.adobe.com
Sonnenstrahlen: Die Sonne ist die größte natürliche Infrarotquelle © Jürgen Fälchle, stock.adobe.com

Die Sonne ist die größte natürliche Infrarotquelle. Genauso ist auch die Wärmestrahlung der Infrarotheizung dem elektromagnetischen Spektrum zuzuordnen. Auch jeder warme Körper gibt Strahlung in diesem Spektrum ab. Diese Infrarotstrahlung können wir nicht sehen, aber auf der Haut als Wärme fühlen. Trifft die Infrarotstrahlung auf einen festen Körper, wird dieser erwärmt. Auch vorbeistreichende Luft nimmt einen Teil der Wärme auf. Kommt man an kalten Tagen heim, wärmt die Strahlung Haut und Kleidung sofort – spürbar ist das überall dort, wo das Paneel frei auf den Aufenthaltsbereich strahlen kann. Hinter Möbeln oder in verhängten Ecken kommt die Wärme dagegen kaum an; das unterscheidet die Strahlungswärme vom Heizkörper, der die Luft im ganzen Raum umwälzt. Diese Art des Heizens wird von vielen Menschen als angenehm empfunden; ein gesundheitlicher Zusatznutzen wird oft beworben, ist wissenschaftlich aber nicht belegt.

Gut zu wissen: Identisch ist die Strahlung nicht: Eine Infrarotheizung gibt ihre Wärme fast ausschließlich als langwelliges Infrarot (IR-C) ab, die Sonne strahlt zusätzlich kurzwelliges Infrarot, sichtbares Licht und UV ab. Auf der Haut wird beides als Wärme wahrgenommen – Licht oder UV-Strahlung liefert eine Infrarotheizung dagegen nicht.

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Wie funktioniert eine Infrarotheizung?

Technisch ist eine Infrarotheizung simpel: Sie besteht aus einem Heizpaneel aus Stahl, das im Innern mit Heizdrähten ausgestattet ist. Betrieben wird das Ganze mit Strom. Hierin liegt auch der Hauptkritikpunkt, denn Heizen mit Strom ist vergleichsweise teuer und, wenn konventionell erzeugter Strom verwendet wird, auch nicht umweltschonend. Wird Ökostrom eingesetzt, verbessert sich die Ökobilanz deutlich.

Aufbau einer Infrarotheizung
Aufbau einer Infrarotheizung

Beim Kauf lohnt der Blick auf den Strahlungswirkungsgrad: Er gibt an, welcher Anteil der Heizleistung tatsächlich als Wärmestrahlung in den Raum geht – der Rest wirkt wie bei jeder anderen Elektroheizung über die erwärmte Luft. Gemessen wird er nach der Norm DIN EN IEC 60675-3, die Niedertemperatur-Infrarotheizgeräte unter anderem über einen nominalen Strahlungswirkungsgrad von mindestens 40 Prozent definiert. Ein Prüfnachweis nach dieser Norm sagt deshalb mehr aus als eine Marketingangabe. Insgesamt schlagen eine lange Lebensdauer und wenig Wartungsaufwand auf der positiven Seite zu Buche. Außerdem ist der Installationsaufwand sehr gering. Die Heizpaneele können überall aufgehängt oder aufgestellt werden, sie benötigen lediglich einen Stromanschluss.

Warum sich Strahlungswärme schon bei weniger Grad warm anfühlt

1Was das Paneel abgibt

Die Heizfläche strahlt Wärme ab, die Wände, Möbel, Boden und Menschen im Raum trifft. Diese Flächen werden dadurch wärmer als die Luft – umgekehrt als bei einem Heizkörper, der zuerst die Luft erwärmt.

2Was der Körper spürt

Wie warm es sich anfühlt, hängt nicht nur von der Lufttemperatur ab, sondern auch von der Temperatur der umgebenden Flächen. Sind die Wände warm, empfindet man den Raum als behaglich, obwohl das Thermometer weniger anzeigt.

3Was das im Betrieb bedeutet

Ein bis zwei Grad niedrigere Lufttemperatur können sich gleich behaglich anfühlen. Gespart wird aber nur, wenn die Temperatur tatsächlich abgesenkt wird – die Strahlung selbst macht die Kilowattstunde Strom nicht billiger.

4Wo die Grenzen liegen

Strahlung wirkt vor allem dort, wo freie Sicht auf das Paneel besteht. Verstellte oder verhängte Flächen, große Räume und schlecht gedämmte Außenwände schwächen den Effekt und treiben die Laufzeit nach oben.

Merksatz

Die Strahlungswärme senkt nicht den Strompreis – sie erlaubt nur, dieselbe Behaglichkeit mit etwas weniger Lufttemperatur zu erreichen.

Wärmestrahlung © Dr.-Ing. Peter Kosack, Universität Kaiserslautern
Wärmestrahlung © Dr.-Ing. Peter Kosack, Universität Kaiserslautern
Tipp: Mit einer Photovoltaikanlage und einem Stromspeicher sinken die Betriebskosten. Der Haken: Im Winter, wenn am meisten geheizt wird, liefert die Anlage am wenigsten Strom – ein großer Teil des Heizstroms kommt dann trotzdem aus dem Netz.

Welche Gestaltungsmöglichkeiten gibt es bei Infrarotheizungen?

Infrarotheizungen bieten eine extrem große gestalterische Bandbreite. Es gibt sie zur Wand- oder Deckenmontage sowie als Standgeräte. Standgerät können je nach Bedarf flexibel an unterschiedlichen Standorten eingesetzt werden. Infrarotheizungen können sich hinter Bildern, Spiegeln oder Tafelelementen verstecken und sind dann als Heizung optisch gar nicht auszumachen. Zudem gibt es verschiedene Oberflächenmaterialien wie Glas, emailierter Stahl, Stahlblech oder Ähnliches.

Infrarotheizung: Vielfältige Designlösungen sind denkbar
Infrarotheizung: Vielfältige Designlösungen sind denkbar

Auch Handtuchtrockner mit Touchscreen-Bedienung werden angeboten. Zur Deckenmontage gibt es Paneele, die sich zurückhaltend in Raster-Einlegedecken integrieren. Wer es auffälliger möchte, kann hängende Infrarotheizungen, die von der Form an Deckenleuchten erinnern, einsetzen. Der gestalterischen Vielfalt sind kaum Grenzen gesetzt.

Infrarotheizung im Wohnraum © Redwell
Infrarotheizung im Wohnraum © Redwell

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Darf eine Infrarotheizung als Hauptheizung eingebaut werden?

Rechtlich gilt die Infrarotheizung als Stromdirektheizung. Als alleinige Heizung eines Gebäudes ist sie auf einen guten Wärmeschutz angewiesen – gesetzlich gefordert bleibt er auch unter dem Gebäudemodernisierungsgesetz: Die einheitliche 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Wärme ist zwar entfallen, für Stromdirektheizungen verlangt § 46 GModG im Bestand aber weiterhin, dass das Gebäude den baulichen Wärmeschutz um mindestens 30 Prozent unterschreitet; im Neubau sind es nach § 10 Absatz 4 GModG 45 Prozent. Ausgenommen sind in beiden Fällen Gebäude mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine selbst bewohnt; im Bestand zusätzlich der Austausch einer vorhandenen Einzelraum-Stromdirektheizung. Den jeweils aktuellen Rechtsstand finden Sie in unserem Ratgeber zum Gebäudeenergiegesetz und seinem Nachfolger, dem GModG. Unabhängig von der Gesetzeslage bleibt der Kern derselbe: Je höher der Wärmebedarf eines Gebäudes, desto teurer wird das Heizen mit Strom – die Infrarotheizung spielt ihre Stärken in gut gedämmten Gebäuden, in einzelnen Räumen und als Zusatzheizung aus.

Wie viel kostet eine Infrarotheizung?

Der Anschaffungspreis einer Infrarotheizung hängt vom jeweiligen Modell und der Größe ab. Im Vergleich zu anderen Heizsystemen ist die Anschaffung meist günstig; die Installation beschränkt sich in der Regel auf Montage und Anschluss. Je nach Leistung und Anzahl der Paneele kann die vorhandene Elektroinstallation aber angepasst werden müssen – das prüft eine Elektrofachkraft. Die laufenden Betriebskosten bestehen dagegen vollständig aus Stromkosten – und Strom ist die teuerste Energieform zum Heizen: Haushaltsstrom kostet im Juli 2026 nach dem Verivox-Haushaltspreis im Mittel 31,1 Cent je Kilowattstunde (Modellhaushalt mit 4.000 kWh Jahresverbrauch), ein Mehrfaches des Arbeitspreises für Erdgas. Was bei der Anschaffung gespart wird, holen die Betriebskosten deshalb schnell wieder ein.

Heizkosten © M. Schuppich, stock.adobe.com
Heizkosten © M. Schuppich, stock.adobe.com

Weil Heizen mit Strom teuer ist, liegt hier der größte Schwachpunkt – Verbraucherschützer und Stiftung Warentest bewerten die Infrarotheizung als alleinige Heizung entsprechend zurückhaltend. Der Vorteil liegt allerdings darin, dass man nur bezahlt, wenn auch wirklich geheizt wird. In sehr gut gedämmten Häusern oder in Räumen, die nur selten benutzt werden, kann die Infrarotheizung deshalb die passende Lösung sein. Ob die Bedingungen stimmen, entscheidet weniger das Baujahr als der Dämmstandard – im Neubau ist er meist gegeben, im Altbau nur nach einer guten Sanierung. Um die Kosten abschätzen zu können, multipliziert man den Heizwärmebedarf in Kilowattstunden mit dem Strompreis. Infrarotheizungs-Experten oder unabhängige Energieberater helfen dabei, den individuellen Heizwärmebedarf genau zu berechnen.

Zwei Aussagen, die man über Infrarotheizungen oft hört

MythosInfrarotheizungen sind besonders effizient, weil sie mit Strahlung statt mit Luft heizen.
FaktAm Gerät wandeln alle elektrischen Direktheizungen den Strom nahezu vollständig in Wärme um – ein Effizienzvorteil gegenüber Konvektor oder Radiator entsteht daraus nicht. Er entsteht erst, wenn die Strahlungswärme wirklich erlaubt, die Lufttemperatur abzusenken. Gegenüber einer Wärmepumpe, die aus einer Kilowattstunde Strom ein Mehrfaches an Wärme gewinnt, bleibt der Stromverbrauch deutlich höher.
MythosDie Wärme ist wie Sonnenwärme und deshalb gesünder.
FaktDie Strahlung einer Infrarotheizung liegt fast vollständig im langwelligen Bereich, die Sonne strahlt zusätzlich kurzwelliges Infrarot, Licht und UV ab. Nach heutigem Kenntnisstand ist die Strahlung der Heizung unbedenklich, ein gesundheitlicher Zusatznutzen ist aber nicht belegt. Weniger Luftumwälzung bedeutet lediglich, dass weniger Staub aufgewirbelt wird.
Quelle: Verbraucherzentrale
Infrarotheizung als Tafel in der Küche © Redwell
Infrarotheizung: Vorteile und Nachteile

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