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Elektroheizung Grundlagen

Elektroheizung – Daten & Fakten

Elektroheizungen sind Heizungen oder Heizgeräte, die über Heizdrähte oder Heizspiralen Wärme produzieren. Sie können grob unterschieden werden danach, ob sie die Wärme speichern, teilweise speichern oder direkt abgeben oder ob die Wärme durch Infrarotstrahlung oder durch die Erwärmung von Luft erzeugt wird.

Das Wichtigste in Kürze

  • Elektroheizungen sind günstig in der Anschaffung, aber teuer im Betrieb – Strom ist pro Kilowattstunde in der Regel die teuerste Heizenergie.
  • Als alleinige Heizung lohnen sie sich meist nur dort, wo keine andere Lösung möglich ist – etwa in selten genutzten Räumen oder Ferienhäusern.
  • Man unterscheidet Direktheizungen, die Wärme sofort abgeben, und Speicherheizungen wie Nachtspeicheröfen, die nachts Wärme speichern und sie tagsüber abgeben.
  • Für eine dauerhaft beheizte Wohnung ist eine Wärmepumpe fast immer die sparsamere Alternative.
Mobile Elektroheizung © maryviolet, stock.adobe.com
Mobile Elektroheizung © maryviolet, stock.adobe.com
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Funktionsweise von Elektroheizungen

Grundsätzlich funktionieren alle Elektroheizungen mit sogenannten Heizwiderständen, die sich erwärmen, wenn Strom fließt. Diese Wärme kann dann einerseits über einen Ventilator direkt an die Raumluft abgegeben werden oder bei Infrarotstrahlern direkt die Umgebung wärmen (zum Beispiel bei Infrarotstrahlern, die über Wickeltische aufgehängt werden).

Der Heizwiderstand wandelt Strom in Wärme um
Der Heizwiderstand wandelt Strom in Wärme um

Andererseits kann auch ein Speicher erwärmt werden (zum Beispiel der Schamottkern eines Nachtspeicherofens oder die Marmorplatte einer Natursteinheizung). Diese Wärme wird dann entweder ganz als Strahlungswärme abgegeben oder die Wärmeabgabe wird teilweise mit einem Ventilator unterstützt (zum Beispiel bei Nachtspeichergeräten).

Aufbau einer Natursteinheizung
Aufbau einer Natursteinheizung

Direktheizungen – Konvektion oder Infrarot

Zu den Direktheizungen zählt man die Elektroheizungen, die die Wärme dann abgeben, wenn sie auch die elektrische Energie beziehen. Sie geben die Wärme also direkt und nicht zeitverzögert ab. Wärme entsteht immer dann, wenn sie gebraucht wird.

Direktheizungen wiederum werden sinnvollerweise unterteilt in Konvektionsheizungen und Infrarotheizungen. Zu den Konvektionsheizungen zählen Heizlüfter oder sogenannte Schnellheizer (zum Beispiel sogenannte Frostwächter in WC), Konvektoren, Radiatoren (auch Ölradiatoren, bei denen die Wärme über die elektrische Erwärmung eines Öls erfolgt) oder Fußleistenheizungen.

Verschiedene Arten von Konvektionsheizungen
Verschiedene Arten von Konvektionsheizungen

Infrarotheizungen zählen ebenfalls zu den Direktheizungen, die Wärme entsteht aber über Infrarotstrahlung. Dazu zählen Infrarotstrahler, Infrarotheizungen und Natursteinheizungen. Zu den Direktheizungen gehören überdies elektrische Fußbodenheizungen und Wandheizungen.

Elektroheizung: Flächenheizung und Infrarotheizungen
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Speicherheizungen – Einzelheizungen oder zentral

Bei elektrischen Speicherheizungen werden, anders als bei Direktheizungen, nachts Speicher aufgewärmt, die dann tagsüber die gespeicherte Wärme abgeben. Sie haben den Vorteil, dass sie mit sogenanntem Niedertarifstrom heizen. Wegen der geringeren Nachfrage ist Strom nachts und teilweise am Wochenende preisgünstiger. Allerdings müssen manche Geräte tagsüber mit teurem Normaltarifstrom nachheizen. Außerdem muss bei Speicheröfen immer vorausgeplant werden, wie sich der Bedarf am nächsten Tag entwickelt (Anwesenheit, Wetteränderungen etc.).

Nachtspeicherheizung
Nachtspeicherheizung

Klassische Speicherheizungen sind Nachtspeicheröfen, bei denen in jedem Raum ein oder mehrere Geräte aufgestellt werden, die einzeln geregelt werden. Eine zentrale Nachtspeicherheizung funktioniert dagegen wie ein großer Tauchsieder: Der Wärmespeicher Wasser wird zentral mit elektrischen Heizstäben aufgewärmt und dieses warme Wasser wird wie bei jeder Zentralheizung dann in Heizkörper verteilt.

Aufbau einer Nachtspeicherheizung
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Geringe Investitionskosten – hohe Betriebskosten

Die Investitionskosten sind bei Elektroheizungen insgesamt deutlich niedriger als bei anderen Heizsystemen. Es wird keine Verrohrung notwendig, auch ein Kamin kann vollständig entfallen. Damit sind Elektroheizungen platzsparend und außerdem leicht zu installieren. Diesen Vorteilen stehen allerdings die hohen Betriebskosten einer Elektroheizung gegenüber. Daher haben Elektroheizungen als Zusatzheizung in Form von Heizlüftern oder Infrarotstrahlern durchaus ihre Berechtigung.

Elektroheizung machen z.B. in Räumen Sinn die selten genutzt werden
Elektroheizung machen z.B. in Räumen Sinn, die selten genutzt werden

Als einzige Heizquelle in einem Haus lohnen sie sich, wenn keine andere Heizmöglichkeit besteht, etwa wenn der Gasanschluss fehlt und kein Platz für ein Heizöllager vorhanden ist, also zum Beispiel in selten genutzten Ferienhäusern oder Berghütten. In den meisten anderen Fällen lassen sich günstigere und sinnvollere Heizlösungen finden. Dennoch sind Elektroheizungen in Form von Nachtspeicherheizungen gerade in Häusern verbreitet, die in Deutschland Ende der 1960er und in den Siebzigerjahren gebaut wurden. Hier kann sich eine Umrüstung durchaus lohnen.

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Elektroheizung und das Gebäudemodernisierungsgesetz (bisher GEG)

Die früheren Übergangsfristen zur 65-Prozent-Vorgabe sind gegenstandslos: Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), die Vorgabe ist entfallen. Eine reine Elektro-Direktheizung ist seit der Reform vom Juli 2026 zwar wieder eine zulässige Option, aber an den Wärmeschutz gebunden: § 46 GModG verlangt im Bestand eine Unterschreitung der Anforderungen um mindestens 30 Prozent, § 10 Absatz 4 GModG im Neubau um 45 Prozent – ausgenommen sind selbst bewohnte Häuser mit höchstens zwei Wohnungen. Ob sie taugt, entscheidet damit der Wärmeschutz: In sehr gut gedämmten Gebäuden kann sie aufgehen; in einem größeren oder schlecht gedämmten Bestandsgebäude treiben die Stromkosten sie schnell aus dem Rahmen. Eine Kopplung an die kommunale Wärmeplanung gibt es seit der Reform nicht mehr. Die Wärmeplanung der Kommunen läuft unabhängig davon weiter und bleibt für die Frage interessant, ob später ein Wärmenetz-Anschluss möglich wird. Ob und wie ein Heizungstausch gefördert wird, ändert sich häufig – einen aktuellen Überblick bietet der Ratgeber zu Fördermitteln.

Lohnt sich eine Elektroheizung für Sie?

1. Wollen Sie nur einen selten genutzten oder kleinen Raum zusätzlich wärmen?

JaIdeal für eine Elektroheizung: niedrige Anschaffungskosten, und die kurze Nutzung hält die Stromkosten in Grenzen.
Nein, es geht um DauerbetriebFür dauerhaft beheizte Räume sind die Stromkosten meist zu hoch – weiter zur nächsten Frage.

2. Gibt es einen Anschluss an Gas oder Wärmenetz bzw. Platz für eine Wärmepumpe?

JaDann ist eine dieser Lösungen als Hauptheizung fast immer günstiger im Betrieb als reines Heizen mit Strom.
NeinOhne Alternative (z. B. Ferienhaus, Berghütte) kann eine Elektroheizung praktikabel sein – dann möglichst mit Ökostrom oder eigener Photovoltaik-Anlage.

3. Planen Sie den Neueinbau einer Elektroheizung als alleinige Heizung?

WichtigDann geben Dämmstandard und Stromkosten den Ausschlag: Als alleinige neue Heizung lohnt sich eine Elektro-Direktheizung nur in wenigen Fällen – die Details stehen im Abschnitt oben.
EmpfehlungAls Zusatz- oder Notheizung für selten genutzte Räume ist eine Elektroheizung praktisch und in der Anschaffung günstig. Als dauerhafte Hauptheizung ist sie wegen der hohen Stromkosten meist die teuerste Option – hier ist eine Wärmepumpe in aller Regel deutlich sparsamer.

Umweltschutz und Elektroheizung

Auch wenn häufig argumentiert wird, dass Elektroheizungen emissionsfrei heizen: Bei der Produktion der elektrischen Energie fallen dennoch Emissionen an. Am Aufstellort wandelt eine Elektroheizung zwar nahezu den gesamten Strom in Wärme um. Entscheidend ist aber, wie viel Primärenergie hinter diesem Strom steckt: Weil bei der Stromerzeugung Energie verloren geht, liegt die Ausnutzung der eingesetzten Primärenergie nach der Bewertung im Gebäudeenergiegesetz nur bei rund der Hälfte (Primärenergiefaktor für Netzstrom: 1,8). Deutlich sparsamer ist eine Wärmepumpe – sie gewinnt aus derselben Strommenge ein Vielfaches an Wärme, weil sie zusätzlich Energie aus der Umgebung aufnimmt, und ist deshalb meist die bessere Alternative. Die Ökobilanz von Elektroheizungen wird natürlich verbessert, wenn die Elektroheizung zu 100 % mit Ökostrom oder mit dem Strom aus der eigenen Photovoltaik-Anlage beheizt wird.

Elektrische Fußbodenheizung © view7, fotolia.com
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