Wann lohnt sich eine Infrarotheizung?
Für die Infrarotheizung sprechen die niedrigen Anschaffungskosten und der geringe Montageaufwand: keine Rohre, kein Heizraum, kein Schornstein. Geheizt wird dafür mit Strom – der teuersten Energieform im Haus. Ob sich eine Infrarotheizung im Altbau rechnet, entscheidet sich deshalb an zwei Fragen: Wie viel Wärme braucht das Gebäude überhaupt? Und soll die Infrarotheizung einzelne Räume zuheizen oder das ganze Haus alleine wärmen? Wann sie eine wirtschaftliche Alternative ist, zeigen wir Ihnen im folgenden Artikel.
Das Wichtigste in Kürze
- Als Zusatzheizung für einzelne, selten genutzte Räume ist die Infrarotheizung im Altbau meist die einfachste Lösung.
- Als alleinige Heizung lohnt sie sich nur bei sehr niedrigem Wärmebedarf – sonst frisst der teure Strom den Preisvorteil auf.
- Feuchte Wände, Wärmebrücken und die Elektroinstallation vorher prüfen: Sie entscheiden über Verbrauch und Machbarkeit.

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Als zusätzliche Heizmöglichkeit oft die einfachste Lösung
Wer in seinem Altbau lediglich ab und zu einen wenig genutzten Raum beheizen möchte oder eine zusätzliche Heizmöglichkeit zum bestehenden Heizsystem sucht, dem bietet eine Infrarotheizung eine einfache und kostengünstige Lösung. Um ein bestehendes Heizsystem im Haus auszuweiten, müssen ansonsten aufwändig Rohre verlegt werden. Der Einbau verursacht allerdings viel Dreck und ist teuer. Hier punktet die Infrarotheizung mit ihrer einfachen Montage. Stromanschlüsse sind meist überall im Haus vorhanden, deshalb kann man recht frei einen entsprechenden Platz auswählen.

Hinzu kommt: Eine Infrarotheizung braucht keine jährliche Wartung, keinen Schornsteinfeger und keinen Brennstoffvorrat. Im laufenden Betrieb entstehen praktisch nur Stromkosten – und die auch nur, wenn wirklich geheizt wird. Genau das macht sie beim gelegentlichen Beheizen einzelner Räume und beim Zuheizen wirtschaftlich: Wenige Betriebsstunden im Jahr fallen kaum ins Gewicht. Im Dauerbetrieb als alleinige Heizung dreht sich das Bild, weil dann der teure Strompreis die Rechnung bestimmt.
Drei Einsatzfälle im Altbau
Die gleiche Technik, drei sehr unterschiedliche Rechnungen – entscheidend ist, wie viele Stunden im Jahr geheizt wird.
Zusatzheizung im EinzelraumStandardfall
Ein Paneel wärmt gezielt dort, wo Sie sich aufhalten – ohne die Zentralheizung hochzufahren.
Geeignet fürBad, Hobbyraum, Büro, Gästezimmer – wenige Stunden pro Woche
Alleinige Heizung, saniertVorher rechnen
Im gut gedämmten Altbau mit kleinem Wärmebedarf kann die geringe Investition die Stromkosten aufwiegen.
Geeignet fürKleiner Wärmebedarf, idealerweise mit eigener Photovoltaikanlage
Alleinige Heizung, unsaniertKritisch
Ohne Dämmung muss viel Wärme mit teurem Strom erzeugt werden – die Betriebskosten laufen davon.
Geeignet fürKaum geeignet – erst Wärmeschutz, Wärmepumpe oder Wärmenetz prüfen

Wenig Heizbedarf bei neuer Dämmung
Einen ganzen Altbau lediglich mit einer Infrarotheizung zu beheizen, lohnt sich aber nur unter bestimmten Bedingungen. Grundvoraussetzung ist eine gute Dämmung, damit man die Wärme aus teurem Strom nicht buchstäblich zum Fenster hinaus heizt. Je besser ein Gebäude gedämmt ist, desto eher kann der Einsatz einer Infrarotheizung wirtschaftlich sein; als alleinige Stromdirektheizung im Bestand verlangt § 46 Gebäudemodernisierungsgesetz in einem Gebäude mit Wohnungen jedoch einen Wärmeschutz, der die Neubau-Anforderungen um mindestens 30 Prozent unterschreitet. Auch hier schlagen die bereits genannten Vorteile – niedrige Anschaffungskosten und bedarfsabhängige laufende Kosten – gegenüber herkömmlichen Heizsystemen positiv zu Buche.

Bei einem Niedrigenergiestandard ist der Heizenergieverbrauch oftmals so gering, dass sich die Vorzüge der Infrarotheizung bezahlt machen.
Von diesen Anforderungen gibt es allerdings Ausnahmen: Sie gelten für Gebäude mit höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine selbst bewohnt, und für den Austausch einer bestehenden Einzelraum-Stromdirektheizung. Das Gebäudemodernisierungsgesetz, das das Heizungsrecht neu ordnet, wurde am 28. Juli 2026 verkündet (BGBl. 2026 I Nr. 226) und gilt seit dem 29. Juli 2026. Wer im Altbau plant, klärt die für sein Gebäude geltende Rechtslage vor dem Kauf – am besten mit einer Energieberatung.
Energieeinsparungen ohne zusätzliche Dämmung
Es geht aber auch ganz ohne zusätzliche Dämm-Maßnahmen. Die Fassade zu dämmen, ist aufwändig und teuer; Fenster, Rollladenkästen und Anschlüsse sollten dabei mitgeprüft werden, müssen aber nicht automatisch ersetzt werden. Dass allein der Wechsel auf eine Infrarotheizung die Heizkosten senken kann, zeigen einzelne Feldversuche – als Regel taugt das jedoch nicht: Verbraucherzentralen und Stiftung Warentest bewerten Stromdirektheizungen im unsanierten Bestand überwiegend kritisch, weil ein hoher Wärmebedarf dann mit teurem Strom gedeckt werden muss. Nicht alle Gebäude sind gleich gut geeignet. Für die Wirtschaftlichkeitsberechnung ist der Heizwärmebedarf der entscheidende Punkt. Eine Heizlast- und Verbrauchsabschätzung vor dem Kauf ist nötig; das Einsparpotenzial lässt sich dennoch nur als Szenario seriös abschätzen.
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Die Heizlast eines Gebäudes lässt sich auch für Infrarotheizungen nach DIN EN 12831 ermitteln. Unsicherer ist die spätere Verbrauchsprognose, weil Strahlungsanteil, Regelung, Nutzerverhalten und Bausubstanz stärker ins Gewicht fallen. Das Forschungsteam um Dr.-Ing. Peter Kosack an der Technischen Universität Kaiserslautern hat genau dazu Feldmessungen ausgewertet. In einigen Fällen brachte die Infrarotheizung deutliche Energieeinsparungen, in etwa ebenso vielen Fällen stieg der Energieverbrauch. Die Gründe lagen in Gebäudetyp, Gebäudezustand, Energiestandard und Nutzerverhalten. Besonders kritisch sind z.B. leichte, aber dauerhafte und unentdeckte Feuchteschäden im Mauerwerk, die bei Konvektionsheizungen nicht auffallen. In diesem Fall läuft die Infrarotheizung auf Hochtouren, weil sie ständig versucht, das Mauerwerk zu trocknen. Die Vorteile der Infrarotheizung kehren sich in solch einem Fall ins Gegenteil um.
Was Sie im Altbau vor dem Einbau klären sollten
Drei Punkte entscheiden im Bestand darüber, ob die Rechnung aufgeht. Erstens die Bausubstanz: Feuchte Wände und Wärmebrücken ziehen dauerhaft Wärme ab – die Infrarotheizung arbeitet dann gegen das Mauerwerk an, statt den Raum zu wärmen. Ein prüfender Blick auf Keller, Sockel und Fensterlaibungen gehört deshalb vor die Kaufentscheidung, im Zweifel mit einer Energieberatung. Zweitens die Elektroinstallation: Mehrere Paneele mit je mehreren Hundert Watt belasten die Stromkreise spürbar – ob Leitungen, Absicherung und Zählerplatz das tragen, prüft eine Elektrofachkraft, und wie viel Leistung je Raum überhaupt nötig ist, zeigt die Dimensionierung der Infrarotheizung. Drittens die Förderung: Stromdirektheizungen werden über die staatliche Heizungsförderung nicht bezuschusst, für Wärmepumpen dagegen schon – das verschiebt den Kostenvergleich deutlich. Einen Überblick gibt der Ratgeber zu den Fördermitteln für die Heizung.
Flexibilität bei der Sanierung
Infrarotheizungen gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen und Montagemöglichkeiten. Bei einer Sanierung eröffnet diese Flexibilität ein großes Gestaltungsspektrum. Damit werden selbst in schwierigen Raumsituationen mit Infrarotheizungen ansprechende Lösungen gefunden. Auch Wand- oder Deckenmodelle sowie hängende Infrarotheizungen ähnlich wie Lampen werden angeboten und bieten bei Platzmangel eine weitere Installationsvariante an.
Dimensionierung einer Infrarotheizung Wer sich für eine Infrarotheizung entscheidet, möchte die besondere Funktionsweise dieser Heizungsart nutzen, um ein angenehmes Raumklima… weiterlesen




