Funktionsweise einer Elektroheizung
Bei einer Elektroheizung wird Wärme durch Elektrizität erzeugt. Die elektrische Energie durchfließt einen Leiter, der einen hohen Widerstand bildet (auch Heizwiderstand genannt). Durch diesen hohen Widerstand erwärmt sich der Leiter und setzt diese Wärme frei. Die Wärme wird dann entweder über ein Gebläse direkt an den Raum abgegeben oder in Schamott-, Keramikmaterialien, Natursteinen oder Öl gespeichert und dann nach und nach an die Umgebung abgegeben.
Das Wichtigste in Kürze
- In einer Elektroheizung erzeugt ein Heizwiderstand Wärme, sobald Strom durch ihn fließt – nahezu der gesamte Strom wird in Wärme umgewandelt.
- Direktheizungen wie Radiatoren, Konvektoren oder Infrarotstrahler geben die Wärme sofort ab; Speicherheizungen laden nachts ein Speichermedium auf und heizen tagsüber damit.
- Trotz der fast vollständigen Umwandlung ist der Betrieb teuer: Bezogen auf die Primärenergie wird nur rund die Hälfte genutzt.
- Für dauerhaft beheizte Räume ist eine Wärmepumpe meist die sparsamere Lösung.

Heizung-Konfigurator:
Jetzt Ihre individuelle Heizung konfigurieren und Angebote erhalten!
Leistung der Elektroheizung
Die Leistung einer Elektroheizung wird nach diesem Prinzip durch zwei Werte bestimmt:
- Der Widerstandswert des Heizleiters, der wiederum abhängig ist vom Werkstoff, dem Durchmesser und der Länge des Heizleiters.
- Der Stromdurchfluss, der abhängig ist von der angelegten Spannung und so gewählt werden muss, dass der Heizleiter nicht schmilzt.

Strom-Direktheizung

Elektroheizungen sind in unterschiedlichen Bauformen auf dem Markt. Diese lassen sich prinzipiell unterscheiden in Elektroheizungen, die als Direktheizung den Strom ohne Zwischenspeicher direkt in Wärme umwandeln. Dazu gehören zum Beispiel Radiatoren oder Konvektoren, die sich äußerlich nicht von anderen Heizkörpern unterscheiden. Sie sind auch als mobile Geräte erhältlich. Sie sind mit Öl gefüllt, das elektrisch erhitzt wird (Tauchsiederprinzip) und die Wärme abgibt.
Andere Elektroheizungen verfügen über einen Heizleiter, der in Schamottsteinen oder anderen Natursteinen verlegt ist und diese erwärmt. Dann wird die Wärme, vor allem als Strahlungswärme an den Raum abgegeben. Zu den Direktheizungen zählen aber auch Heizstrahler, Heizlüfter oder Infrarotstrahler.

Heizlüfter funktionieren im Prinzip wie ein Fön. Infrarotstrahler oder auch Wärmewellenheizungen erwärmen dagegen nicht die umgebende Luft, sondern die Körper selbst. Die umgebende Luft bleibt kühler. Weil sich ein Raum dadurch oft schon bei etwas niedrigerer Lufttemperatur behaglich anfühlt, lässt sich der Verbrauch in manchen Fällen etwas senken. Einen grundsätzlich geringeren Strombedarf haben Infrarotheizungen aber nicht – alle Elektroheizungen wandeln den eingesetzten Strom nahezu vollständig in Wärme um. Direktheizungen sind zum Beispiel auch als Handtuchheizungen für das Badezimmer oder als elektrische Fußbodenheizungen bekannt und verbreitet.

Strom-Speicherheizung

Im Gegensatz zur Direktheizung wird bei Speicherheizungen (bekannt als Nachtspeicheröfen oder -heizungen) nachts das Speichermedium erwärmt beziehungsweise aufgeheizt. Diese Wärme wird dann tagsüber an den Raum abgegeben. Auch hier sorgen Heizdrähte für eine Erwärmung der speichernden Materialien, meist Keramiken, die im Innern eine sehr hohe Temperatur erreichen.

Der Vorteil der Geräte: Sie können mit preiswerterem Nachtstrom geladen werden, wobei einige Energieversorger mittlerweile gar keine Nachtstrom-Tarife mehr anbieten. Immer öfter stellt sich deshalb Besitzern von Nachtspeicherheizungen die Frage, ob es sinnvoll ist, diese zu ersetzen und welche Alternativen hierfür infrage kommen.
Direktheizung und Speicherheizung im Vergleich
Beide Bauarten erzeugen Wärme aus Strom, unterscheiden sich aber deutlich darin, wann geheizt wird und welcher Stromtarif zum Einsatz kommt.
| Merkmal | Direktheizung | Speicherheizung |
|---|---|---|
| Wärmeabgabe | sofort beim Einschalten | zeitversetzt – tagsüber aus der Nachtladung |
| Typische Geräte | Radiator, Konvektor, Infrarotstrahler, Heizlüfter | Nachtspeicherofen, zentrale Speicherheizung |
| Stromtarif | teurer Tagstrom | günstigerer Nachtstrom, sofern angeboten |
| Steuerbarkeit | einfach, sofort regelbar | träge, Vortagsplanung nötig |
| Typischer Einsatz | Zusatz-/Übergangsheizung, selten genutzte Räume | Altbau-Bestand aus den 1960er/70er-Jahren |
Vor- und Nachteile von Elektroheizungen

In den 1960er Jahren galten Elektroheizungen als zukunftsweisend und innovativ. Durch Elektroheizungen konnte eine gleichmäßige Auslastung der Kraftwerke erreicht werden. Heute sind Stromheizungen dagegen sehr umstritten. Hier eine Übersicht über die Vor- und Nachteile von Elektroheizungen.
Vorteile von Elektroheizungen
- Niedrige Investitionskosten – Elektroheizungen benötigen keine aufwendige Verrohrung, da jeder Raum lediglich für die Elektroheizung einen Stromanschluss benötigt.
- Einfache Installation – die einfache Installation macht vor allem auch einen nachträglichen Einbau recht leicht.
- Kein Schornstein – Häuser mit Elektroheizungen benötigen keinen Kamin und auch der Schornsteinfeger muss nicht kommen.
- Keine Wartungskosten – Elektroheizungen gelten als wartungsarm und langlebig.
- Keine Brennstoffbevorratung – es muss für eine Elektroheizung weder ein Gasanschluss vorhanden sein noch ist Platz für die Lagerung von Heizöl oder Pellets notwendig. Auch muss der Brennstoff nicht für einen längeren Zeitraum im Voraus finanziert werden.

Umfrage wird geladen …
Kurz gefragt
Welcher nächste Schritt ist für Sie beim Thema Heizung am wichtigsten?
Eine Antwort auswählen – Ergebnis sofort sehen.
Nachteile von Elektroheizungen
- Sehr schlechter Gesamtwirkungsgrad – auch wenn die Elektroheizung vordergründig die elektrische Energie zu fast 100 % in Wärme umwandelt, der Wirkungsgrad ist dennoch deutlich schlechter als bei anderen Heizungen. Denn der Strom für die Elektroheizung wird in Kraftwerken produziert, bei denen Emissionen und Verluste anfallen. Die Verluste aus dem Stromtransport kommen noch hinzu.
- Bezogen auf die eingesetzte Primärenergie liegt die Ausnutzung dagegen nur bei rund der Hälfte (Primärenergiefaktor für Netzstrom: 1,8). Brennwertheizungen schneiden hier besser ab.
- Hohe Betriebskosten – Heizen mit Strom ist teuer: Eine Direktheizung braucht für eine Kilowattstunde Wärme ungefähr eine Kilowattstunde Strom. Im Monitoringbericht 2025 lagen die Strompreise für Haushalte weiter deutlich über den Gaspreisen, waren aber gegenüber dem Vorjahr gesunken. Nachtstrom wird nicht mehr deutschlandweit von allen Energieanbietern angeboten. Alternativ bietet sich Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage an. Jedoch liefert die PV-Anlage im Winter, also in der Heizsaison, deutlich weniger Energie als im Sommer.
- Konvektion mit Nachteilen – durch die spürbare Luftbewegung bei Konvektion (die auch bei Nachtspeicheröfen auftritt) ist eine höhere Temperatur zur Erzielung einer ausreichenden Behaglichkeit erforderlich. Der Luftzug wird von vielen Menschen als unangenehm empfunden. Zudem sorgt die Konvektion für eine höhere Staubbelastung.
- Fest installierte Elektroheizungen mit hoher Anschlussleistung müssen in der Regel beim Netzbetreiber angemeldet werden; für Nachtspeicherheizungen gelten nach Bundesnetzagentur die bisherigen § 14a-Regelungen dauerhaft weiter.
- Direktheizungen laufen häufig über Haushaltsstrom; günstiger Heizstrom ist bei Infrarot- und anderen Direktheizungen oft nicht verfügbar oder an separate Messung und Steuerbarkeit geknüpft.
- Nachtspeicherheizungen können schlecht gesteuert werden (zum Beispiel bei plötzlichem Wetterwechsel).
Elektroheizung im Vergleich – wann sie sinnvoll ist
Technisch ist die Elektroheizung einfach und schnell installiert – im Dauerbetrieb aber teuer, weil sie hochwertigen Strom direkt in Wärme umwandelt. Wer einen ganzen Wohnraum dauerhaft beheizen will, fährt mit einer Wärmepumpe meist deutlich günstiger: Sie gewinnt aus einer Kilowattstunde Strom ein Vielfaches an Heizwärme. Als Zusatz- oder Übergangsheizung für einzelne, selten genutzte Räume behält die Elektroheizung dagegen ihre Berechtigung.
Preise und Kosten von Elektroheizungen Die Kosten bei einer Elektroheizung müssen unterteilt werden in Anschaffungskosten und betriebsgebundene Kosten, zu denen… weiterlesen



