Warmwasserbereitung mit einer Ölheizung
Wer sich für eine Ölheizung entscheidet, muss sich auch mit der Frage der Warmwasserbereitung auseinandersetzen.
Das Wichtigste in Kürze
- Warmes Wasser macht rund 10–25 % des Energieverbrauchs aus – etwa 80–100 Liter Heizöl pro Person und Jahr.
- Im Einfamilienhaus ist ein zentraler Warmwasserspeicher über den Ölkessel meist die wirtschaftlichste Lösung.
- Dezentral geht beim Öl nur elektrisch – sinnvoll nur bei langen Wegen und geringem Bedarf.
- Im Sommer kann Solarthermie das Warmwasser weitgehend übernehmen und den Ölbrenner entlasten.

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Welche Möglichkeiten der Warmwasserbereitung gibt es?
Die Warmwasserbereitung wird in zentrale und dezentrale Systeme aufgeteilt.

- Zentrale Warmwasserbereitung
Wird über den Ölheizkessel das Wasser in einem Warmwasserspeicher erhitzt und werden dann von dort über Rohrleitungen alle Zapfstellen im Haus versorgt, spricht man von einem zentralen System. Dabei wird die Wärme vom gleichen Ölbrenner zur Verfügung gestellt, über den auch die Wärme für die Heizung generiert wird.

- Dezentrale Warmwasserbereitung
Ein dezentrales System wiederum liegt vor, wenn für jeden Haushalt oder für jede Zapfstelle das Warmwasser in einem besonderen Durchlauferhitzer erwärmt wird. Diese Durchlauferhitzer sind nicht für Ölbrenner verfügbar. Ölheizungen werden bei dezentralen Systemen meist mit elektrisch betriebenen Durchlauferhitzern oder kleinen elektrisch beheizten Warmwasserspeichern kombiniert.

Welche Art der Warmwasserbereitung ist wann sinnvoll?
Geht man davon aus, dass keine Gasleitung im Haus vorhanden ist, wenn eine Ölheizung genutzt wird, dann kann das Warmwasser dezentral nur elektrisch erwärmt werden (oder in einem gewissen Umfang auch mithilfe von Solarthermie)
Welches Warmwasser-System passt zu welcher Situation?
Welche Lösung sinnvoll ist, hängt vor allem von Gebäudegröße, Leitungswegen und Warmwasserbedarf ab. Diese Übersicht ordnet die gängigen Varianten typischen Ausgangslagen zu.
WennEinfamilienhaus mit normalem Warmwasserbedarf und kurzen Leitungswegen
Dann Zentraler Speicher am Ölkessel
Der Ölkessel erwärmt das Wasser im Speicher über einen Wärmetauscher; eine Vorrangschaltung stellt bei Bedarf zuerst Warmwasser bereit. Effizient und komfortabel für die meisten Haushalte.
WennGroßes Haus mit weit auseinanderliegenden Zapfstellen und langen Leitungen
Dann Elektrische Geräte ergänzend
Wo eine zentrale Versorgung zu lange Leitungswege bedeutet, kann ein elektrischer Durchlauferhitzer einzelne Zapfstellen abdecken. Achtung: hoher Anschlusswert und teurer Betrieb.
WennSelten genutzte, weit entfernte Einzel-Zapfstelle (z. B. Gäste-WC)
Dann Kleiner E-Speicher / Durchlauferhitzer
Praktisch für einzelne, selten genutzte Stellen, aber energieintensiv. Als Hauptversorgung eines Haushalts in der Regel nicht wirtschaftlich.
WennSonniges Dach vorhanden und Warmwasserkosten sollen sinken
Dann Solarthermie als Ergänzung
Eine Solaranlage deckt im Jahresmittel einen großen Teil des Warmwasserbedarfs und entlastet den Ölbrenner besonders im Sommer. Sinnvoll mit Kombi- bzw. Pufferspeicher.
Faustregel: Welche Variante wirklich passt, sollte ein Fachbetrieb anhand von Haus, Leitungswegen und Bedarf prüfen.
- Elektrischer Durchlauferhitzer
Elektrisch betriebene Durchlauferhitzer werden heute elektronisch oder hydraulisch geregelt und bieten einen großen Warmwasserkomfort. Heißes Wasser steht schnell zur Verfügung und die Geräte sind kompakt und vergleichsweise preiswert. Allerdings benötigen sie hohe Anschlusswerte und verbrauchen vergleichsweise viel Energie. Sinnvoll sind elektrische Durchlauferhitzer, wenn in großen Häusern zu lange Wasserleitungen und zu viele Zapfstellen eine zentrale Erwärmung des Wassers nicht sinnvoll erscheinen lassen. - Kleine elektrische Warmwasserspeicher
Eine Alternative bieten kleine, elektrisch betriebene Warmwasserspeicher. Diese benötigen jedoch ziemlich viel Platz, die zur Verfügung stehende Menge an warmem Wasser reicht oft nicht für mehrere Personen. Außerdem halten sie ständig Wasser in der eingestellten Temperatur bereit, sodass recht viel Energie verbraucht wird. - Zentraler Warmwasserspeicher
Ein zentraler Warmwasserspeicher, der zusammen mit einer NT-Ölheizung oder einer Brennwertheizung betrieben wird, versorgt alle Zapfstellen in einem Haus. Seine Größe richtet sich also nach den Haushalten und dem individuellen Warmwasserbedarf. Gut können an einen zentralen Warmwasserspeicher auch Verbraucher wie Waschmaschine oder Geschirrspüler angeschlossen werden.

Wie funktioniert ein zentraler Warmwasserspeicher?
Wird eine Ölheizung mit einem Warmwasserspeicher kombiniert, dann wird das Trinkwasser im Speicher vom Heizungswasser aufgewärmt. Dieses Heizungswasser fließt durch einen Wärmetauscher, der wie ein Tauchsieder im Speicher steckt und seine Wärme an das Trinkwasser abgibt.

Moderne Heizungen verfügen in ihrer Regelung über eine sogenannte Vorrangschaltung für das warme Wasser. Wird also viel warmes Wasser benötigt, dann wird die Wärme vorrangig für den Wasserspeicher bereitgestellt. Kombiniert werden können solche zentralen Warmwasserspeicher auch noch mit Solarthermieanlagen oder auch mit Wärmepumpen. Der Speicher enthält dann entsprechend mehr Wärmetauscher. In Baden-Württemberg verlangt das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) beim Heizungstausch in Altbauten mit Baujahr vor dem 1.1.2009, dass 15 % des Wärmebedarfs aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Diese Vorgabe lässt sich auf mehreren Wegen erfüllen – die Kombination mit einer Solarthermieanlage ist also nur eine von mehreren Optionen; ebenso anrechenbar sind unter anderem Bioheizöl, eine Photovoltaikanlage, ein baulicher Wärmeschutz oder ein Sanierungsfahrplan. Das EWärmeG gilt als Landesregelung unverändert fort — auch nachdem die bundesweite 65-%-Pflicht des Gebäudeenergiegesetzes mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) zum 29. Juli 2026 entfallen ist. Wer in Baden-Württemberg die Heizung tauscht, muss die 15 % erneuerbare Wärme (oder eine Ersatzmaßnahme) weiterhin einplanen.

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Warmwasser im Sommer: Solarthermie kann die Ölheizung entlasten
Im Sommer und in der Übergangszeit läuft die Ölheizung oft nur, um warmes Wasser bereitzustellen – das Aufheizen kleiner Wassermengen über den großen Kessel ist dabei vergleichsweise ineffizient. Genau hier setzt eine solare Warmwasserbereitung an: An sonnigen Tagen kann sie den Warmwasserbedarf eines Haushalts über weite Strecken decken, sodass der Ölbrenner in dieser Zeit häufig ganz aus bleibt. Voraussetzung ist ein ausreichend dimensionierter Warmwasser- oder Kombispeicher, der die Sonnenwärme zwischenspeichert und sonnenarme Stunden überbrückt. Wer den Speicher bei einer Modernisierung bereits bivalent – also mit zusätzlichem Wärmetauscher – auslegt, kann eine Solaranlage später ohne großen Umbau nachrüsten.
Auswahl des richtigen Warmwasserspeichers
Bei der Auswahl des richtigen Warmwasserspeichers müssen einige Faktoren berücksichtigt werden.
- Größe – zunächst geht es um die Größe des Warmwasserspeichers. Sie richtet sich nach der Anzahl der Personen, die mit Warmwasser versorgt werden. Man rechnet zwischen 30 und 50 Liter Speichervolumen pro Person. Bei einer Kombination mit Solarthermie wird der Speicher größer gewählt, damit mehr Sonnenenergie gespeichert werden kann. Außerdem wird der Speicher eher größer, wenn die Ölheizung in einem gut gedämmten Haus nur eine geringe Leistung hat.
- Integriert oder einzeln stehend – Warmwasserspeicher können in einem Gerät mit dem Kessel integriert werden. Sie fallen dann üblicherweise kleiner aus. Sie sind dann eher für Einfamilienhäuser geeignet. Bei größerem Bedarf oder auch der Kombination mit Solarthermie werden separate Warmwasserspeicher, die neben dem Kessel auf dem Boden stehen, gewählt.
- Bivalenter Betrieb – Soll später eine Solaranlage hinzukommen, wählt man schon jetzt einen bivalenten Warmwasserspeicher mit einem zweiten Wärmetauscher, an den sich die Solarthermie anschließen lässt. Wird zusätzlich Heizungswasser gepuffert, spricht man von einem Kombispeicher.

Wie viel Heizöl entfällt üblicherweise auf die Warmwasserbereitung?
Der Energieverbrauch für die Warmwasserbereitung hängt natürlich davon ab, wie gut der Warmwasserspeicher gedämmt und wie groß er ist. Der Anteil am gesamten Heizölverbrauch hängt davon ab, wie viel Heizöl für die Heizung selbst benötigt wird.

Der Verbrauch für Warmwasser ist davon weitgehend unabhängig: Sein Anteil am Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser liegt je nach Dämmung, Gebäudegröße und Nutzungsverhalten häufig zwischen 10 und 25 %. Experten gehen von einem Bedarf zwischen 800 und 1000 Kilowattstunden pro Jahr und Person aus. Ausgedrückt in Heizöl heißt das 80 bis 100 Liter Heizöl pro Person. In Mehrfamilienhäusern wird der auf das Warmwasser entfallende Anteil heute getrennt erfasst – vorrangig über einen Wärmezähler, der die für das Warmwasser aufgewendete Wärmemenge direkt misst.
Wie viel Heizöl Warmwasser kostet
Formen der Warmwasserbereitung: Zentral oder dezentral? Die Warmwasserbereitung hat die Aufgabe kaltes Trinkwasser so zu erwärmen, dass es zum Spülen,… weiterlesen




