Bioheizöl
Die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen spielt in vielen Bereichen des Lebens eine immer größere Rolle. Inzwischen auch bei Heizölen. Seit einiger Zeit wird deshalb immer öfter Bioheizöl angeboten. Dabei handelt es sich um schwefelarmes Heizöl, das einen bestimmten Anteil flüssiger Brennstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen enthält.
Das Wichtigste in Kürze
- Bioheizöl enthält erneuerbare flüssige Komponenten; FAME-Bioheizöl heißt heute „Heizöl EL B X“, EL B 5 enthält 3–5,9 Volumenprozent.
- Bis 5,9 % FAME-Anteil ist oft keine Umrüstung nötig; höhere Anteile nur mit Herstellerfreigabe und möglicher Anpassung von Tank, Leitungen und Pumpe.
- Bioheizöl spart fossiles Öl, ist aber teurer – und der Anbau von Energiepflanzen steht in der Kritik.

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Zusammensetzung und Bezeichnung von Bioheizöl
Bei FAME-Bioheizöl (Fettsäuremethylester, vereinfacht Biodiesel) nach DIN 51603-6 beginnt der Bio-Anteil bei 3 Volumenprozent. Die aktuelle Bezeichnung lautet „Heizöl EL B X“: Bei „EL B 5“ liegt der FAME-Anteil bei 3 bis 5,9 Volumenprozent. Ältere Unterlagen verwenden dafür noch die Bezeichnung „Heizöl EL A Bio 5“.
Im Heizölhandel sind vor allem Bio-Anteile bis rund 10 % verbreitet; nach DIN 51603-6 reicht FAME-Bioheizöl normativ bis 20,9 Volumenprozent, wenn die Anlage dafür freigegeben ist.
Die aktuelle Fassung der DIN 51603-1 lässt grundsätzlich auch höhere Anteile biogener und synthetischer Komponenten zu – etwa paraffinische Brennstoffe wie HVO. Im Heizölhandel verbreitet sind bislang aber vor allem Anteile bis rund 10 Prozent.
Bioheizöl-Anteile und was sie bedeuten
| Bio-Anteil | Bezeichnung | Einsatz in der Anlage |
|---|---|---|
| 3–5,9 % | Heizöl EL B 5 (FAME) | in vielen Anlagen möglich, Material- und Installationsangaben prüfen |
| >5,9–10,9 % | Heizöl EL B 10 (FAME) | nur mit passender Herstellerfreigabe; ggf. Anpassung von Tank, Leitungen oder Pumpe |
| >10,9–20,9 % | Heizöl EL B 20 (FAME) | nur für ausdrücklich freigegebene Geräte und Komponenten |

Technische Eignung der Anlage prüfen
Bei FAME-Bioheizöl bis 5,9 % ist die Nutzung in vielen Bestandsanlagen möglich; je nach Materialien und Installation können dennoch besondere Maßnahmen erforderlich sein. Höhere FAME-Anteile sollten Sie nur mit ausdrücklicher Freigabe des Geräte- und Komponentenherstellers einsetzen. Außerdem können Bio-Anteile alte Ablagerungen im Tank oder in Leitungen lösen; nach der Umstellung sollten Filter und Pumpe deshalb beobachtet werden.
Herstellerunterlagen geben an, welche erneuerbaren Flüssigbrennstoffe und Bio-Anteile ein Gerät verträgt. Entscheidend ist die konkrete Freigabe für Brenner, Tank und ölführende Komponenten; pauschale Prozentwerte ersetzen diese Prüfung nicht.
Höhere Bio-Anteile: vorher technisch prüfen
- Ablagerungen und FilterHöhere Bio-Anteile können alte Ablagerungen im Tank lösen und Filter verstopfen.Besser: nach der Umstellung den Filter im Blick behalten.
- Dichtungen, Tank und PumpeBei FAME-Anteilen über 5,9 % sind Herstellerfreigabe und ggf. Anpassungen an Tank, Leitungen oder Pumpe nötig.Besser: Freigaben für Gerät, Tank und Ölleitungen vorab prüfen.
- Herstellerfreigabe beachtenModerne Geräte nennen den zulässigen Bio-Anteil (oft 5–10 %, teils bis 20 %).Besser: die Freigabe des Heizungsherstellers prüfen.
Vorteile von Bioheizöl
Durch die Verwendung von Bioheizöl lässt sich der Verbrauch von fossilen Brennstoffen reduzieren. Durch den sinkenden Bedarf an fossilen Brennstoffen sinkt auch die Abhängigkeit von diesen Brennstoffen. Geopolitische Krisen und Lieferengpässe haben diese Diskussion zuletzt verstärkt. Durch die Kombination von Ölheizungen mit erneuerbaren Energien zum Beispiel durch Solarthermie-Anlagen lässt sich diese Unabhängigkeit noch verstärken.

Bei 10 % Bio-Anteil wird rechnerisch ein Teil fossilen Heizöls ersetzt. Die tatsächliche Treibhausgasbilanz hängt jedoch stark von Rohstoff, Herstellung und Zertifizierung ab; insbesondere Anbaubiomasse kann durch Flächenkonkurrenz und indirekte Landnutzungsänderungen ökologische Nachteile haben.
Bioheizöl kann außerdem dazu beitragen, gesetzliche Anforderungen an den Einsatz erneuerbarer Energien beim Heizen anteilig zu erfüllen. Wie stark der Bio-Anteil angerechnet wird, hängt von der jeweils geltenden Regelung ab; höhere erneuerbare Anteile lassen sich gut mit Komponenten wie einer Solarthermie-Anlage kombinieren.
Nachteile von Bioheizöl
Neben den Vorteilen haben Biokraftstoffe aber auch einige negative Seiten, die beachtet werden sollten. Bioheizöl ist im Vergleich zu den herkömmlichen, angebotenen Heizölsorten teuer. Zudem stehen landwirtschaftliche Betriebe immer mehr im Konflikt zwischen der Nahrungsmittelproduktion und dem Anbau von Energiepflanzen. Der Anbau von Energiepflanzen in Monokulturen hat vielfältige negative Effekte auf die Artenvielfalt. Als weiterer Nachteil von Bioheizöl sind die ggf. notwendigen Umbauarbeiten an bestehenden Leitungen und Ventilen der Ölheizung zu nennen.

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