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Ölheizung mit Solarthermie

Kombinationsmöglichkeiten von Ölheizungen mit Solarthermie oder Wärmepumpen

Die Energiewende ist in aller Munde. Beim Einbau einer neuen Heizung ist die Heizungsart seit dem 29. Juli 2026 wieder frei wählbar – die frühere 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Energien ist mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) entfallen. Eine bestehende Ölheizung darf grundsätzlich weiterbetrieben, repariert und um erneuerbare Komponenten ergänzt werden – das frühere Betriebsverbot für alte Standardkessel (§ 72 GEG) und das Enddatum 2044 sind seit dem 29. Juli 2026 entfallen. Für Ölheizungen ergeben sich interessante Möglichkeiten durch die Kombination mit einer Solarthermieanlage oder mit einer Wärmepumpe.

Das Wichtigste in Kürze

  • Solarthermie liefert Sonnenwärme fürs Warmwasser und entlastet die Ölheizung – besonders im Sommer, wenn sie sonst nur fürs Warmwasser takten müsste.
  • Im Jahresmittel deckt sie bis zu rund 60 % der Warmwasserenergie; mit Heizungsunterstützung zusätzlich etwa 20–30 % der Heizwärme.
  • Ein ausreichend großer Pufferspeicher ist Voraussetzung – er koppelt Kessel und Kollektoren und überbrückt sonnenarme Stunden.
  • Mit normalem Heizöl bleibt auch die solar ergänzte Anlage ein fossiles System; im Bestand ist das Nachrüsten jederzeit sinnvoll – und hilft ab 2029 bei den steigenden Brennstoffanteilen.
Solarthermie Röhrenkollektor © Manuela Fiebig, stock.adobe.com
Solarthermie Röhrenkollektor © Manuela Fiebig, stock.adobe.com
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Sinnvoll: Ölheizung mit Solarthermie kombinieren
Sinnvoll: Ölheizung mit Solarthermie kombinieren

Kombination von Ölheizung und Solarthermie

Bei Solarthermie handelt es sich um die Nutzung von solarer Wärme, nicht zu verwechseln mit Photovoltaikanlagen, die Strom produzieren. Durch die Einbindung einer Solarthermieanlage lässt sich gegenüber dem Verbrauch eines schon sehr sparsamen Brennwertkessels noch einmal ein erheblicher Anteil an Heizöl einsparen.

Was Solarthermie übers Jahr leisten kann

bis ~60 %der Warmwasser-Energie im Jahresmittel solar gedeckt
20–30 % 70–80 % bleiben Ölder Heizwärme bei HeizungsunterstützungHeizwärme-Anteil
im Sommerkann der Ölkessel oft ganz ruhen – Warmwasser kommt allein von der Sonne
Verbraucherzentrale Energieberatung · Stand 2026
Solarthermie mit Ölheizung kombinieren
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Folgende beiden Möglichkeiten bieten sich an, wenn eine Ölheizung mit einer Solarthermieanlage kombiniert wird:

Solarthermie für die Warmwasserbereitung
Wird die Solarthermie genutzt für die Warmwasserbereitung, liefern die Solarkollektoren die Wärme, um den Warmwasserbedarf zu decken. Im Jahresmittel kann eine Solarthermieanlage in Deutschland bis zu rund 60 % der Energie für die Warmwasserbereitung übernehmen. Wird die Anlage zusätzlich zur Heizungsunterstützung ausgelegt, deckt sie typischerweise rund 20–30 % der jährlichen Heizwärme – der Rest kommt weiterhin vom Öl-Brennwertkessel. Die Kombination mit einer Ölheizung hat besonders große Vorteile. Denn die Solarthermie kann genau dann viel Wärme für das warme Wasser liefern, wenn die Ölheizung eigentlich ausgeschaltet ist, nämlich im Sommer

Wie viel die Sonne über das Jahr beiträgt

Sommer: Warmwasser oft komplett solar – Ölkessel kann ruhen
Übergangszeit: hoher solarer Anteil, Kessel springt nur zeitweise an
Heizperiode: Solar unterstützt, Öl trägt die Hauptlast
Tiefer Winter: geringer Sonnenertrag – Ölheizung übernimmt fast vollständig

Qualitative Orientierung: Der solare Deckungsanteil schwankt stark mit der Jahreszeit – von fast vollständiger Deckung im Sommer bis zu wenig Beitrag im tiefen Winter. Die konkreten Jahreswerte stehen im Kennzahlen-Block oben.

Solarthermie zur Trinkwassererwärmung
Solarthermie zur Trinkwassererwärmung

Oft ist es auch in der Übergangszeit möglich, die Ölheizung komplett abzuschalten und den Warmwasserbedarf über die Solarthermieanlage zu erzeugen. Vorausetzung dafür ist ein entsprechend großer Pufferspeicher. Im Winter oder bei zu langen Schlechtwetterperioden schaltet die Heizungs- und Solarregelung die Ölheizung dann automatisch wieder an.

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Vorteile der Kombination von Ölheizung und Solarthermie

  • Senkung des Heizölbedarfs – Je nach Anlage lässt sich der Heizölverbrauch spürbar senken; unter günstigen Bedingungen erreichen Anlagen für Warmwasser und Heizungsunterstützung zusammen bis zu rund 40 % Einsparung. Das ist eine optimistische Obergrenze und hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab: von der Art der Ölheizung ebenso wie von der Größe der Kollektorfläche, deren Effizienz (abhängig von Dachausrichtung und -neigung) und der richtigen Wahl des Wasserspeichers.
  • Längere Lebensdauer der Ölheizung – Aber es wird eben nicht nur direkt an Heizöl gespart, durch die Kombination mit der Solarthermieanlage verlängert sich die Lebensdauer einer Ölheizung deutlich. Gerade im Sommer und in der Übergangszeit sorgt die Erwärmung des Trinkwassers dafür, dass eine Ölheizung ohne Solarthermie sehr häufig anspringt. Diese „Taktung“ belastet alle Komponenten der Ölheizung. Durch die Solarthermieanlage wird aber das zu häufige An- und Ausschalten vermieden und so die Belastung der Komponenten reduziert.
  • Minderung der Emissionen – Solarthermieanlagen stellen die Wärme für das Trinkwasser im Betrieb nahezu CO2-frei zur Verfügung (Herstellung und Lebenszyklus der Anlage nicht eingerechnet). Jede solar erzeugte Kilowattstunde ersetzt verbranntes Heizöl – so entstehen weniger Ruß, Stick- und Schwefeloxide.
Ölverbrauch kann durch Solarthermie gesenkt werden
Ölverbrauch kann durch Solarthermie gesenkt werden

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Reicht Solarthermie für die gesetzlichen Vorgaben?

Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) hat das Gebäudeenergiegesetz (GEG) zum 29. Juli 2026 abgelöst. Die 65-Prozent-Vorgabe für neue Heizungen ist damit entfallen; bei der Wahl der Heizungsart lässt das Gesetz nun mehr Spielraum. Ganz ohne Auflagen geht es aber nicht: Neue Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen in Bestandsgebäuden müssen ab 2029 wachsende Anteile klimafreundlicherer Brennstoffe nutzen — von 10 % ab 2029 bis 60 % ab 2040. In Verbindung mit einem fossilen Ölkessel liefert Solarthermie meist nur rund 20–30 Prozent der Heizwärme – den Großteil deckt weiterhin das Öl. Ein Ausschlusskriterium ist das seit der Reform vom Juli 2026 nicht mehr: Die ab 2029 geforderten Brennstoffanteile lassen sich auch über eine Hybridlösung mit Solarthermie erfüllen, alternativ über zugelassene Brennstoffe wie Bioheizöl. Unabhängig von dieser Pflicht darf Solarthermie im Bestand jederzeit nachgerüstet werden, senkt den Heizölverbrauch und verlängert die Lebensdauer des Kessels. Als Orientierung für die Auslegung gilt: Für die reine Warmwasserbereitung genügen rund 4–6 m² Kollektorfläche, für zusätzliche Heizungsunterstützung sind es eher 9–20 m² samt großem Kombi- oder Pufferspeicher.

Kombination von Ölheizung und Wärmepumpe

Es gibt verschiedene Wärmepumpen, die sich alle mit einer Ölheizung kombinieren lassen. Neben Luft-Wärmepumpen sind Grundwasser- und Erdwärmepumpen auf dem Markt. Grundwasser und Wärmepumpen mit Erdsonde sind besonders effizient. Allerdings sollte unbedingt auf die passenden Heizkörper (Fußbodenheizung oder andere Flächenheizungen) geachtet werden.

Die Kombination von Wärmepumpe und Ölheizung kann entweder so erfolgen, dass die Wärmepumpe zuheizt, die Ölheizung also die hauptsächliche Wärmequelle ist. Oder es ist genau umgekehrt: Die Ölheizung bildet quasi die Reserveheizung, wenn durch die Wärmepumpe nicht ausreichend Wärme zur Verfügung gestellt werden kann.

Eine Wärmepumpe ist nicht gerade preiswert. Da nur der erneuerbare Anteil einer Heizung förderfähig ist, lohnt vor der Planung ein Blick in den Fördermittel-Ratgeber. Wie sich Öl und Wärmepumpe technisch sinnvoll koppeln lassen, lesen Sie ausführlich im Beitrag Ölheizung kombinieren.

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