Heizöltank Reinigung: Das sollten Sie wissen
Heizöl kann in ganz unterschiedlichen Tanks gelagert werden. Es gibt Tanks für Heizöl entweder aus Stahl oder auch aus (glasfaserverstärktem) Kunststoff. Die Tanks können entweder oberirdisch (also zum Beispiel in einem Kellerraum) aufgestellt sein oder auch ganz oder teilweise ins Erdreich eingelassen werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Tankreinigung ist gesetzlich nur bei der endgültigen Stilllegung Pflicht – sonst freiwillig, aber sinnvoll für Brenner und Filter.
- Als Faustregel etwa alle sieben bis zehn Jahre bei Kunststoff- und alle fünf bis sieben Jahre bei Stahltanks.
- Bei Tanks über 1.000 Litern und bei Erdtanks darf nur ein nach § 62 AwSV zertifizierter Fachbetrieb innen reinigen.
- Für einen 3.000-Liter-Tank fallen als Orientierung rund 350 bis 500 Euro an.

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Tankreinigung – nicht verpflichtend, aber äußerst sinnvoll
Seit dem 1. August 2017 gilt bundesweit einheitlich für Heizöltanks die „Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen“ (AwSV). Sie regelt die wiederkehrenden Prüfungen durch einen amtlich anerkannten Sachverständigen (zum Beispiel vom TÜV): Unterirdische Tanks müssen außerhalb von Wasserschutz- und Überschwemmungsgebieten alle fünf Jahre geprüft werden, innerhalb dieser Gebiete alle 30 Monate. Oberirdische Tanks sind außerhalb von Wasserschutz- und Überschwemmungsgebieten bei mehr als 10.000 Litern wiederkehrend prüfpflichtig; in Wasserschutz- und Überschwemmungsgebieten bereits bei mehr als 1.000 Litern.
Ergänzend gilt seit 2022 (korrigierte Fassung 2025) die Technische Regel wassergefährdender Stoffe TRwS 791 (DWA-A 791), ‚Errichtung, betriebliche Anforderungen und Stilllegung von Heizölverbraucheranlagen‘. Darin wird unter anderem verlangt, dass der Tankwagenfahrer ermitteln kann, wieviel Heizöl noch im Tank ist. Das ist oft bei älteren Anlagen erst nach einer Reinigung möglich, weil die Wände nicht mehr durchscheinend sind.
Übrigens ist grundsätzlich der Betreiber der Heizöl-Anlage (also der Hauseigentümer) für die Anlage verantwortlich. Bei Tanks mit mehr als 1.000 Litern Fassungsvermögen – und bei unterirdischen Anlagen unabhängig von ihrer Größe – darf die Innenreinigung – ebenso wie Errichtung, Instandsetzung und Stilllegung – nur ein nach Wasserhaushaltsgesetz zugelassener Fachbetrieb (Fachbetrieb nach § 62 AwSV) ausführen.
Eine feste gesetzliche Pflicht zur regelmäßigen Innenreinigung gibt es nicht. Erst bei der endgültigen Stilllegung müssen Heizölreste und andere wassergefährdende Stoffe so weit wie technisch möglich entfernt werden – dafür ist in der Praxis eine fachgerechte Entleerung nötig. Vorher ist eine Reinigung freiwillig, aber vor allem wegen des Haftungsrisikos bei Umweltschäden klug.
Reinigung: sinnvoll, aber selten Pflicht
- Lassen Sie sich nicht drängen.Manche Tankschutzfirmen behaupten eine allgemeine Pflicht zur sofortigen Reinigung – die gibt es so nicht. Prüfen Sie in Ruhe, ob eine Reinigung wirklich ansteht.
- Über 1.000 Liter und Erdtanks: nur Fachbetrieb.Die Innenreinigung größerer und unterirdischer Tanks darf nur ein nach § 62 AwSV zugelassener Fachbetrieb ausführen – schon aus Haftungs- und Versicherungsgründen die richtige Wahl.
- Trotzdem sinnvoll.Auch ohne gesetzliche Pflicht beugt eine Reinigung teuren Folgeschäden an Brenner und Heizungsfilter vor und erhält die Lebensdauer des Tanks.

Warum sollte der Heizöl-Tank gereinigt werden?
In Heizöl-Tanks kann sich im Laufe der Zeit das gebildete Kondenswasser am Boden absetzen und zu Korrosion führen. Früher reagierten die im Heizöl enthaltenen Schwefelanteile mit diesem Wasser zu aggressiven Säuren und führten zu Lochfraß. Übliches Heizöl EL ist heute schwefelarm (höchstens 50 Milligramm Schwefel je Kilogramm), sodass dieser Effekt deutlich schwächer ausfällt. Wichtiger sind heute zwei andere Probleme: An der Grenzschicht zwischen Wasser und Öl siedeln sich Mikroorganismen an – diese sogenannte „Dieselpest“ aus Bakterien und Pilzen bildet eine schlammige, geleeartige Masse, die Filter und Leitungen verstopft. Außerdem setzen sich Schwebstoffe als Sediment am Boden ab. Dieser sogenannte „Schlamm“ wird aber aufgewühlt, wenn neues Heizöl eingefüllt wird und mindert dann die Qualität des Heizöls. Die Gefahr besteht also, dass der Schlamm einerseits den Tank auf die Dauer zersetzt (mit der Gefahr, dass Öl austritt) und andererseits kann der aufgewühlte Schlamm Filter zusetzen und letztlich den Heizungsbrenner beschädigen. Dies wiederum kann Reparaturen nötig machen, die auf jeden Fall teurer ausfallen als eine Tankreinigung.
Wie läuft eine Tankreinigung ab?
Eine professionelle Tankreinigung läuft in mehreren Schritten ab. Der beauftragte Fachbetrieb arbeitet dabei einen festen Ablauf ab:
So läuft eine Tankreinigung ab
Heizöl abpumpen und zwischenlagern
Zunächst pumpt der Fachbetrieb das noch im Tank verbliebene Öl ab und lagert es vorübergehend.
Innenwände säubern und Schlamm entfernen
Die Innenwände des Heizöltanks werden gesäubert; die schlammigen Rückstände am Boden werden entfernt und fachgerecht entsorgt.
Sichtprüfung des Tanks
Der gesamte Tank wird kontrolliert. Dabei lassen sich Schäden durch Korrosion, Lochfraß, Rostnarben und Risse aufdecken.
Ölleitungen mitreinigen
Sinnvoll ist, die Reinigung der Ölleitungen gleich mit zu beauftragen.
Gefiltertes Öl zurückfüllen
Abschließend wird das vorher abgepumpte Heizöl frisch gefiltert und wieder in den Tank gefüllt.

Wann ist eine Tankreinigung sinnvoll?
Eine Tankreinigung sollte alle paar Jahre durchgeführt werden. Als Faustregel werden Kunststofftanks etwa alle sieben bis zehn Jahre gereinigt. Stahltanks sollten häufiger an die Reihe – etwa alle fünf bis sieben Jahre, weil Stahl schneller von Korrosion betroffen ist.
Wer eine Tankreinigung plant, sollte diese vor der nächsten Öllieferung in Auftrag geben, dann muss nicht so viel Öl abgepumpt und gelagert werden. Möglich ist die Reinigung aber jederzeit, im Übrigen auch zu jeder Jahreszeit. Allerdings ist es einfacher, die Reinigung des Tanks außerhalb der Heizperiode vorzunehmen.
Woran erkenne ich, dass eine Reinigung nötig ist?
Einen festen Termin gibt es nicht – einige Anzeichen sprechen aber dafür, die Reinigung vorzuziehen: häufige Brennerstörungen oder ein verrußter Brenner, ein ungewöhnlicher Geruch im Heizraum sowie eine zunehmend ungenaue oder springende Öltankanzeige, deren Schwimmer durch Ablagerungen verschlammt sein kann. Bei transparenten Kunststofftanks lässt sich ein dicker Bodensatz oft von außen erkennen. Liegt die letzte Reinigung viele Jahre zurück, lohnt ohnehin ein prüfender Blick durch den Fachbetrieb.
Was kostet eine Tankreinigung?
Die Kosten für eine Tankreinigung werden von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Es geht darum, wie gut der Tank erreichbar ist, wie stark die Verschmutzungen ausfallen, wieviel Öl abgepumpt werden muss oder auch, wieviel Ölschlamm entsorgt werden muss. Bei einem Heizöltank herkömmlicher Größe (3.000 Liter) werden als grobe Orientierung rund 350 bis 500 Euro fällig, bei größeren Tanks und hohem Aufwand können auch durchaus 700 bis 1.000 Euro anfallen.
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