Heizöl Qualität und Heizölsorten
Heizöl ist ein Brennstoff, der vorrangig durch Destillation aus Erdöl gewonnen wird. Je nach Dichte und genauer Zusammensetzung lässt sich Heizöl in verschiedene Gruppen unterteilen:
- Extra Leicht (EL)
- Leicht (L)
- Mittel (M)
- Schwer (S)
- Extra Schwer (ES)
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Während schwere Heizöle in erster Linie in Kraftwerken und als Kraftstoff für Schiffsmotoren verwendet werden, werden leichte und mittlere Heizöle heute kaum noch verwendet. Für die Wärmegewinnung im Wohnbereich spielt ausschließlich extra leichtes Heizöl eine Rolle.
Das Wichtigste in Kürze
- Im Wohnbereich zählt vor allem extra leichtes Heizöl (HEL/EL) nach DIN 51603-1; verbreitet sind schwefelarme und additivierte Premium-Qualitäten.
- Schwefelarmes Heizöl (max. 50 mg/kg Schwefel) ist heute Marktstandard; Öl-Brennwertkessel sind in der Regel darauf ausgelegt (grüner Einfüllstutzen).
- Premium-Heizöl bringt zusätzliche Additive für Lagerung und Verbrennung – ein garantierter Effizienzgewinn ist es nicht.
Extra leichtes Heizöl
Extra leichtes Heizöl, häufig auch mit HEL abgekürzt, wird noch einmal in drei verschiedene Heizölsorten unterteilt:
- HEL Standard
- HEL schwefelarm
- Speziell additiviertes HEL standard oder HEL schwefelarm – oft auch als Premium Heizöl bezeichnet
Diese drei klassischen Sorten sind Varianten des Heizöls EL und damit der DIN 51603-1 zugeordnet; sie unterscheiden sich in Schwefelgehalt, Additiven und Anwendbarkeit. Bioheizöl mit FAME-Anteilen (DIN 51603-6) und paraffinische Heizöle (DIN/TS 51603-8) bilden eigene Normteile. HEL Standard ist in Deutschland kaum mehr zu haben, es wird nicht mehr hergestellt, mit Importen wird ein Marktanteil von weniger als einem Prozent erreicht.
Die drei HEL-Sorten im Vergleich
| Sorte | Schwefelgehalt | Besonderheit | Verfügbarkeit |
|---|---|---|---|
| HEL Standard | ≤ 1.000 mg/kg | Basis-Additive; Öl-Brennwerttechnik nur mit Herstellerfreigabe | unter 1 % (kaum noch erhältlich) |
| HEL schwefelarm | ≤ 50 mg/kg | für Brennwertkessel (grüner Deckel); heutiger Standard | Marktstandard |
| Premium schwefelarm (additiviert) | ≤ 50 mg/kg | schwefelarme Qualität mit zusätzlichen Additiven für Lagerung und Verbrennung | gegen Aufpreis |

Additive
Additive sind Stoffe, die den Brennstoffen zugefügt werden, um bestimmte Eigenschaften zu verbessern. Sie beeinflussen zum Beispiel die Schmierfähigkeit, die Kältestabilität oder reduzieren den unangenehmen Geruch des Heizöls. Bestimmte Additive (wie die Zusatzstoffe, die die Schmierfähigkeit beeinflussen) werden allen drei HEL-Sorten bereits bei der Herstellung in der Raffinerie zugesetzt. Speziell additiviertes HEL enthält über diese Standard-Additivierung hinaus weitere Additive, die die Eigenschaften des Heizöls weiter verbessern sollen.
Diese speziell additivierten Heizöle werden oft auch als Premium Heizöle bezeichnet. Im Gegensatz zu den Standard-Additiven, werden die zusätzlichen Additive häufig erst bei der Lieferung beim Befüllen der Öltanks zugesetzt. Die Additive verbessern die Alterungsfähigkeit des Heizöls, aber vor allem auch die Brenneigenschaften und die Fließeigenschaften.
Schwefelgehalt
Der Schwefelgehalt von HEL Standard darf laut DIN 51603-1 bei maximal 1.000 mg/kg liegen. Der Schwefelgehalt von schwefelarmem Heizöl darf dagegen maximal 50 mg/kg betragen. Damit liegt der Schwefelgehalt – und der Anteil des bei der Verbrennung entstehenden Schwefeldioxids – bei schwefelarmem Heizöl nur noch bei rund einem Zwanzigstel (gut 5 %) des Höchstwerts von Standard-Heizöl. Die Schwefeldioxid-Emissionen sinken dadurch sehr stark und sind ähnlich niedrig wie bei Erdgas; der CO₂-Ausstoß bleibt dagegen typisch für Öl und damit höher als bei Gas.
Einschränkungen in der Anwendbarkeit der verschiedenen Heizölsorten
Schwefelarmes Heizöl EL ist für Öl-Brennwerttechnik besonders geeignet. Viele aktuelle Öl-Brennwertkessel sind auf schwefelarmes Heizöl ausgelegt; maßgeblich sind aber Herstellerfreigabe und Tankkennzeichnung. Anlagen, die nur schwefelarmes Heizöl erhalten dürfen, sind am grünen Deckel gekennzeichnet.
Umgekehrt können ältere Heizkessel meistens mit allen Heizölen befeuert werden. Bei einer Umstellung von Standard- zu schwefelarmem Heizöl wird in der Regel eine Brennerwartung und Kesselreinigung empfohlen. Vor einer Umstellung sollte daher möglichst ein Fachmann zu Rate gezogen werden. Ob sich verschiedene Heizölsorten mischen lassen, beantwortet unser Heizöl-FAQ.
Für die Praxis heißt das: Wer einen modernen Öl-Brennwertkessel betreibt, setzt ohnehin schwefelarmes Heizöl EL voraus. Premium-Heizöle mit zusätzlichen Additiven können sich lohnen, wenn das Öl länger im Tank lagert oder die Anlage empfindlich auf Ablagerungen reagiert – ein garantierter Effizienzgewinn ist damit aber nicht verbunden.
Umstellung auf schwefelarmes Heizöl: das beachten
- Brennwertkessel auf schwefelarm ausgelegtViele Öl-Brennwertkessel sind auf schwefelarmes Heizöl ausgelegt; maßgeblich sind Herstellerfreigabe und grüner Einfüllstutzen.
- Brennerwartung beim WechselBeim Umstieg von Standard- auf schwefelarmes Heizöl ändern sich Verbrennung und Ablagerungen.Besser: Brenner neu einstellen und Kessel reinigen lassen.
- Fachbetrieb vorab fragenOb Ihre Anlage ohne Umbau auf schwefelarmes Heizöl läuft, klärt der Heizungsfachbetrieb.Besser: vor dem Wechsel kurz prüfen lassen.
Bioheizöl

Die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen spielt in vielen Bereichen des Lebens eine immer größere Rolle. Inzwischen auch bei Heizölen. Seit einiger Zeit wird deshalb immer öfter Bioheizöl angeboten. Dabei handelt es sich um schwefelarmes Heizöl, das einen bestimmten Anteil flüssiger Brennstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen enthält.
Bioheizöl Die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen spielt in vielen Bereichen des Lebens eine immer größere Rolle. Inzwischen auch bei Heizölen.… weiterlesen



