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Ölheizung FAQ

Häufige Fragen zur Ölheizung

Das Wichtigste in Kürze

  • Bestehende Ölheizungen genießen Bestandsschutz – ein generelles Verbot gibt es nicht.
  • Der Tausch eines alten Kessels gegen Brennwerttechnik senkt den Heizölverbrauch deutlich.
  • Eine reine Ölheizung ist nicht förderfähig; gefördert wird nur der Umstieg auf erneuerbare Energien.
  • Beim Neueinbau im Bestand gelten ab 2029 steigende Mindestanteile klimafreundlicherer Brennstoffe; bei Öl geht es dann meist nur mit Hybridlösung oder Bioheizöl.
Häufige Fragen und Antworten © Zerbor, stock.adobe.com
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Wir haben häufige Fragen zu Ölheizungen zusammengefasst:

Lohnt sich die Umstellung von einem Niedertemperaturkessel auf einen Brennwertkessel?

Häufig ja – aber nicht automatisch. Auch wenn ein Niedertemperaturkessel schon gegenüber einem alten Konstantkessel erheblich Energie sparen hilft, ist die Umstellung auf einen Brennwertkessel noch einmal ein entscheidender Schritt. Experten empfehlen eine Modernisierung der Ölheizung nach 15 Jahren, weil sich innerhalb einer so langen Zeit die Technik stark weiterentwickelt und die Energieeffizienz enorm zunimmt.

Niedertemperaturkessel sind heute nicht mehr Stand der Technik
Niedertemperaturkessel sind heute nicht mehr Stand der Technik

Wie kommen Wirkungsgrade oder Nutzungsgrade von über 100 % zustande?

Immer wieder stoßen Wirkungsgrade von über 100 % auf Unverständnis. Dabei kommen diese scheinbaren Wirkungsgrade von über 100 % nur durch eine Definition zustande. Der Wirkungsgrad einer Heizung wird üblicherweise auf den Heizwert bezogen. Der Heizwert berücksichtigt aber nicht den Brennwert des Heizöls, der höher liegt. So würde eine Heizung mit einem Wirkungsgrad von 100 % bei einem Bezug auf den Brennwert nur noch auf circa 94 % Nutzungsgrad kommen. Der Unterschied zwischen Heiz- und Brennwert beträgt bei Heizöl rund 6 %, bei Erdgas beträgt er sogar 11 %.

Unterschied von Heizwert und Brennwert
Unterschied von Heizwert und Brennwert

Brennwerttechnik in Zahlen

≈ 6 %mehr nutzbare Energie durch Brennwerttechnik bei HeizölDifferenz zwischen Heizwert und Brennwert; bei Erdgas rund 11 %
bis ≈ 104 %Normnutzungsgrad moderner Öl-Brennwertkesselbezogen auf den Heizwert – Werte über 100 % entstehen durch die Heizwert-Definition
≈ 0,27 kgCO₂ je Kilowattstunde Heizölfossiler Brennstoff mit hohem CO₂-Faktor
Heizwert-/Brennwert-Definition; Normnutzungsgrad nach Herstellerangaben; Umweltbundesamt (CO₂-Faktor Heizöl EL)

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Ist es nicht besser, die alte Heizung zu behalten und erst einmal das Haus zu dämmen und die Fenster auszutauschen?

In vielen Fällen ja. Die Reihenfolge bei der energetischen Modernisierung eines Hauses sollte sich am konkreten Gebäude orientieren. Häufig ist es sinnvoll, zuerst die Gebäudehülle zu verbessern und danach die Heizung passend zu dimensionieren; der Austausch der Fenster sollte dabei mit einer Wand- oder Fassadendämmung abgestimmt werden. Dadurch wird die Heizlast des Gebäudes immens verringert, ebenso durch eine entsprechende Wärmedämmung. Erst danach ist die Heizungsmodernisierung sinnvoll. Dann kann übrigens die neue Heizung meistens auch deutlich kleiner ausfallen und wird so preiswerter. Eine Überdimensionierung kann somit vermieden werden.

Sind allerdings die finanziellen Mittel begrenzt und geht es um ein „entweder oder“, dann ist die Modernisierung der Heizung als einzige Maßnahme angeraten. Hierdurch lässt sich erheblich Energie (und damit Kosten) einsparen.

Zuerst die Heizung erneuern und dann an die Dämmung denken
Zuerst die Heizung erneuern und dann an die Dämmung denken

Welches Heizöl sollte man tanken?

In Deutschland werden verschiedene Heizölqualitäten angeboten. Es hängt von der Heizungsanlage ab, welches Heizöl getankt werden kann beziehungsweise getankt werden muss. Brennwertheizungen ohne Neutralisationseinrichtung für das Kondensat müssen mit schwefelarmem Heizöl betrieben werden, weil das stärker saure Kondensat sonst die Anlage angreifen würde. Ansonsten sollten Sie Heizöl nach DIN 51603-1 tanken, das für Ihre Anlage freigegeben ist. Je besser die Qualität, umso höher ist der Preis. Premiumheizöl etwa ist teurer als „normales“ Heizöl. Es kann durch seine Additive die Lagerstabilität und die Sauberkeit der Verbrennung verbessern; ein pauschal deutlich geringerer Verbrauch ist damit allerdings nicht belegt. Die saubere, rußarme Verbrennung wiederum vermindert die Abnutzung der Ölheizungskomponenten und die Verschmutzung des Kamins. Seine Vorteile sind jedoch in erster Linie bei älteren Heizungen entscheidend. Der höhere Preis kann bei Brennwertheizungen nicht durch geringeren Verbrauch und Effizienz kompensiert werden.

Heizöl extra leicht: Es gibt Unterschiede
Heizöl extra leicht: Es gibt Unterschiede

Kann ich in meiner Heizung Bioheizöl verbrennen?

Bioheizöl ist Heizöl mit erneuerbaren Beimischungen; ob es eingesetzt werden darf, hängt von der Brennstoffnorm, vom Beimischungsanteil und von der Herstellerfreigabe der jeweiligen Anlage ab. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass der Tank vorher möglichst leer ist und der Tank am besten auch gereinigt wird. Nur dann können alle Vorteile des Bioheizöls zum Tragen kommen. Heizöl mit FAME-Beimischung wird normativ als Heizöl EL B nach DIN 51603-6 geführt (etwa EL B 5 mit bis zu rund 5 Prozent Bioanteil); höhere Anteile sind nur mit ausdrücklicher Herstellerfreigabe zulässig. Niedrige Beimischungen vertragen die meisten Anlagen, höhere Anteile sind nur für ausdrücklich freigegebene Kessel geeignet – die Eignung sollten Sie vor dem Tanken mit dem Heizungshersteller klären. Die frühere Pflicht zu erneuerbaren Energien nach dem GEG ist entfallen; auf die ab 2029 geltenden Mindestanteile klimafreundlicherer Brennstoffe für neu eingebaute Ölheizungen lässt sich Bioheizöl anteilig anrechnen.

Der Anbau von Bio-Heizöl ist nicht wirklich umweltfreundlich
Der Anbau von Bio-Heizöl ist nicht wirklich umweltfreundlich

Gibt es Fördermittel auch für NT-Heizungen?

Fördermittel werden weder für Öl-Brennwertheizungen noch für Niedertemperatur-Heizungen gewährt. Für eine reine Ölheizung sind keine Fördergelder vorgesehen, weder bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) noch beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) – fossile Heizungen sind seit Jahren von der Förderung ausgenommen. Gefördert wird ausschließlich der Umstieg auf erneuerbare Energien, etwa eine Wärmepumpe, der erneuerbare Anteil einer Hybridheizung oder eine Solarthermieanlage. Welche Programme und Bedingungen aktuell gelten, zeigt der Ratgeber zu Fördermitteln.

Die KfW fördert moderne Heizungen und Solaranlagen
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Wie viel Energie kann man durch eine neue Ölheizung sparen?

Durch eine umfassende Modernisierung der Ölheizung – etwa den Wechsel von einem sehr alten Konstanttemperaturkessel auf moderne Brennwerttechnik samt hydraulischem Abgleich – lässt sich der Heizölverbrauch deutlich senken. Wie groß die Einsparung ausfällt, hängt vom Ausgangskessel, der Regelung, den Vorlauf- und Rücklauftemperaturen, dem hydraulischen Abgleich und dem Gebäudezustand ab; schon kleinere Eingriffe wie ein neuer Brenner können den Verbrauch spürbar verringern. Durch die Umstellung von einem alten Konstantkessel auf eine Niedertemperaturheizung ist eine weitere Einsparung möglich. Am meisten spart, wer auf eine Brennwertheizung umstellt. Damit wird die Primärenergie am effizientesten verbrannt. Die Umstellung auf eine Öl-Brennwertheizung kann sich auch mit Blick auf das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) lohnen: Ein generelles Verbot für Ölheizungen gibt es nicht, bestehende Anlagen genießen Bestandsschutz und dürfen weiter betrieben und repariert werden. Beim Neueinbau ist die frühere 65-Prozent-Pflicht seit dem 29. Juli 2026 entfallen – im Bestand kommen ab 2029 steigende Brennstoffanteile (etwa Bioheizöl oder Hybrid-Lösung) –, und der CO₂-Preis verteuert fossiles Heizen strukturell. Wer seine vorhandene Ölheizung modernisiert, holt aus dem eingesetzten Heizöl mehr Wärme heraus.

Eine alte Ölheizung auszutauschen lohnt sich
Eine alte Ölheizung auszutauschen lohnt sich

Darf ich überhaupt noch eine neue Ölheizung einbauen?

Bestehende Ölheizungen genießen Bestandsschutz: Sie dürfen weiter betrieben und repariert werden, ein generelles Verbot gibt es nicht. Auch die frühere 30-Jahre-Regel für alte Konstanttemperaturkessel ist mit der Reform vom Juli 2026 entfallen; ein Tausch lohnt sich bei diesen Altkesseln aber meist schon wegen des hohen Verbrauchs. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) hat das Gebäudeenergiegesetz (GEG) zum 29. Juli 2026 abgelöst. Die 65-Prozent-Vorgabe für neue Heizungen ist damit entfallen; bei der Wahl der Heizungsart lässt das Gesetz nun mehr Spielraum. Ganz ohne Auflagen geht es aber nicht: Neue Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen in Bestandsgebäuden müssen ab 2029 wachsende Anteile klimafreundlicherer Brennstoffe nutzen — von 10 % ab 2029 bis 60 % ab 2040. Ein festes Enddatum für fossiles Heizen enthält das Gesetz nicht mehr; für die Zeit ab 2045 hat die Bundesregierung eine eigene Brennstoffregelung angekündigt.

Sind für die neue Ölheizung auch neue Heizkörper notwendig?

Die Umstellung auf eine Niedertemperatur- oder Brennwertheizung macht nicht immer auch neue Heizkörper notwendig. Gerade wenn in Altbauten überdimensionierte Heizkörper, womöglich aus Gusseisen, vorhanden sind, können diese auch weiter genutzt werden. Allerdings arbeiten die Brennwertheizungen richtig effizient, wenn die Rücklauftemperaturen besonders niedrig sind. Sind die Heizkörper klein dimensioniert, müssen häufig höhere Temperaturen eingestellt werden. Dann ist der Einspareffekt der Brennwertheizung nicht ganz so hoch.

Lohnt sich die Kombination mit einer Solaranlage?

Die Kombination einer Ölheizung mit Brennwerttechnik mit einer Solarthermieanlage kann sich lohnen, vor allem bei zentraler Warmwasserbereitung. Im Sommer deckt die Solarthermieanlage den Warmwasserbedarf häufig weitgehend, sodass der Ölkessel zeitweise ausgeschaltet bleiben kann und fossile Energie eingespart wird. Wie groß der Effekt ausfällt, hängt von Anlagengröße, Speicher und Warmwasserbedarf ab.

Sinnvoll: Ölheizung mit Solarthermie kombinieren
Sinnvoll: Ölheizung mit Solarthermie kombinieren

Die häufigsten Irrtümer zur Ölheizung

Sind Ölheizungen ab 2026 verboten? Nur Neueinbau eingeschränkt
Nein. Ein generelles Verbot gibt es nicht. Bestehende Anlagen dürfen weiter betrieben und repariert werden. Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) anstelle des früheren Gebäudeenergiegesetzes (GEG): Die feste 65-Prozent-Erneuerbaren-Vorgabe für neue Heizungen ist entfallen, die Heizungsart kann wieder frei gewählt werden.
Wird eine neue Ölheizung gefördert?
Nein. Eine reine Ölheizung ist als fossile Heizung von der Förderung ausgenommen. Staatliche Zuschüsse gibt es nur für den Umstieg auf erneuerbare Energien, etwa eine Wärmepumpe oder den erneuerbaren Anteil einer Hybridheizung.
Lohnt der Tausch von Niedertemperatur- auf Brennwerttechnik?
Ja. Brennwertkessel nutzen zusätzlich die Wärme im Abgas und holen aus dem Heizöl spürbar mehr Energie heraus. Niedertemperaturkessel werden seit 2015 praktisch nicht mehr neu verkauft und gelten nicht mehr als Stand der Technik.

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