Funktionsweise von Ölheizungen
Ölheizungen nutzen Heizöl als Brennstoff. Im Heizkessel wird die Wärme, die bei der Verbrennung entsteht, über einen Wärmetauscher an das Wasser für den Heizkreislauf abgegeben.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Ölheizung verbrennt Heizöl im Brenner; ein Wärmetauscher überträgt die Wärme an das Heizungswasser und über einen Speicher ans Warmwasser.
- Moderne Geräte sind Öl-Brennwertkessel – sie nutzen die Abgaswärme zusätzlich und brauchen eine feuchteunempfindliche, säurebeständige Abgasleitung.
- Der Blaubrenner zerstäubt und verdampft das Öl, sodass es rußarm mit blauer Flamme verbrennt.
- Heizöl bleibt ein fossiler Brennstoff mit hohem CO₂-Ausstoß; neue Ölheizungen sind wieder frei wählbar, aber ab 2029 an steigende Brennstoffanteile gebunden.

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Komponenten einer Ölheizung
Eine Ölheizung umfasst folgende Komponenten:
- Öltank – hier wird der Brennstoff, das Heizöl, gelagert
- Ölleitung – zur Versorgung der Heizung mit Brennstoff
- Heizkessel – Niedertemperatur- oder Brennwertkessel, zu dem folgende Teile gehören:
- Ölbrenner – üblich sind heute Blaubrenner, auch Raketenbrenner genannt, die mit blauer Flamme das Öl dank vollständiger Vergasung rußarm verbrennen. Je nach Gerät arbeiten sie ein-, zweistufig oder modulierend
- Steuerung – Raumtemperatur- oder witterungsgeführt
- Wärmetauscher – zur Übertragung der Verbrennungswärme an den Heizwasserkreislauf
- Abgasleitung – zum Schornstein oder bei Brennwertkesseln zum Abgasrohr aus Kunststoff, Keramik oder Edelstahl
- Druckausgleichsgefäß – das Heizungswasser dehnt sich bei Erwärmung aus, ohne Druckausgleich würden die Rohre in Mitleidenschaft gezogen
- Umwälzpumpe – zur Verteilung des Heizungswassers im System. Hier sollte auf Hocheffizienzpumpen geachtet werden, die nur sehr wenig Energie verbrauchen.
- Heizungsrohre und
- Heizkörper – durch sie wird die Wärme an die Räume abgegeben. Bei Ölheizungen mit niedriger Vorlauftemperatur wie Niedertemperatur- oder Brennwertheizungen sind Flächenheizkörper wie zum Beispiel Fußbodenheizungen sinnvoll.
Die fünf Bausteine einer Ölheizung
Brenner mit Düse
Zerstäubt und zündet das Öl. Heute üblich sind rußarme Blaubrenner; je nach Gerät arbeiten sie ein-, zweistufig oder modulierend und passen ihre Leistung an den Wärmebedarf an.
Heizkessel mit Wärmetauscher
Hier verbrennt das Öl und die Wärme geht ans Heizungswasser über. Brenner, Kessel und Regelung bilden zusammen die „Unit“.
Regelung
Steuert raumtemperatur- oder witterungsgeführt, wann und wie stark der Brenner läuft – und sorgt für den Warmwasser-Vorrang.
Öltank und Ölleitung
Lagern den Brennstoff und führen ihn zum Brenner. Der Tank steht meist im Keller oder in einem separaten Lagerraum.
Abgassystem
Führt die Abgase ab. Beim Brennwertkessel über eine feuchteunempfindliche, säurebeständige Leitung im Schornstein.

Wie funktioniert ein Ölbrenner?
Der Ölbrenner ist das Herzstück der Ölheizung, der mit dem folgenden Prozess für die Verbrennung sorgt:
Mithilfe einer Pumpe wird das Heizöl vom Tank zum Brenner gepumpt. Die Heizungsregelung stößt dies je nach Kesseltemperatur an. Über eine Vorwärmeeinrichtung wird das Öl erwärmt und eine optimale Zündung ermöglicht. Dann öffnet sich das Magnetventil, das Öl wird in der Einspritzdüse zerstäubt und in den Brennraum gesprüht.
Dort sorgen Zündfunken dafür, dass das Öl sich entzündet. Bei den heute üblichen Blaubrennern wird durch eine Rezirkulation dafür gesorgt, dass das Öl schon vor der Verbrennung verdampft und wie Gas verbrennt. Sichtbar wird dies durch die blaue Flamme. Bei dieser Verbrennung entsteht besonders wenig Ruß. Das An- und Abschalten des Ölbrenners nennt man auch Taktung.
So entsteht aus Heizöl die Wärme im Haus
Öl zum Brenner fördern
Eine Pumpe saugt das Heizöl aus dem Tank an und drückt es zum Brenner. Die Heizungsregelung startet diesen Vorgang je nach Kesseltemperatur und Wärmebedarf.
Vorwärmen, zerstäuben, zünden
Eine Vorwärmung verbessert die Fließfähigkeit des Öls für eine saubere Zerstäubung. Über die Düse wird es fein zerstäubt, in den Brennraum gesprüht und durch Zündfunken entzündet.
Rußarm verbrennen (Blaubrenner)
Beim heute üblichen Blaubrenner verdampft das Öl schon vor der Flamme und verbrennt wie Gas mit blauer Flamme – das hält den Rußanteil gering.
Wärme übertragen
Der Wärmetauscher gibt die Verbrennungswärme an das Heizungswasser ab. Beim Brennwertkessel wird zusätzlich der Wasserdampf im Abgas auskondensiert und seine Wärme genutzt.
Heizen und Warmwasser bereiten
Die Umwälzpumpe verteilt das warme Wasser an die Heizkörper. Zapft jemand Warmwasser, hat dessen Speicher Vorrang – erst danach geht die Wärme wieder ins Heizsystem.

Ölheizung zur kombinierten Warmwassererzeugung
Mit der Ölheizung kann auch gleichzeitig das Warmwasser erzeugt werden. Dazu ist ein Warmwasserspeicher notwendig, den es als separaten Standspeicher oder als integrierten Warmwasserspeicher gibt. Über die Heizungsregelung wird dafür gesorgt, dass ständig genügend warmes Wasser zur Verfügung steht.

Im Warmwasserspeicher wird über einen Wärmetauscher die Wärme an das Trinkwasser abgegeben. Das Warmwasser wird dann vorrangig erwärmt. Erst wenn das Wasser im Warmwasserspeicher die richtige Temperatur erreicht hat, wird die Wärme wieder dem Heizungswasser zur Verfügung gestellt.
Sollten die Zapfstellen sehr weit von der Ölheizung entfernt sein, kann es sinnvoll sein, das Trinkwasser nicht über die Heizung zu erwärmen, sondern separate Anlagen wie Durchlauferhitzer einzusetzen. Aber im Normalfall erlauben Niedertemperatur- und Brennwert-Ölheizungen eine energiesparende Erwärmung des Trinkwassers.
Abgasführung bei Ölheizungen

- für Niedertemperaturheizung: Bei der Verbrennung des Heizöls entstehen Abgase. Diese werden nach außen geleitet. Für Niedertemperaturheizungen können im Normalfall die vorhandenen Schornsteine genutzt werden. Allerdings kann eine Anpassung des Durchmessers notwendig werden. Die Abgase bei Niedertemperaturheizungen erreichen Temperaturen von rund 150 °C, sind also deutlich niedriger als bei alten Konstanttemperaturkesseln mit um die 200 °C – aber noch warm und trocken genug, dass sie nicht wie beim Brennwertgerät stark kondensieren. Das kann dazu führen, dass die Thermik im Schornstein wegen eines zu großen Durchmessers nicht funktioniert. Außerdem besteht die Gefahr, dass der Schornstein versottet (also feucht wird). Der Schornsteinfeger ist der richtige Ansprechpartner für eine entsprechende Beratung.
- und Brennwertheizung: Für Brennwert-Ölheizungen reichen dank der geringen und kühlen Abgase – sie liegen je nach Rücklauftemperatur oft nur bei rund 40 bis 50 °C – Abgasleitungen mit geringem Durchmesser. Weil der Wasserdampf im Abgas dabei kondensiert, muss die Leitung feuchteunempfindlich und säurebeständig sein. Als Werkstoffe bieten sich Kunststoff, Edelstahl oder Keramik an, die in den vorhandenen Schornstein eingezogen werden können. Die Abgasleitung kann auch in sogenannten Leichtbauschächten oder außen am Haus erfolgen. Der Schornstein kann damit bei Neubauten entfallen; ein frei werdender Schornsteinzug in Altbauten darf für einen Kamin oder Ofen nur nach Eignungsprüfung und Abnahme durch den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger weitergenutzt werden.
Wie zeitgemäß ist die Öltechnik heute?
Technisch ist die moderne Öl-Brennwertheizung ausgereift und holt aus dem Brennstoff einen sehr hohen Wärmeertrag heraus. Trotzdem bleibt Heizöl ein fossiler Energieträger mit hohem CO₂-Ausstoß und wird über den nationalen CO₂-Preis tendenziell teurer. Bestehende Anlagen dürfen grundsätzlich weiter betrieben und repariert werden; eine generelle Austauschpflicht gibt es nicht. Die früheren Einschränkungen – das 30-Jahre-Betriebsverbot für alte Konstanttemperatur-Standardkessel und das Enddatum 2044 – sind seit dem 29. Juli 2026 aufgehoben. Wer dagegen eine komplett neue Heizung einbaut, hat wieder freie Wahl: Die 65-Prozent-Vorgabe des früheren GEG ist entfallen; ein neuer Ölkessel in einem Bestandsgebäude muss ab 2029 steigende Anteile klimafreundlicherer Brennstoffe nutzen. Reines Heizöl allein reicht dafür dann nicht mehr; erfüllen lässt sich der Anteil zum Beispiel über anrechenbares Bioöl im Tank oder über eine Hybridanlage aus Ölkessel und erneuerbarer Wärmequelle. Wer ohnehin modernisiert, sollte deshalb auch klimafreundlichere Alternativen wie eine Wärmepumpe prüfen; einen Überblick über die staatliche Unterstützung gibt der Ratgeber zu den Fördermitteln.

Tipps zu Kosten und Auswahl einer Öl-Brennwertheizung Wie die Brennwerttechnik funktioniert, lesen Sie im verlinkten Ratgeber. Auf dieser Seite geht… weiterlesen




