Preise und Kosten von Ölheizungen
Wer sich trotz aller Bedenken dennoch mit der Investition in eine neue Ölheizung auseinandersetzt, der sollte sich vorab genau über deren Preise informieren. Neben den Anschaffungspreisen einer Brennwert-Ölheizung müssen aber unbedingt auch die anderen zu erwartenden Kosten betrachtet werden. Das sind zum Beispiel die Kosten für die regelmäßige Wartung, Reparaturen, Schornsteinfeger und vor allem die Betriebskosten, die direkt von den Heizölkosten abhängen.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine neue Öl-Brennwertheizung kostet als Gerät rund 3.000 bis 6.500 Euro; komplett mit Einbau, Tank und Speicher liegt die Größenordnung bei 8.000 bis 16.000 Euro.
- Zu den laufenden Kosten zählen Heizöl, Wartung und Schornsteinfeger – der CO₂-Preis verteuert Heizöl Jahr für Jahr zusätzlich.
- In der Anschaffung günstig, in den Vollkosten aber steigend: entscheidend ist die Rechnung über die gesamte Nutzungsdauer.
- Ein generelles Ölheizungs-Verbot gibt es nicht; seit dem 29. Juli 2026 ist auch die 65-Prozent-EE-Vorgabe entfallen – bei Neueinbau in Bestandsgebäuden gelten ab 2029 steigende Brennstoffanteile.

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Anschaffungspreise für Ölheizungen
Die Anschaffungspreise von Ölheizungen variieren, sie sind von folgenden Faktoren abhängig:

- Anschaffungskosten der Brennwertheizung
Das reine Öl-Brennwertgerät kostet je nach Leistung und Ausstattung rund 3.000 bis 6.500 Euro (2026). Soll ein Hybridsystem eingebaut werden, also die Ölheizung mit einer Solaranlage oder Wärmepumpe kombiniert werden, liegen die Kosten schnell im fünfstelligen Bereich. - Leistungsbereich
Der Leistungsbereich muss auf die Heizlast des Gebäudes angepasst sein. Heizungen mit höherer Leistung sind teurer. - Qualität
Und wie überall gilt auch bei Ölheizungen: Qualität kostet. Das geht schon beim Kessel los, die Wahl, ob Edelstahl oder Gusskessel hat Einfluss auf den Preis. Auch die Auswahl des Herstellers selbst bestimmt den Preis mit.Ein deutscher Qualitätshersteller kann eine Heizung gar nicht so billig produzieren wie ein asiatisches No-Name Produkt. Bei der Betrachtung der Kosten über zwanzig Jahre kann sich das Bild dann aber um 180 Grad wenden und das Qualitätsprodukt letztlich preiswerter sein.
Doch geht auch der Einfluss der Qualität noch weiter: Eine höherwertige Heizungsregelung wird in der Anschaffung teurer sein. Dafür lässt sich mit ihr eher Heizöl einsparen. Diese Bewertung muss jeder individuell nach seinen Vorstellungen vornehmen. Hier hilft eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung über die Kosten des Produktlebenszyklus.
Neben den Anschaffungspreisen sind auch die Kosten für Lieferung, Installation und Inbetriebnahme zu berücksichtigen. Es können auch Kosten anfallen für einen notwendig werdenden Umbau des Heizraums.
Anschaffung günstig, Betrieb teuer: die Kostenarten im Überblick
| Kostenart | Anfall | Tendenz |
|---|---|---|
| Brennwertgerät, Tank, Einbau | einmalig | stabil |
| Wartung & Schornsteinfeger | jährlich | leicht steigend |
| Heizöl (Brennstoff) | laufend | schwankend |
| CO₂-Preis auf Heizöl | laufend | stark steigend |

Außerdem müssen die Kosten für den Wasserspeicher und die Kaminsanierung berücksichtigt werden.

| Kostenart | Betrag in Euro, 2026 |
|---|---|
| Öl-Brennwertgerät inkl. Lieferung und Inbetriebnahme | 5.000 bis 8.000 Euro |
| Öltank (je nach Bauart und Material) | 2.000 bis 4.000 Euro |
| Warmwasserspeicher | 500 bis 1.500 Euro |
| Kaminsanierung | 1.000 bis 1.500 Euro |
In der Summe sollten Sie für eine komplette neue Öl-Brennwertheizung im Einfamilienhaus – Gerät, Einbau, Öltank, Speicher und Kaminsanierung sowie die Demontage der Altanlage – eine Größenordnung von rund 8.000 bis 16.000 Euro einplanen (2026). Zu diesen festen, einmaligen Anschaffungskosten kommen die laufenden Betriebskosten für die Ölheizung.

Wartung und Reparatur von Ölheizungen
Auch für Ölheizungen werden Wartungsverträge angeboten. Ein einfacher Wartungsvertrag liegt häufig bei etwa 150 bis 250 Euro im Jahr; mit Notdienst oder größerem Leistungsumfang kann es teurer werden. Eine Wartung ist bei Ölheizungen unbedingt notwendig, gerade wenn es sich um Brennwertheizungen handelt.

Hierbei muss sichergestellt sein, dass keine Korrosionsschäden auftreten, eventuell muss das Neutralisationsgranulat ausgetauscht werden. Außerdem sind kleine Reparaturen normalerweise im Wartungsvertrag enthalten und Verschleißteile werden ebenfalls ausgetauscht (das sind zum Beispiel Düsen oder Filter).
Auch ohne Wartungsvertrag ist für die genannten Posten mit rund 200 Euro jährlich zu rechnen. Häufig ist im Wartungsvertrag aber auch ein kostenloser Notdienst enthalten.
Neue Ölheizung, Brennwert-Tausch oder Umstieg?
1. Ist Ihr Kessel noch ein alter Konstanttemperatur-Kessel (über 20 Jahre)?
2. Läuft Ihre Brennwertheizung technisch einwandfrei?
3. Planen Sie, lange im Gebäude zu bleiben?
Schornsteinfeger
Der Schornsteinfeger kommt nicht nur für die Kehrung, sondern auch für die Abgaswegüberprüfung und die Bundesimmissionsschutzmessung und nicht zuletzt für die Feuerstättenschau. Die Intervalle unterscheiden sich je nach Heizung und Tätigkeit zwischen einmal jährlich bis zu einmal alle drei Jahre. Auch die Kosten sind nicht in ganz Deutschland dieselben. Mit rund 75 Euro sollte man aber rechnen.
Kosten des Heizöls
Die Kosten für den Brennstoff wiederum hängen direkt mit dem Verbrauch zusammen. Der Verbrauch ist abhängig von der Größe der zu heizenden Fläche, der Heizlast des Gebäudes (Dämmung, Fenster etc.) und den individuellen Gewohnheiten. Auch die Heizung selbst spielt eine Rolle. NT-Heizungen haben einen höheren Verbrauch, Brennwertheizungen nutzen den Brennwert effizienter aus.
Bei Öl-Brennwertheizungen ist außerdem die Ableitung des Kondensats zu beachten: Ob eine Neutralisationseinrichtung nötig ist, hängt von der Kesselleistung und den örtlichen Vorgaben ab – bei kleinen Anlagen im Einfamilienhaus kann sie unter bestimmten Bedingungen entfallen. Schwefelarmes Heizöl ist dafür heute ohnehin Marktstandard. Zudem schwanken die Heizölkosten bekanntermaßen je nach Angebot und weltpolitischer Lage – im ersten Halbjahr 2026 bewegte sich der Literpreis je nach Zeitpunkt grob zwischen 0,90 und 1,55 Euro, regional lagen einzelne Angebote zeitweise darüber. Hinzu kommt der nationale CO₂-Preis: Er liegt 2026 bei 55 bis 65 Euro je Tonne CO₂, was inklusive Mehrwertsteuer etwa 17 bis 21 Cent je Liter Heizöl ausmacht, und steigt in den kommenden Jahren strukturell weiter. Ab 2028 soll der europäische Emissionshandel ETS 2 die nationale Bepreisung ablösen. Zu den Kosten für Heizöl kommen im Übrigen auch noch die Stromkosten für die Heizungsregelung und die Umwälzpumpe.
| Betriebskostenart | Euro/Jahr |
|---|---|
| Wartung und Reparatur | 150 bis 250 Euro |
| Schornsteinfeger | 50 bis 80 Euro |
| Heizöl pro Liter | Preise können stark schwanken |
Lohnt sich eine neue Ölheizung noch?
In der reinen Anschaffung ist eine Öl-Brennwertheizung oft günstiger als eine Wärmepumpe – entscheidend sind aber die Vollkosten über die gesamte Nutzungsdauer. Heizöl bleibt ein fossiler Brennstoff, dessen Preis schwankt und der durch den CO₂-Preis Jahr für Jahr teurer wird. Ein generelles Verbot von Ölheizungen gibt es nicht: Bestehende Anlagen dürfen weiter betrieben und repariert werden; ein festes Enddatum für fossiles Heizen nennt das Gesetz seit der Reform vom Juli 2026 nicht mehr. Seit dem 29. Juli 2026 ersetzt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) das frühere Gebäudeenergiegesetz. Eine feste Erneuerbaren-Quote für neue Heizungen gibt es nicht mehr. Stattdessen gilt für seither neu in Bestandsgebäude eingebaute Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen die sogenannte Bio-Treppe: ab 2029 mindestens 10 % klimafreundlichere Brennstoffe, ab 2030 15 %, ab 2035 30 % und ab 2040 60 %. Erfüllen lässt sich das wahlweise über zugelassene klimafreundlichere Brennstoffe oder über eine Hybridlösung, etwa mit Wärmepumpe. Wer langfristig rechnet, sollte die niedrige Anschaffung deshalb gegen die steigenden Betriebs- und CO₂-Kosten abwägen – und prüfen, ob sich eine bestehende Anlage zunächst nur optimieren lässt. Eine reine neue Ölheizung wird nicht gefördert; staatliche Zuschüsse gibt es nur für den Umstieg auf erneuerbare Wärme – einen Überblick bietet unser Ratgeber zu den Fördermitteln.
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