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Öltankentsorgung

Öltankentsorgung: Das müssen Sie wissen

Wer seine Ölheizung gegen eine neue und nachhaltigere Heizungsanlage austauschen möchte, steht vor der Frage, was er mit dem alten Öltank macht. Jahrzehntelang stand der Behälter gefüllt mit Heizöl im Keller, unter der Erde oder in einem Schuppen und nun kann man ihn nicht einfach auf den Sperrmüll bringen. Ein leerer Öltank kann erhebliche Umweltschäden anrichten und muss deshalb fachgerecht entsorgt werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein alter Öltank gehört nicht auf den Sperrmüll – er muss fachgerecht entsorgt werden, sonst drohen Umweltschäden und Haftungsrisiken.
  • Entsorgung und Stilllegung von Tanks über 1.000 Litern und von Erdtanks darf nur ein nach WHG (§ 62 AwSV) zugelassener Fachbetrieb übernehmen.
  • Der Ablauf: Restöl abpumpen, reinigen, von den Leitungen trennen, abtransportieren – am Ende gibt es eine Bescheinigung für die Wasserbehörde.
  • Die Kosten richten sich nach Material und Größe; am teuersten sind Erdtanks wegen der nötigen Erdarbeiten.
Ölltankentsorgung © Simon Heufers
Ölltankentsorgung
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Welche Risiken gehen von alten Öltanks aus?

Ist ein Öltank fachgerecht montiert und wird im Heizungsbetrieb regelmäßig kontrolliert, kann in aller Regel kein Öl aus dem Behälter entweichen. Kritisch wird es, wenn der Tank nicht mehr gebraucht und deshalb demontiert wird.

Tritt dabei Öl unkontrolliert aus und gelangt in den Boden, die Kanalisation oder ein Gewässer, drohen hohe Sanierungs- und Haftungskosten. Deshalb ist eine sachgemäße Entleerung, Reinigung und Entsorgung des Öltanks wichtig.

Ein Tropfen Öl kann ca. 600 - 1000 Liter Wasser verunreinigen
Ein Tropfen Öl kann ca. 600 – 1000 Liter Wasser verunreinigen

Ein alter Heizöltank kann aber auch für andere Zwecke wie zum Beispiel als Regenwasserspeicher oder Pelletvorratstank umfunktioniert werden. Dazu bedarf es einer gründlichen und fachgerechten Reinigung, damit keine Ölreste mehr im Tank enthalten sind.

Hinweis: Egal, ob der alte Heizöltank entsorgt oder wiederverwendet werden soll – ein Fachbetrieb sollte auf jeden Fall hinzugezogen werden. Bei Tanks über 1.000 Litern und bei unterirdischen Tanks ist das nach AwSV ohnehin vorgeschrieben. Denn nur dieser kann gewährleisten, dass kein Heizöl entweicht und in die Umwelt gelangt. Privatleuten fehlt die nötige Erfahrung und die entsprechenden Geräte sowie Werkzeuge. Darüber hinaus übernimmt eine normale Privathaftpflicht solche Gewässerschäden meist nicht – dafür braucht es eine eigene Gewässerschadenhaftpflicht oder einen entsprechenden Baustein in der Versicherung.

Allerdings ist eine Umnutzung alter Öltanks nicht immer unproblematisch. Deshalb empfiehlt es sich, im Vorfeld zu klären, wie aufwändig eine entsprechende Säuberung ist und ob sich eine Nutzung als Regenwasserspeicher oder Pelletsilo überhaupt anbietet.

Teilweise sind neue spezielle Behälter für ihre Aufgabe besser geeignet als alte Heizöltanks und daher auch langfristig die wirtschaftlichere Alternative. Schließlich verursacht die Reinigung des unbenutzten Öltanks auch Kosten.

Alten Öltank umnutzen oder entsorgen?

Vorteile

  • Ein gereinigter Tank kann als Regenwasserspeicher oder Pelletsilo dienen und spart so den Kauf eines neuen Behälters.
  • Wer den Tank ohnehin behalten will, vermeidet die Entsorgungskosten und gibt dem Behälter ein zweites Leben.
  • Bei gut zugänglichen, intakten Tanks ist der Aufwand für eine Umnutzung überschaubar.

Nachteile

  • Vor jeder Weiternutzung ist eine gründliche, fachgerechte Reinigung nötig, damit keine Ölreste zurückbleiben – das verursacht Kosten.
  • Neue Spezialbehälter sind für ihren Zweck oft besser geeignet und langfristig die wirtschaftlichere Lösung.
  • Nicht jeder alte Tank ist für eine Umnutzung geeignet – Größe, Bauart und Zustand entscheiden.
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Alten Heizoeltank entsorgen © riopatuca images, stock.adobe.com
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Vorgehensweise bei einer Öltankentsorgung

Für die Entsorgung des alten Tanks muss eine entsprechende Fachfirma beauftragt werden. Grundlage für die Öltankentsorgung sind die Bestimmungen des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) und der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV). Sie schreiben den sicheren Ablauf vor, damit kein Öl ins Trinkwasser gelangt. Die Stilllegung und Entsorgung von Tanks mit mehr als 1.000 Litern Fassungsvermögen sowie von unterirdischen Tanks darf deshalb nur ein nach WHG zugelassener Fachbetrieb (Fachbetrieb nach § 62 AwSV) ausführen – die beauftragte Fachfirma muss entsprechend zertifiziert sein.

In aller Regel befinden sich die Öltanks im Keller und sind gut zugänglich. Außenliegende, ins Erdreich eingelassene Tanks müssen dagegen erst einmal freigelegt und ausgehoben werden; je nach Zustand und Behörde kann auch eine fachgerechte Stilllegung mit Verfüllung infrage kommen. Beides verursacht zusätzliche Kosten.

Wird ein Tank nicht entsorgt, sondern nur stillgelegt, ist bei prüfpflichtigen Anlagen die Stilllegung durch einen amtlich anerkannten Sachverständigen prüfen zu lassen; wiederkehrende Prüfungen bleiben vor allem dann relevant, wenn die Tankanlage weiter besteht oder nur vorübergehend außer Betrieb geht. Prüfpflichtig sind insbesondere alle unterirdischen Tanks sowie große oberirdische Tanks und Anlagen in Wasserschutz- oder Überschwemmungsgebieten – im Zweifel klärt das die zuständige Wasserbehörde.

Als erstes muss bei der Entsorgung restliches Öl, das meist noch im Tank verblieben ist, abgepumpt werden. Danach wird der Behälter noch vor Ort fachgerecht gereinigt und erst danach von den Leitungen getrennt.

Erlaubt es die Größe des Heizöltanks, dann wird er im Ganzen abtransportiert. Ansonsten muss der Tank zerlegt werden, damit er in kleineren Teilen abtransportiert werden kann.

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Ablauf einer Öltankentsorgung im Überblick:

So läuft eine Öltankentsorgung ab

1

Fachfirma beauftragen

Ein nach WHG (§ 62 AwSV) zugelassener Fachbetrieb übernimmt die fachgerechte Entsorgung.

2

Rohrleitungen reinigen und trennen

Die Rohrleitungen zwischen Öltank und Heizkessel werden gereinigt, getrennt und abmontiert.

3

Restöl abpumpen

Eventuell vorhandenes altes Öl wird abgepumpt und von der Fachfirma entsorgt; eine Restmenge wird in der Regel gutgeschrieben.

4

Tank entgasen und reinigen

Der Öltank wird entgast und von verbliebenem Ölschlamm gereinigt, damit er gefahrlos abtransportiert werden kann.

5

Tank abtransportieren

Der Tank wird im Ganzen oder – bei zu großen Behältern – zerlegt abtransportiert.

6

Bescheinigung für die Wasserbehörde

Das Entsorgungsunternehmen stellt eine Bescheinigung für die zuständige Wasserbehörde bei Stadtverwaltung oder Landkreis aus.

Öltank entsorgen durch einen Fachbetrieb
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Vorbereitungen im Vorfeld

Wenn die alte Ölheizung ausgetauscht und durch eine andere Heizungsart ersetzt werden soll, dann ist es sinnvoll, den Austausch schon im Vorfeld zu planen. Denn der beste Moment für eine Demontage ist dann, wenn der Tank möglichst leer ist.

Das heißt, die letzte Heizöllieferung sollte möglichst knapp bemessen sein, um über den letzten Winter zu kommen. Wenn dann nach der Heizperiode der Öltank so gut wie leer ist, ist der Zeitpunkt für einen Abbau günstig.

Ein nahezu leerer Tank macht die Demontage nicht nur einfacher, sondern auch günstiger, weil weniger Restöl abgepumpt und entsorgt werden muss. Behalten Sie den Füllstand in der letzten Heizperiode deshalb genau im Blick – eine zuverlässige Öltankanzeige hilft dabei, die Restmenge richtig einzuschätzen und die letzte Lieferung knapp zu planen.

Tipp: Wenn beim Abbau des Öltanks noch verwertbares Restöl enthalten ist, wird dieses von den Fachleuten abgepumpt und der Gegenwert in der Regel gutgeschrieben. Bei verunreinigtem oder altem Öl können dagegen Entsorgungskosten entstehen.

Kosten einer Öltankentsorgung

Preise und Kosten © eyetronic, stock.adobe.com
Kosten einer Öltankentsorgung © eyetronic, stock.adobe.com

Die Kosten für eine Öltankentsorgung richten sich nach der Größe und dem Material des Behälters. Aufgrund dieser Parameter kann man die zu erwartenden Kosten gut einschätzen.

Bei Erdtanks kommen dazu noch die Kosten für die Erdarbeiten. Denn diese Tanks müssen zuerst ausgegraben werden und hinterher muss das entstandene Loch wieder aufgefüllt werden.

Kunststofftanks sind bei der Entsorgung etwas günstiger als Stahltanks. Bei Öltanks aus Kunststoff liegen die Kosten für die Entsorgung je nach Größe als grobe Orientierung bei ungefähr 400 bis 1.200 Euro. Bei alten Tanks aus Stahl sind die Preise circa 100 bis 200 Euro höher. Bei Erdtanks fallen wegen der Erdarbeiten und der anschließenden Verfüllung deutlich höhere Kosten an – hier ist je nach Größe und Aufwand mit ungefähr 2.000 bis 4.000 Euro zu rechnen.

Noch Fragen offen? Dann lesen Sie hier unseren Beitrag Öltankentsorgung FAQ: Häufige Fragen und Antworten
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