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Schornstein Versottung

Schornstein Versottung – Wann und warum versottet ein Schornstein?

Neben einem Schornsteinbrand gehört die Versottung zu den größten Gefahren für Schornsteine. Wir zeigen Ihnen, worum es sich bei der Versottung handelt, wie sie diese erkennen und wie Sie vorbeugen können.

Was ist Versottung?: Von Versottung spricht man, wenn Abgaskondensat in das Schornsteinmauerwerk eindringt. Die darin gelösten Stoffe – Säuren, Salze, Teer und Ruß – bleiben beim Verdunsten des Wassers zurück, kristallisieren aus und zersetzen den Baustoff von innen. Sichtbar wird das als brauner Fleck, riechbar als fauliger Geruch.

Bei der Versottung im Schornstein setzt sich Kondensat im Schornstein ab, weil die Abgase noch vor dem Verlassen des Schornsteinrohrs ihren Taupunkt erreichen. Das Kondensat dringt mit zunehmender Dauer durch die Schornsteinwand. Dort verdunstet die Flüssigkeit und es lagern sich die im Abgas enthaltenen Stoffe wie Schwefel oder Teer ab. In der Folge wird die Schornsteinhülle porös. Der Prozess der Versottung kann viele Jahre andauern, bis sich direkte Wirkungen zeigen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Auslöser ist fast immer zu kaltes Abgas – klassisch nach dem Umstieg auf ein Brennwertgerät am alten gemauerten Schacht.
  • Braune Flecken und fauliger Geruch heißen: Der Schaden ist schon da, es muss saniert werden.
  • Ein Zugbegrenzer wirkt gegen zu hohen Zug – bei zu schwachem Zug hilft nur eine Berechnung der Abgasanlage.
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Woran erkenne ich, dass der Schornstein versottet?

Wie bereits erwähnt, kann die Schornsteinversottung über mehrere Jahre hinweg ablaufen. Die ersten versotteten Stellen kann der Schornsteinfeger beim Prüfen der Schornsteinrohre mit einer Kamera entdecken. Wenn die Versottung fortgeschritten ist, macht sie sich durch bräunliche Flecken am Schornsteinschacht bemerkbar. Aufgrund der chemischen Prozesse, die u. a. Schwefel freisetzen, riechen versottete Schornsteine meist faulig.

Sie erkennen eine Versottung also optisch an Flecken und durch einen unangenehmen Geruch. Doch wenn Sie diese beiden Merkmale entdecken, kann es meist schon zu spät sein. Dann muss der Schornstein saniert werden.

Bei alten Schornsteinen kann es zur Versottung kommen © Bernd Kröger, stock.adobe.com
Bei alten Schornsteinen kann es zur Versottung kommen © Bernd Kröger, stock.adobe.com

Diese Schornsteinsysteme sind besonders von Versottung betroffen

Versottung ist vor allem bei älteren, gemauerten Schornsteinschächten ein Problem. Denn häufig verlaufen diese Schornsteine zusätzlich in Windungen und sie sind ungedämmt. Auf diese Weise strömen die Abgase nicht mit hoher Geschwindigkeit und möglichst warm nach draußen, sondern sie kühlen sehr schnell ab. Das Kondensat setzt sich dann an der rauen Innenfläche des Schornsteinschachts ab und dringt in den Backstein vor.

Grundsätzlich kann jeder Schornstein Schaden nehmen, selbst ein Schornsteinrohr aus Edelstahl – es korrodiert allerdings sehr viel langsamer als ein gemauerter Schacht durchfeuchtet. Der entscheidende Unterschied liegt im Material: Abgasanlagen werden nach DIN EN 1443 klassifiziert, unter anderem nach ihrer Feuchtebeständigkeit. Ein Schornstein der Klasse „W“ ist für feuchte Betriebsweise ausgelegt und verträgt Kondensat – der alte, gemauerte Schacht ist es in aller Regel nicht.

Edelstahlschornsteine sind nicht so stark von Versottung betroffen. © Marco2811 , stock.adobe.com
Edelstahlschornsteine sind nicht so stark von Versottung betroffen. © Marco2811 , stock.adobe.com

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Welche Faktoren begünstigen die Versottung von Schornsteinen?

Es gibt verschiedene Ursachen, die zu einer Versottung führen können.

Die Abgasführung verlangsamt den Abgasstrom.

Gerade bei älteren Schornsteinen kann es vorkommen, dass die Abgasleitungen nicht direkt in einer geraden Strecke nach oben geführt werden, sondern die Leistung über Windungen oder viele Verbindungen mit Formteilen verfügt. In diesem Fall kann das die Abgasgeschwindigkeit verringern, was wiederum zu Kondensat an den Schornsteininnenwänden führen kann. Der Schornsteinschacht wird feucht und durch das Verdunsten der Feuchtigkeit beginnt die Versottung.

Die Schornsteinrohre sind nicht gedämmt oder führen durch unbeheizte Räume.

Gerade in unsanierten Altbauten kommt es häufig vor, dass gemauerte Schornsteinschächte z. B. durch unbeheizte Dachstühle oder an Außenwänden entlanggeführt werden. Das kann vor allem bei hohen Schornsteinen schnell dazu führen, dass die Abgase sich beim Rausströmen zu schnell abkühlen und sich das Kondensat an den Schornsteinwänden absetzt.

Schornsteinfeger © pholidito, stock.adobe.com
Schornsteinfeger © pholidito, stock.adobe.com

Der Schornsteinquerschnitt wurde zu groß gewählt.

Ein zu großer Schornsteinquerschnitt verringert den Zug: Die Abgase strömen langsamer, verteilen sich auf eine größere Fläche und kühlen dabei stärker ab. Auch hier setzt sich dann verstärkt Kondensat im Schacht ab. Der Klassiker ist der Schacht, der einmal für einen großen alten Kessel gemauert wurde und heute eine viel kleinere Feuerstätte bedient. Ob der Querschnitt passt, sagt die Berechnung der Abgasanlage nach DIN EN 13384 – geraten wird hier nicht.

Die Abgastemperaturen sind zu gering.

Ältere Heizsysteme und vor allem Holzheizungen erzeugen meist hohe Abgastemperaturen. Diese haben den Vorteil, dass die Abgase schneller durch den Schornsteinschacht nach draußen strömen und ihren Taupunkt erst spät oder gar nicht erreichen. Auf diese Weise entsteht deutlich weniger Kondensat an den Schornsteinwänden. Beim Umstieg auf moderne Heiztechnik ändert sich das grundlegend: Ein Brennwertgerät entzieht dem Abgas gezielt so viel Wärme, dass es kondensiert – die Abgastemperatur liegt dann oft nur noch bei 40 bis 60 Grad. Das ist gewollt und der Grund für den hohen Wirkungsgrad. Der alte, gemauerte Schornstein ist dafür aber nicht gebaut: Wird er nicht umgerüstet, versottet er schnell. Genau deshalb gehört zu jedem Heizungstausch die Frage, was mit dem Schornstein passiert.

Holzheizungen erzeugen hochtemperierte Abgase © marcianelsis, stock.adobe.com
Holzheizungen erzeugen hochtemperierte Abgase © marcianelsis, stock.adobe.com

Es gibt Beschädigungen oder Vogelnester im Schornstein.

Ist der Schornstein leicht verstopft, kann das die Abgasströmung drosseln, was wiederum dazu führt, dass die Abgase schneller abkühlen, bevor sie den Schornsteinschacht verlassen. Somit können z. B. durch Vogelnester oder Schmutz verstopfte Schornsteine leichter versotten.

Abgase dringen aus Schornstein © Grzegorz Polak
Abgase dringen aus Schornstein © Grzegorz Polak

Was kann durch die Versottung eines Schornsteins passieren?

Wenn ein Schornstein versottet, kann das verschiedene Konsequenzen nach sich ziehen. Meist bemerken Hausbesitzer einen sehr übelriechenden Geruch, wenn ein Schornsteinrohr zu versotten beginnt oder schon versottet ist. Hinzu kommen braune Flecken an den Schornsteinschächten.

Das klingt erst einmal nach einem rein optischen Fehler und etwas störendem Gestank. Doch eine Versottung kann auch gefährlich und sehr kostspielig werden. Das ist dann der Fall, wenn der Schornstein so von innen zerbröselt, dass er schließlich in sich zusammenfällt. Je nachdem, wie der Schornstein in die Gebäudewände integriert war, kann das im schlimmsten Fall zu Problemen mit der Statik und zumindest mit der Isolierung der Gebäudehülle führen. Es kann durch die offenen Stellen im Schornstein Feuchtigkeit in das Gebäude eindringen oder beim Heizen besteht ein Sicherheitsrisiko, weil Abgase nicht mehr nach draußen gelangen, sondern durch Risse im Schornstein in Innenräume dringen.

Frost im Winter kann die Versottung zusätzlich beschleunigen. Durch die leichten Risse und Beschädigungen im Schornsteinrohr dringt das Kondensat und durchfeuchtet das Rohr. Gefriert dieses Wasser, entsteht Spannung im Schacht. Beim Auftauen platzt das Rohr dann noch weiter auf.

Ursachen für eine Schornstein Versottung
Ursachen für eine Schornstein Versottung

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Wie kann ich der Versottung im Schornstein vorbeugen?

Um der Versottung eines gemauerten Schornsteins vorzubeugen, sollte er möglichst mit hohen Abgastemperaturen betrieben werden. Holzheizungen können diese Abgastemperaturen erreichen und verhindern, dass der Schornsteinschacht feucht wird. In der Tat sorgen auch alte Heizkessel für heißere Abgase, die ebenfalls verhindern, dass Schornsteine versotten. Allerdings kann es keine Lösung sein, ältere Feuerstätten mit hohen Abgaswerten nur deshalb angeschlossen zu lassen, um einer möglichen Versottung vorzubeugen.

Aus diesem Grund gilt die Schornstein- oder Schachtsanierung als wirkungsvolle Maßnahme gegen eine Versottung alter Schornsteine. Sind die chemischen Prozesse noch nicht so weit fortgeschritten, kann der alte Schacht meist bestehen bleiben und es wird ein Innenrohr eingezogen. Welches Material infrage kommt, entscheidet die Feuerstätte – und zwar nicht nur nach der Abgastemperatur, sondern auch danach, ob das Rohr einem Rußbrand standhalten muss. Ein Kunststoffrohr aus Polypropylen ist für Gas- und Öl-Brennwertgeräte gedacht: feuchteunempfindlich, aber nicht rußbrandbeständig – für einen Kaminofen oder Pelletofen scheidet es damit aus. Dort werden entsprechend rußbrandbeständig klassifizierte Edelstahl- oder Keramikrohre eingezogen, die hohe Abgastemperaturen und die Beanspruchung durch einen Rußbrand abdecken. Die Materialangabe allein genügt nicht – entscheidend ist die Klassifizierung der Abgasanlage. Beide bieten mit ihrer glatten Oberfläche weniger Angriffsfläche und sind feuchteunempfindlich.

Kurz gefragt

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Als grobe Marktorientierung liegt das eingezogene Edelstahl-Innenrohr bei etwa 180 bis 280 Euro je laufendem Meter inklusive Montage. Je nach Umfang – neuer Kopf, Rußablagerungen, Statik – bewegt sich eine Schornsteinsanierung insgesamt zwischen rund 1.000 und 8.000 Euro. Verglichen mit einem Abriss und Neuaufbau ist das günstig; verglichen mit einer regelmäßigen Kontrolle ist es teuer.

Welches Innenrohr passt zu welcher Feuerstätte?

InnenrohrPasst zuAbgastemperaturRußbrandbeständig
Kunststoff (Polypropylen, PPs)Gas- und Öl-Brennwertgeräteniedrig, meist 40–60 °Cnein
Edelstahl (rußbrandbeständig klassifiziert)Kaminöfen, Pellet- und Festbrennstofffeuerungen; für Brennwertbetrieb nur mit passender Feuchte-Klassifizierunghochja
Keramik (rußbrandbeständig klassifiziert)Kaminöfen und Festbrennstofffeuerungen, sehr langlebighochja
Klassifizierung von Abgasanlagen nach DIN EN 1443 (Feuchtebeständigkeit W, Rußbrandbeständigkeit G) · Stand: Juli 2026

Häufig missverstanden wird der Zugbegrenzer. Er ist eine Nebenluftvorrichtung nach DIN EN 16475-3 (Nachfolgenorm der zurückgezogenen DIN 4795) und wirkt gegen zu hohen Zug: Je stärker der Zug, desto weiter öffnet seine Klappe und mischt Nebenluft aus dem Aufstellraum bei. So bleibt die Druckdifferenz an der Feuerstätte konstant und es wird nicht unnötig viel Wärme durch den Schornstein gesaugt. Einen Sog erzeugt er dagegen nicht – bei zu schwachem Zug hilft er nicht weiter.

Ist der Zug zu schwach, muss die Abgasanlage neu berechnet werden – nach DIN EN 13384, auf die konkrete Feuerstätte bezogen. Je nach Ergebnis hilft ein größerer oder kleinerer Querschnitt, ein eingezogenes Innenrohr, eine bessere Dämmung des Schachts, eine Erhöhung des Schornsteins oder ein Rauchsauger auf der Mündung. Und noch ein Punkt gehört zur Wahrheit: Die Nebenluft eines Zugbegrenzers kühlt die Abgase ab. An einem versottungsgefährdeten Schornstein wird er deshalb nur nach fachlicher Auslegung gesetzt, nicht auf Verdacht. Eine Schornsteinabdeckung kann im Einzelfall helfen, etwa bei Fallwind oder wenn Äste und Vogelnester in den Schacht gelangen. Pauschal empfehlenswert ist sie nicht: Eine ungeeignete Haube kann den Zug ihrerseits stören. Deshalb vorher mit dem Schornsteinfeger abstimmen.

Wer mit Holz heizt, sollte nur gut getrocknetes Holz verbrennen. Holz mit hoher Restfeuchte brennt zum einen nicht so gut und erzeugt eine höhere Abgasbelastung. Darüber hinaus erzeugt es mehr Wasserdampf beim Verbrennungsvorgang, der sich als Kondensat im Schacht absetzen kann.

Im Kamin sollten Sie nur trockenes Holz verbrennen © rh2010, stock.adobe.com
Im Kamin sollten Sie nur trockenes Holz verbrennen © rh2010, stock.adobe.com

Nutzen Sie noch einen gemauerten Schornstein, sind vorbeugende Maßnahmen wichtig. Denn ist der Schornstein erst einmal komplett versottet, kann im schlimmsten Fall auch eine Sanierung nicht mehr helfen und das Abgasrohr muss abgerissen werden.

Drei hartnäckige Irrtümer rund um den Schornstein

MythosEin Zugbegrenzer hilft, wenn der Zug zu schwach ist.
FaktEr wirkt genau umgekehrt: Die Klappe öffnet, wenn der Zug zu stark wird, und mischt Nebenluft bei. Bei zu schwachem Zug bringt er nichts – dort helfen nur Querschnitt, Höhe, Dämmung oder ein Rauchsauger.
MythosEin Edelstahlschornstein kann nicht versotten.
FaktEr ist deutlich widerstandsfähiger, aber nicht unverwundbar. Bei dauerhaft zu kaltem Abgas und stehendem Kondensat korrodiert auch Edelstahl – nur eben über viele Jahre statt über wenige.
MythosWer heißer heizt, hat keine Versottung.
FaktHohe Abgastemperaturen verhindern Kondensat – einen alten, ineffizienten Kessel deshalb weiterlaufen zu lassen, ist trotzdem der falsche Weg. Ob sich das rechnet, hängt von Sanierungskosten, Restlaufzeit und Verbrauch ab; die Versottung selbst verhindert es ohnehin nur, solange der Kessel läuft.
DIN EN 16475-3 (Nebenluftvorrichtungen) · DIN EN 13384 (Berechnung von Abgasanlagen) · Stand: Juli 2026

Versottung sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden

Alte Schornsteinschächte sind deutlich anfälliger für Versottungsvorgänge als neue. Umso wichtiger ist es, dass diese Abgasleitungen regelmäßig kontrolliert werden. Das kann übrigens auch dann wichtig sein, wenn das Abgassystem nicht mehr so häufig benötigt wird, weil moderne alternative Wärmeerzeuger wie Wärmepumpen oder Solarthermie genutzt werden. Maßgeblich sind die Kehr-, Mess- und Prüffristen aus Ihrem Feuerstättenbescheid. Eine zusätzliche Prüfung durch einen Fachbetrieb lohnt vor allem dann, wenn der Schornstein alt und gemauert ist oder wenn Geruch, Flecken oder Zugprobleme auftreten.

Und ein Punkt, der über den Bauschaden hinausgeht: Ein versotteter Schornstein wird undicht. Durch Risse können Abgase in Wohnräume gelangen – und darin steckt Kohlenmonoxid, ein geruch- und farbloses Gas, das bei höheren Konzentrationen bis zur Bewusstlosigkeit führen kann. Wer eine Feuerstätte betreibt, sollte deshalb einen Kohlenmonoxid-Melder im Aufstellraum haben. Bei Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel, die beim Heizen auftreten und draußen verschwinden, gilt in dieser Reihenfolge: sofort das Gebäude verlassen, von draußen den Notruf 112 wählen und auf den Verdacht auf eine Kohlenmonoxid-Vergiftung hinweisen. Nicht erst nach der Ursache suchen und nicht erst löschen – das kostet Zeit, die Sie nicht haben. Alles Weitere – Feuerstätte außer Betrieb nehmen, lüften, Ursache klären – übernehmen Feuerwehr, Schornsteinfeger und Fachbetrieb.

Heizen mit Holz © stockphoto-graf , stock.adobe.com
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