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Kaminofen Brennstoffe

Brennstoffe für den Kaminofen

Ein Kaminofen muss nicht zwangsläufig mit Scheitholz beheizt werden. Auch Holzbriketts, Holzpellets und – je nach Bauart – Braun- oder Steinkohle sind zulässige Brennstoffe. Welcher davon in Frage kommt, hängt von der Art des Kaminofens, von den Komfortansprüchen und von der gewünschten Energiebilanz ab. Wichtig ist die Grundregel dahinter: Was in den Ofen darf, entscheidet nicht der Geschmack, sondern § 3 der 1. BImSchV – die Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen zählt die erlaubten Brennstoffe abschließend auf. Papier, Pressspan-Reste, Paraffin-Brennscheite und behandeltes Holz haben im häuslichen Kaminofen nichts zu suchen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im häuslichen Kaminofen zulässig sind naturbelassenes Holz, Presslinge daraus (Briketts, Pellets) und – nur bei Gerätefreigabe – Braun- und Steinkohle.
  • Entscheidend ist die Trockenheit: Unter 25 Prozent Feuchtegehalt ist Pflicht – frisches Holz liefert je Kilogramm nur etwa halb so viel nutzbare Wärme.
  • Je Kilogramm liefern alle Hölzer ähnlich viel Energie – die Unterschiede entstehen erst je Raummeter, über die Dichte.
Heizen mit Holz © stockphoto-graf , stock.adobe.com
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Der Brennstoff bestimmt die Art des Kaminofens
Der Brennstoff bestimmt die Art des Kaminofens

Holz

Moderne Kaminöfen lassen sich nicht nur mit Scheitholz beschicken, sondern auch mit Holzbriketts oder Holzpellets. Vor der Anschaffung muss die Entscheidung für einen Brennstoff fallen, denn die Bauart des Ofens muss darauf ausgelegt sein: Ein Scheitholz-Ofen verträgt in der Regel auch Holzbriketts, für Pellets braucht es dagegen einen Pelletofen mit Förderschnecke. Maßgeblich ist immer das Typschild und die Bedienungsanleitung des Herstellers – dort steht, welche Brennstoffe für genau dieses Gerät zugelassen sind. Unabhängig davon gilt für alle Holzbrennstoffe die gesetzliche Feuchtegrenze: Sie dürfen nur eingesetzt werden, wenn ihr Feuchtegehalt unter 25 Prozent bezogen auf das Trockengewicht liegt.

Heizen mit Holzscheite oder Pellets?
Heizen mit Holzscheite oder Pellets?

Geeignete Holzarten für den Kaminofen sind Birke, Buche, Eiche und Erle. Auch Nadelhölzer sind erlaubt, neigen aber wegen ihrer Harzeinschlüsse zu stärkerem Funkenflug und brennen schneller ab – im offenen Betrieb ist das ein Sicherheitsthema, hinter einer geschlossenen Scheibe weniger. Holzbriketts sollten in einem klassischen Scheitholzofen eher als Ergänzung dienen: Sie brennen gleichmäßig und lange, hinterlassen aber mehr Asche.

Trocken heißt trocken: Warum die Restfeuchte über alles entscheidet

Kein Brennstoff-Vergleich nützt etwas, wenn das Holz zu feucht ist – und das ist der mit Abstand häufigste Fehler beim Heizen mit Holz. Frisch geschlagenes Holz besteht etwa zur Hälfte aus Wasser. Dieses Wasser muss im Ofen erst verdampft werden, und die Energie dafür fehlt anschließend als Wärme im Raum: Statt rund 4 Kilowattstunden je Kilogramm bleiben bei frischem Holz nur etwa 2 übrig. Gleichzeitig sinkt die Verbrennungstemperatur, es entstehen deutlich mehr Ruß, Feinstaub und Kohlenmonoxid, und der Schornstein versottet schneller. Die 1. BImSchV zieht deshalb eine harte Grenze: Holz darf nur verfeuert werden, wenn sein Feuchtegehalt unter 25 Prozent liegt (bezogen auf das Trockengewicht; der Wasseranteil liegt dann bei rund 20 Prozent). Praktisch heißt das: Scheitholz ein bis zwei Jahre luftig und regengeschützt lagern – und im Zweifel mit einem Holzfeuchtemesser nachmessen; einfache Geräte gibt es teils schon für unter 20 Euro.

Brennholz wird oft in Schütttraummetern verkauft
Gemütlich entspannen am Kaminfeuer © Alexander Raths, stock.adobe.com
Brennholz

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Kohle

Kohle wird für den Kaminofen meist als Braunkohle- oder Steinkohlebriketts angeboten. Zulässig ist sie nach § 3 der 1. BImSchV – aber nicht in jedem Gerät: Ob Ihr Ofen für Kohle freigegeben ist, steht in der Bedienungsanleitung; reine Holzöfen sind es oft nicht. Steinkohle hat den höheren Heizwert, weil sie über geologische Zeiträume unter hohem Druck stärker verdichtet und entwässert wurde; Braunkohle lagert oberflächennäher, lässt sich im Tagebau gewinnen und ist deshalb günstiger, liefert aber je Kilogramm weniger Energie. Zu bedenken ist der Preis dafür: Kohle ist ein fossiler Brennstoff, verbrennt schwefelhaltiger und ist damit weder klima- noch emissionsseitig eine gute Wahl.

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Alternative Brennstoffe für den Kaminofen

Der einzige „alternative“ Brennstoff, der im Kaminofen wirklich eine Rolle spielt, ist der Holzpellet – und er braucht ein eigenes Gerät. Pellets aus Papier, Pressspan oder anderen Rest- und Ersatzstoffen sind in Einzelraumfeuerungen dagegen nicht zulässig; erlaubt sind Presslinge nur, wenn sie aus naturbelassenem Holz bestehen. Pellet-Kaminöfen sind mit einem klassischen Scheitholzofen kaum zu vergleichen: Das Flammenbild fällt kleiner aus, dafür ist der Komfort deutlich höher. Je nach Tankgröße und Heizstufe reicht der integrierte Vorratsbehälter für viele Heizstunden bis etwa einen Tag – nachgelegt wird also deutlich seltener als beim Scheitholzofen, der Lagerbedarf sinkt, und es fällt weniger Asche an. Der Preis dafür: Ein Pelletofen braucht Strom für Förderschnecke und Gebläse und ist damit nicht mehr ganz so autark wie ein einfacher Holzofen.

Diese Brennstoffe gehören nicht in den Kaminofen

  • Papier, Pappe, Pressspan und VerpackungsrestePapier und Pappe stehen nicht in der Brennstoffliste des § 3 der 1. BImSchV; Pressspan- und Spanplattenreste sind im häuslichen Kaminofen ebenfalls nicht zugelassen – sie dürfen nur in dafür geeigneten, gesondert geregelten Anlagen verbrannt werden. → Zum Anzünden trockenes Anfeuerholz oder geeignete Kaminanzünder nach Herstellerangabe nutzen, kein Papier als Brennstoff.
  • Paraffin-BrennscheiteDie Blöcke aus Sägespänen und Paraffin sind in Kamin- und Kachelöfen nicht erlaubt. Nach Angaben des Umweltbundesamts kann der Staubausstoß bis zu achtmal so hoch sein wie bei trockenem Scheitholz.
  • Behandeltes, lackiertes oder feuchtes HolzSpanplatten, Paletten mit Beschichtung, Bauholz mit Farbresten: verboten und gesundheitsschädlich. Auch Holz mit einem Feuchtegehalt über 25 Prozent ist unzulässig. → Verstöße sind Ordnungswidrigkeiten und können mit einem Bußgeld geahndet werden.
Quelle: § 3 der 1. BImSchV; Umweltbundesamt
Pellet-Einzelofen oder Kamin: Geschmackssache
Pellet-Einzelofen oder Kamin: Geschmackssache

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Kaminofen Brennstoffe: Kosten und Wirtschaftlichkeit

Welcher Brennstoff in einem Kaminofen verfeuert wird, hängt nicht nur von der Bauart des Ofens und den Ansprüchen seines Betreibers ab, sondern auch von den Kosten für den Brennstoff. Wie wirtschaftlich ein Kaminofen arbeitet spielt also unmittelbar mit dem eingesetzten Brennstoff zusammen. Je günstiger der Brennstoffbezug und je höher der Heizwert der einzelnen Brennstoffe, desto wirtschaftlicher arbeitet ein Kaminofen, sofern auch der benötigte Heizwert korrekt bemessen und nicht über- oder unterdimensioniert ist.

Hier lohnt es sich, zwei Begriffe sauber zu trennen: Der Heizwert ist eine Eigenschaft des Brennstoffs – er sagt, wie viel nutzbare Wärme ein Kilogramm Holz oder Kohle liefert. Wie viel Heizleistung Sie brauchen, ist eine ganz andere Frage: Sie richtet sich nach der zu beheizenden Fläche, dem Dämmniveau des Gebäudes und danach, ob der Ofen nur einen Raum wärmen oder die Heizung unterstützen soll.

Behalten Sie die Brennstoffkosten und den Heizwert im Blick
Behalten Sie die Brennstoffkosten und den Heizwert im Blick

Als grobe Faustregel gilt: Je 10 Quadratmeter Wohnfläche etwa 1 Kilowatt Nennwärmeleistung. Diese Regel stammt aus wenig gedämmten Altbauten – in einem gut gedämmten Haus reicht deutlich weniger, und ein zu großer Ofen ist der häufigste Planungsfehler: Er wird gedrosselt gefahren, schwelt statt sauber zu brennen und erzeugt so mehr Ruß und Feinstaub. Bei Kaminöfen mit Wassertasche gilt die Faustregel ohnehin nicht, weil ein großer Teil der Wärme in den Heizkreis geht. Wie viel Brennmaterial Sie brauchen, hängt schließlich vom Heizwert des Brennstoffs ab – und der unterscheidet sich von Holzart zu Holzart weniger stark, als viele vermuten.

Heizwerte im Vergleich: Was ein Kilogramm Brennstoff liefert

BrennstoffHeizwert (kWh/kg)Praxis-Hinweis
Buche4,0Der Klassiker: dicht, ruhiger Abbrand, viel Energie je Raummeter
Eiche4,2Sehr lange Brenndauer, muss gut abgelagert sein
Birke4,3Schönes Flammenbild, wenig Funkenflug
Erle4,1Brennt schnell ab – gut für die Übergangszeit
Nadelholz (z. B. Fichte)4,4Je Kilo etwas mehr, je Raummeter deutlich weniger Energie; Funkenflug
Holzbriketts4,9Gleichmäßiger Abbrand, mehr Asche – als Ergänzung zu Scheitholz
Holzpellets4,9Nur im Pelletofen mit Förderschnecke
Braunkohlebriketts5,6Fossil – nur, wenn der Ofen dafür zugelassen ist
Steinkohle7,5 – 9Fossil, hoher Heizwert – nur in freigegebenen Geräten
Quelle: Heizwerte für lufttrockenes Holz nach den Heizwerttabellen des Technologie- und Förderzentrums (TFZ) Bayern (Wassergehalt 12 bis 20 Prozent); Briketts, Pellets und Kohle als marktübliche Richtwerte – der tatsächliche Heizwert schwankt mit dem Wassergehalt
Wie und was Sie verbrennen beeinflusst die Emissionen
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Freistehende Eiche © RalfenByte, stock.adobe.com
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