Kaminofen richtig heizen, Bedienungsfehler vermeiden

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Kaminofen richtig heizen, Bedienungsfehler vermeiden

Mit dem Kaminofen zu heizen, das ist nicht nur für die Seele gut (wer genießt nicht gern ein prasselndes Feuer nach einem kalten Tag). Mit dem Kaminofen zu heizen, hilft auch der Umwelt. Schließlich handelt es sich bei Holz um einen nachwachsenden Rohstoff und mit Holz zu heizen, ist CO2-neutral. Das heißt, es wird nicht mehr Kohlenstoff freigesetzt als das Holz vorher gespeichert hat. Gleichzeitig ist jedoch bekannt, dass beim Heizen mit Holz Feinstaub entstehen kann.

Jeder einzelne hat es in der Hand, mit Holz so umweltfreundlich wie möglich zu heizen.

Kaminofen © Lilli, stock.adobe.com
Kaminofen richtig heizen, Bedienungsfehler vermeiden © Lilli, stock.adobe.com
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Wer seinen Kaminofen richtig heizt und Bedienfehler vermeidet, der kann für ein besonders schadstoffarmes Verbrennen sorgen.

Dabei sollte man auf folgende Punkte besonders achten:

  • Holz aufschichten – so geht es
  • Anzünden richtiggemacht
  • Wie wird der Brennraum belüftet?
  • Holz nachlegen – wann und wieviel?
  • Welches Holz sollte verbrannt werden?
  • Ist der Kaminofen in Ordnung und wird er regelmäßig gewartet?

Holz aufschichten – so geht es

Gerade beim Anfeuern kann jeder dafür sorgen, dass möglichst wenig Feinstaub und schädliche Gase freigesetzt werden. Ein deutliches Zeichen für ein „schlechtes“ Feuer ist übrigens starke Rauchentwicklung.

Ganz wichtig: Ein Feuer brennt am umweltfreundlichsten von oben nach unten.

Deshalb sollten, um eine möglichst umweltfreundliche Verbrennung zu erzielen, zunächst insgesamt vier (natürlich gut durchgetrocknete) Holzscheite locker rechtwinklig zueinander aufgeschichtet werden. Also werden zweimal zwei Scheite aufeinandergestapelt. Es sollte dabei genug Platz zwischen den Holzscheiten vorhanden sein, um eine gute Luftzufuhr sicher zu stellen. Wichtig ist, dass das Holz nicht eiskalt von draußen direkt in den Ofen wandert. Dann dauert es zu lange, bis das Holz die richtige Brenn-Temperatur hat und es entsteht mehr Rauch.

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Anzünden richtig gemacht

Auf diesen Stapel Scheitholz werden einige kleine Stücke sogenanntes Anzündholz gelegt. Anzündholz kann man leicht selber machen: Einfach große Holzscheite fein spalten – am einfachsten (und Verletzungen vermeidend) geht es natürlich mit einem sogenannten Spanschneider. Natürlich gibt es auch das kleine Anzündholz in handlichen Säcken zu kaufen.

Auf diesen Stapel aus größeren Holzscheiten unten und kleineren Anzündscheiten oben wird nun noch ein Stück Anzündhilfe gelegt.

Umweltfreundliche Anzündhilfen bestehen aus Holzwolle, die in Wachs getaucht wurde und sehr leicht anbrennt. Nun darauf achten, dass alle Schieber für die Luftzufuhr geöffnet sind und dann die Anzündhilfe anzünden. Tür schließen und nach einigen Minuten ein hell brennendes Feuer genießen.

Und ja richtig: Es wird kein Papier benötigt zum Anzünden – im Gegenteil, Papier und Pappe dürfen nicht verbrannt werden, hierbei werden erhebliche Schadstoffe freigesetzt.

Der Vorteil beim Anzünden des Holzfeuers von oben ist einfach erklärt. Die entstehenden Rauchgase und auch evtl. entstehenden Kondensate strömen dann von unten durch das entstehende Feuer nach oben und werden dabei größtenteils verbrannt.

Linktipp: Weitere Tipps zum richtigen Anzünden finden Sie in dem Artikel Wie feuere ich einen Kaminofen richtig an? auf unserem Parternportal hausberater.de
Das Kaminfeuer richtig anheizen und Feinstaub verringern
Das Kaminfeuer richtig anheizen und Feinstaub verringern

Wie wird der Brennraum belüftet?

Kein Feuer ohne Sauerstoff – das wissen wir alle. Deshalb ist es ganz wichtig, dass beim Anfeuern die Zufuhr der Primärluft vollkommen geöffnet zu haben. Kaminöfen haben je nach Modell und Hersteller unterschiedliche Bedienkonzepte, von Drehschaltern bis zu einzelnen Schiebern für Primär- und Sekundärluft. Durch diese Primärluft fließt der notwendige Sauerstoff in den Brennraum und ermöglicht ein effizientes Anbrennen.

Sobald alle Scheite brennen, kann die Zufuhr von Primärluft verringert werden, dafür wird der Zustrom an Sekundärluft ermöglicht. Die Strömung der Sekundärluft sorgt übrigens auch dafür, dass die Scheiben des Kaminofens nicht verrußen.

Holz nachlegen – wann und wieviel?

Sobald die ersten Holzscheite vollkommen verbrannt sind und nur noch ein Gluthaufen mit kleinen Restflammen im Ofen liegt, wird es Zeit zum Nachlegen von Holz.

Dabei geht es eigentlich wieder von vorne los: Also Primärluft wieder öffnen, Drosselklappe im Ofenrohr öffnen und vier Holzscheite wieder im rechten Winkel zueinander zwei auf zwei auf die Glut stapeln. Vorsicht beim Öffnen der Tür – dies sollte langsam erfolgen, sonst könnten Rauch, Glutstücke oder Aschepartikel in den Raum gelangen. Im schlimmsten Fall könnte es auch zu einer Verpuffung kommen.

Liegen die vier Scheite im Ofen, geht der Zyklus von vorne los (alle Hersteller weisen in der Bedienungsanleitung auch auf die beste Menge für den jeweiligen Ofen hin).

Holz nachlegen und Luftzufuhr regeln
Holz nachlegen und Luftzufuhr regeln

Welches Holz sollte verbrannt werden?

Es gibt Brennholz von unterschiedlichen Bäumen – verbrannt werden kann jedes Holz, das nicht behandelt wurde. Die meisten Nutzer haben selbst schon die Erfahrung gemacht, dass manche Holzart besser geeignet ist zum Verbrennen als andere. So bevorzugen Kenner Holz von Laubbäumen. Vor allem Buche wird wegen der langen Brenndauer und des hohen Heizwerts bevorzugt. Aber man kann auch Holz von Nadelbäumen verbrennen. Nadelholz neigt allerdings manchmal wegen des hohen Harzanteils zur starken Funkenbildung und es verbrennt schnell und heftig.

Egal, welches Holz verbrannt wird: Es muss gut durchgetrocknet sein – der Wassergehalt sollte unbedingt unter 20 % liegen. Nachgemessen werden kann dies mit einem Feuchtemesser, der für wenige Euro im Baumarkt gekauft werden kann.

Umweltfreundliches Holz kommt zudem aus nachhaltiger Holzwirtschaft in Deutschland und wird nicht durch halb Europa transportiert.

Ist der Kaminofen in Ordnung und wird er regelmäßig gewartet?

Alle die genannten Ratschläge zum richtigen Stapeln der Holzscheite und das korrekte Anzünden und Belüften sowie die richtige Holzauswahl nutzen nichts, wenn der Kaminofen nicht in Ordnung ist. Ganz wesentlich für ein umweltfreundliches, emissionsarmes Feuer im Kaminofen ist die regelmäßige Reinigung aller Bauteile. Es ist nicht damit getan, regelmäßig die Ascheschublade zu entleeren. Vielmehr sollte der Kaminofen außerhalb der Heizperiode gewartet werden. Von Zeit zu Zeit müssen die Türdichtungen ersetzt werden und evtl. ist auch mal ein neuer Schamottstein im Brennraum notwendig. Hier ist ein Fachmann gefragt.

Fazit

Werden alle genannten Punkte zu

  • Holzauswahl
  • Scheite stapeln
  • Feuer von oben anzünden
  • Luftzufuhr richtig regeln
  • Kaminofen warten lassen

beachtet, steht einem gemütlichen Abend am heimischen Kaminofen nichts mehr im Wege.

Kaminofen mit Bodenplatte aus Glas © Lilli, stock.adobe.com
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