Home » Heizung » Kamin und Ofen » Kaminofen » Kaminofen im Neubau

Kaminofen im Neubau

Wer sich den Traum vom eigenen Haus oder der eigenen Wohnung mit einem Neubau erfüllt, der steht vor sehr vielen Entscheidungen. Eine dieser Entscheidungen betrifft die Heizung, die in Neubauten meist in Form einer Wärmepumpe daherkommt. Zusätzlich möchten aber viele Bauherrn ihr Einfamilienhaus oder ihre Eigentumswohnung mit einem Kaminofen verschönern.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Kaminofen zählt als Einzelraumfeuerung – er ergänzt die Hauptheizung, gilt aber selbst nicht als Heizung des Gebäudes.
  • Im dichten Neubau mit Lüftungsanlage braucht es fast immer einen raumluftunabhängigen Ofen mit DIBt-Zulassung.
  • Seit 2022 muss die Schornsteinmündung firstnah liegen und den First um mindestens 40 cm überragen.
Kamin © Irina MANSIEUX, stock.adobe.com
Ein Kaminofen bringt Wärme, Komfort und Behaglichkeit © Irina MANSIEUX, stock.adobe.com
Kaminofen-Konfigurator:
 

Jetzt Kaminofen konfigurieren und Top-Angebote erhalten!

Kaminofen-Konfigurator

Mit einem solchen Kaminofen verbinden viele Behaglichkeit, angenehme Wärme und gemütliche Abende. Gleichzeitig kommen natürlich viele Fragen auf: Was muss beachtet werden, mit welchen Kosten muss man als Bauherr rechnen, welche Arten von Kaminöfen gibt es.

Eine weitere zunehmend wichtige Frage ist auch, wie umweltfreundlich und klimafreundlich ein Kaminofen ist. In diesem Beitrag stellen wir umfassend alle Aspekte dar, die Bauherrn bei der richtigen Entscheidung für oder gegen einen Kaminofen unterstützen können.

Kamin, Kaminofen, offener Kamin, Kachelofen, Grundofen – eine Begriffserklärung

Bei einem Kaminofen handelt es sich um eine Einzelraumfeuerungsanlage, dies gilt rechtlich auch für sogenannte luft- oder wassergeführte Kaminöfen. Ein Kaminofen ist eine geschlossene Feuerungsanlage, der normalerweise nur den Raum heizt, in dem er aufgestellt ist. Eine Ausnahme bilden hier die oben genannten luft- oder wassergeführten Kaminöfen, bei denen ein Teil der Wärme dem Heizkreislauf zugeführt werden.

Bei einem offenen Kamin ist der Feuerraum dagegen nicht durch eine Tür verschlossen und er ist direkt ins Mauerwerk integriert. Ein Kachelofen oder auch Grundofen wiederum ist ein im Haus gemauerter Speicherofen.

In diesem Beitrag geht es allein um Kaminöfen für Neubauten.

Bis zu 30 % sparen

Kamin- und Ofenbauer – Angebote vergleichen

  • Bundesweit
  • Unverbindlich
  • Qualifizierte Anbieter
  • Top Preise

Die Rechtslage

Die Grenzwerte für Kaminöfen stehen nicht im Bundes-Immissionsschutzgesetz, sondern in der Ersten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (1. BImSchV). Kaminöfen sind zwar nicht genehmigungsbedürftig, müssen aber die Emissionsgrenzwerte der sogenannten Stufe 2 einhalten, die für alle seit dem 1. Januar 2015 errichteten Geräte gilt: 0,04 Gramm Staub und 1,25 Gramm Kohlenmonoxid je Kubikmeter Abgas. Dazu kommt ein Mindestwirkungsgrad, der je nach Feuerstättenart zwischen 70 und 90 Prozent liegt (Anlage 4 der 1. BImSchV). Neue Kaminöfen aus dem Fachhandel halten diese Werte ein – den Nachweis führt der Hersteller über die Typprüfung.

Daneben gilt die Feuerungsverordnung des jeweiligen Bundeslandes. Sie regelt das, was die 1. BImSchV nicht abdeckt: Brandschutz, Abstände, Verbrennungsluftversorgung und die Frage, wann ein Ofen zusammen mit einer Lüftungsanlage betrieben werden darf.

Ein verbreiteter Irrtum: Das Gebäudeenergiegesetz schreibt für Kaminöfen im Neubau keine externe Luftzufuhr vor. Wo diese Pflicht in der Praxis trotzdem greift, kommt sie aus der Feuerungsverordnung: Sobald im Haus eine raumlufttechnische Anlage arbeitet – also eine kontrollierte Wohnraumlüftung oder ein Dunstabzug im Abluftbetrieb –, darf die Feuerstätte nur betrieben werden, wenn ein gefährlicher Unterdruck sicher ausgeschlossen ist. Dafür gibt es zwei zulässige Wege: einen raumluftunabhängigen Ofen mit DIBt-Zulassung, der seine Verbrennungsluft über eine eigene Leitung von außen holt, oder einen Unterdruckwächter, der die Lüftungsanlage abschaltet, sobald der Unterdruck im Raum über 4 Pascal steigt. Da moderne Neubauten fast immer luftdicht gebaut und mit Lüftungsanlage ausgestattet sind, läuft es in der Praxis meist auf den raumluftunabhängigen Ofen hinaus.

Und noch eine Einordnung zum Gebäudeenergierecht: Der Kaminofen ist rechtlich eine Einzelraumfeuerungsanlage. Er zählt damit nicht als Heizung im Sinne des Gesetzes. Die Wärmeversorgung des Hauses muss deshalb ein eigenes Heizsystem übernehmen – in Neubauten ist es meist die Wärmepumpe. Der Ofen ergänzt sie, er ersetzt sie nicht.

Rechtsstand: Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) wurde am 28. Juli 2026 verkündet und gilt seit dem 29. Juli 2026. Die 65-Prozent-Regel für neu eingebaute Heizungen ist damit ersatzlos entfallen. An der Einordnung des Kaminofens ändert das nichts – er bleibt eine Einzelraumfeuerungsanlage und keine Heizung im Sinne des Gesetzes. Den jeweils aktuellen Stand pflegen wir im Ratgeber zum Gebäudeenergiegesetz. Wer sich für den Kaminofen im Neubau entscheidet, sollte außerdem früh den Bezirksschornsteinfeger kontaktieren: Er nimmt die Feuerstätte am Ende ab und sagt vorab, was in Ihrem Bundesland konkret gilt.

Drei Regelwerke – und wofür jedes zuständig ist

11. BImSchV – was das Gerät können muss

Emissionsgrenzwerte der Stufe 2: 0,04 g/m³ Staub und 1,25 g/m³ Kohlenmonoxid.
Mindestwirkungsgrad je nach Feuerstättenart 70 bis 90 Prozent (Anlage 4).
Seit 2022 zusätzlich die verschärften Ableitbedingungen des § 19: firstnahe Mündung, mindestens 40 cm über First.

2Feuerungsverordnung des Landes – wo der Ofen stehen darf

Abstände zu brennbaren Bauteilen: maßgeblich ist die Typprüfung des Herstellers, nur ersatzweise gelten 40 cm.
Bodenplatte auf brennbarem Untergrund: 50 cm nach vorn, 30 cm zur Seite – gemessen ab der Feuerungsöffnung.
Betrieb zusammen mit einer Lüftungsanlage nur mit raumluftunabhängigem Ofen (DIBt-Zulassung) oder Unterdruckwächter.

3Gebäudeenergierecht – warum der Ofen allein nicht reicht

Der Kaminofen ist eine Einzelraumfeuerungsanlage – keine Heizung im Sinne des Gesetzes.
Er ersetzt die Hauptheizung nicht – die Wärmeversorgung des Gebäudes muss ein eigenes Heizsystem übernehmen.
Eine Pflicht zur externen Luftzufuhr im Neubau enthält das Gebäudeenergierecht nicht; die kommt aus der Feuerungsverordnung.
Rechtsstand: Das GModG gilt seit dem 29.7.2026 – an der Rolle des Ofens ändert das nichts.
Merksatz

Das Gerät regelt die 1. BImSchV, den Aufstellort die Feuerungsverordnung – und im Gebäudeenergierecht zählt der Kaminofen nicht als Hauptheizung.

1. BImSchV · Muster-Feuerungsverordnung · GModG · Stand: August 2026

Entscheidungen treffen: Kaminofen ja oder nein?

Wer ein Haus neu baut, der muss sehr viele Entscheidungen treffen. Wenn es um die Frage Kaminofen geht, müssen für die richtige Entscheidung folgende Aspekte betrachtet werden:

  • Was kostet ein Kaminofen?
    Zwar gibt es schon Kaminöfen für wenig Geld – teils für einige Hundert Euro – im Baumarkt. Von diesen Geräten wird aber abgeraten. Für einen guten Kaminofen sollte mit einigen Tausend Euro gerechnet werden. Je nach Design und Leistung beginnen die Preise bei rund 2.000 bis 3.000 Euro, für Kaminöfen, die an die Heizung angeschlossen werden oder auch Kaminöfen mit besonders hochwertigem Design wird es deutlich teurer. Ohne weiteres können für einen hochwertigen Kaminofen auch 10.000 Euro ausgegeben werden. Die voraussichtlichen Kosten eines Kaminofens können Sie mit unserem Kaminofen-Kostenrechner abschätzen.
  • Können wir den Kaminofen auch nachträglich einbauen?
    Ja, im Prinzip kann ein Kaminofen auch nachträglich eingebaut werden. Der Aufwand ist allerdings ungleich größer. Wird der notwendige Schornstein von Anfang an mitgeplant, wird es einfacher. Bei Kaminöfen, die in die Heizungsanlage integriert sind, ist es auf jeden Fall sinnvoller, diese gleich von Anfang an einzuplanen.
  • Kann ein Kaminofen mit der Wärmepumpe kombiniert werden?
    Ja, Kaminöfen können mit Wärmepumpen zu einer bivalenten Heizung kombiniert werden. Gerade bei Luft-Wärmepumpen können Kaminöfen genau dann unterstützen, wenn diese bei sehr kalten Wintern sehr viel Strom verbrauchen.
  • Ist ein Kaminofen umweltfreundlich?
    Im Kaminofen wird mit Holz ein nachwachsender Rohstoff verbrannt – automatisch klimaneutral ist das aber nicht. Das Umweltbundesamt rechnet die Emissionen aus der Verbrennung seit März 2024 mit und weist private Holzfeuerungen als eine der größten Feinstaubquellen aus. Ein Staubabscheider kann die Staubemissionen deutlich senken, aber nicht beseitigen – und ein einfacher Katalysator gilt nicht als Staubminderung nach dem Stand der Technik. Wichtiger ist ohnehin die Bedienung: trockenes Scheitholz, von oben anzünden, genug Luft in der Anbrennphase.
Richtig betrieben heizt der Kamin umweltfreundlich
Richtige Bedienung senkt Rauch und Feinstaub – klimaneutral ist Heizen mit Holz damit nicht
  • Welche Vorschriften müssen beachtet werden?
    Neben den Grenzwerten der 1. BImSchV müssen die Feuerungsverordnungen der Bundesländer eingehalten werden. Außerdem sind die Vorschriften des Brandschutzes zu beachten – hier geht es vor allem um Abstände zu brennbaren Gegenständen oder Flächen.
  • Wo finden man die richtigen Ansprechpartner?
    Der erste Ansprechpartner ist der Bezirksschornsteinfeger, der auch über die genannten Vorschriften informieren kann. Eine gute Adresse sind zudem selbstverständlich die Ofenbauer und Anbieter von Kaminöfen, die auch bei der Wahl des passenden Kaminofens unterstützen.
Tipps für die Kaminofenplanung
Tipps für die Kaminofenplanung

Kurz gefragt

Wo stehen Sie beim Thema Kamin oder Ofen?

Eine Antwort auswählen – Ergebnis sofort sehen.

Die richtige Planung ist das A und O

Nach der Entscheidung für einen Kaminofen geht es an die Planung. Beim Kaminofen im Neubau ist die Planung Teil des Gesamtkonzepts und der Wunsch nach dem Kaminofen wird vom Architekten in die Planung einbezogen. Frühzeitig muss auch entschieden werden, ob der Kaminofen in das Heizungssystem über eine Wassertasche integriert werden soll, da dann entsprechende Anschlüsse geplant werden müssen.

Kaminofen im Neubau: Was wann entschieden sein muss

WannWas zu entscheiden istWas es kostet, wenn es später kommt
EntwurfsplanungAufstellort und Schornsteinschacht festlegen – möglichst nah am First, sonst wird der Schornstein wegen § 19 der 1. BImSchV unnötig hochsehr teuer
EntwurfsplanungWassertasche ja oder nein? Nur mit dieser Entscheidung lassen sich Pufferspeicher, Vor- und Rücklauf sowie der Abwasseranschluss für die Ablaufsicherung sauber einplanensehr teuer
RohbauZuluftleitung für den raumluftunabhängigen Betrieb mitverlegen und mit dem Lüftungskonzept abstimmenteuer
RohbauTragfähigkeit des Bodens prüfen – ein Speicherofen bringt schnell mehrere Hundert Kilogramm auf die Flächeteuer
InnenausbauOfen auswählen: Nennwärmeleistung passend zum gut gedämmten Neubau, also eher klein, dazu Design und Bauartgut nachholbar
Vor BezugLagerplatz für Brennholz einplanen, trocken und belüftet – und die Abnahme durch den Bezirksschornsteinfeger terminierengut nachholbar
Einordnung der Redaktion nach § 19 der 1. BImSchV und der Muster-Feuerungsverordnung

Schornstein

Wird der Kaminofen selbst erst beim Innenausbau gesetzt bzw. aufgestellt, so wird der Schornstein natürlich schon beim Rohbau mitgeplant. In modernen Neubauten mit Wärmepumpe ist ja ein Schornstein nicht notwendig, er wird also nur für den Kaminofen benötigt. Der zukünftige Aufstellort des Kaminofens wird also schon zu diesem Zeitpunkt festgelegt. Häufig wird dabei ein Luft-Abgas-System gesetzt, das die Verbrennungsluft im selben Schacht von außen heranführt – bei einem raumluftunabhängigen Ofen ist eine solche Zuluftleitung ohnehin nötig.

Entscheidend ist die Höhe: Seit dem 1. Januar 2022 gelten für Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe die verschärften Ableitbedingungen des § 19 der 1. BImSchV. Die Schornsteinmündung muss firstnah liegen und den First um mindestens 40 Zentimeter überragen. „Firstnah“ heißt: Der waagerechte Abstand zum First muss kleiner sein als der zur Traufe, und der senkrechte Abstand zum First muss größer sein als der waagerechte. Steht der Schornstein einen Meter neben dem First, muss die Mündung also mehr als einen Meter darüber hinausragen – mindestens aber 40 Zentimeter über den First. Bei Dachneigungen unter 20 Grad wird mit einem fiktiven First gerechnet. Das ist im Neubau kein Problem, solange der Schornstein früh und nah am First eingeplant wird – wer ihn nachträglich an eine Außenwand setzt, zahlt für jeden zusätzlichen Meter.

Ofenauswahl

Bei der Ofenauswahl geht es neben der Heizleistung auch um das Design. Hier ist das Angebot sehr umfangreich und es sollte nicht schwerfallen, den passenden Ofen zum eigenen Einrichtungsstil zu finden. Von puristisch modern über Landhausstil bis zum klassischen sogenannten Schwedenofen findet sich auf dem Markt alles. Sowohl Heizleistung wie auch das Design haben Einfluss auf die Kosten für den Kaminofen. Auch die Frage, ob der Ofen mit Wassertasche ausgestattet ist, hat Einfluss auf die Kosten, diese Kaminöfen sind teurer in der Anschaffung.

Der wasserführende Kaminofen ist eine effiziente Heizung
Der wasserführende Kaminofen kann die Heizung unterstützen – ersetzen kann er sie nicht

Spartipp

Nutzen Sie unseren kostenlosen Angebotsservice

Angebote von Kachelofen- und Kaminofen-Fachbetrieben vergleichen und bis zu 30 Prozent sparen

Brennholzlagerung

Nicht zuletzt muss im Voraus geplant werden, wo das Brennholz gelagert werden kann. Hier geht es nicht um die „Portion“, die an einem Abend verfeuert wird und die meist in direkter Nähe zum Kaminofen vorgehalten wird. Vielmehr benötigen die größeren Mengen Kaminholz einen Lagerplatz, an dem die Scheite trocken und belüftet aufbewahrt werden. Vorab sollte auch hierfür entsprechend Platz eingeplant werden für bis zu 5 oder 6 Kubikmeter Scheitholz.

Brennholz- bzw. Kaminholzregal © johzio, stock.adobe.com
Brennholz- bzw. Kaminholzregal © johzio, stock.adobe.com

Fazit

Ein Kaminofen im Neubau ist letztlich viel einfacher zu realisieren als in einem bestehenden Wohnhaus und auch preisgünstiger – vorausgesetzt, er steht früh genug im Plan. Fast alles, was den nachträglichen Einbau teuer macht, ist im Rohbau noch billig zu haben: der Schacht nah am First, die Zuluftleitung, die Tragfähigkeit des Bodens, der Anschluss an einen Pufferspeicher. Wesentlich ist die frühe Abstimmung mit dem Bezirksschornsteinfeger und dem Architekten. Mit diesen zusammen kann dann die Planung hinsichtlich dieser Aspekte erfolgen:

  • Schornstein
  • Art des Ofens
  • Integration in Heizsystem
  • Heizleistung
  • Statik
  • Lagerort für Brennholz
Kaminofen © D. Ott, stock.adobe.com
Kaminofen Umweltfreundlichkeit

Kaminofen Umweltfreundlichkeit und Klimafreundlichkeit Wie umweltfreundlich heize ich mit meinem Kaminofen? Kann ich angesichts der Klima- und Feinstaubdiskussion noch mit… weiterlesen

Bis zu 30 % sparen

Kamin- und Ofenbauer – Angebote vergleichen

  • Unverbindlich
  • Qualifizierte Anbieter
  • Kostenlos