Der Kaminofen und seine Varianten
Kaminöfen gibt es in den unterschiedlichsten Varianten. Von günstigen Kaminöfen aus dem Baumarkt zur Einzelraumbeheizung bis hin zum wassergeführten Kaminofen, der nicht nur die Heizungsanlage unterstützt, sondern auch noch die Brauchwasserbereitung übernimmt. Auch die „Fütterungsarten“ eines Kaminofens unterscheiden sich von Kaminofen zu Kaminofen. Die gängige Brennstoffvariante ist zwar nach wie vor Scheitholz, doch Holzbriketts, Kohlebriketts oder Pellets sind nur dann geeignet, wenn die jeweilige Feuerstätte dafür zugelassen ist und die Bedienungsanleitung diesen Brennstoff erlaubt.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Bauart entscheidet vor allem darüber, wie lange die Wärme hält und wie oft nachgelegt werden muss.
- Ein Speichermantel aus Speckstein oder Kacheln verteilt die Wärme über Stunden, spart aber kaum Holz.
- Automatisch geregelte Pelletöfen legen selbst nach, brauchen Strom und müssen strengere Emissionswerte einhalten.
- Wasserführende Öfen speisen Wärme in die Heizung ein – nur mit Pufferspeicher und Fachplanung.

Kaminofen-Konfigurator:
Jetzt Kaminofen konfigurieren und Top-Angebote erhalten!
Kaminofen mit und ohne Ummantelung
Kaminöfen, die ohne zusätzliche Ummantelung eines wärmespeichernden Mediums verbaut sind, geben ihre Wärme direkt an die Umgebung ab. Meistens sind sie aus Gusseisen oder Stahlblech gefertigt und mit einer Glastür für die freie Sicht auf den Brennraum versehen. Die Verbrennung findet innerhalb einer Brennkammer statt, bei der das Brenngut auf einem Rost liegt und entfacht wird.
Kaminöfen mit Ummantelung sind ebenfalls zumeist aus Stahlblech gefertigt und geben durch eine feuerfeste Glastür die Sicht auf die Brennkammer ebenfalls frei. Allerdings verfügen sie über eine zusätzliche Verkleidung aus wärmespeicherndem Material. Häufig wird hierfür Speckstein verwendet, der den Kaminofen an den Seiten, sowie teilweise „on Top“ ziert. Man spricht dann vom so genannten Specksteinofen.

Auch andere Natursteine oder Kacheln kommen als Wärmespeicher in Frage. Ein Teil der Verbrennungswärme wird darin „zwischengespeichert“, der Rest wird als Konvektionswärme an den Raum abgegeben. Die Speichermasse erhöht den Strahlungsanteil und liefert noch Wärme, wenn das Feuer längst erloschen ist. Wichtig zur Einordnung: Der Wirkungsgrad selbst steigt dadurch kaum – die gleiche Energiemenge wird nur gleichmäßiger über die Zeit verteilt. Der Vorteil liegt im Komfort, nicht im Holzverbrauch.
Pellet-Kaminofen
Der Pellet-Kaminofen ist eine spezielle Form des Kaminofens: Statt Scheitholz verbrennt er Holzpellets, die eine Förderschnecke aus einem integrierten Tank in die Brennkammer transportiert. Nachgelegt werden muss also nicht von Hand. Die Verbrennung ist dadurch gleichmäßiger geregelt als beim Scheitholzofen – entsprechend strenger sind auch die Anforderungen: In der Typprüfung nach Anlage 4 der 1. BImSchV muss ein Pelletofen ohne Wassertasche höchstens 0,03 g/m³ Staub und 0,25 g/m³ Kohlenmonoxid ausstoßen und einen Wirkungsgrad von mindestens 85 Prozent erreichen; für einen typischen Scheitholz-Raumheizer mit Flachfeuerung nach DIN EN 13240 liegen die Werte bei 0,04 g/m³ Staub, 1,25 g/m³ CO und 73 Prozent Mindestwirkungsgrad.
Der Komfort üblicher automatisch geregelter Pelletöfen hat allerdings einen Preis: Förderschnecke, Gebläse und Steuerung brauchen Strom, und das Gebläse ist im Betrieb hörbar. Bei Stromausfall steht dieser Ofentyp; stromlose Pelletöfen sind Sonderfälle mit anderer Technik. Auch das Flammenbild fällt kleiner aus als beim Scheitholzfeuer.

Auch das Flammenbild ist beim Pellet-Kaminofen gegeben, obschon es nicht die Ausmaße eines mit Holz beschickten Kaminofens annimmt. Dennoch wartet der Pellet-Kaminofen mit einem großen Vorteil gegenüber dem holzbeschickten Kaminofen auf: Er lässt längere Abwesenheitszeiten zu, da die Pellet-Zufuhr automatisch erfolgt und ein Nachfüllen erst bei leerem Tank vorgenommen werden muss.
Wasserführender Kaminofen
Ein wasserführender Kaminofen hat einen Wärmetauscher („Wassertasche“), der einen Teil der Verbrennungswärme an das Heizungswasser abgibt; der Rest heizt weiterhin den Aufstellraum. Das warme Wasser geht in einen Pufferspeicher – ohne ihn funktioniert das System nicht, weil die Wärme eines Abbrands sonst nirgends hin kann. Aus dem Puffer kann die Wärme später für Heizkörper oder Warmwasser abgerufen werden, etwa für die Dusche am nächsten Morgen.
Wie viel der Ofen ins Wasser abgibt, hängt von der Bauart ab und ist herstellerseitig festgelegt; der Rest bleibt Raumwärme. Die hydraulische Einbindung samt Rücklaufanhebung, thermischer Ablaufsicherung und Speicherdimensionierung gehört in Fachhand – ein wasserführender Ofen ist keine Selbstbau-Lösung. Als vollwertigen Ersatz für die Zentralheizung sollte man ihn trotzdem nicht einplanen: Er liefert Wärme nur, wenn jemand nachlegt.
Wasserführender Kaminofen: Lohnt sich der Aufwand?
Vorteile
- Die Wärme eines Abbrands verpufft nicht im überhitzten Wohnzimmer, sondern wandert in den Speicher.
- Aus dem Puffer kann sie später Heizkörper oder Warmwasser versorgen – etwa für die Dusche am Morgen.
- Gut kombinierbar mit Solarthermie, die denselben Pufferspeicher nutzt.
Nachteile
- Ein Teil der Wärme fehlt im Aufstellraum – das Wohnzimmer wird schwächer warm als bei einem Ofen ohne Wassertasche.
- Im Sommer bleibt der Ofen kalt: Für die Warmwasserbereitung allein trägt er sich nicht.
- Der Pufferspeicher muss zur Ofenleistung passen und braucht Platz – im Bestand oft der Knackpunkt.
- Anschaffung und Montage liegen deutlich über dem einfachen Kaminofen; ob sich das rechnet, hängt daran, wie oft wirklich geheizt wird.

Wasserführender Kaminofen: Komponenten, Vorteile und Nachteile Ein Standard-Kaminofen ist lediglich an einen Schornstein angeschlossen, durch den die beim Heizen entstehenden… weiterlesen
Sturzbrand-Kaminofen
Die meisten Kaminöfen arbeiten mit oberem Abbrand: Das Holz brennt in einer einzigen Brennkammer ab. Moderne Geräte führen dabei über Sekundär- und Tertiärluft gezielt Luft in die aufsteigenden Holzgase und verbrennen sie weitgehend mit – die Vorstellung, ein Kaminofen mit oberem Abbrand verbrenne grundsätzlich unvollständig, trifft so nicht zu. Deutlich riechbarer Rauch rund ums Haus ist kein Bauart-Merkmal, sondern in aller Regel ein Zeichen für feuchtes Holz, zu wenig Luft in der Anbrennphase oder einen gedrosselten Schwelbrand.
Beim Sturzbrand läuft es umgekehrt: Der Brennstoff Holz wird zunächst erhitzt und ausgegast, die entweichenden Holzgase werden anschließend gezielt verbrannt. Dafür hat ein Sturzbrand-Ofen zwei Kammern: oben den Holzfüllraum, darunter die eigentliche Brennkammer, getrennt durch eine Brennerplatte aus feuerfester Keramik. Das Holz wird oben eingefüllt.
Nach der Anfeuerung verdampft jetzt zunächst die Restfeuchte des Holzes, während bei der anschließenden Holzvergasung die leichteren Gas-Bestandteile vorverbrannt werden. Die Verbrennungsgase gelangen danach, zusammen mit den unverbrannten Gasbestandteilen der glühenden Holzkohle, in die untere Brennkammer, wo nun auch die schwer brennbaren Holzgasanteile verbrannt werden. Der Sturzbrand-Kaminofen ist also eine Kombination aus Holzvergaser mit den Vorzügen der sichtbaren Flamme eines Kaminofens.
Welche Bauart passt zu Ihrem Alltag?
Nicht die Optik entscheidet, sondern die Frage, wann Sie zu Hause sind und wer nachlegen kann.
WennSie abends gelegentlich ein Feuer genießen wollen
Dann Kaminofen aus Stahl oder Guss
Er wird schnell warm, ist vergleichsweise günstig und kühlt nach dem Abbrand wieder aus – für das Feierabendfeuer genau richtig.
WennSie täglich heizen und gleichmäßige Wärme möchten
Dann Speicherofen mit Naturstein- oder Kachelmantel
Die Speichermasse gibt die Wärme über Stunden ab. Das hohe Gewicht macht vorab eine Prüfung der Decke nötig.
WennSie tagsüber außer Haus sind und niemand nachlegen kann
Dann Pelletofen
Die Förderschnecke legt automatisch nach, die Verbrennung ist geregelt. Dafür braucht der Ofen Strom, und das Gebläse ist hörbar.
WennSie mit dem Ofen auch die Heizung entlasten wollen
Dann Wasserführender Kaminofen mit Pufferspeicher
Nur sinnvoll, wenn Platz für den Puffer da ist und die Hydraulik fachgerecht geplant wird. Als alleinige Heizung taugt er nicht.
Faustregel: Je seltener Sie heizen, desto weniger lohnt sich Speichermasse – je öfter, desto mehr.
Kaminofen – Einsatzmöglichkeiten und Voraussetzungen Schon seit Jahrhunderten begleitet der Kaminofen den Menschen und sorgt für eine angenehme Temperierung des… weiterlesen



