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Wärmepumpe nachrüsten

Wärmepumpen nutzen überwiegend Umweltwärme und sind damit klimaschonender als Öl- oder Gasheizungen – wie klimafreundlich sie wirklich sind, hängt vom Strom ab, mit dem sie betrieben werden. Aus der kostenlos vorhandenen Umweltenergie kann mit einer Wärmepumpe mithilfe eines Verdichters Wärme erzeugt werden. In Neubauten ist der Einbau einer Wärmepumpe einfach und sinnvoll. Gerade durch die Diskussion um die Energie- und Wärmewende wird immer häufiger diskutiert, ob es möglich und sinnvoll ist, eine Wärmepumpe im Altbau nachzurüsten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wärmepumpen lassen sich auch im Altbau nachrüsten – Voraussetzung sind vor allem geeignete Heizflächen und eine niedrige Vorlauftemperatur.
  • Am einfachsten ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe; Erdwärme arbeitet effizienter, ist aber aufwendiger zu erschließen.
  • Reicht die Leistung an sehr kalten Tagen nicht, ist ein bivalenter Betrieb mit der vorhandenen Heizung eine Lösung.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit eine Wärmepumpe nachgerüstet werden kann?

Die richtigen Heizkörper

Moderne Wärmepumpen erzeugen je nach genutzter Umweltenergie und Auslegung aus 1 Kilowattstunde Strom rund 3 bis 4,5 Kilowattstunden Wärme – der übrige Anteil stammt kostenlos aus der Umwelt. Besonders effizient arbeitet eine Wärmepumpe, wenn die Temperatur der Umweltenergie möglichst wenig angehoben werden muss. Dies ist vor allem bei Niedertemperatur-Heizungen der Fall, die mit niedrigen Vorlauftemperaturen auskommen. Optimal für die Nachrüstung einer Wärmepumpe ist also eine niedrige Vorlauftemperatur. Diese hängt unter anderem von der Art der Heizkörper ab. Sogenannte Flächenheizungen wie Fußboden- oder Wandheizungen gelten als ideal.

Wärmepumpe: Die Dimensionierung der Heizkörper ist wichtig
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Bei der Nachrüstung von Wärmepumpen können aber auch die sehr häufig überdimensionierten Heizkörper in Altbauten mit einer großen Heizfläche genutzt werden. Alternativ können auch Niedertemperatur-Heizkörper zu kleine Radiatoren ersetzen.

Platz für die Wärmepumpe

Gerade in bestehenden Gebäuden ist es wichtig, den richtigen Platz für die Wärmepumpe zu finden. Weit verbreitet ist die Aufstellung der Wärmepumpe außen. Bei Außenaufstellung sollte der Standort so gewählt werden, dass die Immissionsrichtwerte der TA Lärm am Nachbarfenster eingehalten werden; der nötige Abstand hängt von Modell, Aufstellung und Umgebung ab. Eine Innenaufstellung ist vor allem bei Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen in Heizungsräumen üblich; Luft-Wasser-Wärmepumpen benötigen dafür ein geeignetes Innenmodell mit Luftführung nach außen.

Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Speicher im Heizungsraum © Bundesverband Wärmepumpe
Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Speicher im Heizungsraum © Bundesverband Wärmepumpe

Welche Wärmepumpen können nachgerüstet werden?

Es gibt drei mögliche Arten von Wärmepumpen, die für eine Nachrüstung in bestehenden Gebäuden geeignet sind: Luft-Wasser-Wärmepumpe, Sole-Wasser-Wärmepumpe und Wasser-Wasser-Wärmepumpen. Je nach Wärmepumpe müssen unterschiedliche Bedingungen erfüllt sein, um sie nachrüsten zu können. Außerdem ist der Aufwand – und damit auch die Kosten – unterschiedlich hoch.

Welcher Typ infrage kommt, hängt vor allem vom Grundstück und vom gewünschten Aufwand ab. Die folgende Entscheidungshilfe zeigt die typischen Wege für die Nachrüstung im Bestand.

Welche Wärmepumpe passt in Ihren Altbau?

1. Gibt es einen Garten für Erdkollektoren oder Platz für eine Erdsondenbohrung?

JaEine Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme) ist möglich und arbeitet besonders effizient.
NeinErdwärme scheidet meist aus – weiter zur nächsten Frage.

2. Liegt das Grundstück außerhalb von Wasserschutzgebieten und ist Grundwasser nutzbar?

JaEine Wasser-Wasser-Wärmepumpe ist denkbar (genehmigungspflichtig), lohnt aber eher bei größeren Gebäuden.
NeinGrundwasser ist dann meist keine Option – prüfen Sie die Vorgaben der Unteren Wasserbehörde; häufig bleibt die Luft-Wasser-Wärmepumpe.

3. Soll die Nachrüstung möglichst einfach und preiswert sein?

JaDie Luft-Wasser-Wärmepumpe ist am einfachsten nachzurüsten.
AchtungReicht die Leistung an sehr kalten Tagen nicht, hilft ein bivalenter Betrieb mit vorhandener Gas- oder Pelletheizung.
EmpfehlungFür die meisten Altbauten ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe der einfachste Einstieg; bei Garten oder Bohrmöglichkeit lohnt der Effizienzvorteil der Erdwärme. Entscheidend bleibt eine möglichst niedrige Vorlauftemperatur.
Wärmepumpe © caifas, stock.adobe.com
Verschiedene Wärmepumpen sind nachrüstbar. © caifas, stock.adobe.com

Nachrüstung von Luft-Wasser-Wärmepumpen

Gerade Luft-Wasser-Wärmepumpen lassen sich besonders einfach nachrüsten. Sie nutzen die Wärme in der Umgebungsluft als Energiequelle. Daher ist der Aufwand zur Erschließung der Energiequelle verglichen mit den Alternativen sehr gering. Notwendig ist hier der richtige Ort, um die Wärmepumpe aufzustellen. Es muss also Platz vorhanden sein, was in dicht bebauten Regionen schwierig sein kann. Dann ist aber auch eine Aufstellung im Inneren des Gebäudes möglich, wenn hier auch einige Punkte berücksichtigt werden müssen.

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Luft-Wasser-Wärmepumpen sind nicht ganz so effizient wie Sole- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpen, dafür aber wegen der entfallenden Erschließungskosten deutlich preiswerter. Sinnvoll ist eine Nachrüstung von Luft-Wasser-Wärmepumpen vor allem bei niedrigeren Heizlasten. Komplett installiert liegen die Kosten einer Luft-Wasser-Wärmepumpe je nach Gebäude und Leistung bei rund 25.000 bis 40.000 Euro; Details zeigt unser Ratgeber zu den Wärmepumpen-Kosten.

Nachrüstung von Sole-Wasser-Wärmepumpen

Sole-Wasser-Wärmepumpen nutzen Erdwärme als Umweltenergie. Die höhere und im Jahresverlauf vor allem gleichmäßige Temperatur der Umweltenergie macht Sole-Wasser-Wärmepumpen besonders effizient. Allerdings sind hier entweder Erdsonden oder Erdkollektoren notwendig. In Bestandsgebäuden ist daher die Erschließung nicht immer möglich. Erdkollektoren können in Altbauten mit Garten mit entsprechendem Aufwand häufig leichter eingebaut werden als Erdsonden, da hier die Zugänglichkeit für die Bohrungen oft nicht realisiert werden kann. Der höhere Aufwand zur Erschließung spiegelt sich auch in den Kosten wider: Bei der Nachrüstung von Sole-Wasser-Wärmepumpen sollte man mit Kosten von 30.000 bis 50.000 Euro rechnen – je nachdem, ob Erdkollektoren oder eine Erdsonde erschlossen werden.

Nachrüstung von Wasser-Wasser-Wärmepumpen

Wasser-Wasser-Wärmepumpen sind hocheffizient. Sie nutzen die im Grundwasser vorhandene Wärme als Energiequelle. Allerdings muss auch hier das Grundstück für die Nachrüstung geeignet sein. In Wasserschutzgebieten ist eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe häufig ausgeschlossen oder nur unter strengen Auflagen möglich; maßgeblich entscheidet die Untere Wasserbehörde. Für Grundwasser-Wärmepumpen ist in der Regel eine wasserrechtliche Erlaubnis nötig. Die Kosten für die Nachrüstung einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe liegen auf einem ähnlichen Niveau wie bei Sole-Wasser-Wärmepumpen, also bei rund 30.000 bis 45.000 Euro.

Nachrüstung zum Wärmepumpen-Hybrid-System

Für viele Altbauten ist die Nachrüstung einer Wärmepumpe sinnvoll, wenn diese dann mit einer weiteren Wärmeerzeugung kombiniert wird. Ist etwa eine Pelletheizung oder eine Gas-Brennwerttherme bereits vorhanden, so können diese optimal mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe kombiniert werden. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe kann in diesem Fall den größten Teil des Jahres den Bedarf decken. Bei besonders hohem Wärmebedarf etwa an kalten Wintertagen kann dann die andere Heizung unterstützen. Dieser bivalente Betrieb von Wärmepumpen ist besonders gut für Altbauten geeignet, wenn die Heizkörper nicht ausgetauscht werden sollen.

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Vorteile der Nachrüstung von Wärmepumpen

Es ergeben sich eine ganze Reihe von Vorteilen, wenn Wärmepumpen in Bestandsgebäuden nachgerüstet werden:

  • höhere Energieeffizienz
  • geringere Heizkosten
  • weniger abhängig von CO₂-Kosten auf Öl und Gas
  • Wartungsfreundlichkeit der Wärmepumpe
  • Wertsteigerung des Gebäudes
  • Zukunftsfähigkeit gesichert
  • Je nach KfW-Förderbedingungen können Fördermittel den Eigenanteil deutlich senken

Fazit

Wärmepumpen sind nicht nur für Neubauten ideal, sie eignen sich auch hervorragend, um in Bestandsimmobilien nachgerüstet zu werden. Dabei müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein, vor allem muss ein geeigneter Platz für die Wärmepumpe vorhanden sein.

Bei Gebäuden mit sehr hohem Wärmebedarf kann eine Wärmepumpe mit einem weiteren Wärmeerzeuger kombiniert werden. Eine passende Wärmepumpe kann die energetische Qualität und Marktgängigkeit der Immobilie verbessern; die Nachrüstung kann durch den Bund finanziell gefördert werden, wenn die jeweiligen Förderbedingungen erfüllt sind.

Luft-Wasser-Wärmepumpe im Altbau © Bundesverband Wärmepumpe
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