Nachteile von Wärmepumpen
Auch Wärmepumpen sind nicht nur mit Vorteilen behaftet. Wenn eine Wärmepumpe zu Heizzwecken oder zur Erwärmung des Brauchwassers eingesetzt werden soll, finden sich durchaus auch Nachteile. Allerdings beschränken die sich weniger auf die Technik, als vielmehr auf die Voraussetzungen der örtlichen Gegebenheiten. Teils aufwändige Genehmigungsverfahren, ein ausreichendes Platzangebot und oft hohe Erschließungskosten stehen der Wärmepumpentechnik nicht selten im Wege. Dennoch ist die Wärmepumpe eine der ausgereiftesten Möglichkeiten, die kostenlose Energie aus der Umwelt auszuschöpfen – zumindest von der technischen Seite. Stimmen die Bedingungen, so lässt sich mit ihr effizient und umweltschonend Heizen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die meisten Nachteile betreffen nicht die Technik, sondern die Voraussetzungen am Standort: Platz, Untergrund und Genehmigungen.
- Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen brauchen oft Genehmigungen und höhere Erschließungskosten; Luft-Wärmepumpen sind unkomplizierter.
- Effizient arbeitet eine Wärmepumpe vor allem bei niedriger Vorlauftemperatur und gut gedämmtem Gebäude.

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Genehmigungen, Platzbedarf und Örtlichkeit
Das wohl größte Manko von Wärmepumpen ist die Abhängigkeit der Installation von den Gegebenheiten vor Ort. Gerade Sole-Wasser-Wärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen, bei denen auf Erdwärme bzw. Grundwasserwärme gesetzt wird, können hier betroffen sein.
Bei Wasser-Wasser-Wärmepumpen müssen Grundwasser in ausreichender Menge und geeigneter Qualität sowie zwei Brunnen vorhanden sein. Die Entnahme und Wiedereinleitung des Grundwassers braucht in der Regel eine wasserrechtliche Erlaubnis; bei Bohrungen über 100 Metern greift zusätzlich § 127 BBergG, die Bergbehörde prüft bzw. überwacht das Vorhaben. Wirtschaftlich sind Grundwasser-Wärmepumpen vor allem bei vergleichsweise geringen Brunnentiefen; für Ein- und Zweifamilienhäuser werden häufig Tiefen bis etwa 30 Meter genannt.
Bei der Sole-Wasser-Wärmepumpe müssen Bodenbeschaffenheit, Wärmeentzugsleistung und Grundstück passen, damit ein effizienter Betrieb möglich ist. Hinzu kommen die hohen Erschließungskosten bei den Erdsonden; je nach Grundwasserbezug ist eine Anzeige oder wasserrechtliche Erlaubnis nötig, bei Bohrungen über 100 Metern zusätzlich die Prüfung nach § 127 BBergG. Bei Erdkollektoren wiederum ist der große Platzbedarf, der nötig ist, um das horizontale Rohrsystem zu verlegen, als Nachteil zu nennen.
Luft-Wasser-Wärmepumpen und Luft-Luft-Wärmepumpen sind meist deutlich einfacher zu installieren als Erd- oder Grundwasseranlagen. Bei Außenaufstellung müssen aber Schall, Aufstellort und die Vorgaben der TA Lärm geprüft werden; Luft-Luft-Systeme stellen zudem hohe Anforderungen an Gebäudehülle und Luftverteilung.

Schwankende Betriebskosten
Ein gerne aufgeführter Kritikpunkt an der Wärmepumpentechnik ist der Stromverbrauch. Da Wärmepumpen nicht selber Strom erzeugen können, um die aus der Natur abgezapfte Wärme für das Heizsystem noch weiter zu temperieren, wird eine externe Energiequelle benötigt. Dieser Strom kommt natürlich aus der Steckdose und stammt in vielen Fällen vom Kraftwerk. Hierdurch werden Emissionen frei, die die Öko-Bilanz von Wärmepumpen verschlechtern.
Vor Ort stoßen Wärmepumpen zwar keine CO2-Emissionen aus, da sie ohne Verbrennung arbeiten; ihre Klimabilanz hängt aber vom eingesetzten Strom und von der Jahresarbeitszahl ab. Ein Ökostromtarif oder eine eigene Photovoltaik-Anlage verbessern die Bilanz, wobei Photovoltaik im Winter meist nur einen Teil des Wärmepumpenstroms deckt. Ob auch die Betriebskosten niedriger liegen als bei Gas oder Öl, hängt von Strompreis, Tarif und Effizienz der Anlage ab.


Wirkungsgrad und Heizsystem
Um effizient und wirtschaftlich zu arbeiten, muss der Wirkungsgrad einer Wärmepumpe entsprechend hoch sein. Als effizient gelten Wärmepumpen ab einer Jahresarbeitszahl von etwa 3 – sie geben dann ein Vielfaches der eingesetzten Stromenergie als Wärme ab. Werte um 4 und höher erreichen vor allem gut ausgelegte Anlagen mit niedriger Vorlauftemperatur. Hinzu kommen die Anforderungen an das Heizsystem. Alte Heizsysteme sind oftmals auf hohe Vorlauftemperaturen angewiesen.
Eine Wärmepumpe arbeitet besonders effizient bei niedrigen Vorlauftemperaturen; ideal sind häufig etwa 30 bis 50 Grad Celsius, je niedriger desto besser. Fußbodenheizungen, Wandheizungen oder Niedrigtemperaturheizkörper kommen mit solchen Temperaturen gut aus. Als Faustregel gilt: Bleibt das Haus möglichst ganzjährig unter 55 Grad Vorlauf, kann eine Wärmepumpe auch im Bestand sinnvoll sein. Zudem helfen niedrige Heizlast und gute Dämmung, den Stromverbrauch zu begrenzen.
Lassen sich die Nachteile vermeiden?
Die meisten der genannten Nachteile lassen sich durch sorgfältige Planung deutlich entschärfen – sie sind weniger ein Problem der Technik als der richtigen Voraussetzungen. Wer die wichtigsten Punkte schon vor dem Kauf klärt, vermeidet die häufigsten Stolperfallen und holt das Beste aus der Anlage heraus.
Vor dem Kauf prüfen: passt eine Wärmepumpe zu Ihrem Haus?
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