Die Einsatzmöglichkeiten von Wärmepumpen
Wärmepumpen stellen nicht nur im Neubaubereich eine hervorragende Alternative zu herkömmlichen Heizsystemen dar, sondern Wärmepumpen eignen sich auch zum Nachrüsten. Damit sind Wärmepumpen auch im Altbaubereich und bei energetischen Sanierungsmaßnahmen eine gute Möglichkeit, effizient, umweltschonend und kostengünstig zu heizen und das Brauchwasser zu erwärmen. Vielfach lassen sich Wärmepumpen zudem in bestehende Heizsysteme integrieren, entweder zur ausschließlichen Nutzung oder zur Unterstützung von Gas- oder Ölheizungen. Je nach Platzangebot und Beschaffenheit des Standorts, den möglichen Genehmigungsvorschriften, der geplanten Investitionsbereitschaft, und nicht zuletzt der gewünschten Einsatzmöglichkeiten eignen sich Luft, Wasser und Erde unterschiedlich gut als Energielieferant.
Ob eine Wärmepumpe zu Ihrem Gebäude passt, beantwortet der Eignungs-Check anhand von sechs Fragen.
Das Wichtigste in Kürze
- Wärmepumpen heizen nicht nur – viele Modelle können auch kühlen und das Warmwasser bereiten.
- Zum Kühlen muss die Anlage dafür ausgelegt sein: Luft-Wasser-Geräte kühlen aktiv, Sole- und Wasser-Wärmepumpen häufig passiv.
- Warmwasser ist mit den meisten Heizungs-Wärmepumpen möglich; nur Luft-Luft-Geräte brauchen dafür eine separate Lösung.
- Auch im Altbau möglich – Voraussetzung sind eine ausreichende Dämmung und passende Heizflächen.

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Wärmepumpen-Arten im Überblick: Was kann welche?
| Wärmepumpen-Art | Kühlen | Warmwasser | Eignung Altbau |
|---|---|---|---|
| Luft-Wasser | aktiv (umkehrbarer Kreis) | ja, mit Speicher | gut – bei passenden Heizflächen |
| Sole-Wasser (Erdwärme) | oft passiv | ja, mit Speicher | gut – Bohrung/Kollektor nötig |
| Wasser-Wasser (Grundwasser) | oft passiv | ja, mit Speicher | gut – Brunnen + Genehmigung nötig |
| Luft-Luft (Split) | ja | nein | einzelne Räume möglich |
Auch einzelne Wohnungen lassen sich versorgen: Wärmepumpe für die Wohnung.
Heizen und Kühlen mit der Wärmepumpe
Im Gegensatz zu herkömmlichen Heizsystemen eignen sich die verschiedenen Wärmepumpen nicht nur zum Heizen von Gebäude und Brauchwasser, sondern auch zum Kühlen. Gerade an heißen Sommertagen ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Um eine Wärmepumpe zur Kühlung zu nutzen, muss sie für Kühlbetrieb ausgelegt sein; teils ist die Funktion bereits integriert. Anstatt die Wärme des Mediums (Luft, Wasser, Erde) an das Kältemittel abzugeben und durch Verdichtung auf ein für Heizzwecke geeignetes Temperaturniveau zu bringen, wird die Fließrichtung einfach umgekehrt.
Bei aktiver Kühlung transportiert der umgekehrte Kältekreis Wärme aus den Räumen nach außen. Bei Luft-Luft-Wärmepumpen geschieht das meist direkt über Innen- und Außengerät; ein Erdwärmetauscher ist nur eine Sonderlösung bei zentralen Lüftungsanlagen.
Beim Kühlen unterscheidet man zwei Verfahren: Luft-Wasser-Wärmepumpen kühlen aktiv, indem sie den Kältekreis umkehren und dafür Strom für den Verdichter aufwenden. Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen können dagegen häufig passiv kühlen – sie leiten die Wärme nahezu stromfrei direkt ins kühle Erdreich oder Grundwasser ab, was deutlich effizienter ist. In beiden Fällen sollte eine Taupunktüberwachung verhindern, dass sich an den gekühlten Flächen Kondenswasser bildet.

Brauchwasser temperieren mit der Wärmepumpe
Um mit der Wärmepumpe nicht nur zu heizen, sondern auch Warmwasser bereitzustellen, gibt es verschiedene Konzepte: zentrale Warmwasserbereitung über die Heizungswärmepumpe oder ein separates System wie eine Brauchwasser-Wärmepumpe. Warmwasser benötigt höhere Temperaturen als die Raumheizung; das kann die Effizienz senken. Welche Lösung günstiger ist, hängt von Warmwasserbedarf, Speichergröße, Leitungswegen und vorhandener Anlage ab.

Ein integrierter Warmwasserspeicher spart häufig Platz und zusätzliche Gerätetechnik. Eine separate Brauchwasser-Wärmepumpe kann dagegen im Bestand sinnvoll sein, wenn Warmwasser unabhängig von der Heizungsanlage erzeugt werden soll. Entscheidend ist eine passende Dimensionierung von Speicher und Wärmepumpe.
Bei der Luft-Luft-Wärmepumpe ist das Beheizen des Brauchwassers nicht möglich, da sie Raumluft erwärmt beziehungsweise kühlt, aber kein Trinkwasser bereitstellt.
Anforderungen an Heizkessel und Heizkörper
Das Ziel einer Wärmepumpenheizung ist es, aus dem Energieangebot der angezapften Wärmequelle mit möglichst geringem elektrischen Aufwand ein Maximum an Heizenergie zu gewinnen. Damit das System wirtschaftlich arbeiten kann, sollte das Gebäude gut gedämmt sein, aber auch eine schon bestehende Heizung und die angebrachten Heizkörper müssen für den zusätzlichen Einsatz einer Wärmepumpe ausgelegt sein. Hier kommt es auf die richtige Dimensionierung an.

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Kurz gefragt
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Vorhandene Heizkörper oder Flächenheizungen können weiterverwendet werden, wenn sie ausreichend groß sind und das Gebäude mit niedrigen Vorlauftemperaturen warm wird. Das sollte ein Fachbetrieb über Heizlast, Heizflächen und hydraulischen Abgleich prüfen. Auch Anlagen mit bisher hohen Vorlauftemperaturen schließen die Wärmepumpe nicht aus; oft sind dann größere Heizkörper, Dämmmaßnahmen oder ein anderes Betriebskonzept nötig.
Niedertemperatur- oder Wärmepumpenheizkörper können helfen, die nötige Vorlauftemperatur zu senken. Je nach Bauart sind das größere Plattenheizkörper oder kompakte Heizkörper mit Ventilator; oft reicht es, einzelne zu kleine Heizkörper auszutauschen.
Welche Wärmepumpe für den Altbau
Nicht alle Wärmepumpen eignen sich für den Einsatz im Altbau und lassen sich problemlos und ohne großen baulichen Aufwand nachrüsten. Eine ausreichende Dämmung ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Wärmepumpe effizient und wirtschaftlich arbeiten kann. Je nach Gegebenheit kommen für den Einsatz im Bestandsbau sowohl Sole-Wasser-Wärmepumpen, als auch Luft-Wasser-Wärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen in Frage.
Einzig die Luft-Luft-Wärmepumpe als zentrales, kanalgebundenes Lüftungssystem ist wegen des hohen baulichen Aufwands für Altbauten meist ungeeignet; einzelne Räume lassen sich im Bestand aber mit kompakten Split-Luft-Luft-Geräten beheizen und kühlen. Für Niedrigenergiehäuser oder Neubauten mit noch höherem Effizienzniveau nach dem aktuellen Gebäude-Energie-Gesetz bietet sie jedoch eine hervorragende Alternative zum herkömmlichen Heizsystem.
Welche Wärmepumpe passt zu Ihrem Vorhaben?
1. Ist Ihr Gebäude ausreichend gedämmt – oder lässt es sich dämmen?
2. Wollen Sie im Sommer auch kühlen?
3. Soll die Wärmepumpe auch das Warmwasser machen?
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