Erdwärmebohrung: Kosten, Voraussetzungen und Firmensuche
Für Sole-Wasser-Wärmepumpen, die die Erdwärme als Umweltwärme nutzen, kommen entweder Flächenkollektoren oder Erdsonden infrage. Für die Erdsonden sind entsprechende Bohrungen notwendig. Diese Bohrungen können senkrecht oder schräg verlaufen, je nachdem, wie die geologischen Gegebenheiten vor Ort ausfallen.
Das Wichtigste in Kürze
- Jede Erdwärmebohrung muss vor Baubeginn bei der unteren Wasserbehörde angezeigt werden; in Wasserschutzgebieten ist sie meist nicht erlaubt.
- Bis 100 Meter gelten Wasserrecht und die GeolDG-Anzeige; bei mehr als 100 Metern kommt zusätzlich das Bergrecht hinzu.
- Die Bohrkosten liegen grob bei 50 bis 100 Euro pro Meter; das genaue Angebot hängt von Tiefe, Geologie und Sondenzahl ab.
- Für die Förderung muss die Bohrfirma nach DVGW W 120-2 zertifiziert sein.

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Voraussetzungen für Erdwärmebohrungen
Bevor eine Bohrung für eine Erdsonde in Auftrag gegeben werden kann, ist sie wasserrechtlich anzeige- bzw. erlaubnispflichtig: Erdwärmesondenbohrungen gelten als Erdaufschluss nach § 49 WHG und sind vor Beginn bei der zuständigen unteren Wasserbehörde anzuzeigen (Fristen siehe unten). Diese prüft das Vorhaben und kann je nach Standort eine wasserrechtliche Erlaubnis verlangen oder die Bohrung untersagen. Die Anzeige stellen im Normalfall die durchführenden Bohrunternehmen. In Wasserschutzgebieten werden Erdwärmebohrungen meist nicht erlaubt; in den weniger strengen Schutzzonen (etwa Zone III) sind Ausnahmen im Einzelfall möglich.
Je nachdem, wie tief die Erdwärmesonden eingebracht werden, sind unterschiedliche Behörden beteiligt. Wasserrechtlich ist die Bohrung als Erdaufschluss nach § 49 WHG grundsätzlich einen Monat vor Beginn bei der unteren Wasserbehörde anzuzeigen; zusätzlich ist die Bohrung als geologische Untersuchung nach § 8 GeolDG spätestens zwei Wochen vor Beginn beim zuständigen geologischen Dienst des Landes anzuzeigen. Dringt die Bohrung mehr als 100 Meter in den Boden ein, greift zusätzlich das Bergrecht (§ 127 BBergG): Solche Bohrungen sind außerdem bei der zuständigen Bergbehörde anzuzeigen.
Eignungs-Check: Kommt eine Erdwärmesonde für mein Grundstück infrage?
Drei Fragen geben eine erste Einschätzung, ob eine Sondenbohrung an Ihrem Standort realistisch ist.
1. Liegt Ihr Grundstück in einem ausgewiesenen Wasserschutzgebiet?
Ja
In der Regel nicht möglich
Klären Sie früh mit der unteren Wasserbehörde, ob für Ihre Schutzzone eine Ausnahme denkbar ist – sonst sind Flächenkollektoren oder eine andere Wärmequelle die Alternative.
Ergebnis
Nein / unklar
Weiter zur Tiefe
Dann entscheiden Geologie und Platz vor Ort.
→ Frage 2
2. Ist eine Bohrtiefe von mehr als 100 Metern nötig?
Ja / wahrscheinlich
Bergrecht beachten
Bei mehr als 100 Metern ist neben Wasserbehörde und geologischem Dienst (GeolDG-Anzeige) zusätzlich die Bergbehörde einzubinden; Planung und Genehmigung dauern entsprechend länger.
Ergebnis
Nein, deutlich weniger
Weiter zum Platz
Dann bleibt es bei wasserrechtlicher Anzeige bzw. Erlaubnisprüfung plus GeolDG-Anzeige; die Bergbehörde kommt nicht hinzu.
→ Frage 3
3. Ist die Zufahrt für ein Bohrgerät frei und genug Abstand zu Nachbargrenzen vorhanden?
Ja
Gute Voraussetzungen
Lassen Sie ein zertifiziertes Bohrunternehmen die Geologie prüfen und ein konkretes Angebot erstellen.
Ergebnis
Eher eng
Machbarkeit vor Ort klären
Bei beengter Zufahrt prüfen Fachbetriebe, ob kleinere Bohrgeräte oder eine andere Sondenanordnung möglich sind.
Ergebnis

Als erste Grundlage dienen meist vorhandene Geodaten und geologische Karten; bei größeren oder geologisch unsicheren Projekten können zusätzliche Testarbeiten wie eine Pilotbohrung oder ein Thermal-Response-Test sinnvoll sein, um die geologischen Faktoren genauer abzuschätzen. Je nach Gesteinsschicht fällt die Entzugsleistung unterschiedlich aus. Von der Entzugsleistung pro Meter leitet sich die Tiefe der Bohrung ab. Je nach Gesteinszusammensetzung und vorhandenem Platz sind auch doppelte Sonden verbreitet, die dann jeweils nicht so tief gebohrt werden müssen.
Ablauf einer Erdwärmebohrung: Schritt für Schritt
Von der ersten Idee bis zur fertigen Erdsonde durchläuft das Vorhaben mehrere Etappen. Wer den Ablauf kennt, kann Zeitbedarf und Zuständigkeiten besser einschätzen – die behördliche Anzeige läuft dabei parallel zur Planung und sollte früh angestoßen werden.
In fünf Schritten zur fertigen Erdsonde
Standort- und Geologie-Prüfung
Ein Fachbetrieb prüft Bodendaten und schätzt die Entzugsleistung; daraus ergeben sich Sondenzahl und nötige Bohrtiefe. Oft hilft eine Probebohrung.
Anzeige und Genehmigung
Das Bohrunternehmen koordiniert die wasserrechtliche Anzeige und die GeolDG-Anzeige (spätestens zwei Wochen vor Beginn); dringt die Bohrung mehr als 100 Meter ein, wird zusätzlich die Bergbehörde eingebunden.
Baustelle einrichten
Das Bohrgerät wird angeliefert und aufgebaut, Zufahrt und Stellfläche werden vorbereitet. Für den Bohrschlamm wird ein Auffangsystem eingerichtet.
Bohren und Sonde einbringen
Die Bohrung wird niedergebracht und die Sonde eingeführt. Anschließend wird das Bohrloch fachgerecht verpresst, um Grundwasserstockwerke abzudichten.
Anschluss und Inbetriebnahme
Die Sonde wird mit der Sole-Wasser-Wärmepumpe verbunden, das System wird befüllt, entlüftet und auf Dichtheit geprüft – danach geht die Anlage in Betrieb.

Kosten für Erdsondenbohrungen
Bei allen Bohrungen für Erdsonden fallen Kosten für die Baustelleneinrichtung, die oben genannten Genehmigungen sowie für die Entsorgung des Aushubs an. Abhängig von der Tiefe des Bohrlochs sind die Kosten für die Bohrung selbst, die Tiefbauarbeiten für die Sonde sowie die sog. Verpressung, durch die Hohlräume und Grundwasserschichten abgedichtet werden. Die reinen Bohrkosten liegen je nach Bodenbeschaffenheit als grobe Orientierung im Bereich von etwa 50 bis 100 Euro pro Bohrmeter (bei schwieriger Geologie eher im oberen Bereich); zusammen mit Sonde, Verpressung und Nebenkosten kommen für die gesamte Erschließung schnell mehrere Tausend Euro zusammen. Die genauen Kosten hängen stark von Tiefe, Geologie und Sondenzahl ab und sollten über ein konkretes Vor-Ort-Angebot ermittelt werden.

Firmensuche für Erdwärmebohrung
Nach der Entscheidung für eine Wärmepumpe mit Erdsonde geht es darum, den richtigen Fachbetrieb zu finden. Eine sichere Wahl stellen Unternehmen dar, die nach dem DVGW-Arbeitsblatt W 120-2 (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e. V.) zertifiziert sind. Darin werden die Qualifikations- und Qualitätsanforderungen für Erdwärmesondenbohrungen bis 400 m Tiefe definiert, die ein Unternehmen bei Bauausführung, Personalqualifikation, Ausrüstung, Managementsystem und Weiterbildung erfüllen muss. Die Zertifizierung der Bohrfirma ist zugleich eine Voraussetzung der staatlichen Förderung: Für Wärmepumpen mit neuer Erdsondenbohrung müssen zum Zeitpunkt der Bohrung eine entsprechend qualifizierte Bohrfirma und ein verschuldensunabhängiger Versicherungsschutz gegen bohrungsbedingte Sachschäden bei Dritten nachgewiesen werden. Welche Zuschüsse es aktuell gibt und wie der Antrag läuft, lesen Sie im zentralen Ratgeber zu Fördermitteln. Orientierung zur Firmensuche bietet der Bundesverband Geothermie; die eigentlichen Zertifikatsverzeichnisse führen die Zertifizierungsstellen (etwa DVGW CERT und Zertifizierung Bau).
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