Geräuschentwicklung von Wärmepumpen: Warum Sie auf eine leise Wärmepumpe setzen sollten
Wärmepumpen als effiziente und umweltfreundliche Alternative zu Heizungen, die mit fossilen Brennstoffen laufen, erleben derzeit einen regelrechten Hype.
Am meisten verbreitet wiederum sind Luft/Wasser-Wärmepumpen, die recht flexibel in der Aufstellung sind. Allerdings sollte unbedingt auf die Geräuschentwicklung und die Lautstärke der Wärmepumpe geachtet werden.
Setzt man sich rechtzeitig mit der Lautstärke von Wärmepumpen auseinander, so können Auseinandersetzungen mit Nachbarn bzw. Belästigungen durch die Luft/Wasser-Wärmepumpe verhindert werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Vor allem Luft/Wasser-Wärmepumpen verursachen Geräusche; Erd- und Wasser-Wärmepumpen sind praktisch unhörbar.
- Auf dem Energielabel steht der Schallleistungspegel – was man hört (der Schalldruck), nimmt mit dem Abstand deutlich ab.
- Maßgeblich sind die nächtlichen Immissionsrichtwerte der TA Lärm am Nachbarfenster – im reinen Wohngebiet 35 dB(A).
- Der größte Hebel ist der Aufstellort; Entkopplung, Nachtmodus und Schallschutzhaube senken die Geräusche zusätzlich.

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Wie entstehen die Geräusche einer Wärmepumpe?
Die Betriebsgeräusche von Wärmepumpen, die mit Erdsonden die Wärme aus Grundwasser oder Untergrund nutzen, sind zu vernachlässigen.
Beim Betrieb von Luft/Wasser-Wärmepumpen kommt es allerdings zu einer Geräuschentwicklung. Hier sind es vor allem Strömungsgeräusche, die zu hören sind. Diese werden durch die Ventilatoren verursacht, mit denen eine Wärmepumpe die Umgebungsluft ansaugt und auch wieder ausbläst. Diese Geräusche können sich noch verstärken, wenn der Aufstellort der Wärmepumpe nicht sorgfältig ausgesucht wurde. Außerdem wird die Wärmepumpe lauter, wenn sie mehr leisten muss.
Wie laut sind die Betriebsgeräusche einer Wärmepumpe?
Die Lautstärke von Wärmepumpen wird in Dezibel (dB(A)) angegeben. Dabei sind zwei Größen zu unterscheiden (siehe Kasten): Hersteller geben auf dem Energielabel den Schallleistungspegel an – bei modernen Luft/Wasser-Geräten meist etwa 50 bis 65 dB(A). Was beim Nachbarn ankommt, ist dagegen der Schalldruckpegel, der mit der Entfernung abnimmt: in einigen Metern Abstand liegt er im Volllastbetrieb oft zwischen 30 und 48 dB(A), im Nachtmodus noch darunter. Zur Einordnung: eine geflüstert geführte Unterhaltung liegt bei rund 30 dB, Vogelgezwitscher bei 40 dB, ein Kühlschrank bei rund 50 dB.
Um die Lautstärke von Wärmepumpen vergleichen zu können, reicht es nicht aus, die Angaben der Hersteller zu vergleichen. Auf den Energieeffizienz-Labeln müssen die Schallleistungspegel angegeben werden. Häufig werden jedoch Schalldruckpegel diskutiert.
Ein Vergleich der Betriebsgeräusche von Wärmepumpen wird noch weiter dadurch erschwert, dass die Berechnung der Schalldruckpegel nach unterschiedlichen Verfahren läuft.
Darüber hinaus hängt die Lautstärke der Wärmepumpe ja noch von einigen anderen Faktoren ab. Sinnvoll kann es deshalb sein, einen Schallrechner zur Hilfe zu nehmen, um vor Errichtung der Wärmepumpe abschätzen zu können, ob die Immissionsrichtwerte eingehalten werden und Belästigungen vermieden werden.

Hier handelt es sich um zwei unterschiedliche Werte. Der Schalldruck ist eine Größe, bei der an einer Stelle die Geräuschentwicklung gemessen wird. Der Schalldruck nimmt also mit zunehmender Entfernung von der Quelle des Schalls ab. Die Schallleistung ist dagegen unabhängig von der Richtung und dem Raum und entspricht der gesamten Leistung des Schalls, der von der Schallquelle abgegeben wird.

Laut TA Lärm (technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm) müssen je nach Wohngebiet und Tageszeit bestimmte Immissionsrichtwerte eingehalten werden.
Hier ein kleiner Auszug der geltenden Immissionsrichtwerte aus der TA Lärm für bestimmte Wohngebiete:
| Bebauungsart/Wohngebiet | Immissionsrichtwert tags in dB(A) | Immissionsrichtwert nachts in dB(A) |
|---|---|---|
| Kern-, Dorf- und Mischgebiete | 60 | 45 |
| Allgemeine Wohngebiete | 55 | 40 |
| Reines Wohngebiet | 50 | 35 |
| Kurgebiete, Krankenhäuser und Pflegeanstalten | 45 | 35 |
Wie kann man die Lärmentwicklung von Wärmepumpen verringern?
Klar ist also, dass die Lautstärke von Wärmepumpen nicht allein von der Schallentwicklung der Ventilatoren abhängt. Vielmehr gibt es einige Einflussfaktoren, die für eine Verstärkung oder eben bei Beachtung für eine Verringerung der Geräuschentwicklung sorgen.
Das A und O ist der Aufstellort der Wärmepumpe. Er hat ganz entscheidenden Einfluss. Zunächst geht es immer darum, den Abstand der Wärmepumpe zum maßgeblichen Immissionsort – meist 0,5 Meter vor dem betroffenen Nachbarfenster – zu prüfen. Ein pauschaler 3-Meter-Abstand reicht nicht immer: Der notwendige Abstand hängt von Schallleistung, Tonhaltigkeit, Gebietstyp, Abschirmung und Immissionsort ab. Grundsätzlich sollte die Wärmepumpe zudem nicht auf einem schallharten Untergrund stehen. Werden Schwingungsdämpfer eingebaut (das geht auch nachträglich), so wird die Körperschallübertragung unterbrochen und diese Belästigung vermieden. Wird die Wärmepumpe zudem von einer Rasen- oder Wiesenfläche umgeben, mindert dies weiter die Geräusche. Besteht die Möglichkeit, so sollte die Wärmepumpe eher in Richtung Straße zeigen. Gleichzeitig sollten Mauerecken oder Wände möglichst entfernt sein, um ein Echo des Schalls zu vermeiden. Aber es sollte auch darauf geachtet werden, dass die Wärmepumpe nicht unter Schlafzimmerfenstern steht.
Um einen noch besseren Schutz gegen die Geräuschentwicklung von Wärmepumpen zu erreichen, können auch Schallschutzhauben montiert werden. Damit können die wahrnehmbaren Geräusche von Wärmepumpen ganz erheblich gesenkt werden.
Ein weiterer Stellhebel ist der Nachtmodus: Viele Wärmepumpen senken nachts automatisch die Ventilator-Drehzahl und arbeiten dann leiser – genau in den Stunden, in denen die Grenzwerte am strengsten sind und kaum Umgebungsgeräusche die Anlage überdecken. Nicht zu verwechseln ist das mit der netzorientierten Steuerung nach § 14a Energiewirtschaftsgesetz (EnWG): Diese erlaubt dem Netzbetreiber, den Strombezug neuer steuerbarer Wärmepumpen (über 4,2 kW Netzanschlussleistung) bei drohender Netzüberlastung vorübergehend bis auf eine garantierte Mindestleistung zu drosseln – sie dient der Netzstabilität, nicht dem Schallschutz.
Die wirksamsten Maßnahmen lassen sich nach ihrer Wirkung ordnen – vom günstigsten, oft schon ausreichenden Hebel bis zur aufwendigeren Nachrüstung:
Leise Wärmepumpe: die wirksamsten Maßnahmen – in dieser Reihenfolge
Aufstellort klug wählen
Der wichtigste und günstigste Hebel: weg von Schlaf- und Nachbarräumen, freie Abblasrichtung, keine reflektierenden Mauerecken. Ein guter Standort macht aufwendige Maßnahmen oft überflüssig.
Vom Untergrund entkoppeln
Schwingungsdämpfer bzw. Antivibrationsfüße und flexible Schlauchverbindungen verhindern, dass sich Körperschall über Boden und Heizungsanlage ausbreitet.
Nachtmodus aktivieren
Die reduzierte Ventilator-Drehzahl in den Nachtstunden senkt den Schalldruck genau dann, wenn die Grenzwerte am strengsten sind.
Schallschutzhaube nachrüsten
Reicht das nicht, kann eine geprüfte Schallschutzhaube den Pegel modellabhängig um einige Dezibel senken – die aufwendigste, aber wirksame Ergänzung (Herstellernachweis beachten).
Wird zudem noch eine besonders leise Wärmepumpe ausgewählt, kann die Lautstärke der Wärmepumpe erheblich vermindert werden.

Im Zweifel: den Schall vorab berechnen lassen
Ob die Grenzwerte eingehalten werden, lässt sich schon vor dem Kauf abschätzen. Maßgeblich ist der Schalldruckpegel am sogenannten Immissionsort – in der Regel 0,5 Meter vor dem geöffneten Fenster des am stärksten betroffenen Nachbarraums. Mit dem Schallrechner des Bundesverbands Wärmepumpe oder über den Fachbetrieb lässt sich anhand von Schallleistungspegel, Abstand und Aufstellsituation vorab prüfen, ob die nächtlichen Richtwerte sicher eingehalten werden. So lassen sich teure Nachrüstungen und Streit mit den Nachbarn von vornherein vermeiden.
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