Wärmepumpen Kosten

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Kosten und Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe

Ein Blick auf die Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe führte jahrelang an der Jahresarbeitszahl nicht vorbei. Dennoch ist sie längst nicht die einzige Größe, die etwas über die Effizienz und damit die Wirtschaftlichkeit der Wärmepumpentechnik aussagt. . Inzwischen wird immer mehr eine andere Größe betrachtet, nämlich der „Jahreszeitliche Leistungskoeffizient“ (abgekürzt SCOP für Seasonal Coefficient of Performance). Diese ist auch entscheidend für Fördermöglichkeiten.

Ist die Heizungsanlage nicht auf die installierte Wärmepumpe abgestimmt, so kann auch sie nicht effizient arbeiten, die Betriebskosten schnellen entsprechend in die Höhe. Ebenso ist es um die Erschließungskosten bestellt. Sind sie zu hoch, schneidet das Wärmepumpensystem im Vergleich zu anderen Heizsystemen anfangs deutlich schlechter ab. Ein Blick auf die örtlichen Gegebenheiten darf daher nicht vergessen werden. Nicht ein einzelner Faktor, sondern die Betrachtung aller Faktoren in ihrer Gesamtheit geben dann Aufschluss darüber, ob sich die Anschaffung einer Wärmepumpe lohnt.

Luft-Wasser-Wärmepumpe im Neubau © Bundesverband Wärmepumpe
Luft-Wasser-Wärmepumpe im Neubau © Bundesverband Wärmepumpe

Die Jahresarbeitszahl (JAZ)

Die Jahresarbeitszahl macht die Leistung der Wärmepumpe vergleichbar
Die Jahresarbeitszahl macht die Leistung der Wärmepumpe vergleichbar

Ein wesentliches Kriterium bei der Berechnung der Wirtschaftlichkeit war und ist immer noch die Jahresarbeitszahl. Sie macht Effizienz und Qualität der Wärmepumpe deutlich, indem sie die Wärmeausbeute mit dem zum Betrieb nötigen Strom in ein für alle Wärmepumpen vergleichbares Verhältnis setzt. Hierzu ist die Temperatur der Wärmequelle (Luft, Wasser, Erde) und die des Wärmeverbrauchers von entscheidender Bedeutung. Der Wirkungsgrad vergrößert sich mit sinkender Temperaturdifferenz zwischen Wärmequelle und Heizung.

Wärmepumpe: Effikivität und Effizienz hängt von der Temperatur des Mediums ab
Wärmepumpe: Effikivität und Effizienz hängt von der Temperatur des Mediums ab

Je höher die Wärmequellentemperatur und je niedriger die Vorlaufzeit der Heizung ist, desto höher ist somit auch die Jahresarbeitszahl. Zunehmend wird aber nicht mehr nur die Jahresarbeitszahl betrachtet. Die JAZ hat nämlich einen großen Nachteil: Sie vergleicht Laborwerte, aber nicht die tatsächliche Effizienz der Wärmepumpe während des Einsatzes vor Ort. Hierfür wurde der Jahreszeitliche Leistungskoeffizient (SCOP) eingeführt.

Jahresarbeitszahl: Wichtige Kenngröße für eine Wärmepumpe
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Der Jahreszeitliche Leistungskoeffizient (SCOP)

Zur Darstellung der Effizenz einer Wärmepumpe hat man sich von der Jahresarbeitszahl abgewendet, da diese nur Prüfstands-Werte angegeben hat. Die Einsatzbedingungen von Wärmepumpen können aber je nach Einsatzort und den dort vorherrschenden Bedingungen stark abweichen. So wurden das Nutzerverhalten, die Dämmung des Hauses oder auch der genaue Aufstellort nicht wirklich berücksichtigt.

Das ändert sich nun mit der Berücksichtigung des Jahreszeitlichen Leistungskoeffizienten. Die Berechnung des SCOP ist in der Richtlinie EN 14825 festgelegt.

Beim SCOP werden vier verschiedene Betriebspunkte berechnet. Dabei werden vier in Europa typische Klimabedingungen berücksichtigt und die einzelnen Ergebnisse unterschiedlich gewichtet.

Die Berechnung des SCOP
Die Berechnung des SCOP

Primärenergiefaktor

Schließlich gibt es den Primärenergiefaktor PEF, der nicht nur die direkte Energie berücksichtigt, die zur Wärmeerzeugung genutzt wird. Dabei werden aber auch Verluste berücksichtigt, die etwa beim Transport, bei der Erzeugung oder auch der Speicherung anfallen. Das ist im Fall von Wärmepumpen die elektrische Energie, die notwendig ist, um mit der Wärmepumpe Wärme bereitzustellen.

Jeder Energieträger halt laut Gebäudeenergiegesetz einen Primärenergiefaktor, Strom z.B. 2,5 und zukünftig 1,8, wenn Strom mehr durch erneuerbare Energien produziert wird.

Die jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz

Nun sollten aber ja auch die verschiedenen Wärmepumpen miteinander vergleichbar sein, dazu wurde die Kennzahl „jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz“ ( ηS ) eingeführt. Dieser Wert ist der Quotient aus SCOP und PEF. Der Wert wird auch herangezogen, um die verschiedenen Heizungen in Energieeffizienzklassen einzuteilen.

Aber die Kennzahl entscheidet auch über Fördermöglichkeiten und –höhe von Wärmepumpen.

Die Rolle der Nebenverbräuche

Um nun ganz konkret zu berechnen, wie viel eine Kilowattstunde (kWh) Wärme tatsächlich kostet, dient eine einfache Formel, die den Strompreis ins Verhältnis setzt:

Strompreis je kWh
———————————————– = Kosten je kWh Wärme
Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe

Ist der Strompreis niedrig und werden spezielle Stromtarife für Wärmepumpen in Anspruch genommen, so lässt sich der Wirtschaftlichkeitsfaktor der Wärmepumpe noch weiter erhöhen. Auch eine möglichst geringe Vorlauftemperatur des Heizsystems und eine gute Wärmedämmung des Gebäudes helfen dabei, den Faktor Wirtschaftlichkeit zu steigern.

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Erschließungs- und Betriebskosten

In Sachen Betriebskosten liegen Wärmepumpen in einem sehr moderaten Preisfenster. Je nach Wirkungsgrad und Stromtarif fallen für den Wärmepumpenbetrieb jährlich zwischen 400 und 2.000 Euro an Stromkosten an. Kommt der Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage, sieht das Ergebnis besonders günstig aus. Auch in Sachen Wartungskosten haben Wärmepumpen die Nase gegenüber dem Heizbetrieb mit fossilen Brennstoffen deutlich vorne. Die Kosten für den Schornsteinfeger entfallen, da kein Verbrennungsvorgang stattfindet und seine Arbeit somit überflüssig ist.

Bei den meisten Wärmepumpen entfällt zudem die regelmäßige Wartung gänzlich, lediglich die Luft-Wasser- und Luft-Luft-Wärmepumpen erfordern eine regelmäßige Kontrolle von Kältemittelkreislauf, bzw. Filter. Bei ihnen beschränken sich die Betriebskosten dann nicht nur auf die Stromkosten und die Stromzählermiete, sondern erhöhen sich entsprechend um die Wartungskosten. Bei den Anschaffungskosten unterscheiden sich die einzelnen Wärmepumpen hingegen recht deutlich, was nicht zuletzt an den teils hohen Erschließungskosten, etwa den Erdbohrarbeiten für die Erdsonden (je nach Bohrmeter oder Kollektorfläche) oder dem Bau der Brunnenanlage für Wasser-Wasser-Wärmepumpen liegt.

Wärmepumpe: Die Betriebskosten sind hauptsächlich Stromkosten
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Heizstrom und Wärmepumpenstrom: Ein Anbieterwechsel kann lohnen
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Die nachfolgende Tabelle gibt einen kurzen Überblick über die Anschaffungs- und Betriebskosten der einzelnen Anlagen.

Pumpenart Anschaffungskosten* Betriebskosten
Sole-Wasser-Wärmepumpe -Erdsonde- 15.000 – 27.000 Euro 1100 Euro/Jahr
Sole-Wasser-Wärmepumpe -Erdkollektor- 12.500 – 16.000 Euro 1150 Euro/Jahr
Wasser-Wasser-Wärmepumpe 17.000 – 23.000 Euro 900 Euro/Jahr
Luft-Wasser-Wärmepumpe 13.000 – 16.000 Euro 1.650 Euro/Jahr
Luft-Luft-Wärmepumpe 8.000 – 11.000 Euro 1.600 Euro/Jahr

*Kosten für anfallende Bohrungen und Installation der kompletten Anlage inkl. Technik.

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