Sinnvoll Wasser sparen im Garten
Beachtliche sieben Liter Trinkwasser nutzt jeder Einwohner Deutschlands täglich in den Bereichen Garten, Autopflege und Raumreinigung. Dies entspricht einer jährlichen Menge von rund 2.650 Litern oder sechs Prozent des direkten Wasserverbrauchs pro Person. Insbesondere die Arbeit im Garten bietet ein hohes Einsparungspotenzial beim täglichen Wasserverbrauch. Dieser Artikel zeigt unter anderem, wie sich der tägliche Trinkwasserbedarf in diesem Bereich auf ein absolutes Minimum reduzieren lässt.

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Die Wahl der geeigneten Pflanzen
Bereits die durchdachte Auswahl der Pflanzen im Garten trägt wesentlich dazu bei, den Wasserbedarf im eigenen Garten deutlich zu reduzieren. Abgestimmt auf die jeweiligen klimatischen Verhältnisse sowie auf die Beschaffenheit des Bodens, trägt die bevorzugte Auswahl heimischer Pflanzen darüber hinaus dazu bei, die heimische Artenvielfalt zu erhalten.
Zu den Wasser sparenden und optisch ansprechenden Pflanzen zählen etwa Königskerzen, Stockrosen oder – je nach Standort – trockenheitsverträgliche Iris-Arten wie Bart-Iris. Ein weiterer Vorteil der bewussten Pflanzenauswahl liegt unter anderem darin, dass die Pflanzen auch während eines längeren Urlaubs ohne eine aufwendige Bewässerung auskommen sowie besonders trockene Perioden mühelos ohne Schäden überstehen.

Das Gießen von Hand
Viele Hobbygärtner erfreuen sich an der Tätigkeit des Gießens und vergessen dabei oftmals unbewusst, dass allzu großzügiges Gießen einer Pflanze auch schaden kann. Der Großteil der Pflanzen benötigt – bei normaler Witterung – eigentlich lediglich zwei Mal pro Woche Wasser. Dabei empfiehlt es sich, die Pflanzen nur direkt im Bereich der Wurzeln zu gießen. Dies bewirkt, dass die Wurzeln eher in die Tiefe wachsen, und die Pflanze somit robuster wird und nicht nur vom Oberflächenwasser profitiert.
Hinsichtlich der idealen Tageszeit für das Gießen spricht vieles für die frühen Morgenstunden. Zu dieser Tageszeit nehmen die Pflanzen das Wasser vollständig auf, ehe es verdunstet. Tagsüber ist dies nicht der Fall. Große Teile des Wassers verdunsten und werden somit vergeudet. Werden Pflanzen in den Abendstunden gegossen, so hält sich die Feuchtigkeit auf den Blättern oftmals während der gesamten Nacht. Dies lockt nicht nur Schnecken an, sondern fördert gleichzeitig die Entstehung von Pilzkrankheiten.
Wer ganz gezielt Wasser sparend seine Pflanzen oder Blumenkübel gießen möchte, kann auch Bewässerungsanlagen mit Tropfern nutzen. Hier wird das Wasser sehr gezielt ohne Verluste an die jeweiligen Pflanzen gebracht. Einige Bewässerungscomputer bieten zudem die Möglichkeit, die Bewässerung entsprechend der Witterung zu steuern, sodass immer nur so viel Wasser zum Gießen genutzt wird, wie die Pflanzen wirklich brauchen.
Häufige Fragen zur Gartenbewässerung
Wie oft sollte ich gießen?
Wann ist die beste Tageszeit?
Muss es Trinkwasser sein?
Was gilt bei einem Bewässerungsverbot?
Der Rasensprenger
Mit ein wenig Geschick und Gefühl lässt sich der Einsatz eines Rasensprengers im Garten sogar komplett vermeiden. Solche Flächenregner benötigen viel Trinkwasser – und gerade bei Sonne und Wind verdunstet ein erheblicher Teil davon, bevor es die Wurzeln erreicht. Als Faustregel gilt: In der Mittagshitze können beim Sprengen erhebliche Mengen durch Verdunstung, Winddrift und Abfluss verloren gehen.
Auch in diesem Fall ist die Auswahl der passenden Rasensorte ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Robuste und widerstandsfähige Sorten sind hier eindeutig im Vorteil. In der heißen Jahreszeit genügt es, den Rasen seltener zu mähen. Durchschnittlich sieben Zentimeter Rasenhöhe reichen zumeist aus, um trockene Rasenstellen zu vermeiden.
Lässt sich der Einsatz eines Rasensprengers, etwa während einer längeren Dürreperiode, tatsächlich nicht vermeiden, so ist es ratsam, die Bewässerung in den frühen Morgenstunden vorzunehmen, um zu viel Verdunstung des Gießwassers zu vermeiden.

Weitere Maßnahmen zur Reduzierung des Wasserverbrauchs im Garten
Leidenschaftliche Gärtner kennen eine Vielzahl an Tricks, wie sie mit möglichst wenig Wasser und Arbeit zurechtkommen, sämtliche Pflanzen im Garten aber dennoch blühen und gedeihen.
Zu den gängigsten Methoden zählt etwa das Mulchen. Darunter wird das Abdecken der Erde rund um die Pflanzen mit unverrottetem, organischem Material, etwa mit Laub, Grasschnitt oder mit Rindenmulch, verstanden. Ebenso effektiv ist das regelmäßige Auflockern der Erde in unmittelbarer Umgebung der Pflanzen.
Bezüglich der geeigneten Anpflanzungs- oder Anbaumethode sei an dieser Stelle das klassische Quadratbeet direkt auf dem Erdboden genannt. Es bietet zahlreiche Vorteile gegenüber dem Hochbeet. So müssen etwa die darin wachsenden Pflanzen deutlich seltener und auch weniger gegossen werden.
Wenn Wasser knapp wird: Gießen in Hitzeperioden
An heißen Sommertagen steigt der Trinkwasserbedarf der Haushalte laut Branchenverband BDEW um bis zu 60 Prozent – vor allem durch Gartenbewässerung, häufigeres Duschen und das Befüllen von Pools. Geraten die örtlichen Versorgungssysteme dabei an ihre Grenzen, dürfen Gemeinden die Gartenbewässerung oder das Befüllen von Pools vorübergehend untersagen; in den vergangenen trockenen Sommern ist das regional bereits geschehen. Wer seinen Garten unabhängiger machen will, gießt deshalb früh am Morgen, hält den Boden mit Mulch feucht – und legt sich einen eigenen Regenwasser-Vorrat an. Warum Trockenphasen auch in Deutschland zunehmen, erläutert der Artikel Wasserknappheit.
Regenwasser statt Trinkwasser
Die einfachste Variante, Trinkwasser einzusparen, ist, natürliches Regenwasser zu sammeln und zu speichern. Dazu wird einfach eine Regentonne im Garten aufgestellt. Dann kann das benötigte Wasser zur Bewässerung einfach gesammelt und zu einem späteren Zeitpunkt verwendet werden. Regentonnen gibt es in allen Größen und Formen, komplett mit Auslauf. Welche Lösung zu Garten und Budget passt, zeigt der Überblick:
Regenwasser nutzen: drei Wege im Überblick
Vom einfachen Einstieg bis zur festen Installation – welche Lösung passt, hängt von Gartengröße, Budget und Wasserbedarf ab.
Regentonne
Sammelt Dachwasser direkt am Fallrohr – die einfachste Form des Regenwasser-Sparens.
Geeignet fürBeete, Kübel und kleinere Gärten
Erdtank oder Zisterne
Unterirdischer Speicher mit mehreren tausend Litern Volumen, auf Wunsch mit Anschluss ans Haus.
Geeignet fürGrößere Gärten, Neubau oder ohnehin geplante Erdarbeiten
Gartenbrunnen
Nutzt Grundwasser statt Regen – vorhandene Altbrunnen lassen sich oft reaktivieren.
Geeignet fürRegionen mit gut erreichbarem Grundwasser

Regenwasser kann nicht nur zur Gartenbewässerung, sondern auch in anderen Bereichen des Alltags, etwa bei der Toilettenspülung, eingesetzt werden. Einige Bundesländer und Gemeinden fördern die Errichtung solcher Anlagen – Auskunft gibt die jeweilige Kommune. Ob und wie schnell sich die Investition rechnet, hängt von Anschaffungskosten, örtlichen Wasserpreisen und der genutzten Wassermenge ab: Eine einfache Regentonne macht sich meist rasch bezahlt, eine Zisterne mit Hausanschluss braucht deutlich länger.

Insbesondere in älteren Gärten ist oftmals noch eine alte Brunnenanlage vorhanden. Ein Fachbetrieb stellt rasch fest, ob diese für die Bewässerung des Gartens geeignet ist. Wichtig: Auch private Gartenbrunnen sind wasserrechtlich geregelt – der Brunnenbau muss meist vorab bei der unteren Wasserbehörde angezeigt werden (§ 49 WHG); die Entnahme für Garten oder Haushalt ist häufig erlaubnisfrei, kann je nach Bundesland, Schutzgebiet und Menge aber genehmigungspflichtig sein. Bereits eine kleine Handpumpe reicht in den meisten Fällen aus, um ohne Aufwand ausreichend Wasser zum Gießen der Pflanzen zur Verfügung zu haben.
Hohe Strompreise machen auch vor dem Garten nicht halt. Und Gartenpflege und Gartengestaltung können ganz schön viel Energie benötigen. Hier… weiterlesen



