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Fernwärme FAQ

Häufige Fragen zur Fernwärme

Das Wichtigste in Kürze

  • Fernwärme kommt fertig ins Haus: keine eigene Heizung, kein Schornstein – aber Bindung an einen Versorger ohne Wechselmöglichkeit.
  • Die Preise unterscheiden sich je nach Netz erheblich – eine zentrale Vergleichsplattform der Branchenverbände hilft seit 2024 beim Einordnen.
  • Ein wichtiger Sparhebel ist die Anschlussleistung: Sie lässt sich einmal jährlich ohne Begründung um bis zu 50 Prozent reduzieren.
Häufige Fragen © patpitchaya, stock.adobe.com
Häufige Fragen © patpitchaya, stock.adobe.com
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Wir haben häufige Fragen zur Fernwärme zusammengefasst.

Daten und Fakten

Kosten und Preise

Vertrag und Kündigung

Verbrauch und Optimierung

Technik

Mieter

Antworten auf Fernwärme-Fragen zu Daten und Fakten

Was ist Fernwärme?

Unter Fernwärme versteht man die zentrale Versorgung von Privathäusern und Gewerbebauten mit Wärme. Meist wird dafür die Abwärme von Kraftwerken über Kraft-Wärme-Kopplung genutzt. Als Brennstoff können fossile Rohstoffe wie Öl und Kohle eingesetzt werden, aber auch erneuerbare Energien.

Das Prinzip der Fernwärme
Das Prinzip der Fernwärme

Die so gewonnene Wärme wird über ein Leitungsnetz zu den Kunden geleitet, die damit heizen oder Warmwasser erzeugen.

Wo wird Fernwärme produziert?

Fernwärme wird in Kraftwerken produziert. Hauptsächlich kommen Kraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung zum Einsatz, aber auch Blockheizkraftwerke, Fernheizwerke, Geothermiekraftwerke, Müllverbrennungs- oder Industrieanlagen sowie Solarthermische Kraftwerke.

Fernwärme Heizkraftwerk © MHY Design, fotolia.com
Fernwärme Heizkraftwerk © MHY Design, fotolia.com

Bei Kraft-Wärme-Kopplung wird die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme genutzt. Betrieben werden kann das Kraftwerk mit jedem zur Verfügung stehenden Brennstoff, egal, ob fossil oder erneuerbar.

Wie wird die Fernwärme geliefert?

Die im Kraftwerk meist durch Kraft-Wärme-Kopplung produzierte Wärme wird über ein wärmegedämmtes, in der Erde verlegtes Leitungsnetz in die Haushalte transportiert. Dort wird dann damit geheizt oder Wasser erwärmt.

Fernwärmenetz: Die wirtschaftliche Reichweite hängt von der Wärmedichte des Gebiets ab
Fernwärmenetz: Die wirtschaftliche Reichweite hängt von der Wärmedichte des Gebiets ab

Als Transportmedium wird meist Wasser eingesetzt. Teilweise gibt es auch noch Dampfnetze. Wie weit sich Fernwärme wirtschaftlich transportieren lässt, hängt dabei weniger von einer festen Kilometergrenze ab als von der Wärmedichte des Versorgungsgebiets – Großstadtnetze umfassen mehrere hundert Kilometer Trassenlänge.

Wärmetransport durch Wasser ist keine neue Erfindung
Wärmetransport durch Wasser ist keine neue Erfindung

Steht Fernwärme das ganze Jahr zur Verfügung?

Fernwärme steht in der Regel das ganze Jahr zur Verfügung. Die Temperatur der gelieferten Fernwärme hängt von der jeweiligen Außentemperatur ab.

Fernwärme: Bei warmen Wetter ist die Anschlussleistung reduziert
Fernwärme: Bei warmen Wetter ist die Anschlussleistung reduziert

Auch im Sommer wird Fernwärme geliefert, um Warmwasser zu erzeugen.

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Welche Vorteile bringt die Fernwärme?

Da die Wärme im Kraftwerk erzeugt und über ein Rohrsystem schon „fertig“ zum Kunden geliefert wird, entfallen die Kosten, die gewöhnlich mit der örtlichen Wärmeerzeugung zusammenhängen. Etwa die Anschaffung, Errichtung und Wartung des Heizkessels, das Schaffen von Brennstofflagern oder die Schornsteinfegearbeiten.

Fernwärme: Plus- und Minuspunkte
Fernwärme: Vorteile und Nachteile

Die laufenden Kosten sind bereits im Preis für die Fernwärme enthalten – dazu gehören neben den Verbrauchspreisen häufig auch die Wartungs- und Überprüfungsarbeiten an der Übergabestation. Die Erstellung des Anschlusses wird dagegen je nach Versorger einmalig berechnet oder über den Grundpreis verteilt. Eine ausführliche Gegenüberstellung finden Sie im Artikel Vorteile und Nachteile der Fernwärme.

Fernwärme auf einen Blick: Stärken und Schwächen

Vorteile

  • Keine eigene Heizung im Haus – kein Kessel, kein Brennstofflager, kein Schornsteinfeger
  • Platzsparende Übergabestation mit geringem Wartungsaufwand
  • Hohe Versorgungssicherheit durch zentrale Erzeugung
  • Beim Heizungstausch eine klimafreundliche Komplettlösung – ganz ohne eigene Brennstoff-Auflagen

Nachteile

  • Kein Anbieterwechsel möglich – der Netzbetreiber hat ein Monopol
  • Preisniveau je nach Netz hoch, Preisklauseln schwer nachvollziehbar
  • Lange Vertragsbindung möglich (Erstlaufzeit bis zu zehn Jahre)
  • Späterer Umstieg auf ein anderes Heizsystem ist aufwendig und teuer

Wie umweltfreundlich ist Fernwärme?

Bei der Stromerzeugung entsteht Wärme. Diese wird über Kraft-Wärme-Kopplung genutzt, sodass die Abwärme nicht einfach an die Umwelt verloren geht. Das ist ein ressourcenschonender und umweltverträglicher Ansatz.

Fernwärme kann durchaus umweltfreundlich sein
Fernwärme kann durchaus umweltfreundlich sein

Wie umweltfreundlich die Fernwärme tatsächlich ist, hängt vom eingesetzten Brennstoff und von der Kraftwerktechnik ab. Grundsätzlich arbeiten neue Kraftwerke effizienter und emissionsärmer. Mehr dazu können Sie im Artikel Ist Fernwärme wirklich Klima- und Umweltfreundlich? lesen.

Wie kommt die Fernwärme ins Haus?

Sofern ein Fernwärme-Anschluss für die gewünschte Adresse möglich ist, kann ein Umstieg vom herkömmlichen Heizsystem auf Fernwärme relativ unkompliziert erfolgen. Hierzu sind Erdarbeiten nötig, um den Hausanschluss von der Hauptleitung bis hin zum Gebäude zu verlegen. In der Hauswand werden zudem zwei Kernbohrungen (für Vor- und Rücklauf) vorgenommen, damit die Hausanschlussleitung bis in das Gebäude verlegt und an die Übergabestation angeschlossen werden kann.

Die Fernwärme wird direkt ins Haus geliefert
Die Fernwärme wird direkt ins Haus geliefert

Woraus besteht die häusliche Fernwärmestation?

Die kompakte und damit platzsparende Hausstation besteht aus einem Wärmetauscher und einem Wärmemengenzähler. Die ankommende Wärme, die über eine Bohrung im Mauerwerk (Vorlauf) aus den Rohrleitungen des Fernwärmelieferanten an die Hausstation übergeben wird, wird hierin an die Bedingungen des Heizkreislaufs anpasst. Der Zähler erfasst dabei genau die Wärmemenge, die in die Anlage fließt. Über die Hausstation wird dann das Wasser aus dem Heizungsrücklauf wieder an das Versorgernetz abgegeben, wofür eine zweite Bohrung im Mauerwerk (Rücklauf) nötig ist.

Wie viel Platz braucht eine Fernwärme-Hausanschlussstation?

Die Hausanschlussstation zur Wärmeübergabe im Haus besteht hauptsächlich aus einem Wärmetauscher. Meist werden Kompaktgeräte eingebaut, die alle Elemente außer dem Warmwasserspeicher enthalten.

Sie benötigen nur wenig Platz. Ein Heizkessel sowie ein Schornstein entfallen bei Fernwärme.

Fernwärme: Die Übergabestation braucht nicht viel Platz
Fernwärme: Die Übergabestation braucht nicht viel Platz

Kann mit Fernwärme nur die Raumwärme abgedeckt werden?

Nein. Bei vielen Fernwärmeanschlüssen kann auch die Warmwasserversorgung über die Hausstation erfolgen. Je nach Bedarf kommen Durchflusssysteme, Speichersysteme oder Speicher-Lade-Systeme infrage; ein separater Warmwasserspeicher ist also nicht immer nötig. Wird Warmwasser stattdessen dezentral erzeugt, kommen Durchlauferhitzer infrage, die dann zusätzlich Energie benötigen.

Wasserhahn © pixelot, stock.adobe.com
Warmwasserversorgung ist auch durch Fernwärme möglich © pixelot, stock.adobe.com

Wie ist der Fernwärmemarkt in Deutschland?

Fernwärme beheizt rund 15,5 Prozent der Wohnungen in Deutschland – vor allem in Großstädten wie Berlin und Hamburg. Insgesamt gibt es mehr als 3.800 Netze mit über 30.000 Kilometern Trassenlänge. Die Betreiber haben in ihrem Netzgebiet eine Monopolstellung: Ein Anbieterwechsel ist für Verbraucher nicht möglich. In Neubaugebieten gibt es teilweise einen Anschlusszwang.

Das Fernwärmenetz in Deutschland
Das Fernwärmenetz in Deutschland

Gleichzeitig sind die Preise regional sehr unterschiedlich. In dicht besiedelten Gebieten mit vielen Abnehmer ist der Fernwärmepreis wesentlich günstiger als im ländlichen dünn besiedelten Raum.

Auch die Verfügbarkeit von Fernwärme ist regional sehr unterschiedlich. Vor allem in Ballungsgebieten ist das Fernwärmenetz gut ausgebaut.

Wie sicher ist Fernwärme?

Fernwärme hat im Vergleich zu anderen Energieträgern eine hohe Versorgungssicherheit. Aufgrund der gut ausgebauten und überwachten Wärmenetze ist die Versorgung auch in langen, kalten Wintern in der Regel gewährleistet. Störungen werden meist früh erkannt und behoben, sodass Ausfälle selten sind.

Was gibt es für Alternativen zu Fernwärme?

Besteht ein Anschluss- und Benutzungszwang für Fernwärme, ist dieser für Hausbesitzer normalerweise bindend. Ob und unter welchen Bedingungen eine Befreiung möglich ist, regelt die jeweilige kommunale Satzung – etwa bei einem nachweislich klimafreundlicheren eigenen Heizsystem oder einer unzumutbaren Härte.

Ohne Anschlusszwang können Hausbesitzer das Heizsystem der Wahl einsetzen. Alternativen sind beispielsweise die Brennwerttechnik, Wärmepumpen oder solare Systeme.

Antworten auf Fernwärme-Fragen zu Kosten und Preisen

Wie setzt sich der Fernwärmepreis zusammen?

Die Berechnung des zu entrichtenden Preises für die gelieferte Wärme setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen. Zum einen aus dem Grundpreis, der sich nach dem Wärmebedarf des Gebäudes richtet und eine fixe Größe bildet. Zum anderen aus dem Arbeitspreis, der sich durch den tatsächlichen Verbrauch ergibt.

Die Komponenten eines Fernwärmepreises
Die Komponenten eines Fernwärmepreises

Manche Anbieter führen auch noch einen Mess-, bzw. Dienstleistungspreis an, um die Kosten für Abrechnung und Messarbeiten abzudecken.

Der Fernwärmepreis wird in Cent pro Kilowattstunde angegeben. Der Anteil des Grundpreises an den Jahreskosten variiert je nach Netz erheblich und liegt häufig bei etwa 20 bis 40 Prozent.

Tipp: Wenn Ihnen Preissteigerungen oder die Preisformel unplausibel erscheinen, lassen Sie die Abrechnung prüfen. Unser Fernwärmecheck hilft bei der Einordnung.

Wie errechnet sich der Grundpreis?

Die aus dem Wärmebedarf des Gebäudes abgeleitete Anschlussleistung bildet die Basis für den Grundpreis. Der Betrag ist in der Regel in Euro je kW ausgewiesen und soll Raumwärme- und Warmwasserbedarf am Auslegungstag abdecken. Die Leistung wird geschätzt oder berechnet; genauer ist eine Heizlastberechnung.

Der Fernwärmepreis setzt sich zusammen aus Grundpreis und Verbrauchspreis
Der Fernwärmepreis setzt sich zusammen aus Grundpreis und Verbrauchspreis

Bei den meisten Anbietern gibt es bis zu einer gewissen Größe einen Mindestbetrag, der auch dann entrichtet werden muss, wenn der Heiz- und Warmwasserbedarf unter diesem Wert liegen.

Tipp: Je mehr Kunden sich am Fernwärmenetz beteiligen, desto günstiger kann der Versorger den Grundpreis gestalten.

Wie wird der Arbeitspreis ermittelt?

Wie hoch der Arbeitspreis liegt, hängt unter anderem von Brennstoffen, Erzeugungsanlagen und Preisänderungsklauseln ab. Der Versorger muss Preisregelungen, Preiskomponenten und verwendete Indizes veröffentlichen; interne Kalkulationen und Margen sind für Verbraucher jedoch meist nicht einsehbar.

Was macht den Arbeitspreis aus: Für Kunden nicht immer ersichtlich
Was macht den Arbeitspreis aus: Für Kunden nicht immer ersichtlich

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Was kostet der Fernwärmeanschluss?

Zu den Verbrauchskosten kommen die einmaligen Anschlusskosten hinzu. Die Verbraucherzentrale nennt für die komplette Umstellung eines kleineren Hauses – Übergabestation und Hausanschluss – rund 8.000 bis 15.000 Euro; je nach Netznähe und Aufwand kann es auch weniger oder mehr sein. Teilweise berechnen Fernwärmeanbieter diesen Betrag über die Vertragslaufzeit in den Preis mit ein, teilweise wird er einmalig fällig.

Über die KfW, den Bund, die Länder und Gemeinden sowie einzelne Stadtwerke wird der Wechsel zu Fernwärme mit Zuschüssen unterstützt. Mehr zur Förderung von Fernwärme lesen Sie in unserem Artikel Förderung von Fernwärme.

Fernwärme Förderung: Der Fernwärmeanbieter kann weiterhelfen
Fernwärme Förderung: Der Fernwärmeanbieter kann weiterhelfen

Muss bei Fernwärme eine Wartung erfolgen und fallen dadurch Kosten an?

Da die Fernwärme fertig ins Haus geliefert wird und dort lediglich übertragen wird, findet keine Verbrennung im Gebäude statt. Aus diesem Grund ist auch keine aufwändige Wartung der Anlage nötig.

Für die Fernwärme-Hausstation wird jedoch eine regelmäßige Wartung einmal jährlich empfohlen. Diese sollte von geschulten Fachleuten durchgeführt werden. In diesem Rahmen werden auch die Wärmezähler überprüft und der Wärmetauscher inspiziert. Oft sind diese Wartungskosten bereits im Grundpreis enthalten.

Wieso unterscheiden sich die Fernwärmepreise in verschiedenen Städten teils erheblich?

Der Anteil des Grundpreises schwankt stark und liegt häufig zwischen rund 20 und 40 Prozent. Der Arbeitspreis hängt davon ab, mit welchen Kraftwerktypen der Versorger die Fernwärme erzeugt und wie wirtschaftlich die Fernwärmenetze betrieben werden.

Die Fernwärme Preisgestaltung der Anbeiter hängt von vielen Faktoren ab
Die Fernwärme Preisgestaltung der Anbeiter hängt von vielen Faktoren ab

Auch die Anzahl der Kunden eines Fernwärmenetzes ist für die Höhe des Grundpreises mitverantwortlich. Teilen sich mehr Kunden das Wärmenetz, kann der Versorger den Grundpreis pro Kunde geringer ansetzen.

Wie können Fernwärmepreise verglichen werden?

Lange Zeit waren Fernwärmepreise kaum vergleichbar. Seit 2024 gibt es die gemeinsame Preistransparenzplattform Fernwärme der Branchenverbände AGFW, BDEW und VKU. Sie zeigt für mehrere hundert Netze die Mischpreise typischer Abnahmefälle (Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus, Gewerbe) und deckt nach Angaben der Betreiber mehr als die Hälfte des deutschen Fernwärmeabsatzes ab.

Zur Einordnung: Eine Auswertung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (Datenstand April 2025) ermittelte für ein typisches Mehrfamilienhaus einen mittleren Effektivpreis von 17 Cent pro Kilowattstunde inklusive Mehrwertsteuer – gut ein Viertel der Netze lag bei 20 Cent oder mehr. Da ein Anbieterwechsel nicht möglich ist, dient der Vergleich vor allem dazu, das eigene Netz einzuordnen und überhöhte Preise zu erkennen.

Was kostet die Umstellung auf Fernwärme?

Die anfallenden Kosten sind von Versorger zu Versorger unterschiedlich. Häufig fallen für den Hausanschluss einmalige Kosten an (Baukostenzuschuss und Hausanschlusskosten); manche Versorger verteilen sie stattdessen über den Grundpreis. Eine bestehende Zentralheizung kann zudem an die Fernwärmestation angebunden werden. Hierzu ist ein autorisierter Installationsbetrieb nötig, der vom Fernwärmekunden beauftragt und entsprechend bezahlt werden muss.

Was tun bei Preiserhöhungen?

Es kommt immer wieder vor, dass zu hohe Grundpreise berechnet werden. Oftmals liegt es daran, dass die Anschlussleistung nur geschätzt und nicht tatsächlich berechnet wird.

Dies kann der Verbraucher überprüfen oder überprüfen lassen und beim Versorger eine Korrektur beantragen.

Kommt die Preiserhöhung aufgrund steigender Kosten für den Betreiber der Fernwärmeanlage zustande und im Vertrag ist eine Anstiegsklausel dafür enthalten, dann ist die Preiserhöhung grundsätzlich zulässig. Die Preisänderungsklausel muss dafür allerdings die Vorgaben des § 24 Abs. 4 AVBFernwärmeV erfüllen: Sie muss sowohl die Kostenentwicklung als auch die Verhältnisse am Wärmemarkt angemessen berücksichtigen und transparent sein. Wichtig: Gegen eine für unberechtigt gehaltene Preiserhöhung sollten Kunden innerhalb von drei Jahren nach Zugang der ersten Jahresabrechnung Widerspruch einlegen – und ihn binnen weiterer drei Jahre bekräftigen (BGH, Urteil vom 25.9.2024). Mehr zu Preiserhöhungen und wie Sie die Anschlussleistung selbst abschätzen können, finden Sie in unserem Artikel Fernwärme: Was tun bei überhöhten Preisen und Preiserhöhungen?

Können Fernwärmepreise zu hoch sein?

Überhöhte Fernwärmepreise können entstehen, wenn die Anschlussleistung zu hoch gewählt wurde. Diese richtet sich nach dem benötigen jährlichen Wärmebedarf. Wird dieser nur geschätzt und nicht genau berechnet oder nach einer energetischen Sanierung nicht angepasst, kann er zu hoch sein. Das verursacht unnötig hohe Fernwärmekosten.

Mehr dazu wie sie überhöhte Fernwärmepreise erkennen und was Sie dann tun können, erfahren Sie hier.

Können Fernwärmepreise falsch berechnet sein?

Für den Grundpreis wird meist eine bestimmte Anschlussleistung in Kilowatt mit dem Fernwärmeanbieter vereinbart. Wird diese Leistung nur geschätzt oder nach einer Sanierung nicht angepasst, kann der Grundpreis unnötig hoch ausfallen.

Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, dass die jährliche Wärmeleistung dem tatsächlichen Bedarf entspricht, können Sie einen unabhängigen Dienstleister mit einer Anschlussprüfung beauftragen.

Was Sie bei überhöhten Fernwärmepreisen tun können, lesen Sie hier.

Fernwärme im Preisvergleich mit anderen Wärmesystemen

Fernwärme ist im Vergleich zu anderen Wärmesystemen teuer. Nach dem Heizspiegel für Deutschland zahlten Bewohner einer 70-Quadratmeter-Wohnung im Mehrfamilienhaus für das Abrechnungsjahr 2024 durchschnittlich 1.225 Euro für Fernwärme – mehr als für jeden anderen dort verglichenen Energieträger.

Das sind knapp 20 Prozent mehr, als Bewohner vergleichbarer Wohnungen mit Gas- oder Ölheizung zahlten (jeweils rund 1.030 Euro). Wärmepumpen (rund 680 Euro) und Pelletheizungen (rund 615 Euro) lagen noch deutlich darunter.

Fernwärme: Entwicklung der Heizkosten in Deutschland © co2online gGmbH
Fernwärme: Entwicklung der Heizkosten in Deutschland © co2online gGmbH
Tipp: Wenn Ihnen Preissteigerungen oder die Preisformel unplausibel erscheinen, lassen Sie die Abrechnung prüfen. Unser Fernwärmecheck hilft bei der Einordnung.

Antworten auf Fernwärme-Fragen zu Vertrag und Kündigung

Kann ich einen Fernwärmevertrag kündigen?

Wenn in Ihrem Wohngebiet ein Anschluss- und Benutzungszwang gilt, ist eine Kündigung in der Regel nicht möglich – Ausnahmen regelt die kommunale Satzung.

Ansonsten kann ein Fernwärmevertrag mit einer Frist von neun Monaten zum Ende der Laufzeit gekündigt werden; die Kündigung muss in Schriftform erfolgen (§ 32 AVBFernwärmeV). Die Erstlaufzeit darf höchstens zehn Jahre betragen. Erfolgt keine Kündigung, verlängert sich der Vertrag stillschweigend um jeweils bis zu fünf Jahre.

Kann ich etwas gegen den Benutzungszwang unternehmen?

Besteht in einem Wohngebiet ein Anschluss- und Benutzungszwang an das Fernwärmenetz, müssen Hausbesitzer das grundsätzlich akzeptieren. Eine ordentliche Kündigung des Anschlusses ist dann in der Regel ausgeschlossen.

Ausnahmen sind aber möglich: Die kommunale Satzung regelt, unter welchen Bedingungen eine Befreiung in Betracht kommt – etwa wenn das eigene Heizsystem nachweislich klimafreundlicher ist als das Wärmenetz oder der Anschluss im Einzelfall eine unzumutbare Härte bedeuten würde.

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Antworten auf Fernwärme-Fragen zu Verbrauch und Optimierung

Wie wird der Verbrauch ermittelt und wie erfolgt die Abrechnung?

Jede Fernwärme-Übergabestation ist mit einem geeichten Wärmemengenzähler versehen. Zur Verbrauchsermittlung wird der Zähler, der sich meistens im Keller oder Hauswirtschaftsraum des zu beheizenden Gebäudes befindet, einmal im Jahr abgelesen. Aus diesen tatsächlichen Verbräuchen wird dann die Endabrechnung erstellt und die monatlichen Abschlagszahlungen entsprechend angepasst.

Seit Oktober 2021 gilt zudem die Fernwärme-Verbrauchserfassungs- und -Abrechnungsverordnung (FFVAV): Neu eingebaute Wärmemengenzähler müssen fernablesbar sein, Bestandszähler müssen bis Ende 2026 nachgerüstet oder ersetzt werden. Bei fernablesbaren Zählern erhalten Kunden monatlich unentgeltliche Verbrauchs- und Abrechnungsinformationen – das macht den eigenen Wärmeverbrauch deutlich transparenter.

Heizkostenabrechnung: Kosten müssen aufgeschlüsselt werden
Heizkostenabrechnung: Kosten müssen aufgeschlüsselt werden

Der Verbrauch von Fernwärme wird in Kilowattstunden (kWh) angegeben. Er lässt sich auch in Kubikmeter (m3) Gas umrechnen, dabei entsprechen 100 kWh Fernwärme rund 10 m3 Erdgas.

Allerdings müssen bei Erdgas und Heizöl Umwandlungsverluste je nach Wirkungsgrad des Heizkessels hinzugerechnet werden. Der reine Zahlenvergleich bildet deshalb nicht die Realität ab: Weil die Wärme bereits fertig ins Haus kommt, liegt der gemessene Fernwärmeverbrauch typischerweise 10 bis 20 Prozent unter dem Brennstoffeinsatz einer vergleichbaren Kesselheizung.

Hinweis: Nutzen Sie unseren Service Fernwärmecheck und lassen Sie Ihre Fernwärme-Heizkostenabrechnung überprüfen. Oftmals ergeben sich Sparpotenziale.

Wirkt sich eine Gebäudesanierung auf die Anschlussleistung aus?

Die Anschlussleistung richtet sich nach dem tatsächlichen Wärmebedarf. Dieser sinkt bei einer energetischen Gebäudesanierung, bei der der Dämmstandard des Hauses verbessert wurde.

Nach den Sanierungsmaßnahmen sollte die Anschlussleistung entsprechend dem neuen Wärmebedarf geprüft und bei Bedarf angepasst werden.

Fernwärme: Nach der energetischen Sanierung sollte auch der Anschlusspreis angepasst werden

Sind Anpassungen von Anschlusswerten möglich?

Ja. Nach § 3 AVBFernwärmeV können Kunden die vertraglich vereinbarte Anschlussleistung einmal pro Kalenderjahr anpassen – mit einer Frist von vier Wochen zum Ende eines Kalendermonats und ohne Begründung, solange die Leistung um nicht mehr als 50 Prozent sinkt. Vor einer Reduzierung sollte der tatsächliche Wärmebedarf fundiert ermittelt werden, etwa über eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 – das schützt vor einer zu knapp bemessenen Leistung.

Ihr Anpassungsrecht: § 3 AVBFernwärmeV

1× pro KalenderjahrHäufigkeit
§ 3 AVBFernwärmeVRechtsgrundlage

1Worum es geht

Kunden können die vertraglich vereinbarte Anschlussleistung ohne Begründung reduzieren – der Grundpreis sinkt entsprechend. Das Recht besteht seit Oktober 2021.

2Eckdaten

Frist4 Wochen zum Ende eines Kalendermonats
Maximale Reduzierung50 Prozent der vereinbarten Leistung
Mehr als 50 Prozent oder Kündigungnur bei Umstieg auf erneuerbare Energien (Nachweis nötig)

3Worauf achten

Vorher den tatsächlichen Wärmebedarf ermitteln, etwa per Heizlastberechnung nach DIN EN 12831
Zu knapp bemessene Leistung kann an sehr kalten Tagen den Komfort einschränken
Merksatz

Bis 50 Prozent Reduzierung ist die Anpassung ein einseitiges Recht des Kunden ohne Nachweis – größere Schritte setzen den Umstieg auf erneuerbare Energien voraus.

Rechtsgrundlage: § 3 AVBFernwärmeV · Stand: Juli 2026

Die Optimierung bestehender Heizungsanlagen wird staatlich gefördert. Welche Programme aktuell gelten und worauf Sie bei der Antragstellung achten müssen, lesen Sie in unserem Ratgeber Fördermittel für die Heizung.

Was ist die Anschlussleistung?

Die Anschlussleistung entspricht der maximalen Wärmeleistung einer Fernwärmestation im Haus. Sie ergibt sich aus dem Volumenstrom des Wassers und der Differenz von Vor- und Rücklauftemperatur am kältesten Tag, der in der Region zu erwarten ist.

Fernwärme: Der Grundpreis richtet sich nach der Anschlussleistung
Fernwärme: Der Grundpreis richtet sich nach der Anschlussleistung

Die vereinbarte maximale Wärmeleistung ist somit auf die kälteste Zeit im Jahr ausgelegt. Bei wärmeren Temperaturen wird nur ein Teil der Anschlussleistung zur Verfügung gestellt.

Bei weniger üblichen Dampfnetzen, in denen die Wärme in Form von Dampf transportiert wird, steht die maximale Wärmeleistung jederzeit zur Verfügung.

Heizkosten © Alexander Raths, stock.adobe.com
Fernwärme Anschlussoptimierung

Fernwärme: Kosteneinsparung durch Anschlussoptimierung Wer Fernwärme bezieht, braucht keine Heizungsanlage und keinen Schornstein. Darüber hinaus muss kein Brennstoff gekauft oder… weiterlesen

Antworten auf Fernwärme-Fragen zur Technik

Kann man Fernwärme mit anderen Techniken kombinieren?

Ja, sofern die erforderlichen technischen Voraussetzungen gegeben sind oder geschaffen werden können – etwa eine Ergänzung um Solarthermie für das Warmwasser. Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG): Die frühere 65-Prozent-Vorgabe ist entfallen. Der Anschluss an ein Wärmenetz bleibt eine klimafreundliche, staatlich geförderte Option beim Heizungstausch. Das frühere Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz ist darin aufgegangen. Einen Überblick gibt unser Artikel Vorschriften für Heizungen. Ob sich eine Kombination im Einzelfall lohnt, sollte fachlich geprüft werden.

Ist eine Nachrüstung mit Fernwärme im Altbau möglich?

Wenn ein Fernwärmenetz verfügbar ist, kann der Hausanschluss von Altbauten jederzeit auf Fernwärme nachgerüstet werden. In der Regel beantragt der Versorger die notwendigen Baugenehmigungen und informiert über Firmen, die die Umrüstung realisieren.

Ob sich Fernwärme lohnt ist auch abhängig vom Heizbedarf
Ob sich Fernwärme lohnt ist auch abhängig vom Heizbedarf

Wichtig ist, dass das Gebäude für den Umbau gut erreichbar ist.

Muss ein Warmwasserspeicher angeschlossen werden?

Je nachdem, wie der Warmwasserbedarf des Haushalts aussieht, gibt es verschiedene Systeme. Bei Durchflusssystemen wird das Trinkwasser erst bei der Zapfung über einen Wärmeübertrager erwärmt – vom Prinzip her wie bei einem Durchlauferhitzer, nur mit Fernwärme statt Strom. Ein Warmwasserspeicher ist dafür nicht nötig; das System eignet sich bei eher gleichmäßigem Verbrauch.

Für Familien mit großen Schwankungen im Warmwasserverbrauch eignen sich Speichersysteme. Das Wasser wird innerhalb des Speichers im Haus erwärmt und steht dann zur Verfügung. Damit auch morgens gleich Warmwasser aus der Leitung kommt, wird eine Zirkulation benötigt, die wiederum Strom braucht.

Ein Speicher-Lade-System kombiniert beide vorangegangenen Methoden. Dabei wird von einem Durchschnittswasserverbrauch ausgegangen.

Tipp: Damit keine Legionellen entstehen können, sollte das Wasser im Speicher mindestens 60 Grad Celsius erreichen.

Welchen Einfluss hat der Primärenergiefaktor der Fernwärme?

Der Primärenergiefaktor bezieht auch den Energiebedarf zur Förderung, Aufbereitung und Verteilung des Energieträgers mit ein. In Deutschland bestimmt das Gebäudeenergiegesetz (GEG), wie hoch der Primärenergiebedarf eines Neubaus pro Jahr sein darf.

Der Primärenergiefaktor dient zur Ermittlung der Energiebilanz eines Gebäudes
Der Primärenergiefaktor dient zur Ermittlung der Energiebilanz eines Gebäudes

Die Primärenergiefaktoren für Fernwärmenetze müssen speziell berechnet werden, da Fernwärme aus sehr unterschiedlichen Energieträgern erzeugt wird.

Grundsätzlich gilt: Je geringer der Primärenergiefaktor, desto leichter gelingt der Nachweis des zulässigen Jahres-Primärenergiebedarfs nach dem GModG. Die baulichen Anforderungen an die Gebäudehülle gelten davon unabhängig.

Wie wird der Primärenergiefaktor von Fernwärme berechnet?

Da bei Fernwärmenetzen die Wärmeerzeugung sehr unterschiedlich zusammengesetzt ist, muss der jeweilige Primärenergiefaktor berechnet werden. Die Berechnung wird nach dem Arbeitsblatt AGFW FW 309 Teil 1 (Ausgabe 2023) „Energetische Bewertung von Fernwärme – Bestimmung der spezifischen Primärenergiefaktoren für Fernwärmeversorgungssysteme“ vom Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK e.V. erstellt.

Bei Brennstoffen wie Heizöl, Erdgas, Holz oder Biogas wird dagegen mit Pauschalfaktoren gearbeitet.

Für den Nachweis nach dem GModG maßgeblich ist der vom Versorger veröffentlichte, netzspezifisch bestimmte Wert. Liegt kein solcher Wert vor, dürfen ersatzweise die im Gesetz festgelegten Werte angesetzt werden (§ 22 Abs. 4 GModG).

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Wer darf die Berechnung des Primärenergiefaktors durchführen?

Die Berechnung des Primärenergiefaktors eines Fernwärmenetzes nach AGFW FW 309-1 darf ausschließlich von einem geprüften „fp-Gutachter FW 609“ durchgeführt werden. Dieser muss eine gültige Prüfbescheinigung besitzen.

Was ist bei Fernwärme in Kombination mit einer Fußbodenheizung zu beachten?

Viele Fernwärmeversorger schreiben in ihren technischen Anschlussbedingungen eine maximale Rücklauftemperatur vor – häufig liegt diese Obergrenze bei etwa 45 bis 55 Grad Celsius. Fußbodenheizungen arbeiten mit Rücklauftemperaturen von etwa 35 bis 40 Grad Celsius und bleiben damit deutlich unter dieser Grenze.

Das ist im Betrieb ein Vorteil: Je kühler das Wasser ins Netz zurückfließt, desto besser wird die gelieferte Wärme ausgenutzt. Durch die größere Temperaturspreizung genügt ein geringerer Volumenstrom – oft kann dadurch sogar eine niedrigere Anschlussleistung vereinbart werden.

Antworten auf Fernwärme-Fragen für Mieter

Was können Mieter bei hohen Fernwärmerechnungen tun?

Wer in einem Miethaus mit Fernwärmeversorgung wohnt, hat als Mieter keinen Vertrag mit dem Energieversorger. Der Vertragspartner ist der Vermieter. Das hat zur Folge, dass der Mieter selbst, eine überhöhte Abrechnung aufgrund einer nicht optimalen Anschlussleistung nicht beanstanden kann.

Hierzu muss der Vermieter gewonnen werden, der dann den Antrag auf Korrektur der Anschlussleistung stellt. Deshalb ist es zu empfehlen, dass Mieter ihre Heizkostenabrechnung überprüfen. Wie eine Fernwärmeabrechnung aussehen sollte und worauf Sie achten müssen, lesen Sie in unserem Beitrag Fernwärmeabrechnung: Eine Überprüfung kann sich lohnen.

Seit 2023 gilt außerdem das Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz: Die CO2-Kosten aus fossilen Brennstoffen werden über ein Stufenmodell zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt – je schlechter der energetische Zustand des Gebäudes, desto höher der Anteil des Vermieters. Das gilt auch bei Wärmelieferung über Fernwärme.

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