Kosten und Verbrauch von Nachtspeicherheizungen
Nachtspeicherheizungen gelten als teure und längst nicht mehr zeitgemäße Heizungsart. Im Gegensatz zu Bedarfsheizungen wird bei Nachtspeicherheizungen der Wärmespeicher nachts mit einem günstigeren Nachttarif aufgeladen, um die Wärme tagsüber wieder abzugeben. Ob der Versorger diesen Tarif überhaupt noch anbietet, ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr – und der Preisabstand zum Tagstrom ist deutlich kleiner geworden.
Das Wichtigste in Kürze
- Rund 120 bis 130 Kilowattstunden Strom je Quadratmeter und Jahr sind üblich – für 100 m² also grob 2.500 bis 3.100 Euro Heizkosten.
- Der Nachtstrom-Vorteil schrumpft: Der Niedertarif liegt oft nur noch 10 bis 20 Prozent unter dem Tagstrom.
- Eine Austauschpflicht gibt es nicht – der Wechsel lohnt sich trotzdem meist über die Betriebskosten.

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Dadurch kommt es öfter vor, dass die im Voraus gespeicherte Energie gar nicht genutzt und damit verschwendet wird. Warum bei Nachtspeicherheizungen unnötig Energie verloren gehen kann und wie sich der Verbrauch sowie die Kosten zusammensetzen, lesen Sie hier.
Verbrauch muss im Voraus bestimmt werden
Da der Nachtspeicherofen die Wärmemenge überwiegend in den Niedertarifzeiten lädt und erst später abgibt, muss die Lademenge im Voraus möglichst passend eingestellt oder über eine Aufladesteuerung geregelt werden. Darin liegt auch die größte Herausforderung. Wird zu wenig Wärme gespeichert, bleiben die Räume kühl oder es muss – falls technisch und tariflich möglich – mit teurerem Hochtarifstrom nachgeheizt werden. Wird zu viel geladen, entstehen Kosten für Wärme, die nur verzögert oder unkontrolliert abgegeben wird.
Wie entstehen Kosten?
Grundsätzlich ist das Heizen mit Strom teurer als mit vielen anderen Energieträgern. Heizstrom kostet Neukunden im Jahr 2026 je nach Region, Anbieter und Tarif rund 20 bis 25 Cent je Kilowattstunde, Haushaltsstrom liegt im Mittel bei 31,1 Cent (Verivox-Haushaltspreis, Juli 2026). Erdgas kostet Neukunden Mitte Juli 2026 im bundesweiten Schnitt rund 9 bis 10 Cent je Kilowattstunde; im Durchschnitt aus Neu- und Bestandskunden sind es etwa 10,7 Cent. Eine Gasheizung ist zwar in der Anschaffung teurer, die Energiekosten liegen dafür bei etwa der Hälfte gegenüber den Nachtspeicherheizungen. Noch größer ist der Abstand zur Wärmepumpe: Sie macht aus einer Kilowattstunde Strom je nach Anlage und Gebäude drei bis vier Kilowattstunden Wärme, während der Nachtspeicherofen aus einer Kilowattstunde Strom eine Kilowattstunde Wärme erzeugt.
Soll wie bei Nachtspeicherheizungen mit günstigerem Nachtstrom Wärme für den nächsten Tag produziert werden, besteht die Gefahr, die Kosten unnötig in die Höhe zu treiben: Zu viel geladene Wärme ist bezahlt, aber ungenutzt.

Der Heizwärmebedarf hängt zudem nicht nur von den Außentemperaturen und den Wohlfühltemperaturen der Bewohner ab, sondern auch vom Alter der Nachtspeicherheizung sowie dem Dämmstandard des Hauses. Je älter eine Heizungsanlage ist, desto weniger entspricht sie den modernen technischen Anforderungen und desto weniger effektiv arbeitet sie.
Zudem benötigt ein Haus mit guter Dämmung viel weniger Heizwärmeenergie und die Heizung verursacht dadurch geringere Energiekosten. Deshalb ist es immer auch teurer, eine Nachtspeicherheizung in einem sanierungsbedürftigen Altbau zu betreiben, als in einem modernisierten Haus oder Neubau.
Beispielrechnung: Ein Heizjahr mit Nachtspeicher
Nachtstrom: Wie viel Preisvorteil bleibt?
Die Rechnung der Nachtspeicherheizung geht nur auf, wenn der Nachtstrom deutlich günstiger ist als der Tagstrom. Dieser Abstand ist geschmolzen: Im Doppeltarif liegt der Niedertarif (NT) heute oft nur noch 10 bis 20 Prozent unter dem Hochtarif (HT), einzelne Versorger bieten gar keinen Nachttarif mehr an. Die Schaltzeiten legt dabei der Netzbetreiber fest (häufig etwa 22 bis 6 Uhr, regional unterschiedlich), nicht der Stromanbieter; die getrennte Abrechnung braucht einen Doppeltarifzähler, den der Messstellenbetreiber einbaut. Wichtig für Bestandsanlagen: Nachtspeicherheizungen sind von der neuen netzorientierten Steuerung nach § 14a EnWG ausgenommen. Für bestehende Nachtspeicher-Vereinbarungen nach der alten §-14a-Regelung gelten die bisherigen Bedingungen nach der BNetzA-Festlegung bis zur Beendigung der Vereinbarung oder bis zur Außerbetriebnahme des Geräts fort. Ein Tarifvergleich für Heizstrom lohnt sich deshalb mindestens einmal im Jahr.
Einsparpotentiale nutzen
Da der Bedarf der Wärmeenergie bei Nachtspeicherheizungen nicht mit dem Erzeugungszeitraum zusammenfällt, muss der Bedarf im Vorfeld eingeschätzt werden. Mit Erfahrung lassen sich mit einer guten Steuerung die Kosten reduzieren.
Durch eine manuelle Einstellung, die spontan auf Wetterveränderungen und Temperaturschwankungen reagiert, kann der Verbrauch und damit die Kosten, optimiert werden. Die richtige Bedienung von Nachtspeicherheizungen ist hier entscheidend.

Auch mit der Wahl der Raumtemperaturen kann der Verbrauch gesenkt werden. Nicht jeder Raum benötigt die gleich hohen Temperaturen, in Arbeits- und Schlafzimmer sind niedrigere Werte sogar förderlich. Zudem können die Räume während der Abwesenheit oder wenn sie mehrere Stunden nicht genutzt werden, kühler sein.

Da Nachtspeicherheizungen mit teurem Strom betrieben werden, ist eine effiziente Bedienung besonders wichtig. Ansonsten können die Energiekosten schnell noch stärker… weiterlesen
Wann ist ein Austausch ratsam?
Wenn die Technik der Nachtspeicherheizungen zu alt ist, kann diese nicht mehr effizient betrieben werden. Langfristig ist es dann günstiger, in eine neue Heizungsanlage zu investieren. Ob und wann Sie tauschen, ist dabei eine wirtschaftliche Entscheidung – keine rechtliche: Eine gesetzliche Austauschpflicht für Nachtspeicherheizungen gibt es nicht. Die frühere Pflicht zur Außerbetriebnahme elektrischer Speicherheizungen wurde bereits 2013 gestrichen. Den Ausschlag geben deshalb die Betriebskosten: Laut Heizspiegel 2025 lassen sich die Heizkosten beim Wechsel von der Nachtspeicherheizung auf eine Wärmepumpe etwa halbieren – wie groß die Ersparnis ausfällt, hängt von Gebäude, Anlage und Tarif ab. Der Wechsel auf eine Heizung mit erneuerbarer Energie oder ein Wärmenetz wird zudem staatlich gefördert – welches Programm für Ihr Vorhaben passt und wie Sie den Antrag richtig stellen, lesen Sie im Ratgeber zu den Fördermitteln. Wie hoch Ihre eigenen Kosten liegen und was der Umstieg bringt, überschlagen Sie mit dem Nachtspeicherheizung-Kostenrechner.
Drei Irrtümer über die Kosten
Wer sich für einen kompletten Ersatz der Nachtspeicherheizung entscheidet, dem stehen viele geeignete Alternativen zur Nachtspeicherheizung zur Auswahl. Auch der Austausch von Nachtspeicherheizungen durch neuere Speichertechnik ist möglich – am Grundproblem der hohen Stromkosten ändert er allerdings wenig. Bleibt die Wärme dagegen ganz aus, hilft zuerst die Fehlersuche: Wir zeigen, was zu tun ist, wenn die Nachtspeicherheizung nicht warm wird.
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