Home » Heizung » Heizungssysteme » Elektroheizung » Nachtspeicherheizung » Richtige Bedienung von Nachtspeicherheizungen

Richtige Bedienung von Nachtspeicherheizungen

Da Nachtspeicherheizungen mit teurem Strom betrieben werden, ist eine effiziente Bedienung besonders wichtig. Ansonsten können die Energiekosten schnell noch stärker in die Höhe steigen – neue Heizstromtarife liegen 2026 häufig bei rund 20 bis 25 Cent je Kilowattstunde, regionale Tarife können aber auch darüber liegen. Aufgrund der Funktionsweise der Nachtspeicherheizungen müssen sie anders bedient werden als ein herkömmlicher Heizkörper. Wir erläutern die Zusammenhänge und geben Ihnen eine Bedienungsanleitung an die Hand, mit der sie tagsüber und nachts optimale Raumtemperaturen erreichen und gleichzeitig Energie sparen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Aufladeregler entscheidet, wie viel Wärme für morgen eingelagert wird – der Raumregler nur, wie schnell sie abgegeben wird.
  • Faustregel für die Ladung: Je kälter der Folgetag erwartet wird, desto höher die Stufe – die meisten Geräte laden in Dritteln bis zur vollen Ladung.
  • Wer zu knapp lädt, heizt tagsüber mit teurem Tagstrom nach – wer zu viel lädt, bezahlt Wärme, die niemand braucht.
Nachtspeicherofen © Jürgen Fächle, stock.adobe.com
Nachtspeicherofen © Jürgen Fächle, stock.adobe.com
Heizung-Konfigurator:
 

Jetzt Ihre individuelle Heizung konfigurieren und Angebote erhalten!

Heizung-Konfigurator

So funktioniert eine Nachtspeicherheizung

In der Nacht nutzt die Nachtspeicherheizung den – sofern angeboten – günstigeren Nachttarif und heizt ihren Speicherkern auf. Aus diesem Wärmevorrat werden tagsüber, wenn der Strom teurer ist, die Wohnräume beheizt. Freigegeben wird die Ladung dabei nicht vom Ofen selbst: Das Signal für die Niedertarifzeit kommt vom Netzbetreiber (meist über einen Rundsteuerempfänger im Zählerschrank), die Schaltzeiten liegen häufig etwa zwischen 22 und 6 Uhr, regional unterschiedlich.

Ist der Vorrat an gespeicherter Wärme verbraucht, wird mit einem Ventilator Raumluft zum Speicherkern geführt, sodass sich diese aufwärmen kann. Diese Konvektion sorgt für mehr Wärme, entlädt aber auch den Speicher.

Wärme für den ganzen Tag

Eine Nachtspeicherheizung wird nicht über das Drehen eines Thermostates eingestellt, sondern die in der Nacht gespeicherte Wärmemenge wird auf die Wohnraumtemperatur tagsüber abgestimmt.

Wer dies nicht beachtet und die Regelung nicht entsprechend einstellt, heizt womöglich zu Zeiten, zu denen er es gar nicht braucht. Die Einschätzung der benötigten Wärmemenge ist schwierig, da sie bereits am Vortag für die Einstellung der Speicherladung benötigt wird.

Wird der Speicher zu stark geladen, gibt der Ofen auch ohne Ventilator dauerhaft Wärme über seine Oberfläche ab – diese sogenannte Grundabgabe lässt sich nicht abschalten. Die Räume werden dann zu warm, und der Strom ist ohnehin schon bezahlt. Zu viel geladene Wärme lässt sich nicht ins Netz zurückgeben.

Wird der Bedarf beim Einstellen zu gering eingeschätzt, reicht die Speicherwärme aus der Nacht nicht aus, um den ganzen Tag die Räume warm zu halten. Es ist zu kühl, es wird tagsüber mit teurem Tagstrom nachgeheizt oder es muss eine teure Zusatzheizung hinzugezogen werden.

Nachtspeicherheizung: Die Wetterprognosen sollten beachtet werden
Nachtspeicherheizung: Die Wetterprognosen sollten beachtet werden
Tipp: Holen Sie sich, wenn Sie unsicher sind, zum Einstellen Ihrer Nachtspeicherheizung einen Fachmann hinzu, der die entsprechende Erfahrung hat.

Bis zu 30 % sparen

Elektroheizung und Infrarotheizung

  • Bundesweites Netzwerk
  • Qualifizierte Anbieter
  • Unverbindlich
  • Kostenlos

Wer die Aufladung steuert – und was Sie selbst einstellen

Bevor Sie an den Reglern drehen, lohnt der Blick auf die Steuerkette. In den meisten Anlagen übernimmt eine witterungsgeführte Aufladesteuerung die Vorarbeit: Ein Außentemperaturfühler – üblicherweise an der Nordseite des Hauses – misst den Temperaturverlauf vor der Ladephase, und die Steuerung erhöht bei sinkenden Außentemperaturen automatisch die Ladeintensität. Der Netzbetreiber gibt über den Rundsteuerempfänger nur die Ladefreigabe und damit die Betriebsart vor. Im Gerät selbst sitzt der Aufladeregler, der die Ladung beendet, sobald der Speicherkern die eingestellte Solltemperatur erreicht hat. Für Sie heißt das: Der Aufladeregler bestimmt, wie viel Wärme für morgen eingelagert wird, der Raumtemperaturregler nur, wie schnell sie wieder abgegeben wird. Wer bei zu kühlen Räumen am Raumregler dreht, statt die Ladung anzuheben, leert den Speicher schneller – und landet abends im teuren Nachheizbetrieb.

Optimale Beladung des Speichers

Wichtig ist also, dass Sie den Speicher richtig beladen und den Verbrauch für den nächsten Tag realistisch einschätzen. Bei Anlagen mit reiner Handeinstellung übernehmen Sie die Aufgabe, die sonst die Aufladesteuerung erledigt.

Tipp: Der Wärmebedarf hängt nicht nur von den Außentemperaturen ab, sondern auch von der Dämmung des Hauses.

Die meisten Nachtspeicherheizungen haben direkt am Gerät drei bis sechs Einstellstufen zur Speicherbeladung. Feste Temperaturgrenzen nennen die Hersteller bewusst nicht – entscheidend sind die Wetterprognose für den Folgetag und der Dämmstandard Ihres Hauses. Welche Stufe für Ihr Gebäude passt, finden Sie deshalb über zwei, drei Versuche heraus: Notieren Sie sich, bei welcher Wetterlage die Wärme gereicht hat und wann sie abends ausging.

Ladestufen: Was die Zahlen am Regler bedeuten

Stufe 0 — keine Ladung: milde Tage ohne Heizbedarf
Stufe 1 — etwa ein Drittel: milder Folgetag erwartet
Stufe 2 — etwa zwei Drittel: kühler Folgetag
Stufe 3 — volle Ladung: kalter Folgetag oder schlecht gedämmtes Haus

Die Skalen sind je nach Modell unterschiedlich beschriftet (häufig drei bis sechs Stufen); manche Geräte zeigen statt Zahlen nur Symbole. Bei Anlagen mit witterungsgeführter Aufladesteuerung übernimmt die Steuerung diese Abstufung automatisch — dann stellen Sie nur noch die Raumtemperatur ein.

Quelle: Hersteller-Bedienungsanleitungen (u. a. Stiebel Eltron, Dimplex)
Nachtspeicherheizung regeln ©Jürgen Fächle, fotolia.com
Nachtspeicherheizung regeln © Jürgen Fächle, fotolia.com

Das nötige Fingerspitzengefühl für die optimale Einstellung liefert hier die Erfahrung. Denn nicht nur die Außentemperaturen sind zu beachten, sondern auch der energetische Standard des Gebäudes.

Nachtspeicherheizung: Die richtige Einstellungen hängt von vielen Faktoren ab
Nachtspeicherheizung: Die richtige Einstellungen hängt von vielen Faktoren ab

Raumtemperaturen entscheiden über Wohlbefinden

Die Raumtemperaturen müssen nun so eingestellt werden, dass sie zu den gewünschten Zeiten angenehm sind und die Speicherladung ausreicht. Der Temperaturregler hängt meist an der Wand im Raum.

Nicht jeder Raum benötigt die gleichen Temperaturen
Nicht jeder Raum benötigt die gleichen Temperaturen
Tipp: Wählen Sie die Raumtemperaturen zu hoch, geben die Nachtspeicheröfen zu viel Wärme ab und der Speicher ist schnell leer. Deshalb die Raumtemperaturen immer sorgfältig auswählen.

Bei den Raumtemperaturen empfehlen Experten im Wohnbereich ungefähr 20 Grad Celsius, während im Schlafzimmer, in Arbeitszimmern oder dem Flur auch zwischen 16 und 18 Grad Celsius ausreichen. Das Bad liegt über dem Durchschnitt, hier werden Richttemperaturen zwischen 22 und 24 Grad Celsius empfohlen.

Umfrage wird geladen …

Bei längerer Abwesenheit, zum Beispiel in der Urlaubszeit, können die Temperaturen deutlich niedriger eingestellt werden, um Energiekosten zu sparen. Dabei muss beachtet werden, dass in der kalten Jahreszeit die Heizung niemals ganz ausgeschaltet werden sollte, damit keine Frostschäden entstehen können. Als Grundtemperatur haben sich rund 14 bis 16 Grad Celsius bewährt – und weil der Speicher erst über Nacht wieder lädt, sollten Sie die Ladung ein bis zwei Tage vor der Rückkehr wieder anheben.

Spartipp

Nutzen Sie unseren kostenlosen Angebotsservice

Angebote von Heizungs-Fachbetrieben vergleichen und bis zu 30 Prozent sparen

Lüfter sorgt für Konvektionswärme

Wie bereits eingangs erwähnt, springt ein Ventilator ein, wenn die Wärmestrahlung der Nachtspeicherheizung nicht mehr für die gewünschte Raumtemperatur ausreicht. Dieser führt die Luft ins Innere des Ofens, wo sie sich an den Speichersteinen erwärmen kann und wieder an den Raum abgegeben wird.

Tipp: Der Ventilator sollte freigegeben und nicht dauerhaft von Hand abgeschaltet sein – dann arbeitet die Nachtspeicherheizung mit einer Kombination aus Strahlungs- und Konvektionswärme. Ein- und ausschalten sollte ihn aber der Raumtemperaturregler, nicht der Dauerbetrieb: Läuft das Gebläse durch, obwohl es im Raum warm genug ist, entleert es den Speicher unnötig früh.

Die Lüftungsgitter sollten immer gut gesäubert sein, damit der Ventilator optimal arbeiten kann und nicht unnötig Staub aufgewirbelt wird.

Zusatzheizung bei falscher Bedienung

Reicht die eingestellte und gespeicherte Wärmemenge nicht für den ganzen Tag, kann – je nach Modell und Zubehör – eine integrierte elektrische Zusatzheizung zugeschaltet werden. Sie ist kein Ersatz für eine passende Speicherladung: Manche Geräte müssen dafür per Schalter freigegeben werden.

Diese Bedienfehler kosten bares Geld

  • Am Raumregler drehen statt an der Ladung: Der Raumregler holt nur Wärme aus dem Speicher. Ist der leer, kann – falls vorhanden und freigegeben – nur noch die elektrische Zusatzheizung mit teurem Tagstrom nachheizen.
  • Die Ladung nach der aktuellen Temperatur einstellen: Geladen wird für den Folgetag. Maßgeblich ist die Wetterprognose, nicht das Thermometer von heute Nachmittag.
  • Volle Ladung als Dauereinstellung: Was Sie nicht abrufen, geht über die Grundabgabe des Ofens verloren – bezahlt ist der Strom trotzdem.
  • Das Gebläse dauerhaft laufen lassen: Es entleert den Speicher schneller, als der Raum die Wärme braucht.

Wird die Zusatzheizung außerhalb der Niedertarifzeit genutzt und dafür teurer Tagstrom verwendet, ist sie teurer als der normale Speicherbetrieb. Deshalb sollten Sie die Nachtspeicherheizung möglichst so einstellen, dass die Zusatzheizung erst gar nicht benötigt wird. Bleiben die Öfen trotz richtiger Einstellung kalt, liegt es meist nicht an der Bedienung – dann hilft unsere Fehlersuche, wenn die Nachtspeicherheizung nicht warm wird. Und wenn sich die Frage stellt, ob sich der Betrieb überhaupt noch lohnt: Wir zeigen Kosten und Verbrauch von Nachtspeicherheizungen und die Alternativen zur Nachtspeicherheizung.

Heizkosten © M. Schuppich, stock.adobe.com
Nachtspeicherheizungen: Kosten und Verbrauch

Kosten und Verbrauch von Nachtspeicherheizungen Nachtspeicherheizungen gelten als teure und längst nicht mehr zeitgemäße Heizungsart. Im Gegensatz zu Bedarfsheizungen wird… weiterlesen

Bis zu 30 % sparen

Heizung Fachbetriebe – Kauf, Einbau, Reparatur

  • Unverbindlich
  • Qualifizierte Anbieter
  • Kostenlos