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Nachtspeicherheizung entsorgen

Nachtspeicherheizung entsorgen

Wer seine Nachtspeicherheizung austauscht und gegen eine effizientere Heizung ersetzt, schont langfristig Geldbeutel und Umwelt. Bei der Entsorgung ist dann einiges zu beachten: Viele Geräte stammen aus den 1960er- und 70er-Jahren und können Asbest, PCB oder Chromat enthalten. Das entscheidet darüber, wer das Gerät ausbauen darf, wohin es kommt — und was die Entsorgung kostet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Geräte mit Baujahr vor 1984 gelten als asbestverdächtig — den Ausbau sollte dann ein Fachbetrieb mit Sachkunde nach TRGS 519 übernehmen.
  • Auch asbestfreie Geräte sind nicht schadstofffrei — in den Speichersteinen steckt oft krebserzeugendes Chromat.
  • Fachgerechter Ausbau und Abtransport kosten häufig grob 100 bis 300 Euro je Gerät; bei Asbestverdacht können Zusatzkosten anfallen.
Nachtspeicherheizung
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Mögliche Schadstoffe in Nachtspeicherheizungen

Asbest, einst als „Wunderfaser“ bezeichnet, gilt seit den 1970er-Jahren als krebserzeugend. Herstellung und Verwendung sind in Deutschland aber erst seit dem 31. Oktober 1993 verboten, EU-weit seit 2005. Viele Heizungshersteller haben schon früher auf Asbest verzichtet — verlassen kann man sich darauf nicht. Als behördliche Orientierung gilt: Geräte mit Baujahr vor 1984 sind asbestverdächtig (Bayerisches Landesamt für Umwelt). Verbaut ist der Stoff vor allem in der Bodenplatte als Kernsteinträger (Asbestgehalt bis rund 20 Prozent), in Dämm- und Dichtungsmaterial, in Rückwänden und in den Dichtungen der Bypassklappe. Er liegt dort schwach gebunden vor — Fasern lösen sich also leichter als aus festgebundenem Asbestzement. Mehr zum Thema Asbest in Nachtspeicherheizungen erfahren Sie hier.

Schadstoffe die in Nachtspeicherheizungen verbaut sein können
Schadstoffe die in Nachtspeicherheizungen verbaut sein können

Neben Asbest kommt das giftige PCB (polychlorierte Biphenyle) in Nachtspeicherheizungen vor. Betroffen sind Geräte, die vor Juli 1989 gebaut wurden. Anders als oft zu lesen steckt PCB nicht in den Heizsteinen, sondern in elektrischen Bauteilen — etwa im Kapillarrohr-Regler oder in Kondensatoren. Auch PCB gilt als krebserzeugend.

Nachtspeicheröfen und Schadstoffbelastung: Das Baujahr gibt Hinweise
Nachtspeicheröfen und Schadstoffbelastung: Das Baujahr gibt Hinweise
Tipp: Auch schadstoffverdächtige Nachtspeicherheizgeräte aus Privathaushalten können an der zuständigen kommunalen Sammelstelle angenommen werden, wenn Abbau und Verpackung ordnungsgemäß durch Fachpersonal erfolgt sind. Melden Sie die Anlieferung vorher an — Annahmestelle, Verpackung und Mengengrenzen unterscheiden sich je nach Entsorger. Die Speichersteine gehören immer getrennt entsorgt: Als Bauschutt gelten sie nur, wenn sie nachweislich kein Chromat enthalten, sonst sind sie gefährlicher Abfall.

Auch chromathaltige Speichersteine können in Nachtspeicherheizungen enthalten sein. Das sechswertige Chrom, auch Chrom VI genannt, ist giftig, krebserzeugend und wasserlöslich; sicher nachweisen lässt es sich nur über eine Analyse. Wichtig zu wissen: Chromat steckt in den Speichersteinen aus Magnesit oder Forsterit — und zwar auch in Geräten, die gar kein Asbest enthalten. „Asbestfrei“ bedeutet also nicht „schadstofffrei“. Als Orientierung gelten Geräte mit Baujahr vor etwa 1993 als chromatverdächtig. Dazu kommen künstliche Mineralfasern (KMF) in der Dämmung: Vor Juni 2000 hergestellte Fasern sind ebenfalls als krebserzeugend eingestuft.

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Mülltrennung ist Pflicht

Bei einer Nachtspeicherheizung fallen mehrere Abfallarten an, die getrennt entsorgt werden müssen. Gehäuse und Technik sind Elektroaltgeräte und laufen über das Elektrogesetz (ElektroG). Asbesthaltige Geräte gelten als gefährlicher Abfall — sie werden unter dem Abfallschlüssel 16 02 12* geführt („gebrauchte Geräte, die freies Asbest enthalten“) und müssen fachgerecht erfasst und erstbehandelt werden. Als privater Haushalt geben Sie das Gerät ordnungsgemäß verpackt an der Sammelstelle ab; das abfallrechtliche Nachweisverfahren mit Begleitschein greift erst in den nachgelagerten Entsorgungsschritten, nicht bei Ihnen. Die Speichersteine kommen separat: Enthalten sie Chromat, sind auch sie gefährlicher Abfall — nur nachweislich schadstofffreie Steine dürfen als mineralischer Bauschutt entsorgt werden.

Materialtrennung bei der Entsorgung ist Pflicht
Materialtrennung bei der Entsorgung ist Pflicht

Diese Materialien müssen im Entsorgungsweg getrennt behandelt werden; die Zerlegung sollte nicht in Eigenregie, sondern durch Fachpersonal bzw. zertifizierte Erstbehandlung erfolgen.

Entsorgung durch Fachbetrieb ratsam

Ob und welche Schadstoffe in einer Nachtspeicherheizung stecken, ist von außen kaum zu erkennen. Und das Risiko ist konkret: Beim Öffnen, Zerlegen oder Umkippen können Asbestfasern in die Raumluft gelangen, die sich in der Wohnung verteilen und eingeatmet werden. Ein Nachtspeicherofen führt kein Wasser — die Gefahr geht also nicht vom Trinkwasser aus, sondern von Fasern und Staub. Deshalb ist es dringend zu empfehlen, einen Fachbetrieb bei der Entsorgung der Nachtspeicherheizung hinzuzuziehen.

Sammelstelle oder Fachbetrieb — was gilt für Ihr Gerät?

1. Wurde das Gerät vor 1984 gebaut — oder ist das Baujahr unbekannt?

JaDas Gerät gilt als asbestverdächtig. Ausbau, Verpackung und Abtransport gehören dann in die Hand eines Fachbetriebs mit Sachkunde nach TRGS 519 — die Regel gilt für Asbest, nicht pauschal für jeden Schadstoff.
Nein, jüngerAsbest ist unwahrscheinlich — Chromat in den Speichersteinen und PCB in den Reglern sind damit aber nicht ausgeschlossen.

2. Ist nachgewiesen, dass das Gerät frei von Asbest, PCB und Chromat ist?

Ja, belegtDann können Sie es als Elektroaltgerät an der kommunalen Sammelstelle abgeben. Vorher anmelden: Annahmebedingungen unterscheiden sich je nach Entsorger.
Nein / unklarDas Gerät gilt dann als schadstoffhaltig. Die Sammelstelle nimmt es trotzdem an — aber erst nach fachgerechtem Ausbau und staubdichter Verpackung. Selbst zerlegen ist keine Option.

3. Wer trennt den Stromanschluss?

ElektrofachkraftRichtig so: Nachtspeicheröfen hängen am Festanschluss und meist an einer Aufladesteuerung.
Ich selbstKeine gute Idee — Arbeiten am Festanschluss gehören in Fachhand, und beim Bewegen des Geräts können Fasern frei werden.
Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt

Ein weiterer Grund für die Beauftragung von Fachleuten ist das Gewicht: Je nach Baureihe wiegen Nachtspeicheröfen zwischen knapp 100 und über 400 Kilogramm. Aus dem Raum tragen lassen sie sich so nicht. Fachleute nutzen deshalb spezielle Transportgeräte oder zerlegen den Ofen vor Ort — bei Asbestverdacht wird er allerdings nicht zerlegt, sondern staubdicht verpackt und im Ganzen abtransportiert. Und es bleibt selten bei einem Gerät — in einer mit Nachtspeicheröfen beheizten Wohnung stehen typischerweise fünf bis sieben Stück.

Zudem muss die Elektroinstallation der Nachtspeicherheizung fachmännisch abgebaut werden. Damit dies sicher und fachgerecht erfolgt, ist das Know-how von geschultem Fachpersonal wichtig.

Tipp: Sie möchten Ihre alten Nachtspeicherheizungen entsorgen? Dann empfehlen wir Ihnen unseren Angebotsservice. Dort erhalten Sie von Entsorgungsunternehmen kostenlos und unverbindlich Angebote für die Entsorgung der Nachtspeicherheizungen.

Vorteile einer fachkundigen Entsorgung:

  • Schadstoffe können oft von Laien nicht erkannt werden.
  • Eventuelle Folgeschäden sind schwerwiegend und teuer.
  • Der Fachmann übernimmt die fachgerechte Entsorgung und haftet dafür.
  • Für den Abtransport der schweren Nachtspeicherheizungen hat der Fachbetrieb das nötige Know-how und Transportgeräte.
  • Die Demontage der alten Elektroinstallation wird sicher und fachgerecht durchgeführt.
Entsorgung durch Fachbetriebe bietet viele Vorteile
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Was tun, wenn die Nachtspeicherheizung Schadstoffe enthält?

Asbesthaltige oder asbestverdächtige Nachtspeicherheizungen gehören in den Ausbau durch einen Fachbetrieb — schon damit die Sammelstelle das Gerät später überhaupt annimmt. Maßgeblich ist die TRGS 519, die Technische Regel für Arbeiten mit Asbest: Eine „Zertifizierung nach TRGS 519“ gibt es nicht, entscheidend ist der Sachkundenachweis der Beschäftigten. Weil das Asbest im Nachtspeicherofen schwach gebunden vorliegt, braucht der Betrieb zusätzlich eine behördliche Zulassung, und er muss die Arbeiten spätestens sieben Tage vor Beginn bei der zuständigen Behörde anzeigen. Bei nachweislich asbestfreien Geräten bleiben PCB- oder chromathaltige Bauteile gefährlicher Abfall und gehören über die kommunale Sammelstelle beziehungsweise eine zertifizierte Erstbehandlungsanlage entsorgt — nicht in die Eigenzerlegung.

Entsorgung von schadstoffhaltigen Nachtspeicheröfen nur durch Fachbetriebe
Entsorgung von schadstoffhaltigen Nachtspeicheröfen nur durch Fachbetriebe

Diese TRGS, also „Technischen Regeln für Gefahrstoffe“, schreibt die genaue Vorgehensweise einer entsprechenden Entsorgung vor. Oft werden die schadstoffhaltigen Geräte aus Sicherheitsgründen gut abgedichtet, durch reißfeste Folie verschlossen und ohne Zerlegung abtransportiert.

Ist dies nicht möglich, wird die Nachtspeicherheizung von den Fachleuten vor Ort entsprechend demontiert.

Diese Pflicht haben Sie als Eigentümer seit Dezember 2024

Mit der neuen Gefahrstoffverordnung, die seit dem 5. Dezember 2024 gilt, hat sich die Rollenverteilung geändert. Grundregel: Bei Gebäuden mit Baubeginn vor dem 31. Oktober 1993 ist mit Asbest in der Bausubstanz zu rechnen; bei Nachtspeicheröfen zählt zusätzlich das Herstellungsjahr des Geräts. Wer als Eigentümer Arbeiten beauftragt, muss dem ausführenden Betrieb vor Beginn alle verfügbaren Informationen zur Bau- und Nutzungsgeschichte schriftlich oder elektronisch mitteilen — beim Nachtspeicherofen gehören dazu das Baujahr des Gebäudes und das Alter der Geräte, soweit bekannt. Das Fachunternehmen prüft diese Angaben für seine Gefährdungsbeurteilung und veranlasst bei Bedarf eine technische Erkundung. Wer Informationen zurückhält, riskiert, dass Schutzmaßnahmen unterbleiben.

Kosten einer Nachtspeicher Entsorgung

Der Preis für die Entsorgung der Nachtspeicherheizung hängt von der Anzahl der Geräte ab und natürlich von den enthaltenen Giftstoffen. Letztere entscheiden maßgeblich, wie aufwendig der Abtransport wird.

Tipp: Gilt es mehrere baugleiche Heizungsmodelle abzutransportieren, können Pauschalpreise pro Nachtspeicherheizung ausgehandelt werden.

Die Angebote der Entsorgungsunternehmen unterscheiden sich stark — ein Vergleich lohnt sich. Zur Orientierung: Ein schadstofffreies Gerät wird meist mit rund 100 bis 200 Euro je Stück berechnet. Ist Asbest im Spiel, liegt der Preis deutlich höher, oft ab etwa 300 Euro je Gerät — denn dann kommen Anzeige, Schutzmaßnahmen, staubdichte Verpackung, die Entsorgung als gefährlicher Abfall und Deponiegebühren hinzu. Die Preise gelten je Gerät: Bei fünf bis sieben Öfen in einer Wohnung summiert sich das entsprechend. Achten Sie beim Vergleich darauf, was im Preis steckt — reine Annahme und Entsorgung ist etwas anderes als Abklemmen, Ausbau, Verpackung, Transport und Deponiegebühr.

Bei umfangreicheren Entsorgungen setzt sich der Gesamtpreis aus einzelnen Positionen für die Gefahrstoffe, den Rückbau der Elektroinstallation oder spezielle Arbeitsgeräte zusammen. Hinzu kommen die eventuelle Zerlegung, der Abtransport, die Fahrtkosten und die Arbeitszeit.

Das muss im Entsorgungsangebot stehen

Demontage inklusive Schutzmaßnahmen Bei Asbestverdacht: staubdichtes Verpacken statt Zerlegen, Abkleben, Absaugen — nicht als Zusatzposten nachverhandeln.
Rückbau der Elektroinstallation Das Trennen vom Festanschluss durch eine Elektrofachkraft gehört ins Angebot.
Speichersteine getrennt ausgewiesen Ob Bauschutt oder gefährlicher Abfall, entscheidet der Chromatgehalt — der Preis unterscheidet sich deutlich.
Erfassung, Transport und Deponiegebühr Asbesthaltige Geräte (Abfallschlüssel 16 02 12*) müssen verpackt und unbeschädigt angeliefert werden. Gebühren gehören in die Angebotssumme.
Preis je Gerät und Anzahl Bei mehreren baugleichen Öfen einen Pauschalpreis je Gerät verhandeln und die Stückzahl im Angebot festhalten.
Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt
Tipp: Achten Sie darauf, dass im Angebot wirklich auch alles Enthalten ist und keine Extrazahlungen für die Entsorgung der Giftstoffe oder Ähnliches noch hinzu kommen.
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