Zusammensetzung der Gaspreise
Die Gaspreise, die die Endverbraucher für eine kWh Erdgas zahlen müssen, setzen sich aus vielen verschiedenen Faktoren zusammen. Für die Preisentwicklung ist letztendlich aber vor allem der Einkaufspreis für Erdgas an den Rohstoffmärkten entscheidend. Allerdings wird der Gaspreis zukünftig auch durch die Entwicklung der CO2-Abgabe erheblich beeinflusst. Angesichts des verstärkten Wettbewerbs unter den Gasanbietern ergeben sich Einsparpotenziale für Verbraucher.


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Zusammensetzung der Gaspreise im Detail
Die Gaspreise, die die Endverbraucher zahlen müssen, setzen sich im Großen und Ganzen aus drei verschiedenen Posten zusammen:
- Steuern und Abgaben
- Gebühren zur Netznutzung
- Produktion und Import
Alle drei Posten bestehen jeweils aus mehreren Einzelposten.
Woraus sich der Gaspreis zusammensetzt
Der Bruttopreis je Kilowattstunde verteilt sich grob auf drei Blöcke – nur einer davon lässt sich durch die Anbieterwahl beeinflussen.
| Preisbestandteil | Ungefährer Anteil | Was dahintersteckt |
|---|---|---|
| Beschaffung & Vertrieb | rund 47–48 % | Einkauf des Erdgases an Großhandels- und Terminmärkten plus Vertrieb und Marge – der Teil, den die Anbieterwahl spürbar beeinflusst |
| Netzentgelte | rund 20–22 % | Transport und Verteilung über Fernleitungs- und Verteilnetze sowie Messung und Messstellenbetrieb; reguliert und vom Netzbetreiber vorgegeben |
| Steuern, Abgaben & Umlagen | rund 30–32 % | Mehrwertsteuer (19 %), Erdgassteuer, Konzessionsabgabe und der steigende CO2-Preis; die Gasspeicherumlage ist 2026 entfallen |
Steuern, Abgaben und Umlagen
Der Anteil von Steuern, Abgaben und Umlagen liegt nach der BDEW-Gaspreisanalyse April 2026 je nach Verbrauchsfall bei rund 31 bis 32 Prozent des Bruttopreises. Im Endpreis sind enthalten:
- Mehrwertsteuer
- Erdgassteuer
- Konzessionsabgaben
- CO2-Preis (nationaler Brennstoffemissionshandel)
Bei den Konzessionsabgaben handelt es sich um Abgaben der Erdgasanbieter an Gemeinden. Diese Abgaben werden unter anderem für die Nutzung von Flächen notwendig, auf denen zum Beispiel Gasleitungen gebaut werden sollen. Der nationale CO2-Preis liegt 2026 in einem gesetzlich festgelegten Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne CO2 und steigt damit weiter; der volle Start des europäischen Emissionshandels (ETS 2) für Gebäude und Verkehr ist nach aktueller EU-Einigung für 2028 vorgesehen. Die früher erhobene Gasspeicherumlage ist zum 1. Januar 2026 entfallen – die Befüllung der Gasspeicher wird seither aus dem Bundeshaushalt finanziert.

Netznutzung
Kosten für die Netznutzung fallen für Transport und Verteilung über Fernleitungs- und Verteilnetze sowie für Messung und Messstellenbetrieb an. Die konkreten Netzentgelte legt der jeweilige Netzbetreiber fest; sie werden von Bundesnetzagentur beziehungsweise Landesregulierungsbehörden reguliert. Nach der BDEW-Gaspreisanalyse April 2026 liegen regulierte Netzentgelte inklusive Messung und Messstellenbetrieb je nach Verbrauchsfall bei rund 20 bis 22 Prozent des Gesamt-Bruttopreises.
Erzeugung, Import und Lieferung
Der Posten für die Erzeugung und Lieferung des Erdgases ist der größte im Gaspreis. Je nachdem, wo und wie die Gasversorger Ihr Gas einkaufen, variiert der Kostenanteil. Die Entwicklung der Großhandels- und Terminmarktpreise prägt diesen Faktor; in der BDEW-Gaspreisanalyse April 2026 macht Beschaffung und Vertrieb je nach Verbrauchsfall rund 47 bis 48 Prozent des Gaspreises aus. Der größte Teil des Erdgases, das in Deutschland verkauft wird, muss importiert werden.
Diese Anteile können Sie nicht wegwechseln
- Steuern, Abgaben und Umlagenmachen rund ein Viertel bis knapp ein Drittel aus und sinken durch keinen Anbieterwechsel.
- Der CO2-Preis steigt weiter2026 liegt er bei 55 bis 65 Euro je Tonne und steigt weiter; der volle ETS-2-Start ist nach aktueller EU-Einigung für 2028 vorgesehen.Besser: zusätzlich den Verbrauch senken, nicht nur den Tarif vergleichen.
- Lockpreise genau prüfensehr niedrige Arbeitspreise gelten oft nur mit Bonus im ersten Jahr.Besser: auf den Preis nach Ablauf der Bonusfrist achten.
Preisgestaltung der Gasanbieter
Aufgrund der geringen Erdgasvorkommen in Deutschland bleibt der deutsche Gasmarkt stark importabhängig. Für Haushaltskunden entsteht der Preis heute aber vor allem aus Beschaffung am Großhandels- und Terminmarkt, Netzentgelten sowie Steuern und Abgaben; eine automatische Kopplung an den Ölpreis beschreibt die aktuelle Preisbildung nicht mehr ausreichend.
Der Bundesgerichtshof erklärte im März 2010 Preisanpassungsklauseln in Erdgas-Sonderverträgen für unwirksam, wenn der Arbeitspreis ausschließlich an die Entwicklung von leichtem Heizöl gekoppelt war. Für Verbraucher ist deshalb wichtiger: Prüfen Sie bei jeder Preisänderung die Vertragsgrundlage und ein mögliches Sonderkündigungsrecht – eine reine Ölpreisbindung ist bei Haushaltskunden nicht belastbar.
Neuer Wettbewerb auf dem Gasmarkt
Durch diese Neu-Regelung wurde den Kunden ein Anbieterwechsel bei Preisanstiegen erleichtert und es konnte ein Wettbewerb unter den Gasanbietern entstehen. Während früher häufig langfristige Verträge zwischen Gaslieferanten und Energieversorgern geschlossen wurden, hat sich der Handel zunehmend an Börsen bzw. Hubs verlagert. Hier bestimmen in erster Linie Angebot und Nachfrage. Dies hat auch zu dem enormen Anstieg der Gaspreise Anfang 2022 geführt, die angesichts des Ukraine-Kriegs und der damit drohenden Gefahr einer Verknappung von Gas zu einer Erhöhung der Preise um knapp 100 % geführt hatte.
Auch wenn sich die Gaspreise nach dem Hoch von 2022 wieder beruhigt haben und 2026 im Mittel bei rund 11 Cent je Kilowattstunde liegen (BDEW-Gaspreisanalyse), lohnt es sich trotzdem grundsätzlich einen Anbieter-Vergleich zu machen. Die Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Anbietern sind zum Teil enorm.
Für die eigene Rechnung ist eines wichtig: Auf einen großen Teil des Gaspreises – die Netzentgelte sowie Steuern, Abgaben und Umlagen – haben weder Verbraucher noch Anbieter direkten Einfluss. Senken lässt sich beim Wechsel vor allem der Beschaffungs- und Vertriebsanteil, der je nach Anbieter spürbar unterschiedlich ausfällt. Genau dort entstehen die teils erheblichen Preisunterschiede.
Ähnlich wie die Preise für Strom setzen sich auch die Preise für Gas aus verschiedenen Faktoren zusammen. Für die Erdgaspreise… weiterlesen




