Gastarife mit Preisgarantien
Wer sich mehr Kostensicherheit und ein stabiles Preisniveau wünscht, kann einen Gastarif mit Preisgarantie wählen. Genau wie bei entsprechenden Stromtarifen wird ein fester Verbrauchs- oder – Arbeitspreis vertraglich vereinbart, welcher für eine bestimmte Laufzeit gilt. Während dieser Periode sind Preiserhöhungen nur ausgeschlossen, soweit die Preisgarantie die jeweiligen Preisbestandteile tatsächlich umfasst. Allerdings müssen Verbraucher gezielt nach solchen Verträgen suchen, wenn sie stabile Preise wollen.

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Nach dem starken Anstieg 2021/2022 – ausgelöst durch die wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie und vor allem den Ukrainekrieg – haben sich die Gaspreise wieder beruhigt; im BDEW-Durchschnitt lagen sie bis April 2026 bei rund 11 Cent pro Kilowattstunde. Mittelfristig verteuert der steigende CO2-Preis (2026: 55 bis 65 Euro je Tonne) das Heizen mit Gas aber weiter.
Preisgarantie Gastarif: Darauf sollte geachtet werden
Garantierte Festpreise können deshalb durchaus sinnvoll sein: Wenn die Gaspreise auf dem Markt steigen, ist man selbst davon nicht betroffen und behält den vertraglich vereinbarten günstigeren Preis bei. Preissenkungen sind beim Gaspreis tendenziell seltener als Preiserhöhungen, aber es hat schon Phasen mit sinkenden Preisen gegeben. In diesem Fall kann eine Preisgarantie zu einer ungewünscht höheren Gasrechnung führen und man profitiert als Verbraucher nicht direkt von den sinkenden Preisen – allerdings ist das derzeit kaum zu erwarten.

Tarife mit Preisgarantie gibt es mit unterschiedlich langer Bindung. Ob man einen Tarif mit kurzer Mindestvertragslaufzeit oder einen mit langer Laufzeit wählt, hängt von der persönlichen Einschätzung ab. Auch Verbraucher ohne Preisgarantie haben bei Gastarifen nach § 41 EnWG ein Sonderkündigungsrecht, wenn der Anbieter die Preise erhöht – sie können dann ohne Frist zum Wirksamwerden der Erhöhung kündigen.
Wichtig ist auch der Blick auf die Vertragslaufzeit: Bei Verträgen, die seit dem 1. März 2022 geschlossen wurden, darf die Erstlaufzeit höchstens zwei Jahre betragen. Danach verlängert sich der Vertrag nicht mehr automatisch um ein ganzes Jahr, sondern läuft unbefristet weiter und ist mit höchstens einem Monat Frist kündbar (§ 309 BGB).

Entwicklung der Gaspreise im Vergleich, Bildquelle: C.A.R.M.E.N. e.V.
Gastarif mit Preisgarantie schützt nicht immer vor Preiserhöhungen
Auch bei Gastarifen mit Preisbindung können die Energieversorger die Preise erhöhen. Viele Gasanbieter behalten sich vor, Preissteigerungen aufgrund von Netzentgelten, Abgaben, Umlagen oder Steuererhöhungen weiterzugeben; ob das möglich ist, hängt vom Umfang der vereinbarten Preisgarantie ab. Dabei sollte man bedenken, dass sich die Gaspreise aus vielen Faktoren zusammensetzen und die Versorger auf die Höhe der Abgaben keinen Einfluss haben.

Eine vollkommene, hundertprozentige Preisgarantie ist nicht üblich, vielmehr gibt es die eingeschränkte Preisbindung oder eine Preisgarantie ohne Steuern. Meist ist diese Klausel im Kleingedruckten verborgen, daher lohnt es sich stets, vor Vertragsabschluss die Vertragsbedingungen genau zu studieren und mit anderen Tarifen zu vergleichen.
Vor Abschluss eines Preisgarantie-Tarifs prüfen

Nach Ablauf der vertraglich festgelegten Preisgarantie sollten Verbraucher den Anschluss-Preis aktiv prüfen: Er kann steigen, unverändert bleiben oder durch einen Tarifwechsel sinken.
Gastarif mit Preisgarantie: Vor- und Nachteile
Vorteile
- Schutz vor Preiserhöhungen während der Garantiezeit
- Besser kalkulierbare Kosten über die Garantiezeit
Nachteile
- Oft etwas teurer als variable Tarife
- Garantie gilt meist eingeschränkt – Steuern, Abgaben und Umlagen sind häufig ausgenommen
- Bei fallenden Preisen profitieren Sie nicht
- Lange Laufzeit macht den Anbieterwechsel unflexibler
Fazit
Ein Gastarif mit Preisbindung hat also Vor- und Nachteile. Einerseits profitieren Verbraucher bei einer Preisgarantie von der Planungssicherheit mit kalkulierbaren Preisen über die Vertragslaufzeit sowie einem Schutz vor Preiserhöhungen, die nicht auf eine Steuer- oder Abgabenerhöhung zurückzuführen sind. Andererseits werden eventuelle Preissenkungen nicht weitergegeben und häufig sind die Tarife etwas teurer als Tarife ohne Preisbindung. Bei einer langen Laufzeit ist man als Verbraucher auch weniger flexibel für einen Anbieterwechsel.
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