Heizungsablesen: Preise vergleichen

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Das Einsparpotenzial beim Heizungsablesen

Die Kosten für Messdienstleister sind nicht zu unterschätzen. Der Markt für diese Dienstleistungen ist jedoch groß und nicht immer wird die Arbeit korrekt und regelkonform durchgeführt. WELT Online berichtete 2010 über eine Auswertung von co2online und Heizspiegel: Danach zahlten Mieterinnen und Mieter damals insgesamt rund 195 Millionen Euro beziehungsweise etwa 13 Euro pro Haushalt zu viel für Messdienstleisterkosten.

Heizung ablesen: Was Sie als Mieter wissen sollten

  • Seit 1.12.2021 ist der Einbau fernablesbarer Geräte vorgeschrieben (§ 5 HeizkostenV); Mieter müssen die Wohnung zugänglich machen.
  • Ab 1.1.2022 müssen Vermieter monatliche Verbrauchsinformationen bereitstellen, wenn fernablesbare Geräte verbaut sind.
  • Die Messdienstkosten dürfen umgelegt werden, sollten aber nicht mehr als 15–20 % der gesamten Heizkostenposition betragen.
Heizkostenverteiler ablesen © Kzenon, stock.adobe.com
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Ältere Auswertungen zeigten deutliche Preisunterschiede zwischen den Anbietern; WELT Online berichtete 2010 etwa von 24 Prozent beziehungsweise 18 Prozent höheren Gebühren bei zwei Marktführern gegenüber dem Bundesdurchschnitt. Für die eigene Prüfung ist heute vor allem das Verhältnis wichtig: In einer Verbraucherzentrale-Untersuchung lagen die Ablese-, Mess- und Abrechnungskosten bei 26 Prozent der geprüften Fälle bei 15 Prozent der Energiekosten oder darüber. Diese hohen Kosten liegen teilweise am zu geringen Wettbewerb in der Branche. Die wenigen großen Anbieter von Messdienstleistungen teilen sich den Markt quasi.

Zu den großen Anbietern zählen Techem, Ista, Brunata-Metrona, Minol und Kalorimeta. Das Bundeskartellamt stellte für 2014 fest, dass Techem und ista zusammen auf mehr als 50 Prozent des Marktvolumens kamen; die fünf größten Anbieter lagen zusammen bei mehr als 70 Prozent. Heizspiegel nennt aktuell Größenordnungen von 50 bis 60 Prozent für die beiden größten und 70 bis 80 Prozent für die fünf großen Anbieter.

Während Verbraucherschützer das Einschreiten des Kartellamtes fordern, verweist der Verband hingegen auf einen Wettbewerb unter diesen Unternehmen. Als Mieter hat man dabei allerdings oft das Nachsehen. Zwar sind Vermieter dafür zuständig, den günstigsten Anbieter auszuwählen. Allerdings fehlt dabei oft der Ansporn, denn die Kosten für den Messdienstleister sind nach der Heizkostenverordnung grundsätzlich umlagefähig; zugleich bleibt bei Betriebskosten der Wirtschaftlichkeitsgrundsatz zu beachten.

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Gibt es Einsparpotenzial beim Heizungsablesen?

Sicher gibt es Einsparpotenzial – dies zu finden, ist jedoch kompliziert und für Mieter ausgesprochen schwierig durchzusetzen.

Die wichtigste rechtliche Argumentation für Mieter ist das Wirtschaftlichkeitsgebot: Nach § 556 Abs. 3 BGB muss bei der Betriebskostenabrechnung der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit beachtet werden. Das bedeutet nicht, dass Vermieter stets mehrere Angebote einholen oder automatisch den billigsten Dienstleister wählen müssen; deutlich überhöhte oder vermeidbare Messdienstkosten können Mieter aber mit Verweis auf die Wirtschaftlichkeit hinterfragen.

Vergleich

Was kostet das Ablesen pro Wohnung und Jahr?

AbleseartKosten pro Wohnung und Jahr
Funkbasierte Ablesung (Standard 2026)40–80 €
Ablesung vor Ort (klassisch)35–70 €
Geräte-Miete + Service-Pauschale25–60 €
Brennstoffkosten-Abrechnung15–30 €
Quelle: Verbraucherzentrale, co2online (Heizspiegel). Typische Spanne in einem Mehrfamilienhaus mit 10 Wohnungen.
Stimmen die Kosten für das Ablesen der Heizung?
Stimmen die Kosten für das Ablesen der Heizung?
Tipp: Fragen Sie Ihren Vermieter ob er die Preis für das Heizungsablesen vergleicht

Gegen vermeidbare Kosten kann jeder Mieter versuchen anzugehen.

Hier kann ein Heizgutachten dabei helfen, zu klären, welche Kosten angemessen sind. Das Heizgutachten verleiht dem Mieter einen Einblick, ob und wie viel zu viel bezahlt wird. Weiterhin wird in einer Aufstellung aufgelistet, an welchen Stellen Einsparungen vorgenommen werden können.
Als auffällig gelten Ablese-, Mess- und Abrechnungskosten vor allem dann, wenn sie mehr als 15 % der reinen Energiekosten ausmachen; das ist eine Wirtschaftlichkeits-Faustregel, kein gesetzlicher Höchstpreis. Das gesetzliche 15-%-Kürzungsrecht aus § 12 HeizkostenV greift nur, wenn entgegen der Heizkostenverordnung nicht verbrauchsabhängig abgerechnet wird. Dann sollten Mieter – am besten gemeinsam mit weiteren Mietparteien der Hausgemeinschaft – auf Verwaltung oder Vermieter zugehen und den Wechsel zu einem günstigeren Anbieter anregen.

Heizung ablesen: Kontrollieren Sie die erfassten Daten
Heizung ablesen: Kontrollieren Sie die erfassten Daten

Allerdings ist ein Wechsel oft auch mit sehr hohen Kosten verbunden. Mit den Messdienstleistern werden häufig Verträge mit sehr langen Laufzeiten abgeschlossen, die nicht einfach gekündigt werden können. Hier spielen auch die Eich-Fristen für die Messgeräte eine Rolle.

Bei älteren oder geschlossenen Messsystemen kann ein Dienstleisterwechsel weiterhin daran scheitern, dass Geräte und Software nicht kompatibel sind und neue Ablesetechnik nötig wird. Wichtig ist aber der aktuelle Rechtsstand: Nach § 5 HeizkostenV dürfen seit dem 1.12.2022 neu installierte fernablesbare Ausstattungen nur noch eingebaut werden, wenn sie interoperabel sind; vorhandene nicht fernablesbare Technik muss grundsätzlich bis zum 31.12.2026 nachgerüstet oder ersetzt werden. Wechselkosten können dadurch sinken, sind bei Bestandsanlagen aber nicht automatisch ausgeschlossen.

Heizung ablesen: Ablesedienst sind teuer und beständig
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Elektronischer Heizkostenverteiler © Kzenon, stock.adobe.com
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