Betriebsstromverbrauch der Heizung senken
Ein Haus mit mehreren Wohnparteien teilt sich zahlreiche Dinge. Das Treppenhaus, den Garten und in vielen Fällen gehört auch die Heizungsanlage dazu. Die Brennkosten werden in der dazugehörigen jährlichen Heizkosten-Abrechnung verteilt. Auch die Kosten für den Strom, der notwendig ist, um die Anlage zu betreiben, werden über die Heizkostenabrechnung als Nebenkosten eingezogen.
Das Wichtigste in Kürze
- Betriebsstrom umfasst den Strom für Brenner, Pumpen, Regelung und Schaltuhren der Heizungsanlage — ohne separaten Zähler wird er geschätzt.
- Als Plausibilitätswert für Schätzungen werden häufig 3 bis 5 Prozent der Brennstoffkosten genannt.
- Alte ungeregelte Heizungspumpen verursachen laut Umweltbundesamt bis zu 200 Euro Mehrkosten pro Jahr; Hocheffizienzpumpen sparen bis zu 90 % Strom.

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Der Betriebsstrom
Betriebsstrom meint die Kosten für elektrische Energie, die (unabhängig vom sonstigen Brennstoff, also egal, ob Gas- oder Ölheizungsanlage) notwendig sind für den Betrieb der gesamten Heizungsanlage. t. Zum großen Teil wird der Strom für den Betrieb der Heizungspumpe benötigt. Aber auch Schaltuhren, Displays, Wärmefühler benötigen Strom. Die anfallenden Ausgaben werden auf die Wohnungseinheiten aufgeteilt und an die Mieter weitergereicht.
Da die Kosten vollständig von den Mietern übernommen werden, sollten diese auch kontrollieren, ob diese nicht zu hoch sind. Falls dies der Fall sein sollte, kann der Vermieter auf das Gebot der Wirtschaftlichkeit angesprochen werden.
Der Betriebsstrom sollte unbedingt durch einen zweiten Zähler separat erfasst werden. Er hat nichts mit dem sogenannten Allgemeinstrom in einem Mehrfamilienhaus (etwa für Treppenlicht) zu tun. Auch der Betriebsstrom wird wie die anderen Heizkosten mit 50 bis 70 % nach dem Verbrauch und zu 30 bis 50 % nach der Wohnfläche aufgeteilt.
Allerdings ist es auch erlaubt, den Betriebsstrom zu schätzen, wenn kein separater Zähler montiert ist. Das muss übrigens in der Heizkostenabrechnung ausdrücklich erwähnt werden.
Falsche Schätzungen oder falsche Schätzgrundlagen erhöhen die Heiznebenkosten
Werden die Betriebsstromkosten geschätzt, sollte die Abrechnung die Methode und die zugrunde gelegten Werte nennen. Spätestens wenn Mieter den Ansatz bestreiten, muss der Vermieter die Grundlagen der Schätzung offenlegen.
Es kommen unterschiedliche Schätzmethoden zum Einsatz:
- Als Plausibilitätswert werden häufig rund drei bis fünf Prozent der Brennstoffkosten genannt. Eine solche Pauschale ersetzt aber keine nachvollziehbare Schätzung: Der Vermieter sollte erklären können, warum der angesetzte Anteil zur konkreten Anlage passt. Liegt der Wert deutlich darüber oder erscheint er als glatter Pauschalbetrag, sollten Mieter die Berechnung und Belege anfordern.
- Nachvollziehbarer ist eine technische Hochrechnung des Betriebsstroms anhand der Leistungsaufnahme der Pumpen und weiterer elektrischer Komponenten. Die früher häufig genannte DIN V 4701-10 ist inzwischen zurückgezogen und sollte nicht ohne Einordnung als aktuelle Schätzgrundlage erscheinen. Werden Leistung, Betriebsstunden und der jeweilige Strompreis angesetzt, muss erkennbar sein, welche Werte verwendet wurden.
- Es können auch Schätzungen anhand der Anschlusswerte aller elektrischen Verbraucher der Heizungsanlage erfolgen. Werden diese mit plausiblen Betriebsstunden und dem Strompreis multipliziert, ergibt sich eine gut nachvollziehbare Annäherung.
Alte Heizungspumpen sorgen für hohen Betriebsstromverbrauch
Nicht nur Mieter können durch ihr eigenes Verhalten Kosten sparen. Auch eine veraltete Anlage verbraucht wesentlich mehr Strom als neuere Geräte.
Insbesondere die Heizungspumpen sind hier zu nennen. Alte, ungeregelte Heizungspumpen können zu den größten Stromfressern im Haushalt zählen. Je nach Gebäude und Pumpentyp können veraltete Umwälzpumpen deutlich höhere Stromkosten verursachen; das Umweltbundesamt nennt bis zu 200 Euro Mehrkosten pro Jahr gegenüber einer Hocheffizienzpumpe. Moderne Hocheffizienzpumpen passen ihre Drehzahl an den Bedarf an und verbrauchen laut Verbraucherzentrale bis zu 90 Prozent weniger Strom.

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Auch volkswirtschaftlich ist das relevant: Das Umweltbundesamt nennt 25 bis 30 Millionen Umwälzpumpen in Deutschland mit zusammen rund 16 Milliarden Kilowattstunden Stromverbrauch pro Jahr. Durch Austausch alter, überdimensionierter Pumpen und Optimierung von Steuerung und Regelung lassen sich nach Hochrechnungen der TU Dresden etwa 60 bis 70 Prozent des Pumpenstroms einsparen.
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