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Ökostrom Anbieter

Ökostrom-Anbieter

Die Ökostrom-Branche befindet sich nach wie vor im Aufwind, auch wenn die Kunden vielleicht nicht mehr ganz so zahlreich zu entsprechenden Anbietern wechseln wie in den Monaten nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011. An den Wechselgründen hat sich unterdessen wenig geändert. Der Wunsch nach umweltfreundlich erzeugter Energie, der Schutz der Natur und des Menschen sowie die zunehmend stärker schwindenden fossilen Ressourcen sind für viele Motivation genug, sich über die Angebote alternativer Energieversorger zu informieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Echte Ökostromanbieter liefern 100 % erneuerbaren Strom, fördern neue Anlagen und sind unabhängig von Atom und Kohle.
  • Bundesweit bekannt sind unter anderem Naturstrom, EWS Schönau, LichtBlick, Green Planet Energy und Polarstern.
  • Ökostrom muss nicht teurer sein als grauer Strom – achten Sie auf ein Siegel und echten Mehrwert.
Ökostrom © Eisenhans , stock.adobe.com
Ökostrom © Eisenhans , stock.adobe.com
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Die Auswahl ist mittlerweile groß und Ökostrom-Tarife müssen nicht teurer sein als Strom aus Atomkraftwerken oder fossilen Brennstoffen. Bei der Recherche in Internet-Vergleichsportalen können sich Verbraucher innerhalb weniger Minuten einen unverbindlichen Marktüberblick verschaffen, die Ergebnisse nach ihren Wünschen filtern und beispielsweise reine Ökostrom-Tarife finden. Die Beurteilung der Leistung ist schwieriger, zumal der Begriff „Ökostrom“ nicht verbindlich definiert ist.

Achten Sie darauf, dass der Ökostrom wirklich nachhaltig erzeugt wird
Achten Sie darauf, dass der Ökostrom wirklich nachhaltig erzeugt wird

Wollen Verbraucher mit ihrem Wechsel etwas bewirken, bietet die Übersicht des Portals EcoTopTen eine erste gute Orientierung. Der Betreiber der Seite ist das Freiburger Öko-Institut. Es listet zahlreiche Ökostromanbieter und -tarife mit einem echten ökologischen Mehrwert.

Der Mehrwert kann zum Beispiel in der Verpflichtung zum Bau umweltfreundlicher Kraftwerke bestehen. Allerdings zählen unter anderem Angebote von einigen der großen Energiekonzerne dazu. Auch wenn ein Tarif unter Umweltgesichtspunkten empfehlenswert ist, könnte sich manch ein Verbraucher daran stören, diese Konzerne indirekt zu unterstützen. Eine Alternative sind Energieversorger, die ausschließlich Ökostrom anbieten oder besonders transparente Ökostromtarife mit anerkannten Nachweisen führen. Bei der Einordnung zählt neben dem Tarif auch die Eigentümerstruktur. Die wichtigsten bundesweit tätigen Anbieter stellen wir hier kurz vor.

Woran Sie einen echten Ökostrom-Anbieter erkennen

100 % echter Ökostrom Pflicht

Der Strom stammt nachweislich vollständig aus erneuerbaren Quellen – nicht aus grau eingekauftem und nur umetikettiertem Strom.

Fördert den Neubau entscheidend

Ein fester Betrag je Kilowattstunde fließt in den Bau neuer Wind-, Solar- oder Wasserkraftanlagen.

Unabhängig von Atom & Kohle wichtig

Das Unternehmen ist nicht mit Konzernen verflochten, die weiter auf Atomkraft oder Kohle setzen.

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Lichtblick

LichtBlick

Lichtblick wurde 1998 gegründet und ist seit 1999 am deutschen Strommarkt aktiv. Das Unternehmen gehört mit mittlerweile etwa einer Million Kunden zu den größten unabhängigen Stromanbietern. LichtBlick ist seit 2018 Tochter des niederländischen Energiekonzerns Eneco, der wiederum Mitsubishi Corporation und Chubu Electric Power gehört. Der Strom stammt laut aktueller Stromkennzeichnung zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen. LichtBlick besitzt bei der Ökostrom-Lieferung eine Zertifizierung durch den TÜV Nord. Der Zertifizierung liegt eine jährliche Prüfung zugrunde, bei der laut Angaben des Unternehmens „die anspruchsvollen Kriterien des ok-power-Labels vom WWF, der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und des Öko-Instituts“ berücksichtigt werden. Ebenfalls laut eigener Angaben schützt LichtBlick pro Kunde und Monat einen Quadratmeter Regenwald in Ecuador.

Weitere Informationen zu der LichtBlick AG

Naturstrom

Naturstrom

Die 1998 gegründete Naturstrom AG ist eine Aktiengesellschaft mit nicht an der Börse gehandelten Aktien. Sie nennt sich selbst „Bürger-Energiegesellschaft in Form einer Aktiengesellschaft“ und achtet darauf, „dass kein fremdes Unternehmen Einfluss auf NATURSTROM erhält“. Über 50 Prozent der Aktien befinden sich in den Händen von mehr als 1.400 Kleinaktionären. Der größte Einzelaktionär ist die eco eco AG, die knapp 25 Prozent der Aktien hält. Die Naturstrom AG gilt als einer der Pioniere der Branche. Sie ging 1999 als einer der ersten unabhängigen Händler für Ökostrom in Deutschland an den Start. Aktuell beliefert Naturstrom über 230.000 Privatkunden und etwa 20.000 Geschäftskunden. Laut eigener Angaben gibt es bei der Naturstrom AG 100 Prozent „Ökostrom aus deutscher Wasser- und Windkraft“. Das Unternehmen investiert pro verbrauchter Kilowattstunde einen Cent für den Bau neuer Öko-Energieanlagen. Strom der Naturstrom AG erfüllt alle Anforderungen des Grüner Strom Label e.V. sowie des TÜV Nord.

Weitere Informationen zu der Naturstrom AG

EWS Schönau

EWS Schönau

Die Historie der ElektrizitätsWerke Schönau ist ungewöhnlich. Die eingetragene Genossenschaft ist aus der Anti-Atomkraft-Bewegung hervorgegangen und übernahm bereits 1997 das Stromnetz der baden-württembergischen Stadt Schönau. Zu den Leitlinien der Genossenschaft, hinter der 2019 über 8.000 unabhängige Gesellschafter standen, gehören unter anderem die Demokratisierung der Stromerzeugung, Energiegerechtigkeit sowie bürgerliches Engagement. Derzeit zählen die EWS über 185.000 Stromkunden.

Laut eigener Angaben der EWS Schönau kommt der Ökostrom der Genossenschaft zu 100 Prozent aus „klimaschonenden Erneuerbaren Energien“ sowie „zu über 70 % aus Neuanlagen nach den Kriterien des Öko-Instituts“. Ebenfalls laut eigener Angaben beziehen die EWS Schönau „Wasserkraft und Windkraft von unabhängigen Anbietern aus Skandinavien, Deutschland und Österreich“. Jährlich überprüft der TÜV Nord die Stromherkunft und den Strommix. Ein Teil des Geldes, das Kunden für Ökostrom der EWS Schönau zahlen, fließt ins Förderprogramm „Sonnencent“.

Weitere Informationen zu den ElektrizitätsWerke Schönau

Green Planet Energy (früher Greenpeace Energy)

Greenpeace Energy

Green Planet Energy ist genossenschaftlich organisiert und wurde – wie die anderen großen reinen Ökostrom-Anbieter – bereits in den 1990er-Jahren gegründet. Damals suchte Greenpeace einen Stromversorger, der den hohen Ansprüchen der Organisation gerecht wird. Da man keinen fand, nahm man sein Schicksal selbst in die Hand. Heute zählt der Energieversorger über 26.000 unabhängige Genossenschaftsmitglieder sowie etwa 173.000 Strom- und Gaskunden, von denen rund 13.000 Geschäfts- und Industriekunden sind. Bei der bundesweiten Stromversorgung von Privat- und Geschäftskunden lag der geprüfte Strommix von Green Planet Energy 2024 bei rund 61,5 Prozent Windkraft, 31,8 Prozent Wasserkraft und 6,6 Prozent Solarstrom. Seit 2004 prüft der TÜV Nord jährlich, ob Green Planet Energy anspruchsvolle Ökostrom-Kriterien einhält. Zusätzlich kontrolliert die OmniCert GmbH solche Kriterien seit 2012.

Weitere Informationen zu der Green Planet Energy eG

Polarstern

Polarstern Energie

Polarstern nimmt unter den reinen Ökostrom-Anbietern eine Sonderstellung ein. Im Gegensatz zu den Mitbewerbern ging das Unternehmen erst 2011 an den Start, also nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima. Gegründet wurde es durch drei junge Männer aus München, die unter anderem durch ein Gründerstipendium des Bundeswirtschaftsministeriums unterstützt wurden. Polarstern versteht sich als ein wertegeführter Teil der Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung.

Polarstern liefert heute 100 Prozent Strom aus deutscher Wasser-, Solar- und Windkraft und schließt einen anonymen Zukauf über die Strombörse aus. Der Ökostrom-Tarif von Polarstern wird jährlich vom TÜV Nord zertifiziert und trägt darüber hinaus das Grüner-Strom-Label für eine echte Energiewendeförderung. Das Unternehmen wurde laut eigener Angaben zudem „mehrfach zertifiziert als kundenfreundlichster Energieversorger“. Zusätzlich zu der mit dem Label verbundenen Förderung von Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung in Ländern wie Deutschland fördert Polarstern entsprechende Projekte in Entwicklungsländern wie Kambodscha.

Welcher Anbieter der richtige ist, hängt vom eigenen Anspruch ab. Prüfen Sie neben 100 Prozent erneuerbarem Strom vor allem anerkannte Siegel, eine konkrete Neuanlagenförderung und die Eigentümerstruktur – genau das unterscheidet glaubwürdige Ökostromanbieter von reinen Etikett-Tarifen.

Greenwashing erkennen: diese Warnzeichen

  • Nur Herkunftsnachweise, kein SiegelWirbt ein Tarif allein mit 100 Prozent Ökostrom, aber ohne anspruchsvolles Siegel, steckt oft nur zugekaufter Herkunftsnachweis dahinter.
  • Konzern mit Atom- oder KohlegeschäftGehört der Anbieter zu einem Versorger, der weiter fossile oder nukleare Kraftwerke betreibt, fließt Ihr Geld indirekt auch dorthin.
  • Kein Beitrag zum AusbauWird nichts in neue Anlagen investiert, ändert der Tarif an der Energiewende praktisch nichts.

Weitere Informationen zu der Polarstern GmbH

Ökostromerzeugung © visdia, stock.adobe.com
Was ist Ökostrom

Ökostrom – Die grüne Alternative Der Ökostromanteil am bundesdeutschen Strom-Mix ist seit der Jahrtausendwende deutlich gestiegen. Gemeinhin wird mit Ökostrom Energie aus… weiterlesen

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