Ökostrom Gütesiegel

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Ökostrom-Gütesiegel – Wegweiser im grünen Tarif-Dschungel

Verbraucher, die sich für einen Ökostrom-Tarif interessieren, haben dafür triftige Gründe. Ein gutes Gewissen und der eigene Beitrag zur Erhaltung und dem Schutz der Umwelt stehen dabei insbesondere angesichts der Klimakrise und der unsicheren Versorgung mit fossilen Energieträgern aus Krisengebietenin der Regel an oberster Stelle. Da der Begriff Ökostrom gesetzlich nicht definiert ist, kann jeder Energieversorger selbst festlegen, was er den Verbrauchern unter dem Label „Ökostrom-Tarif“ anbietet. Ökostrom-Gütesiegel sollen hier Klarheit schaffen und werden zeitlich begrenzt an solche Anbieter oder Tarife vergeben, die die Kriterien des jeweiligen Siegels nachweisbar erfüllen. Wir stellen im Folgenden die gängigsten Gütesiegel vor.

Solarenergie nutzen © Marina Lohrbach, stock.adobe.com
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ok-power Label

ok-power-labelDas ok-power Siegel wird vom Verein EnergieVision ausgegeben. Er wurde im Jahr 2000 vom Freiburger Öko-Institut, der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sowie der Naturschutzorganisation WWF Deutschland gegründet. Heutige Träger des Vereins sind das Öko-Institut e.V. und die HIR Hamburg Institut Research gGmbH. EnergieVision definiert als ein vorrangiges Ziel „Stromkunden eine neutrale Entscheidungshilfe für die Wahl eines Ökostromtarifs zu geben“.

Aus Sicht des Vereins steht das OK-Power-Siegel für guten Ökostrom, Neutralität, Vertrauen, Nachhaltigkeit und Transparenz. Diese Transparenz ist auch auf der Website erkennbar. Interessenten können hier zum Beispiel alle zertifizierten Anbieter abrufen. Falls Sie sich für einen Ökostrom-Tarif mit dem ok-power Label entscheiden sollten, können Sie sich auf diese Weise vergewissern, dass das Gütesiegel tatsächlich an den Anbieter vergeben worden ist.

Das ok-power Label gilt als aussagekräftig und ist aufgrund der zugrundeliegenden Kriterien empfehlenswert bei der Auswahl eines Ökostrom-Tarifs oder -Anbieters. Für die Zertifizierung muss der Strom des Stromanbieters zu 100 Prozent aus den erneuerbaren Energiequellen „Wasserkraft, Biomasse, Photovoltaik, Windkraft, Geothermie, Klärgas“ stammen. Das ist einer der sogenannten Pflichtkriterien für die Vergabe des ok-power-Siegels.

Darüber hinaus müssen Stromanbieter für das ok-power-Siegel einige der Wahlpflichtkriterien aus folgenden Schwerpunktbereichen erfüllen: „Förderung innovativer Energiewende-Projekte“, „Beschaffung aus zusätzlichen Neuanlagen“, „Initiierung und Betrieb von Erneuerbare-Energien-Neuanlagen“, „Anerkennung nicht bezuschlagter Neubauprojekte“ sowie „Förderung des Weiterbetriebs ehemals geförderter Anlagen“. Zusätzlich zum ok-power-Siegel existiert das Siegel ok-power-plus“. Es zertifiziert Anbieter, die ihre gesamte „Absatzmenge an Tarifkunden nach ok-power zertifizieren lassen“.

Zum Internet-Angebot des ok-power Labels.

Grüner Strom Label

GrünerStromLabelDas Grüner Strom Label und das Grünes Gas Label sind zwei Zertifikate des Vereins Grüner Strom Label e.V. aus Bonn. Träger des Vereins sind sechs Verbände, zu denen der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) gehören. Laut eigener Aussage von Grüner Strom Label e.V. sind „Grüner Strom“ und „Grünes Gas“ „die einzigen Gütesiegel für Ökostrom und Biogas, die von führenden Umweltverbänden getragen werden“.

Gründer des Vereins waren 1998 gemeinnützige Umwelt- und Verbraucherverbände sowie Friedensorganisationen. Initiator war EUROSOLAR, die europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien. Laut Angaben des Vereins war das Grüner Strom-Label „das erste Gütesiegel für Ökostrom auf dem deutschen Energiemarkt“. Vergeben wird es für Stromtarife, nicht aber für Stromanbieter. Bei der Zertifizierung werden jedoch auch den Anbieter betreffende Aspekte berücksichtigt. So wird das Label nicht für Tarife von Anbietern vergeben, die „an Atomkraftwerken beteiligt sind oder neue Beteiligungen an Kohlekraftwerken erworben haben“.

Das Grüner Strom-Label garantiert bei einem Ökostromtarif 100 Prozent Ökostrom. Ein Schwerpunkt des Labels liegt darüber hinaus in der Förderung des Neubaus von Anlagen zur Erzeugung regenerativen Stroms. Laut eigener Angaben wurde bereits mehr als 1.600 Energiewende-Projekte umgesetzt und über 80 Millionen Euro in Projekte investiert. Neben Erneuerbare-Energien-Anlagen (z.B. Solaranlagen und Windräder) sind das mittlerweile auch Projekte aus Bereichen wie E-Mobilität, Energieeffizienz sowie Speicher/Steuerung.

Zur Förderung des Neubaus von Anlagen muss bei zertifizierten Tarifen für Privatkunden ein fester Förderbetrag pro Kilowattstunde im Strompreis enthalten sein. Früher wurde das Label in einer Gold- und einer Silber-Ausführung vergeben. Die letztere Variante setzte weniger strenge Maßstäbe an, existiert heute aber nicht mehr. Ähnlich wie beim ok-power-Label sind sämtliche mit dem Gütesiegel ausgezeichneten Tarife und Labelnehmer auf der Internet-Seite abrufbar. Dadurch fällt eine Gegenprobe bei der Auswahl eines Ökostrom-Tarifs mit dem Grüner Strom Label leicht. Vertraut man dem Label und möchte auf der Basis einen in Frage kommenden Tarif finden, erleichtert die Übersicht die Suche nach dem potenziellen zukünftigen Energieversorger. Auch das Grüner-Strom-Label ist empfehlenswert.

Zum Internet-Angebot des Grüner Strom Labels.

Empfehlenswerte Ökostrom Gütesiegel: ok-power und Grüner Strom Label
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TÜV-Ökostrom-Gütesiegel

GrünerStromLabelDer Technische Überwachungs-Verein (kurz: TÜV) ist den meisten Verbrauchern wahrscheinlich von Produkttests oder der regelmäßigen Prüfung ihres Autos bekannt. Diverse Ökostrom-Anbieter lassen sich und ihre Ökostrom-Tarife ebenfalls vom TÜV zertifizieren. Allerdings sollte man bei den TÜV-Siegeln genau hinsehen. Die verschiedenen TÜV-Holdings vergeben jeweils eigene und teilweise sogar mehrere Gütesiegel. Die zugrunde liegenden Maßstäbe sind unterschiedlich, obwohl die Vereine ursprünglich einen gemeinsamen Kriterienkatalog erarbeitet hatten. Allgemein ist die Vergabe der TÜV-Siegel an weniger strenge und bindende Bedingungen geknüpft als die des ok-power Labels und des Grüner Strom Labels. Diese Einschränkungen machen die Labels nur bedingt empfehlenswert.

Der TÜV Nord unterscheidet bei seinen Siegeln beispielsweise Ökostromsiegel mit dem Hinweis „Zertifizierung gemäß TN-Standard A75-S026-1“ und mit dem Hinweis „Freiwillige Zertifizierung gemäß VdTÜV Standard 1304“. Bei der freiwilligen Zertifizierung gemäß VdTÜV Standard 1304 sei ein ökologischer Mehrwert nicht garantiert, schreibt die Seite Marktwaechter-Energie.de der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Wesentliche Kriterien für die Zertifizierung gemäß TN-Standard A75-S026-1 sind: 100 Prozent Erneuerbare Energien, transparente Produktmerkmale sowie Neuanlagenförderung.

Der TÜV Süd bietet mehrere Kriterienkataloge an, nach denen Energieversorger ihr Unternehmen oder ihre Tarife zertifizieren lassen können. Maßgeblich sind vor allem die beiden Siegel EE01 und EE02. Beide setzen voraus, dass 100 Prozent des gelieferten Stroms aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen werden. Darüber hinaus müssen Preisaufschläge dem Ausbau regenerativer Energien dienen. Der Unterschied steckt im Detail. Für ein EE01 Zertifikat müssen mindestens 30 Prozent der Stromliefermenge aus neuen Kraftwerken stammen. Als Alternativen sind eine Fondsabgabe zum Bau von neuen Anlagen, Investition in Anlagen mit Technologiemix oder Mieter- und Direktstromangebote möglich. Für das EE02-Zertifikat muss der Ökostromanbieter eine Zeitgleichheit bei der Erzeugung und dem Verbrauch von Strom nachweisen. Konkret soll der Pool Strom liefernder Kraftwerke in jeder Viertelstunde zumindest so viel Strom produzieren, „wie die Endkunden zur gleichen Zeit verbrauchen“.

EECS-GoO-Zertifikate

EECS-GoO steht für den Zertifizierungsprozess im European Energy Certificate System. Es ist der Nachfolger des RECS-Systems. Die Grundidee ist dieselbe. Stromerzeuger erhalten für eine ökologisch erzeugte Megawattstunde Strom ein Zertifikat, das einem für sie beim EECS geführten Konto gutgeschrieben wird. Diese Zertifikate können gehandelt werden.

Indirekt trägt ein Stromanbieter mit dem Kauf solcher Zertifikate durchaus zu einer ökologischeren Stromversorgung bei. Allerdings kann seine eigene Unternehmenspolitik eine sein, die ökologische Kriterien kaum berücksichtigt. Er selbst könnte beispielsweise vor allem auf Atomstrom oder Kohle als Energieträger setzen. Er wird auch nicht verpflichtet, in Ökostromanlagen zu investieren. Praktisch kann er durch den Kauf der Zertifikate zumindest eine Teilmenge seines konventionell erzeugten Stroms (abhängig von der Menge der gekauften Zertifikate) als Ökostrom vermarkten. Die vergleichsweise geringe Aussagekraft der Zertifikate macht sie eher nicht empfehlenswert.

Ökostromerzeugung © visdia, stock.adobe.com
Ökostrom

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