Was ist Ökostrom

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Ökostrom – Die grüne Alternative

Der Ökostromanteil am bundesdeutschen Strom-Mix ist seit der Jahrtausendwende deutlich gestiegen. Gemeinhin wird mit Ökostrom Energie aus erneuerbaren Quellen wie Sonne, Wind oder Wasser bezeichnet. Die Erzeugung ist sehr viel umwelt- und klimafreundlicher möglich als beispielsweise bei Atomstrom. Anders als etwa bei der Gewinnung von Strom aus Braun- oder Steinkohle, werden darüber hinaus keine fossilen und damit nur in begrenztem Maße vorhandenen Ressourcen ausgebeutet. Umso überraschender ist es, dass es keine allgemeingültige Definition des Begriffs Ökostrom gibt.

Ökostromerzeugung © visdia, stock.adobe.com
Ökostromerzeugung © visdia, stock.adobe.com
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Für den Verbraucher ist diese Situation verwirrend, denn ob sein Energieanbieter tatsächlich sauberen und nachhaltigen Strom anbietet oder lediglich sogenanntes Greenwashing betreibt, ist für ihn nicht ohne Weiteres zu erkennen. Hinzu kommt, dass alle Energieanbieter ihren erzeugten Strom in dasselbe Netz einspeisen. Dies ist technisch nicht anders möglich. Allerdings führt es dazu, dass bei allen Kunden faktisch der gleiche Strom-Mix aus der Steckdose fließt, ob sie nun zu einem Ökostrom-Anbieter gewechselt sind oder nicht.

Ökostrom: Es ist leicht an der Energiewende mitzuwirken
Ökostrom: Es ist leicht an der Energiewende mitzuwirken

Ein Grund für umweltbewusste Verbraucher, auf Ökostrom zu verzichten, ist das jedoch nicht. Der Bezug von Ökostrom wirkt sich auf den gesamten Strom-Mix aus und verdrängt auf Dauer Strom aus anderen Energiequellen aus dem Netz. Er steigert der Anteil an Ökostrom im gesamten Strompool, aus dem jeder Kunde in Deutschland bedient wird. Wie sehr der Ökostromanteil am Strom-Mix im Lauf der Zeit gestiegen ist, zeigen Zahlen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Laut Angaben des Ministeriums lag der Anteil erneuerbarer Energien im Jahr 2000 erst bei etwa sechs Prozent. 2018 waren es bereits rund 38 Prozent. Im Jahr 2021 wurden 46 % des Stroms aus erneuerbaren Energien erzeugt. Das geht aus einer Analyse des Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hervor.

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Regenerative Energiequellen

Die wichtigste regenerative Energiequelle ist in Deutschland der Wind. Laut einer Analyse des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE hatte er 2021 einen Anteil am Strommix von 23,1 Prozent und damit mehr als die anderen Energiequellen. Weitere natürliche und/oder unbegrenzt verfügbare Energiequellen, die derzeit maßgeblich zur Stromerzeugung in Deutschland beitragen, sind Solarenergie, Biomasse und Wasserkraft. Die spezifische Art der Stromgewinnung ist dabei von Energieträger zu Energieträger unterschiedlich.

Ökostrom wird nachhaltig erzeugt
Ökostrom wird nachhaltig erzeugt

Im Falle des Windstroms sind die „Kraftwerke“ kaum zu übersehen. Die Rotoren der aufgestellten Windräder werden vom Wind angetrieben. Die Windkraft-Anlage wandelt diese Energie in elektrischen Strom um und speist diesen ins Netz ein. Nach Angaben des Bundesverbands WindEnergie auf Basis der WindGuard GmbH gab es „Ende 2019 insgesamt 29.456 Onshore-Windenergieanlagen“.

Die derzeit zweitwichtigste Energiequelle ist die Photovoltaik, also die Stromgewinnung aus Sonnenenergie. Ihre vergleichsweise hohe Popularität hängt damit zusammen, dass sie von nahezu jedermann genutzt werden kann. Zur Stromerzeugung werden Solarzellen auf eine geeignete Fläche montiert, beispielsweise auf das eigene Hausdach. Die Solarmodule wandeln die einstrahlende Lichtenergie in Strom um. Dieser Strom kann entweder zum Eigenverbrauch genutzt oder in das Stromnetz eingespeist werden.

Mehrfamilienhaus mit Photovoltaikanlage © kara, stock.adobe.com
Mehrfamilienhaus mit Photovoltaikanlage © kara, stock.adobe.com

Biomasse liegt als Energiequelle an dritter Stelle. Zur Biomasse zählen unter anderem Holz, Stroh und Getreide. Strom aus Biomasse wird in speziellen Kraftwerken auf unterschiedlichem Weg erzeugt, beispielsweise durch Gärung oder Verbrennung.

Biogas © Jürgen Fälchle, stock.adobe.com
Biogasanlagen © Jürgen Fälchle, stock.adobe.com

Wasserkraftwerke erzeugen Strom mithilfe der Bewegungsenergie des Wassers. Hierzu wird es zunächst gestaut. Das abfließende Wasser treibt Turbinen an, die die gewonnene Energie an Generatoren weitergeben. Diese wandeln die mechanische Energie in Strom um und speisen ihn anschließend in das Netz ein.

Der Stromsee wird grüner: Der Anteilan Ökostrom steigt stetig
Der Stromsee wird grüner: Der Anteilan Ökostrom steigt stetig

Ökostrom Gütesiegel

Um die Spreu vom Weizen zu trennen und Verbrauchern ein objektives Urteil über die Leistungen von Ökostrom-Anbietern und -Tarifen zu ermöglichen, gibt es für Ökostrom Gütesiegel verschiedener Organisationen. Sie legen bei der Zertifizierung jedoch unterschiedlich strenge Kriterien an. Potenzielle Stromkunden kommen deshalb nicht umhin, sich zunächst einmal zu informieren, welches Siegel ihren Ansprüchen am ehesten gerecht wird. Folgende Fragen ermöglichen eine gute Einschätzung der Seriosität eines Ökostrom-Anbieters und seines Engagements im Umwelt- und Klimaschutz:

  • Verfolgt der Anbieter eine transparente und klare Informationspolitik?
  • Bietet er eine faire Vertragsgestaltung mit vertretbarer Kündigungsfrist an?
  • Kooperiert der Anbieter mit Atomenergie-Konzernen oder hält einer dieser Konzerne Anteile an dem Ökostrom-Anbieter?
  • Investiert der Anbieter in neue Anlagen zur Gewinnung von regenerativer Energie, die über das gesetzlich verlangte Maß für die EEG-Förderung hinausgehen und kann er das nachweisen?
  • Kann der Anbieter ein aktuelles und möglichst nach strengen Kriterien vergebenes Ökostrom-Gütesiegel vorweisen?
Achten Sie darauf, dass der Ökostrom wirklich nachhaltig erzeugt wird
Achten Sie darauf, dass der Ökostrom wirklich nachhaltig erzeugt wird

Aussagekräftige Gütesiegel lassen mehrere oder alle diese Fragen in ihren Kriterienkatalog einfließen.

Tipp: Einen Überblick über die wichtigsten Ökostrom-Gütesiegel finden Sie hier.

Staatliche Förderung

Die Gewinnung von Strom aus regenerativen Energiequellen ist politisch gewünscht und wird daher vom Staat gefördert. Rechtliche Grundlage ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), dessen voller Titel Aufschluss über die Zielsetzung gibt: Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien. Es legt unter anderem fest, dass Strom aus erneuerbaren Energiequellen bevorzugt in das Stromnetz einzuspeisen ist. Darüber hinaus legt es Vergütungssätze für die Ökostrom-Erzeuger fest. Sie werden kontinuierlich an die aktuelle Marktsituation angepasst. Die Mehrkosten werden den Energieversorgern mit der sogenannten EEG-Umlage auferlegt, die sie in der Regel wiederum an ihre Kunden weitergeben. Mitte 2022 wird die EEG-Umlage jedoch entfallen, damit sollen Verbraucher und Industrie angesichts weiter steigender Energiepreise entlastet werden.

Ökostrom © Eisenhans , stock.adobe.com
Ökostrom Anbieter

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