Photovoltaik Anlagenpass

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Der Photovoltaik-Anlagenpass: Qualitätssiegel für Photovoltaik-Anlagen

Photovoltaik Anlagepass
Photovoltaik © electriceye, fotolia.com

Die Anschaffung und Installation einer Photovoltaik-Anlage ist eine Investition für die nahe Zukunft und im Sinne einer größeren Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Damit sich diese Investition auch nachweislich lohnt, haben der Bundesverband Solarwirtschaft und der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) 2009 den Anlagenpass für Photovoltaikanlagen entwickelt. Dieser „TÜV“ für Photovoltaik-Anlagen wird von Handwerksbetrieben ausgestellt. Er bescheinigt den Besitzern von Solarstrom-Anlagen, dass :

  • ausschließlich zertifizierte Anlagen-Komponenten eingebaut sind
  • eine richtliniengemäße Planung und Installation der Anlage vorgenommen wurde
  • mögliche Garantieleistungen belegt sind.

Bei Übergabe des Anlagenpasses wird den Besitzern außerdem ein Prüfbericht übergeben. Dieser entspricht der Gewährleistung des einwandfreien Zustands der Photovoltaik-Anlage.

Kurzum: Der Photovoltaik-Anlagenpass scheint eine runde Sache zu sein – mit strahlender Zukunft. Doch es zeigen sich auch Wolken und trüben die sonnigen Aussichten des Anlagenpasses.

Schließlich müssen sich Kunden bewusst sein, dass der Pass nur eine Dokumentation der verwendeten Komponenten und der Leistung des einbauenden/herstellenden Fachbetriebs ist. Es werden die eingebauten Komponenten und deren Zertifikate/Garantien genauso aufgeführt, wie auch die bei der Planung und Installation befolgten Richtlinien und Normen aufgelistet. Außerdem wird durch den Anlagenpass die genaue Verschaltung der Anlage sichtbar.

„Der Auftragnehmer hat dem Auftraggeber seine Leistung zum Zeitpunkt der Abnahme frei von Sachmängeln zu verschaffen“ (§ 13 Nr. 1 VOB/B). Dieses Zitat aus der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen zeigt deutlich, dass einbauende und herstellende Betriebe auch ohne Anlagenpass die/den einwand- und mängelfreie/n Funktion, Einbau und Betrieb einer Photovoltaik-Anlage gewährleisten müssen.

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Wozu also ein Anlagenpass?

Sinn und Zweck des Photovoltaik-Anlagenpasses

Der Gedanke hinter dem Photovoltaik-Anlagenpass ist und war, für mehr Transparenz für Photovoltaik-Anlagenbetreiber, also die potenziellen Kunden des Handwerks, zu sorgen. Außerdem stellt der Anlagenpass auch ein gutes Verkaufsargument und Marketingtool für zertifizierende Handwerksbetriebe aus. Mit dem Anlagenpass werben sie für handwerkliche Qualität, müssen dafür jedoch Euro bezahlen. Diese Kosten können, müssen sie aber nicht an ihre Kunden weitergeben. In Anbetracht des großen Wettbewerbs innerhalb der Solarbranche, werden viele der mittlerweile mehr als 1400 Handwerksbetriebe, die einen Anlagenpass ausstellen dürfen, davon absehen, diese Kosten an ihre Kunden weiterzugeben.

Im Kern ist der Anlagenpass auch eine Art Imagekampagne vom Bundesverband Solarwirtschaft und dem Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH). Beide Interessengemeinschaften möchten ihren Mitgliedern damit ein Alleinstellungsmerkmal mit in den harten Wettbewerb geben.

Ein Vorteil des Anlagenpasses ist sicher, dass zahlreiche Versicherungsunternehmen günstigere Policen für Photovoltaikanlagen anbieten, wenn diese einen Anlagenpass vorweisen können.

Auch können im Falle eines Defekts potentielle Fehlerquellen schneller gefunden werden.

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Der Anlagenpass: Eine Verkaufshilfe?

In Zeiten stark fallender Preise für Solarmodule, sinkender staatlicher Subventionen und Kürzungen der Einspeisevergütung ist der Anlagenpass in jedem Fall auch eine Verkaufshilfe für Hersteller und Installationsbetriebe. Aber darüber hinaus ist er auch eine Art qualitätssichernde Maßnahme, die dabei helfen soll, die durchschnittliche Lebensdauer einer Solaranlage von ca. 25-30 Jahren zu gewährleisten. Den Einbau billiger Module und Komponenten und auch die nicht sachgemäße Installation und Fertigung einer Photovoltaikanlage haben bereits viele Photovoltaik-Anlagen-Betreiber bereut. Insofern ist der Anlagenpass auch eine Qualitätsoffensive, die jedoch nicht ohne Konkurrenz ist.

So hat die RAL Gütegemeinschaft Solarenergieanlagen e.V. als unabhängiger Verein, der sich der Qualitätssicherung von Photovoltaik- und Solaranlagen verschrieben hat, RAL Güte- und Prüfbestimmungen (RAL-GZ 966) herausgegeben. Ähnlich des Anlagenpasses, werden auch hier technische und qualitative Richtlinien der Komponenten, Konzeption, Montage, des Service und Betriebs von Photovoltaik- und Solarthermie- Anlagen aufgeschlüsselt und definiert.
Installationsbetriebe, Hersteller und auch Planer und Serviceunternehmen, die sich erfolgreich um das RAL-Gütesiegel bewerben, müssen bei Mängeln auch dafür geradestehen, haben sie sich doch mit dem Tragen des Gütesiegels freiwillig zur Einhaltung der RAL-Qualitätsstandards verpflichtet.

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