Inspektion, Wartung und Störanfälligkeit bei Photovoltaik-Anlagen
Die Photovoltaik-Anlage läuft – und dann?
Eine Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) ist sehr wartungsarm und verrichtet ihren Dienst in der Regel über viele Jahre ohne größere Störungen. Sie sollten jedoch einige Dinge beachten, damit das auch so bleibt. Das fängt bereits beim Kauf an. Die Investition in qualitativ hochwertige Solarmodule zahlt sich meist aus. Der Unterschied mag sich zu Beginn vielleicht „nur“ in einer etwas besseren Leistung im Vergleich zu minderwertigen Fabrikaten zeigen. Allerdings sollten Sie bedenken, wie aufwendig und kostspielig ein Austausch werden kann, wenn fehlerhafte Module an schwer erreichbaren Standorten wie dem Dach ersetzt oder repariert werden müssen. Moderne Solargeneratoren sind so konstruiert, dass sie über 25 oder 30 Jahre hinweg Leistung bringen können.
Das Wichtigste in Kürze
- PV-Anlagen sind wartungsarm, aber nicht wartungsfrei: Sichtkontrolle und Ertrags-Monitoring übernehmen Sie selbst, eine Fachwartung empfiehlt sich alle ein bis drei Jahre.
- Eine gesetzliche Wartungspflicht für private Dachanlagen gibt es nicht — protokollierte Wartungen helfen aber im Versicherungs- und Schadenfall.
- Der Wechselrichter hält meist kürzer als die Module: Sein Austausch gehört in die langfristige Kostenplanung.

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Die Lebensdauer des Wechselrichters dagegen ist erfahrungsgemäß kürzer. In einer Studie der Berner Fachhochschule BFH wurde die Zuverlässigkeit von Wechselrichtern seit 1992 gemessen. 2022 wurden Ergebnisse veröffentlicht. Die Auswertung ergab, dass mehr als 65 % der Wechselrichter bis zum 15. Betriebsjahr keinen ertragsrelevanten Fehler zeigten; die BFH weist zugleich auf eine nicht repräsentative Datenbasis hin. Man kann also davon ausgehen, dass die Faustregel stimmt, nach der der Wechselrichter während des Lebenszyklus der PV-Anlage ausgetauscht werden muss.
Eigene Inspektion der Photovoltaik-Anlage und vorbeugende Maßnahmen
Viel ist nicht zu tun. Prüfen Sie die Komponenten Ihrer Anlage regelmäßig. Bei dem Solargenerator, der meist auf dem Dach installiert wird, reicht eine gelegentliche Sichtkontrolle aus. Beobachten Sie, ob die Module verdeckt, verschattet oder verschmutzt sind, denn dies hätte erheblichen Einfluss auf den Ertrag. Insbesondere Verunreinigungen kommen jedoch selten vor, da sich die Solarmodule durch ihren Neigungswinkel und den Regen quasi von selbst reinigen. Hat sich doch einmal erheblicher Schmutz abgesetzt, sollten Sie die Reinigung aus Sicherheitsgründen lieber einem Fachmann überlassen, vor allem, wenn sich die Solarmodule an schwer zugänglichen Standorten befinden.
Die Leistungswerte der PV-Anlage sollten Sie ebenfalls regelmäßig, möglichst in kurzen Abständen überprüfen und notieren. Sie liefern im Vergleich mit den Daten bei der Inbetriebnahme der Anlage und dem früheren Leistungsverlauf frühzeitig Hinweise auf mögliche Störungen. Insbesondere mit fortschreitendem Alter der Anlage geben die Aufzeichnungen Aufschluss darüber, ob die einzelnen Komponenten noch voll funktionsfähig sind.
Monitoring: Leistungsdaten automatisch überwachen lassen
Das Notieren von Zählerständen lässt sich heute weitgehend automatisieren. Moderne Wechselrichter übertragen die Ertragsdaten per WLAN oder LAN an eine Hersteller-App oder ein Webportal. Dort sehen Sie Tages-, Monats- und Jahreserträge auf einen Blick und können sie mit den Vorjahreswerten vergleichen. Viele Systeme melden Störungen oder auffällige Minderleistungen automatisch per Push-Nachricht oder E-Mail — so fallen schleichende Ertragsverluste auf, lange bevor sie sich auf der Jahresabrechnung bemerkbar machen. Bei Anlagen mit Leistungsoptimierern oder Modul-Wechselrichtern lässt sich die Leistung sogar für jedes einzelne Modul verfolgen; ein defektes Modul ist damit schnell eingegrenzt. Der regelmäßige Blick in die Monitoring-App ersetzt die fachmännische Wartung nicht, ist aber die einfachste Form der Anlagenüberwachung.
Fachmännische Wartung der Photovoltaik-Anlage
Um die Lebensdauer Ihrer PV-Anlage zu verlängern, sollten Sie von Zeit zu Zeit einen Fachmann mit einer ausführlichen Wartung des Systems beauftragen. In welchem Abstand dies geschieht, hängt unter anderem von Ihrem Budget und Ihrem Sicherheitsbedürfnis ab. Alle ein bis drei Jahre sollten die Komponenten aber mindestens einer kritischen Begutachtung unterzogen werden. Viele Solarteure bieten bereits bei der Installation entsprechende Wartungsverträge an.

Bei einer solchen fachmännischen Wartung wird unter anderem überprüft, ob
- die Solarmodule Beschädigungen aufweisen und der Solargenerator sowie die damit verbundenen Elemente und der Standort selbst befestigt beziehungsweise stabil sind
- die Leitungen, Sicherungen und Schutzelemente Verschleißerscheinungen aufweisen oder durch Tierbiss geschädigt sind
- die vom Betreiber protokollierten Leistungsdaten Hinweise auf potenzielle Fehlerquellen geben
- der Ertrag im erwartbaren Bereich gegenüber Inbetriebnahme und Vorjahreswerten liegt
- die Zähler und der Wechselrichter beziehungsweise das Netzeinspeisegerät korrekt arbeiten
Wartungsmaßnahmen: Was lohnt sich zuerst?
Vier Felder, ein Blick: Wo Ihr Einsatz bei der Anlagenpflege am meisten bringt.
Sofort angehen
Wirkung: hochAufwand: gering
- Ertragsdaten monatlich in der Monitoring-App kontrollieren
- Sichtkontrolle der Module vom Boden aus
- Störmeldungen des Wechselrichters sofort nachgehen
Einplanen
Wirkung: hochAufwand: hoch
- Fachwartung alle ein bis drei Jahre beauftragen
- Wartungsvertrag beim Installationsbetrieb anfragen
Nebenbei mitnehmen
Wirkung: niedrigAufwand: gering
- Zählerstände für das eigene Protokoll notieren
- Nach Sturm oder starkem Hagel zusätzlich kontrollieren
Eher zurückstellen
Wirkung: niedrigAufwand: hoch
- Modulreinigung ohne sichtbare Verschmutzung
- Eigenmächtige Arbeiten auf dem Dach
Sortiert nach Wirkung (oben = mehr) und Aufwand (links = weniger).
Versicherung einer Photovoltaik-Anlage
Eine Photovoltaik-Versicherung kann aus mehreren Gründen eine sinnvolle Investition sein. Die PV-Anlage stellt einen großen Vermögenswert dar, der außerhalb des Hauses angebracht wird. Zwar können Sie sie in vielen Fällen in die Wohngebäudeversicherung aufnehmen, doch zahlt diese bei einigen durchaus realistischen Schadenszenarien wie beispielsweise Vandalismus nicht. Vor allem bei kreditfinanzierten Anlagen sollten Sie prüfen, ob der Schutz über Wohngebäudeversicherung und Haftpflicht ausreicht oder eine separate Photovoltaik-Versicherung sinnvoll ist. Abhängig von den vereinbarten Konditionen greift sie auch bei Betriebsunterbrechungen.

Darüber hinaus sollte eine Haftpflichtversicherung vorhanden sein. Sie kann, je nach Versicherer und bereits abgeschlossenen Policen, zusätzlich vereinbart oder in bestehende Verträge aufgenommen werden. Als Besitzer der Anlage haften Sie für Personen- und Sachschäden, die durch den Betrieb entstehen.
Mögliche Störquellen einer Photovoltaik-Anlage – und wie man sie ausschaltet
Störungen des Betriebs sind bei einer PV-Anlage selten. Treten sie doch einmal auf, muss die Fehlerquelle lokalisiert werden. Dabei hilft bereits die Information weiter, ob der Ertrag lediglich niedriger ausfällt als üblich, oder die Einspeisung des Stroms komplett zum Erliegen kommt.

Bringt die Anlage nicht ihre volle Leistung, kann daran unter anderem eine Verschmutzung oder ein Defekt einzelner Solarmodule schuld sein. Solarmodule verlieren im Laufe der Jahre etwas von ihrer Leistung, sodass dies eine Erklärung für einen mit der Zeit geringfügig abnehmenden Ertrag sein kann. Ist das System erst seit kurzer Zeit in Betrieb, scheidet dieser „Degradation“ genannte Vorgang als Ursache aus.
Wird gar kein Strom mehr produziert, prüfen Sie zunächst Anzeige und Störmeldung des Wechselrichters. Schalter, Sicherungen und Steckverbindungen sollte ein Fachbetrieb kontrollieren, insbesondere auf der Gleichstromseite der PV-Anlage.
Häufige Fragen zur Photovoltaik-Wartung
Wie oft sollte eine PV-Anlage gewartet werden? alle 1–3 Jahre
Ist die Wartung gesetzlich vorgeschrieben? keine Pflicht
Was kostet eine professionelle Wartung? ca. 150–300 €
Müssen Solarmodule gereinigt werden? meist nicht
Fazit
Für typische private Dachanlagen gibt es keine pauschale gesetzliche Wartungsfrist; PV-Anlagen sind wartungsarm, sollten aber regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf fachkundig geprüft werden. Dennoch können unbemerkt Schäden durch Tierfraß oder Blitzschlag entstehen. Regelmäßige Kontrollen und Wartungen helfen, Ertragseinbußen früh zu erkennen und Ausfallzeiten zu verkürzen — das verlängert auch die Lebensdauer der PV-Anlage. Mit einem Wartungsvertrag wird der einzelne Termin häufig günstiger. Wenn Sie noch keinen Betrieb für Wartung oder Reparatur an der Hand haben, finden Sie über unseren Vergleich von Solar-Fachbetrieben qualifizierte Anbieter in Ihrer Region.
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