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Photovoltaik Voraussetzungen

Photovoltaik Voraussetzungen – Standortwahl und Einsatzzweck

Welche Standorte eignen sich für Solaranlagen?

Eine schattenfreie Fläche ist für die Solarmodule einer Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) noch wichtiger als bei der Solarthermie, also der Gewinnung von Wärme aus Sonnenenergie. Daher eignen sich vor allem große, hoch gelegene Dachflächen für die Installation. Je nach den örtlichen Begebenheiten sind aber ebenso gut Garagendächer, Gartenflächen oder die Fassade denkbar. Wichtiger ist, zu beachten, dass selbst kleinere Verunreinigungen die Wirtschaftlichkeit und Effizienz einer PV-Anlage erheblich beeinflussen können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine schattenfreie, möglichst nach Süden gerichtete Fläche mit einer Neigung von 20 bis 40 Grad ist die wichtigste Voraussetzung.
  • Moderne Module brauchen nur noch rund fünf Quadratmeter Fläche je Kilowatt Spitzenleistung (kWp).
  • Planen Sie großzügig: Künftige Verbraucher wie E-Auto oder Wärmepumpe erhöhen den Strombedarf deutlich.
Photovoltaik-Indach-Anlage © Garteneidechse, stock.adobe.com
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Als Standort eignet sich grundsätzlich jeder Ort in Deutschland. Je weiter im Süden Deutschlands der Standort gelegen ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer intensiveren Sonneneinstrahlung. Das spricht jedoch nicht generell gegen die Installation einer PV-Anlage im Norden des Landes.

Globalstrahlung Jahressumme Deutschland © DWD
Globalstrahlung Jahressumme Deutschland © DWD

Ausschlaggebend ist, dass eine ausreichend große, idealerweise nach Süden gerichtete Fläche zur Verfügung steht. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) ist ein geneigtes Süddach in einem Winkel von 20 bis 40 Grad optimal. In Deutschland liegt der ideale Winkel in der Regel zwischen 30 und 35 Grad bei einer südlichen Ausrichtung. Ausnahmen bestätigen die Regel. So kann der optimale Winkel beispielsweise in schneereichen Gegenden steiler ausfallen, da der Niederschlag dann schneller abrutschen kann.

Standort-Check: Das sollte Ihre Fläche erfüllen

Schattenfrei? Keine dauerhafte Verschattung durch Bäume, Gebäude oder Schornsteine — auch künftiges Baumwachstum und geplante Bauvorhaben bedenken. K.-o.-Kriterium
Ausrichtung passend? Süden ist ideal, Ost-West-Flächen liefern noch rund 80 bis 85 Prozent des Süd-Ertrags. flexibel
Neigung im grünen Bereich? 20 bis 40 Grad gelten als optimal; Flachdächer lassen sich passend aufständern. flexibel
Statik ausreichend? Dach und Dachstuhl müssen das Zusatzgewicht von rund 20 bis 25 kg je Quadratmeter tragen — im Zweifel Statiker oder Dachdecker fragen. prüfen lassen
Dach in gutem Zustand? Steht in den nächsten 20 Jahren eine Sanierung an, besser zuerst sanieren oder beides kombinieren. prüfen lassen
Faustwerte zur Orientierung — Belege und Details im Artikeltext · Stand 2026
Photovoltaik: Ausrichtung und Neigung haben Einfluss auf den Ertrag
Photovoltaik: Ausrichtung und Neigung haben Einfluss auf den Ertrag
Tipp: Berücksichtigen Sie bei Ihren Planungen auch künftige Entwicklungen – zumindest so gut es geht. Sind in unmittelbarer Umgebung größere Bauvorhaben geplant? Gibt es Bäume, die bei weiterem Wachstum zu einem späteren Zeitpunkt zur Verschattung führen können?
Beachten Sie bei der Planung der Anlage die Verschattung mit ein
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Alternative Standorte für Solaranlagen

Alternative Standorte für Photovoltaikanlagen hängen unter anderem vom verfügbaren Platz sowie vom Zustand des Daches ab. Grundsätzlich sind andere freie Flächen als das Dach kein Problem, solange sie freien Zugang zur Sonne haben. So können Solarmodule auch auf ungenutzten Gartenflächen oder Carports und Garagen angebracht werden.

In manchen Fällen bleibt Hausbesitzern, die in die Photovoltaik einsteigen wollen, aber keine andere Wahl. Und zwar dann, wenn das Dach nicht stabil genug gebaut wurde oder aufgrund seines fortgeschrittenen Alters nicht mehr mit dem vollen Gewicht der Solarmodule belastet werden darf. Im Zweifelsfall sollte zuallererst ein Statiker zu Rate gezogen werden. Alternativ könnte auch eine ohnehin anstehende Sanierung des Daches mit der Installation einer PV-Anlage kombiniert werden, um Kostenvorteile zu erzielen.

Standorte im Vergleich: Wo Solarmodule arbeiten können

StandortStärkenWorauf achten?
Schrägdachgrößte Flächen, beste Kosten je kWp — die erste WahlZustand von Eindeckung und Dachstuhl
Flachdach, Garage, CarportAufständerung erlaubt optimale Neigung und AusrichtungWindlast und Statik der Unterkonstruktion
Gartenflächegut zugänglich für Montage und ReinigungBaurecht je nach Bundesland und Anlagengröße prüfen
Fassadeliefert bei tief stehender Wintersonne vergleichsweise gutdeutlich geringerer Jahresertrag als auf dem Dach
Cleveres Doppel: Dachsanierung und PV-Anlage
Cleveres Doppel: Dachsanierung und PV-Anlage
Tipp: Bedenken Sie auch hier, dass die PV-Anlage eine Investition in die Zukunft ist, die in den kommenden zwanzig bis dreißig Jahren zuverlässig Strom produzieren soll. Ist der Standort darauf ausgerichtet? Und ist er auch künftig noch gut und gefahrenlos erreichbar?

Dimensionierung der Photovoltaik-Anlage

Die Maße einer PV-Anlage werden hauptsächlich von der Größe der Dachfläche und dem Budget des Bauherrn beeinflusst. Bei der Berechnung der maximalen Größe sollten nicht nur aktuelle, sondern auch zukünftig entstehende Eigenbedarfe bedacht werden. Durch die Anschaffung eines Elektroautos oder den Einbau einer Wärmepumpe kommen neue Verbraucher hinzu, die eine größere Dimensionierung der Photovoltaikanlage sinnvoll machen. Der Anteil des selbst genutzten Solarstroms kann durch die zusätzliche Installation eines  Batteriespeichers noch optimiert werden, der allerdings auch zusätzliche Kosten verursacht. Daher sollte ein Fachmann vor der Investition eine präzise Berechnung mit allen bestimmenden Faktoren und aktuellen Zahlen durchführen. Konkrete Angaben wären hier aufgrund der Vielzahl an Variablen nicht seriös, zumal die Förderung für PV-Anlagen häufig wechselt. In der Regel kann man aber sagen, dass es Sinn macht, die komplette Dachfläche für die Photovoltaikanlage auszunutzen.

Fast immer gilt: Die komplette Dachfläche für die Photovoltaikanlage ausnutzen macht Sinn
Fast immer gilt: Die komplette Dachfläche für die Photovoltaikanlage ausnutzen macht Sinn

Der bestimmende Wert einer PV-Anlage bemisst sich nach der sogenannten Spitzenleistung des Solargenerators. 1 kWp steht dabei für Kilowatt peak (engl.: peak = Spitze). 1 kWp liefert etwa 900 bis 1.100 Kilowattstunden Strom im Jahr und benötigt bei modernen Modulen rund fünf bis sechs Quadratmeter Dachfläche. Die tatsächliche Leistung hängt unter anderem von den klimatischen Bedingungen und dem Standort der Anlage ab und kann nach Angaben der DGS bis maximal 20 Prozent im Jahr abweichen.

Der Standort spielt eine Rolle beim Ertrag
Photovoltaik: Der Standort spielt eine Rolle beim Ertrag

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Ein kleines Rechenbeispiel zur Verdeutlichung

Nun ist Ihre individuelle Modellrechnung nicht mehr schwierig. Schauen Sie auf Ihrer letzten Stromabrechnung nach, wie viel Kilowattstunden in Ihrem Haushalt im vergangenen Jahr verbraucht wurden. Üblicherweise geht man von rund 1.000 Kilowattstunden für eine Person aus. Eine vierköpfige Familie kann überschlägig bei rund 4.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch liegen. Erzeugt 1 kWp im Idealfall etwa 1.000 Kilowattstunden pro Jahr, entsprechen 4 kWp rechnerisch einer bilanziellen Jahresdeckung; tatsächlich nutzbar ist davon nur der zeitgleich verbrauchte oder gespeicherte Solarstrom. Dafür sind je nach Modul und Dachbelegung grob 20 bis 28 Quadratmeter einzuplanen.

Inzwischen raten Fachleute aber dazu, die Anlage möglichst groß zu dimensionieren. Das hat mehrere Gründe: Erstens können im Laufe der Zeit neue Verbraucher hinzukommen (wie oben erwähnt etwa Elektroautos oder eine Wärmepumpe). Zweitens ist es sinnvoll, übrigen Strom ins öffentliche Netz einzuspeisen. Die frühere pauschale 70-Prozent-Kappung ist entfallen; für neue Anlagen unter 100 kW, die Einspeisevergütung oder Mieterstromzuschlag nutzen, gilt seit 25. Februar 2025 übergangsweise eine Begrenzung der Wirkleistungseinspeisung auf 60 Prozent der installierten Leistung, bis intelligentes Messsystem und Steuerungseinrichtung eingebaut und getestet sind. Nur durch möglichst groß dimensionierte Anlagen, die viel Strom einspeisen, kann die Klimaneutralität erreicht werden. Mit anderen Worten: Viel hilft viel. Zudem sind die Kosten für 1 kWp bei größeren Anlagen niedriger.

Pro Kilowattpeak können Sie mit einem Solarertrag von ca. 1000 Kilowattstunden rechnen
Pro Kilowattpeak können Sie mit einem Solarertrag von ca. 1.000 Kilowattstunden rechnen
Tipp: Scheuen Sie sich nicht, einige Euro zusätzlich für eine ausführliche Beratung beziehungsweise für eine möglichst detaillierte Angebotserstellung auszugeben.
Eine ausführliche Beratung ist Gold wert
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Steuern und Anmeldung: Diese Erleichterungen gelten aktuell

Neben Fläche und Ausrichtung zählt auch der rechtliche Rahmen zu den Voraussetzungen — und der ist für Privatleute derzeit günstig: Beim Kauf einer Anlage bis 30 kWp fällt seit 2023 keine Umsatzsteuer mehr an (Nullsteuersatz), und Einnahmen aus Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern sind einkommensteuerfrei (§ 3 Nr. 72 EStG) — eine Gewerbeanmeldung ist dafür nicht nötig. Das Solarpaket I (in Kraft seit Mai 2024) hat zudem die Anmeldung vereinfacht: Steckersolargeräte mit bis zu 2 Kilowatt installierter Modulleistung und maximal 800 Voltampere Wechselrichterleistung müssen bei unentgeltlicher Abnahme nur noch im Marktstammdatenregister eingetragen werden; die separate Meldung beim Netzbetreiber entfällt. Größere Dachanlagen meldet in der Regel der Fachbetrieb beim Netzbetreiber an; der Eintrag ins Marktstammdatenregister binnen eines Monats nach der Inbetriebnahme bleibt für alle Anlagen Pflicht.

Fazit

Die Dimensionierung einer Photovoltaik-Anlage hängt von vielen Faktoren ab. Zu nennen sind hier die verfügbare Fläche, aber eben auch Dachausrichtung, -neigung, das eigene Budget und der eigene Strombedarf, bei dem zukünftige Bedarfe mitberücksichtigt werden sollten. Wenn das Budget groß genug ist, so raten Experten mittlerweile dazu, die Anlage so groß wie möglich zu dimensionieren. Grundsätzlich sollte eine Beratung der Entscheidung vorausgehen, zum Beispiel durch einen Energieberater.

Rendite einer Solaranlage © guukaa, stock.adobe.com
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