Photovoltaik Wirtschaftlichkeit

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Finanzierung und Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen

Mit welchen Kosten muss ich bei einer Solaranlage zur Stromerzeugung rechnen?

Photovoltaik Rendite
PV Rendite © guukaa, fotolia.com

Die Investitionskosten für eine Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) sind in den vergangenen Jahren stark gesunken. Die Gründe dafür sind vielfältig. Neben einer üppigen staatlichen Förderung haben vor allem Solarzellen-Anbieter aus Fernost für viel Bewegung auf dem Markt gesorgt.

2016 betrugen die Kosten für Solarmodule nur noch rund die Hälfte der Summe, die einige Jahre zuvor fällig war. Die Installation ist trotzdem nach wie vor präzise durchzukalkulieren, da die Gesamtkosten in der Regel immer noch im fünfstelligen Bereich liegen. Wir informieren darüber, welche Aspekte bei der Finanzierung beachtet werden sollten.

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Photovoltaikanlage Kosten Entwicklung
Photovoltaikanlage Kostenentwicklung, © Bild: Bundesverband Solarwirtschaft e.V.

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Photovoltaikanlage: Auf die richtige Dimensionierung kommt es an

Die erste Entscheidung, die Hausbesitzer zu treffen haben, ist der Verwendungszweck der Anlage. Während bei der Solarthermie der Eigenverbrauch im Vordergrund steht, können Betreiber einer PV-Anlage die Erzeugung und die Verwendung des Stroms trennen. In diesem Fall wird der gesamte von der Anlage erzeugte Strom in das öffentliche Stromnetz eingespeist, während der Immobilienbesitzer seinen eigenen Strombedarf konventionell über seinen Energieversorger deckt. Dies kann unter Umständen wirtschaftlicher sein und lässt auch die Überlegung zu, die Anlage größer zu dimensionieren als für den Eigenverbrauch nötig.

Die Leistung einer Solarstrom-Anlage wird üblicherweise in kWp angegeben. Die Abkürzung steht für Kilowatt peak und bezeichnet die maximale elektrische Leistung von Solarzellen. Ein kWp an installierter Spitzenleistung erzeugt in Deutschland etwa 800 bis 1.000 Kilowattstunden Strom im Jahr und belegt, abhängig vom verwendeten Solarzellen-Typ, rund acht bis zehn Quadratmeter an Fläche. Stand 2016 liegen die Kosten für 1 kWp bei etwa 1500 Euro inklusive aller weiterer benötigten Komponenten wie beispielsweise das Netzeinspeisegerät. Für einen Vier-Personen-Haushalt müssen Investoren folglich von Kosten in Höhe von mindestens 6000 bis 8000 Euro ausgehen, sofern damit der Eigenbedarf gedeckt werden soll.

Tipp: Wer billig kauft, kauft zweimal. Bedenken Sie, dass die PV-Anlage bei guter Pflege ihre Dienste bis zu 30 Jahre und länger verrichten kann. Knackpunkt und größter Kostenfaktor sind die Solarmodule, bei denen Sie auf Qualität, und nicht auf den günstigsten Preis, achten sollten.

Finanzierung einer Photovoltaikanlage

Eine PV-Anlage besteht in der Regel aus dem Solargenerator, also der Gesamtheit der Solarmodule, einem Netzeinspeisegerät inklusive Wechselrichter sowie eventuell nötigen zusätzlichen Zählern. Auch wenn ein einzelner Kauf der Komponenten möglich ist, empfiehlt es sich, die Anlage aus einer Hand planen und installieren zu lassen. Die Installateure können auf Erfahrungswerte zurückgreifen und kennen sich in der Qualität und dem Wechselspiel der einzelnen Fabrikate aus.

Die Investitionskosten sind vergleichsweise hoch und können nicht in jedem Haushalt aus den Rücklagen finanziert werden. Das ist jedoch kein Grund, von dem Vorhaben abzurücken. Eine Möglichkeit bietet die eigene Hausbank mit einem Kredit, der speziell für diesen Zweck eingerichtet wird. Die bankinternen Abläufe halten sich bei den Photovoltaik-Krediten in Grenzen, da die Anlage zum einen selbst einen Wert darstellt, zum anderen die langfristige Rückzahlung mit dem kontinuierlichen Stromertrag gewährleistet ist. Darüber hinaus legt die KfW-Bankengruppe neben Förderungen wiederholt Programme auf, durch die zweckgebundene, besonders zinsgünstige Darlehen vergeben werden. Eine aktuelle Übersicht finden Sie hier.

Photovoltaik Amortisationszeit – Die Schwarze Null

Amortisation bezeichnet den Zeitpunkt, an dem die PV-Anlage ihre Kosten wieder eingespielt hat und die Erträge die Kosten vollständig gedeckt haben. Eine präzise Berechnung ist seriös kaum möglich, da sie unter anderem von der staatlichen Förderung, der Dimensionierung des Systems sowie von ihrem tatsächlichen Ertrag abhängt. Besonders die Einspeisevergütung für den ins öffentliche Stromnetz eingespeisten Strom steht immer wieder zur Debatte.

Grob geschätzt wird sich eine Anlage nach heutigem Stand in zehn bis fünfzehn Jahren amortisiert haben. Bei einem Lebenszyklus von zwanzig bis dreißig Jahren kann die Investition also sehr ertragreich sein, ganz abgesehen von dem eigenen Gewissen. Was in den Kostenvoranschlägen meist nicht gesondert erwähnt wird, ist ein wichtiger Aspekt der Photovoltaik: Sie belastet die Umwelt nicht und sorgt dafür, dass der Anteil an regenerativen Energien im deutschen Stromnetz stetig steigt.

Tipp: Holen Sie mehrere Kostenvoranschläge ein und lassen Sie dabei auch genügend Puffer. Eine auf Kante genähte Finanzierung kann schon durch ein defektes Netzeinspeisegerät, das über 2.000 Euro kosten kann, zu Fall gebracht werden.

Die Habenseite – die Einsparung und der Ertrag

Eine PV-Anlage erzeugt Strom, und der ist kostbar, wie Sie auf Ihrer Stromrechnung leicht ablesen können. Je nachdem, ob der erzeugte Strom direkt ins Hausnetz oder in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird, ergeben sich unterschiedliche Erträge. Wird er selbst genutzt, spart sich der Immobilienbesitzer die Kosten, die für den externen Bezug des Stroms fällig geworden wären. Produziert er einen Überschuss, macht er zusätzlichen Gewinn. Diese Erträge müssen zur Berechnung auf die Lebensdauer und die Investitionskosten der Anlage umgelegt werden.

Fließt der Strom direkt ins öffentliche Stromnetz, so muss die Vergütung mit den Kosten für den Bezug des selbst verbrauchten Stroms, der vom Energieversorger geliefert wird, gegengerechnet werden. Wird die Anlage beispielsweise im Januar 2016 auf dem Hausdach in Betrieb genommen und leistet sie weniger als 10 kWp, beträgt die Vergütung 12,70 Cent pro Kilowattstunde.

Photovoltaikanlage FörderungEntwicklung
Photovoltaikanlage Solarstrom Förderung, © Bild: Bundesverband Solarwirtschaft e.V.

Tipp: Der Ertrag sowie staatliche Förderungen spielen eine entscheidende Rolle bei der Finanzierung einer PV-Anlage. Lesen Sie dazu auch unsere Informationen unter dem Menüpunkt Fördermöglichkeiten.

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