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Kachelofen modernisieren

Kachelofen modernisieren: Das müssen Sie beachten

Kachelöfen sind über Jahrhunderte hinweg als zuverlässige Heizungsart genutzt worden und werden auch aktuell noch genutzt. Kachelöfen sind angesichts ihrer großen Masse und Kapazität zur Wärmespeicherung durchaus als einzige Wärmequelle in einem Haus geeignet, heute werden sie jedoch oft zusätzlich zu einer anderen Heizungsanlage eingesetzt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Modernisierung senkt vor allem Feinstaub-Emissionen und hilft, die gesetzlichen Grenzwerte einzuhalten.
  • Bei Öfen mit Typschild bis 21. März 2010 sind die Fristen Ende 2024 ausgelaufen – ohne Nachweis ist je nach Bauart eine Staubminderung oder ein Austausch nötig.
  • Wege: Feinstaubfilter nachrüsten, Heizeinsatz tauschen oder komplett erneuern; die Kacheln bleiben dabei meist erhalten.
  • Mit Einbau kostet eine Erneuerung meist mehrere Tausend Euro – oft günstiger als ein neuer Ofen; Angebote vergleichen.

Kachelöfen werden mit Holz als nachwachsendem Rohstoff beheizt. Automatisch klimafreundlich ist das aber nicht: Bei der Verbrennung entstehen Feinstaub und weitere Luftschadstoffe. Umso wichtiger sind eine saubere Verbrennung und eine moderne, emissionsarme Technik.

Kachelofen © Zauberhut, stock.adobe.com
Kachelofen modernisieren © Zauberhut, stock.adobe.com
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Allerdings besteht bei Kachelöfen durchaus die Gefahr, dass große Mengen an Emissionen und Feinstaub freigesetzt werden.

Eine Modernisierung kann diese Probleme verringern und ist manchmal auch gesetzlich nach der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV) nötig. Für vor dem 22. März 2010 errichtete Einzelraumfeuerungsanlagen gelten beim Weiterbetrieb die Grenzwerte des § 26 Abs. 1 der 1. BImSchV für bestehende Anlagen (0,15 g/m³ Staub, 4 g/m³ Kohlenmonoxid). Die Nachrüst- bzw. Austauschfristen richteten sich nach dem Typschild und liefen gestaffelt ab – zuletzt Ende 2020 (Typschild 1985–1994) und Ende 2024 (Typschild 1995 bis 21. März 2010). Diese Fristen sind inzwischen abgelaufen: Ein nicht eingemauerter Ofen, der die Grenzwerte nicht nachweislich einhält, darf ohne Nachrüstung nicht weiterbetrieben werden. Fest eingemauerte Kachelofen- und Kamineinsätze müssen mit einer nachgeschalteten Staubminderungseinrichtung nachgerüstet werden (§ 26 Abs. 4).

Ausgenommen von § 26 Absätze 1 und 2 sind unter anderem Grundöfen, Anlagen als alleinige Wärmequelle der Wohneinheit sowie nachweislich vor dem 1. Januar 1950 hergestellte oder errichtete Anlagen.

Alte Kachelöfen: Übergangsfristen abgelaufen

  • Fristen bis Ende 2024 gelaufenÖfen mit Typschild bis zum 21. März 2010 müssen die Grenzwerte des § 26 der 1. BImSchV für bestehende Anlagen (0,15 g/m³ Staub, 4 g/m³ CO) einhalten. Den Nachweis liefert die Prüfstandsmessbescheinigung des Herstellers oder eine Messung durch den Schornsteinfeger. Fehlt er, müssen fest eingemauerte Kachelofen- und Kamineinsätze mit einer nachgeschalteten Staubminderungseinrichtung nachgerüstet werden (§ 26 Abs. 4); nicht eingemauerte Öfen dürfen ohne Nachrüstung nicht weiterbetrieben werden.
  • AusnahmenAusgenommen sind unter anderem handwerklich gesetzte Grundöfen, Anlagen als alleinige Wärmequelle der Wohneinheit und vor dem 1. Januar 1950 errichtete Öfen.Besser: im Zweifel den Schornsteinfeger fragen, was für Ihren Ofen gilt.

Welche Möglichkeiten zur Modernisierung eines Kachelofens bestehen?

Zu den schädlichen Emissionen durch Kachelöfen kann es unter anderem durch eine unvollständige Verbrennung kommen. Dies kann neben Bedienungsfehlern auch auf veraltete Komponenten zurückgeführt werden. Was kann nun jeder einzelne unternehmen, um die Grenzwerte einzuhalten bzw. seinen Kachelofen umweltfreundlicher zu machen?

Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Vier Wege, den Kachelofen zu modernisieren

Je nach Zustand und Ziel reicht ein Filter – oder es lohnt sich die größere Erneuerung. Welcher Weg passt, hängt vom Alter des Ofens und den Emissionswerten ab.

Feinstaubfilter nachrüsten

Ein Staubabscheider im Abgasrohr senkt die Staubemissionen; für Einzelraumöfen kommen vor allem elektrostatische Abscheider mit Zulassung infrage.

Meist die günstigste Nachrüstung
Kann für die Staubgrenzwerte ausreichen
Vorab mit dem Schornsteinfeger abstimmen

Geeignet fürÄltere Öfen, die vor allem an den Staub-Grenzwerten scheitern

Heizeinsatz austauschen

Der alte Heizeinsatz wird durch einen modernen ersetzt, ohne die Kacheln abzubauen.

Kann aktuelle Anforderungen erfüllen
Kachelmantel bleibt erhalten
Teurer als ein Filter

Geeignet fürÖfen mit intaktem Kachelmantel, aber veraltetem Einsatz

Komplett erneuern

Heizeinsatz, Rohre, Nachheizkästen und optional eine Abbrand-Regelung werden erneuert.

Höchster Effizienzgewinn möglich
Aufwendigste und teuerste Variante
Vom Fachbetrieb planen lassen

Geeignet fürÖfen, bei denen auch Rohre und Nachheizkästen fällig sind

Optik modernisieren

Glastür, neue Oberflächen oder Kacheln passen den Ofen an aktuelle Wohnideen an.

Wertet den Ofen optisch auf, z. B. Sicht aufs Feuer
Verbessert allein nicht die Emissionswerte

Geeignet fürWenn der Ofen technisch passt, aber optisch nicht mehr gefällt

Feinstaubfilter einbauen

Das ist eine einfache Möglichkeit, die Grenzwerte einzuhalten. Ein Feinstaubfilter bzw. Staubascheider wird in das Abgasrohr eingebaut, sodass die Grenzwerte für Staubemissionen eingehalten werden können. Sinnvoll ist es auf jeden Fall, vor der Entscheidung den Schornsteinfeger zu kontaktieren. Er kann am besten einschätzen, ob der Einbau eines Feinstaubfilters sinnvoll ist und die Investition sich lohnt.

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Komponenten des Kachelofens erneuern

Wer auf jeden Fall das Ziel erreichen will, den Kachelofen an die neuen Vorgaben anzupassen, der lässt sich vom Fachmann den Heizeinsatz des Kachelofens erneuern.

Hier ist der Aufwand geringer als man annehmen würde. Es gibt Austausch-Einsätze für fast alle herkömmlichen Kachelöfen. Diese Heizeinsätze können ausgetauscht werden, ohne dass die Kacheln bzw. der Ofenumbau teilweise oder sogar ganz demontiert werden müssten. Es wird lediglich der alte Heizeinsatz entfernt und durch einen modernen Einsatz ersetzt.

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Darüber hinaus können Heizeinsatz, Rohre und Nachheizkästen erneuert sowie eine Abbrand-Regelung nachgerüstet werden. Ob dadurch Holz eingespart wird und wann sich die Kosten rechnen, hängt vom bisherigen Ofen, der Nutzung und dem Brennstoffverbrauch ab.

Schließlich kann auch die äußere Optik des Kachelofens modernisiert und an aktuelle Wohn- oder Design-Vorstellungen angepasst werden. So ist es zum Beispiel möglich, eine Glastür einzubauen, um eine Sicht aufs Feuer zu ermöglichen.

Retro-Look mit moderner Effizienz: Dank Austausch des Heizeinsatzes
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Welche Kosten entstehen bei einer Modernisierung?

Die Kosten richten sich nach Bauart, Einbauort und technischem Aufwand. Für einen zugelassenen Staubabscheider sollten Sie ein Angebot einschließlich Einbau, Wartung und möglicher zusätzlicher Kehrungen einholen.

Beim Austausch des Heizeinsatzes bestimmen Bauart, Anpassungen am Ofen und Arbeitsaufwand den Preis. Lassen Sie mindestens ein schriftliches Angebot eines Ofenbau-Fachbetriebs erstellen.

Auch ein neuer Kachelofen ist individuell geplant. Vergleichen Sie deshalb Angebote mit identischem Leistungsumfang statt pauschaler Preisgrenzen.

Modernisieren oder neu kaufen?

Ist der Kachelmantel intakt, kann ein Austausch des Heizeinsatzes eine wirtschaftliche Option sein. Ob Modernisierung oder Neubau günstiger ist, klärt ein Angebot mit dem konkreten Sanierungsumfang. Lassen Sie sich dazu von einem Ofenbau-Fachbetrieb und dem Schornsteinfeger beraten.

Kachelofen © rupbilder, stock.adobe.com
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