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Kachelofen Vorteile Nachteile

Vorteile und Nachteile eines Kachelofens

Wie jede Medaille hat auch der Kachelofen zwei Seiten. Echte Vor- und Nachteile, die gravierend ins Auge fallen, sind bei einem Kachelkamin jedoch nicht zu erwarten – sofern er durchdacht und richtig dimensioniert aufgestellt wird.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Kachelofen speichert Wärme lange und gibt sie über Stunden als behagliche Strahlungswärme ab – beim Grundofen bis zu 24 Stunden.
  • Als Einzelraumfeuerung heizt er meist nur einen Raum und ergänzt häufig eine Zentralheizung; wasser- oder luftgeführte Varianten können weitere Bereiche versorgen.
  • Holz ist nicht-fossil, aber nicht automatisch klimaneutral – auf saubere Verbrennung und einen modernen Ofen kommt es an.
  • Anschaffung und Umbau sind vergleichsweise teuer; klassische Öfen werden in der Regel nicht gefördert.
Vorteile und Nachteile
Vorteile und Nachteile
Der Baum bindet CO2, beim Verbrennen wird es wieder freigesetzt – klimaneutral ist Heizen mit Holz damit nicht automatisch
Der Baum bindet CO₂, beim Verbrennen wird es wieder freigesetzt – klimaneutral ist Heizen mit Holz damit nicht automatisch
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Vorteile eines Kachelofens

  • Dass Strahlungswärme großen Einfluss auf ein angenehmes Raumklima und damit auf das Wohlbefinden hat, konnte bereits wissenschaftlich nachgewiesen werden. Diese Strahlungswärme gibt vor allem der Grundofen ab, der kaum Luft aufwirbelt. Warmluft-Kachelöfen erwärmen den Raum dagegen überwiegend über zirkulierende Luft (Konvektion). Grundöfen geben einen höheren Anteil der Wärme als Strahlungswärme ab und erzeugen meist weniger Luftbewegung im Raum.
Der Grundofen: lange Wärmespeicherung und Strahlungswärme
Der Grundofen: lange Wärmespeicherung und Strahlungswärme
  • Für einen Kachelofen spricht zudem seine enorm lange Speicherung der Wärme. Ein Speicherofen kann Wärme über viele Stunden abgeben; je nach Ausführung sind auch bis zu 24 Stunden möglich. Ob das Brennstoffkosten senkt, hängt von Auslegung, Nutzung, Wärmebedarf und Holzpreis ab.
Warme Kacheln machen den Ofen zum Lieblingsplatze
Warme Kacheln machen den Ofen zum Lieblingsplatze
  • Ein weiterer Aspekt ist der Brennstoff: Verbrannt werden darf nur der für die jeweilige Feuerstätte zugelassene Brennstoff, etwa Scheitholz, Holzbriketts oder bei geeigneten Geräten Pellets. Holz ist ein nachwachsender, nicht-fossiler Brennstoff und macht unabhängiger von Öl und Gas. Automatisch klimaneutral ist das Heizen mit Holz aber nicht: Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass bei der Verbrennung Feinstaub und weitere Luftschadstoffe entstehen und das beim Wachstum gebundene CO₂ erst über viele Jahre wieder aufgenommen wird. Private Holzfeuerungen verursachten 2020 rund 18 Prozent der deutschen Feinstaub-Emissionen (PM2,5). Wichtig sind deshalb trockenes Brennholz, eine saubere Verbrennung und ein moderner, emissionsarmer Ofen.
  • Hinzu kommt, dass fossile Energieträger mehr und mehr eine Preisklasse erreichen, die kaum jemand noch bestreiten möchte, von den Umweltaspekten einmal ganz abgesehen. Die Anschaffungskosten eines Kachelofens liegen auf den ersten Blick höher. Ob sich das über geringere Betriebskosten ausgleicht, lässt sich nicht pauschal sagen – das hängt unter anderem von Brennholzpreis, Wirkungsgrad und dem Anteil der ersetzten Zentralheizungswärme ab.

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Nachteile eines Kachelofens

  • Der Standort eines Kachelofens sollte wohlüberlegt sein, denn der Ort der Errichtung ist endgültig und kann im Nachhinein nicht oder nur mit großem Aufwand verändert werden. Ob es sich hierbei tatsächlich um einen Nachteil handelt oder um einen Umstand, der durchaus positiv betrachtet werden kann, ist allerdings fraglich.
  • Vielfach wird der große Platzbedarf eines Kachelofens als Nachteil gewertet. Allerdings ist zu bedenken, dass der Platzanspruch moderner Kachelöfen längst nicht mehr so hoch ist, wie der der alten, zumeist sehr prunkvollen Kachelöfen. Beim Kachelofen sind neben dem Stellplatz trockene Lagerflächen für Scheitholz oder Briketts einzuplanen. Ob dies gegenüber einer Gasheizung mehr Platz erfordert, hängt von deren Brennstoffversorgung ab.
  • Feuerstätten in den eigenen vier Wänden bergen zudem immer eine potenzielle Gefahrenquelle. Die Vorschriften ersetzen keine sichere Planung, Abnahme und Wartung. Lassen Sie Feuerstätte und Anschluss vor der ersten Nutzung prüfen; ein Kohlenmonoxid-Warnmelder kann zusätzlich schützen, ersetzt diese Maßnahmen aber nicht und ist nach Herstellerangaben zu montieren.
Kachelofenbau: Der Schornsteinfeger kennt die Vorschriften
Kachelofenbau: Der Schornsteinfeger kennt die Vorschriften
  • Ein deutlicher Nachteil von Kachelöfen, zumindest bei ausschließlich als Heizung für den gesamten Wohnraum genutzten Modellen, sind die recht hohen Anschaffungskosten und die eventuell nötigen Umbaumaßnahmen, um das Projekt Kachelofen zu realisieren.
Kachelofen: Am besten durch den Fachbetrieb erstellen lassen
Kachelofen: Am besten durch den Fachbetrieb erstellen lassen
  • Auch eine falsche Dimensionierung des Kachelofens kann sich schnell zum Nachteil entwickeln. Ist ein Kachelofen falsch dimensioniert, so schlägt sich dies im Wirkungsgrad bzw. einem erhöhten Brennstoffverbrauch nieder und zieht zusätzliche finanzielle Belastungen nach sich, anstatt ein kostengünstiges Heizen mit regenerativen Energiequellen zu ermöglichen.
Der Kachelofen muss gut geplant werden
Der Kachelofen muss gut geplant werden
  • Handbeschickte Biomasse-Einzelöfen wie Scheitholz-Kamin- und Kachelöfen sind in der BEG-Heizungsförderung nicht förderfähig. Ob eine andere, zentral eingebundene Biomasseheizung förderfähig ist, richtet sich nach den jeweils geltenden technischen Mindestanforderungen. Da sich die Förderbedingungen häufig ändern, lohnt vor der Anschaffung ein Blick in den zentralen Fördermittel-Ratgeber.
Kachelofen: Vorteile und Nachteile im Überblick
Kachelofen: Vorteile und Nachteile im Überblick

Das sollten Sie vor Kauf und Einbau prüfen

Ist ein geeigneter Schornstein vorhanden – oder muss er (mit entsprechenden Kosten) nachgerüstet werden?
Reicht der Platz für den Ofen und eine trockene Lagerung von Scheitholz oder Pellets?
Passt die Bauart (Grundofen, Warmluft- oder wasserführender Ofen) zum Wärmebedarf und ist sie richtig dimensioniert?
Hält der Ofen die Anforderungen der 1. BImSchV ein und wird er vom Bezirksschornsteinfeger abgenommen?
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Was ist beim Betrieb rechtlich zu beachten?

Ein Kachelofen ist eine Einzelraumfeuerungsanlage und unterliegt der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV). Für neu errichtete Öfen gelten je nach Bauart Emissionsgrenzwerte und Mindestwirkungsgrade; für ältere Bestandsöfen regelt § 26 die Übergangsfristen. Handwerklich gesetzte Grundöfen sind von § 26 ausgenommen, unterliegen bei Errichtung ab 2015 aber grundsätzlich den Anforderungen des § 4 Absatz 5. Vor der ersten Nutzung nimmt der Bezirksschornsteinfeger den Ofen ab. Eine einheitliche Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energien beim Heizungstausch gibt es seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, bisher GEG) nicht mehr; ein anrechenbarer Deckungsanteil des Ofens ist damit gegenstandslos. Mehr zu den Geräten steht im Kaminofen-Ratgeber und im Kachelofen-Ratgeber.

Vorteile und Nachteile auf einen Blick

Vorteile

  • Behagliche Strahlungswärme, die über viele Stunden nachwirkt
  • Langer Wärmespeicher – eine Feuerung gibt über viele Stunden Wärme ab
  • Nachwachsender, nicht-fossiler Brennstoff Holz
  • Macht unabhängiger von Öl- und Gaspreisen

Nachteile

  • Hohe Anschaffungs- und Umbaukosten, meist ohne staatliche Förderung
  • Fester Standort und Platzbedarf, auch für die Brennstofflagerung
  • Heizt meist nur den Aufstellraum; wasser- oder luftgeführte Varianten können weitere Räume und gegebenenfalls Warmwasser versorgen
  • Verursacht Feinstaub und unterliegt der 1. BImSchV
Kachelofen © sci, stock.adobe.com
Kachelofen Planung und Bau

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