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Was ist ein Kachelofen

Der Kachelofen

Kachelöfen wurden schon immer nicht nur als Heizmöglichkeit genutzt. Sie galten (und gelten auch heute noch) als Kunstwerke und folgten in Aufbau, Form und Glasur der Mode. Natürlich entwickelte sich die Heiztechnik immer weiter und führte zu einer erheblichen Erhöhung des Raumheizvermögens. Langsam aber sicher erobern Kachelöfen auch heute wieder die Häuser der Menschen – oft als wohlige Ergänzung zu einer auf Gas oder Heizöl basierenden Zentralheizung. Ganz emissionsfrei heizt aber auch ein Kachelofen nicht: Die Holzverbrennung trägt zur Feinstaubbelastung bei, weshalb es auf trockenes Holz und die richtige Bedienung ankommt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der klassische Kachelofen ist ein Speicherofen (Grundofen): Er verbrennt Holz und gibt die Wärme über Stunden als Strahlungswärme ab.
  • Daneben gibt es Warmluft- und Kombiöfen, die stärker über Konvektion und schneller wärmen.
  • Als Einzelraumfeuerung wärmt der Kachelofen vor allem den Aufstellraum – meist als Ergänzung zur Zentralheizung.
  • Sauber heizt der Ofen nur mit trockenem Holz; Holzfeuerung erzeugt Feinstaub.
Kachelofen © Marina Lohrbach, stock.adobe.com
Kachelofen © Marina Lohrbach, stock.adobe.com
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Ein Blick auf die Geschichte

Kachelöfen gab es bereits im 9. Jahrhundert. Anfangs handelte es sich mehr oder weniger um eine ummauerte Feuerstelle mit einigen Umlenkungen, es wurden aber schon aus dieser Zeit keramische Objekte gefunden, die als Ofenkacheln genutzt wurden. Lange Zeit war der Kachelofen dabei so kostspielig, dass er hauptsächlich dem Adel, reichen Bürgern und Klöstern vorbehalten war, aber hier war er schon im 12. Jahrhundert üblich. Erst deutlich später befassten sich die Menschen mit der Wirtschaftlichkeit ihres Heizsystems und entwickelte Kachelöfen, die sowohl Holz sparen als auch optisch ansprechend sein sollten.

Der Kachelofen hat eine lange Tradition
Der Kachelofen hat eine lange Tradition

Im 17. und 18. Jahrhundert wurden Kachelöfen schon nach dem Konstruktionsprinzip gebaut, das auch für heutige Kachelöfen noch immer gültig ist.

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Der Kachelofen im Wandel der Zeit

Nachdem man sich bereits im 16. Jahrhundert der optimierten Brennstoffnutzung von Kachelöfen widmete, war man um das Jahr 1900 bei einer mehr oder minder standardisierten Grundkonstruktionen angelangt. Wenige Jahre später existierten bereits explizite Vorschriften zum Heizbetrieb von Kachelöfen, wobei die Einführung der Reichsgrundsätze für Kachelöfen bis zum Jahr 1926 abgeschlossen war. Innerhalb der nächsten zehn Jahre entwickelten sich zudem immer mehr unterschiedliche Bauarten und auch regionalspezifische Ofentypen bahnten sich den Weg.

In den 1930er-Jahren wuchs die Anzahl der Kachelofenbetriebe in Deutschland recht stark und der Ofen als Mehrraumheizung gewann deutlich an Bedeutung. Durch verschiedene Heizeinsätze konnte der Kachelofen zudem nicht nur mit Holz, sondern auch mit Kohle oder Koks betrieben werden. Ein jäher Abbruch in der Weiterentwicklung des Kachelofens kam dann im zweiten Weltkrieg.

Alter Kachelofen © l-pics, stock.adobe.com
Alter Kachelofen © l-pics, stock.adobe.com

In der Nachkriegszeit wurden Kachelöfen schließlich von ölgefeuerten Warmwasserzentralheizungen verdrängt und diente nur noch dem „kleinen Mann“ als Zentralheizung, bis der Kachelofen letztendlich nur noch als Zweit- oder Zusatzheizung zum Zuge kam.

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Was ist ein Kachelofen überhaupt?

Kachelöfen gibt es als Speicherofen (Grundofen), Warmluft- oder Kombiofen. Der klassische Grundofen gewinnt seine Wärme aus einem Brennraum, dem keramische Heizzüge nachgeschaltet sind. Im Brennraum wird Brennholz abgebrannt und der hierbei erzeugte Rauch über Kanäle aus Schamottstein bis hin zum Schornstein geleitet. Die Wärme aus Brennvorgang und Rauch wird dabei vom Schamottstein aufgenommen, gespeichert und nach und nach an die Oberfläche abgegeben. Hierdurch kann bei geringen Brennstoff-Nachlegezeiten eine gute Wärmegewinnung erreicht werden.

So wird und bleibt der klassische Kachelofen warm

1Brennraum und Heizzüge

Beim klassischen Grundofen verbrennt im Brennraum das Scheitholz. Die heißen Rauchgase ziehen anschließend durch lange keramische Heizzüge aus Schamott, bevor sie zum Schornstein gelangen.

2Speichern statt sofort abgeben

Die schwere Schamottemasse nimmt die Wärme aus Feuer und Rauchgas auf und gibt sie über viele Stunden langsam als Strahlungswärme an den Raum ab – der Ofen heizt ruhig und lange nach.

3Was das für die Praxis heißt

Je mehr Speichermasse, desto länger die Wärmeabgabe: Nachlegen ist je nach Bauart nur alle 8 bis 24 Stunden nötig.
Warmluft- und Kombiöfen werden über einen Heizeinsatz schneller warm, speichern aber kürzer.
Trockenes, unbehandeltes Holz und genug Verbrennungsluft senken die Feinstaubemissionen – ganz vermeiden lassen sie sich nicht.
Eigene Einordnung heizsparer.de; Brennstoffvorgaben nach 1. BImSchV, § 3
Erklärt: Der Aufbau eines Kachelofens
Erklärt: Der Aufbau eines Kachelofens

Wie oft nachgelegt werden muss, hängt von Bauart und Speichermasse ab: Beim klassischen Speicherofen genügt es oft, nur alle acht bis zwölf Stunden nachzulegen, schwere Grundöfen kommen teils bis zu 24 Stunden ohne Nachlegen aus. Als Brennstoff dient heute vor allem trockenes Scheitholz mit höchstens 25 Prozent Holzfeuchte (bezogen auf das Darrgewicht, das entspricht rund 20 Prozent Wassergehalt); je nach Ausführung sind auch Holzbriketts oder – bei entsprechenden Heizeinsätzen – Holzpellets möglich. Welche festen Brennstoffe zulässig sind und welche Holzfeuchte gilt, regelt § 3 der 1. BImSchV.

Nicht jeder Brennstoff ist erlaubt

  • Nur naturbelassenes HolzZugelassen sind trockenes Scheitholz und Holzbriketts nach § 3 der 1. BImSchV; welche Brennstoffe der Ofen verträgt, steht in der Bedienungsanleitung.
  • Kein Abfall im OfenBehandeltes oder lackiertes Holz, Spanplatten, Papier und Müll gehören nicht in den Kachelofen – sie setzen Schadstoffe frei und erhöhen den Feinstaub.
  • Holz trocken lagernHolz mit höchstens 25 Prozent Holzfeuchte (rund 20 Prozent Wassergehalt) verbrennt sauberer; zu frisches Holz raucht und rußt.
1. BImSchV, § 3 (Brennstoffe für Einzelraumfeuerungsanlagen)
Kachelofen © Daniel Nimmervoll, stock.adobe.com
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