Der Kachelofen und seine Varianten
Kachelofen ist nicht gleich Kachelofen. Als bekanntester Vertreter seiner Art dürfte wohl der gänzlich verkachelte Ofen zu nennen sein. Oft mit prachtvoller Kachelkunst versehen, zierte er in früheren Zeiten die Gemächer des Adels und war eher als „heizende Kunst“ zu betrachten. In den 80er und 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts änderte sich diese Optik mehr und mehr. Puristische, schlichte Anlagen und der Rückgang der Ofenkacheln hin zu einer glatten Putzfläche als Ofenoberfläche sind seither dominierend.
Das Wichtigste in Kürze
- Die drei Grundformen sind Grundofen, Warmluft-Kachelofen und Kombi-Kachelofen; dazu kommen wasserführende Sonderformen.
- Der Grundofen heizt fast nur mit Strahlungswärme und speichert bis zu 24 Stunden, wird aber langsam warm.
- Warmluft- und Kombiöfen werden schneller warm und können über Kanäle mehrere Räume wärmen.
- Wasserführende Kachelöfen speisen Wärme in Zentralheizung und Warmwasserbereitung ein.

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Was lange Zeit unverändert blieb, war jedoch die Kachelofenkonstruktion, die sich erst mit dem Aufkommen der Kohle im 19. Jahrhundert änderte. Bedingt durch die lange Glutbeständigkeit der Kohle war man nun nicht mehr auf wärmespeichernde Keramik angewiesen und ging vermehrt zu gusseisernen Heizeinsätzen über. Aus dem ehemaligen Kunstkachelofen entwickelten sich dabei verschiedene Varianten, unter anderem der Warmluft-Kachelofen, in den eine konvektive Luftführung eingebaut wurde, um das Raumheizvermögen noch weiter zu steigern und die Wärme zudem in andere Räume und Etagen leiten zu können.
Mittlerweile sind eine ganze Reihe an Kachelofen-Variationen erhältlich, die längst nicht mehr ausschließlich zum Beheizen einzelner Räume geeignet sind, sondern auch als Zentralheizung und zur Warmwasserbereitung genutzt werden können.
Kachelofen-Grundformen
Zu den Grundformen des Kachelofens zählt der Grundofen, ebenso wie der Warmluft- und Kombiofen. Während der Grundofen abhängig von seiner Speichermasse in drei Varianten eingeteilt wird (leichte, mittlere, schwere Bauart) und die Räume vor allem über Strahlungswärme beheizt, ist der Warmluftofen vergleichbar mit einer Konvektionsheizung, der Kombiofen eine Mischung aus Strahlungs- und Konvektionsofen.
Die drei Grundformen im Vergleich
Grundofen, Warmluft- und Kombiofen unterscheiden sich vor allem darin, wie schnell sie warm werden und wie lange sie die Wärme halten.
| Bauart | Wärme kommt … | Warm nach | Speicherzeit |
|---|---|---|---|
| Grundofen | fast nur als Strahlungswärme | längere Anheizzeit | bis zu 24 Stunden |
| Warmluft-Kachelofen | überwiegend als Warmluft (Konvektion) | vergleichsweise schnell | kürzer als beim Grundofen |
| Kombi-Kachelofen | Strahlung und Konvektion gemischt | vergleichsweise schnell | bis zu 12 Stunden |
Grundofen
Bei einem klassischen Grundofen ist in der Regel eine rostlose Feuerung zu finden. In der Brennkammer lässt sich somit nur Holz als Brennstoff verwenden, das während einer bestimmten Zeit abgebrannt wird. Die entstehende Wärme wird dabei im Schamottstein der an die Brennkammer nachgeschalteten Heizzüge gespeichert und nach und nach an die Oberfläche abgegeben. Je nach Wärmespeicherkapazität des Kachelofens kann diese Wärmeabgabe über einen Zeitraum von bis zu 24 Stunden erfolgen, ohne dass erneut Brennstoff nachgelegt werden muss. Der Grundofen ist als Zeitbrandofen zu verstehen; die Raumerwärmung erfolgt vor allem über Strahlungswärme.

Warmluft-Kachelofen
Diese Form des Kachelofens hat dasselbe Funktionsprinzip wie eine Konvektionsheizung. Über Öffnungen im Sockel des Ofens strömt kalte Raumluft ins Innere des Kachelofens. Hier wird die Kaltluft an den durch den Brennvorgang heißen Eisenteilen erwärmt und strömt als warme Luft wieder in den Raum. Über Warmluftkanäle können bei einem Warmluft-Kachelofen somit gleichzeitig mehrere angrenzende Räume geheizt werden, da die Raumheizung hauptsächlich über Warmluft erfolgt. Der Anteil der Strahlungswärme ist entsprechend gering und hängt von Bauart und Verkleidung ab.

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Kombi-Kachelofen
Ein Kombi-Kachelofen verbindet die beiden Grundformen des Kachelofens. Er ist eine Mischung aus Strahlungsofen mit gemauerten, an der Ofenwand entlang geleiteten Zügen und Konvektionsofen mit Heizeinsatz. Ein Vorzug dieser Variante ist der austauschbare Heizeinsatz; ob ein Kombi-Kachelofen raumluftunabhängig betrieben werden kann, hängt vom jeweiligen Gerät und seiner Zulassung ab. Somit lässt sich nicht nur Scheitholz verwenden, sondern – je nach Heizeinsatz – auch Holzpellets oder Holzbriketts. Zulässig sind nur die in § 3 der 1. BImSchV genannten festen Brennstoffe, für die der Heizeinsatz laut Hersteller geeignet ist.
Über den Heizeinsatz gibt der Kombi-Kachelofen vergleichsweise schnell Wärme ab und hält sie dank der keramischen Züge dennoch über mehrere Stunden – typisch sind rund acht bis zwölf Stunden.

Sonderformen des Kachelofens
In den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts weit verbreitet war die so genannte Warmluft-Zentralheizung. Eine Sonderform des Kachelofens, bei der mittels Luftkanälen die warme Ofenluft in andere Räume eines Gebäudes geleitet wurde. Auch heute gewinnt der Kachelofen als Zentralheizung wieder eine zunehmende Bedeutung.
Kurz gefragt
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Als wasserführende Kachelöfen speisen sie einen Teil der generierten Wärme in die Zentralheizung ein, die dann über Wand- oder Fußbodenheizungen die Wärme im ganzen Haus verteilt.
Bei wasserführenden Kachelöfen überträgt ein Wärmetauscher die Wärme über eine Umwälzpumpe an einen Pufferspeicher. Je nach Anlagenkonzept wird daraus über einen getrennten Wärmeübertrager oder einen Trinkwasserspeicher Trinkwarmwasser bereitet – Heizungs- und Trinkwasser bleiben getrennt.
Eine weitere Sonderform des Kachelofens sind die so genannten Luft-Hypokasten-Anlagen. Sie verfügen über ein geschlossenes Luftumwälzungssystem, bei dem die eingeschlossene, sehr heiße Systemluft nicht mit der Raumluft in Berührung kommt, mit Hilfe von Schwerkraft und Gebläse aber entfernte Bauteile wie Sitzbank oder Wände beheizt.
Welche Kachelöfen dürfen noch betrieben werden?
Für alle Bauarten gilt die 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV). Für bestehende Öfen regelt § 26 die Übergangsfristen; handwerklich vor Ort gesetzte Grundöfen im Sinne der Verordnung sind davon ausgenommen. Bei Warmluft- und Kombiöfen mit industriell gefertigtem Heizeinsatz hängt die Übergangsregel vom Grenzwertnachweis und – falls dieser fehlt – vom Typschild-Datum ab; für fest eingemauerte Kachelofeneinsätze gilt die Sonderregel des § 26 Absatz 4 (Staubminderung statt Austausch). Einen Überblick über die aktuell geltenden Regeln gibt der Kachelofen-Ratgeber.
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