Smarte Sanitäranlagen: Mehr Komfort und ein bewussterer Wasserverbrauch
Smart Home bringt nicht nur Musik, Licht und angenehme Düfte in die Duschkabine. Mit einer intelligenten Wasserfluss- und Temperatursteuerung helfen die digitalen Armaturen auch dabei, Energie zu sparen.
Smart Home im Bad: Das sind die Möglichkeiten im Sanitärbereich
Ein Brausekopf, eine Armatur, eine Duschkabine, ein WC oder eine Wanne aus Sanitäracryl: Sanitäranlagen haben sich in den letzten Jahrzehnten nur minimal verändert. Nach wie vor werden Temperatur und Strahlintensität manuell eingestellt.
Inzwischen eröffnet Smart Home aber viele Möglichkeiten, um den Komfort im Bad zu erhöhen und die tägliche Pflegeroutine in ein bewussteres Erlebnis zu verwandeln. Zusätzlich versprechen moderne Armaturen und digitale Duschköpfe mehr Hygiene und einen bewussteren Wasserverbrauch.

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Berührungsloser Wasserhahn
Öffnet man einen Wasserhahn ganz, fließen je nach Armatur und Wasserdruck oft 10 bis 15 Liter Wasser pro Minute. Eine vierköpfige Familie gibt so übers Jahr schnell einen niedrigen dreistelligen Betrag aus, nur um sich die Hände zu waschen – vor allem, wenn dabei warmes Wasser ungenutzt in den Abfluss läuft. Berührungslose Wasserhähne enthalten Sensoren und helfen dabei, den Verbrauch zu senken, indem sie den Wasserfluss nach einer bestimmten Zeit stoppen oder den Wasserstrahl unterbrechen, sobald die Hände weg sind. Ein weiterer Vorteil ist die Tatsache, dass Seifenflecken an der Armatur der Vergangenheit angehören. Auch wird die Nutzung hygienischer, da man nicht den Wasserhahn anfassen muss.
In öffentlichen Toiletten und Wascheinrichtungen sind berührungslose Armaturen aus diesem Grund weit verbreitet. In Online-Marktplätzen finden sich einfache Sensorarmaturen teils unter 100 Euro; bei Baumarkt- und Markenmodellen sollten Sie eher ab rund 80 bis 120 Euro kalkulieren.
Einige hochwertige Waschtischarmaturen ermöglichen es sogar, die Temperatur einzustellen. Dank Temperaturanzeige sehen Nutzer sofort, ob das Wasser zu heiß ist, bevor sie es berühren. Bei anderen Modellen färbt sich der Wasserhahn je nach eingestellter Temperatur blau oder rot. Das ist insbesondere nützlich, wenn Pflegebedürftige oder Kleinkinder gewaschen werden. Die Preise für eine solche smarte Armatur bewegen sich je nach Ausstattung zwischen 200 und 800 Euro.


Smarte Duscharmaturen für die richtige Intensität und Temperatur
Duschköpfe mit verschiedenen Strahlarten sind keine neue Erfindung. Digitale Paneele ermöglichen es jedoch, etwa eine sanfte Regendusche oder einen kräftigen Massagestrahl über einen Touchscreen auszuwählen und die Temperatur zusätzlich einzustellen. Neben der elektronischen Temperaturregelung sind auch Sicherheitsfunktionen integriert.

Unterhaltung und Beleuchtung: So gestalten Sie die Dusche mit Smart Home
Deluxe-Duschkabinen lassen sich so steuern, dass alle Sinne profitieren. Neben einer integrierten Beleuchtung, die Lichteffekte erzeugt, sorgen eingebaute Lautsprecher für Entspannungsmusik. Auch der Geruchssinn soll nicht zu kurz kommen: Aromen, wie Rosmarin oder Tanne, gelangen dank Tabs in die Kabine. Luxusmodelle bieten sogar LED-Bildschirme oder einen beleuchteten Deckenhimmel an.
Gesteuert wird die smarte Deluxe-Dusche beispielsweise über Bluetooth. In der App wählen Nutzer ein voreingestelltes Szenario oder konfigurieren individuelle Settings. Alternativ lassen sich smarte Duschen auch über wasserfeste Touchpads steuern, die in der Duschkabine montiert sind.
So viel Technik hat allerdings auch seinen Preis: AWT-Dampfduschen des Anbieters EAGO liegen je nach Modell bereits über 3.000 Euro. Digitale Duschkonzepte wie RainTunes von Hansgrohe sind eher Planungs- als Mitnahmeprodukte; hinzu kommen Installationskosten für die elektrischen Bauteile und Stromkosten.

Smarte Duschköpfe: Eine günstige Möglichkeit, um den Wasserverbrauch im Blick zu behalten
Nicht jeder kann oder möchte tief in die Tasche greifen, um die letzten Badezimmertrends im eigenen Zuhause zu installieren. Auch ist es in einer Mietwohnung nicht immer möglich, die Dusche oder die Badewanne aufwändig umzubauen. Gerade wer knapp bei Kasse ist, profitiert jedoch von einem digitalen Sparduschkopf am meisten.
Die Einrichtungen funktionieren wie normale Sparduschköpfe, indem sie Luft ansaugen und sie mit dem Wasser vermischen. Damit braucht man weniger Wasser, um die gleiche Wirkung zu erzeugen. So lässt sich der Wasserverbrauch von 10 bis 12 Litern pro Minute bei einem normalen Duschvorgang um circa die Hälfte senken. Digitale Sparduschköpfe gehen aber einen Schritt weiter und zeigen gleichzeitig auch die Wassertemperatur und den Wasserverbrauch pro Minute auf einem integrierten, wasserfesten Display an.
Wie stark dieses Echtzeit-Feedback wirkt, hat ein Feldexperiment mit 570 Haushalten gezeigt, das das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und die Universität Bonn in Kooperation mit dem Center for Advanced Internet Studies (CAIS) im Jahr 2022 veröffentlicht haben:
Was Echtzeit-Feedback beim Duschen bewirkt

Indem die Nutzer die Handbrause mit einer App verbinden, können sie zudem Wasserverbrauchsziele definieren, Daten über ihren langfristigen Verbrauch sammeln und Tipps zum Wassersparen erhalten. Anders als digitale Duscharmaturen sind smarte Handbrausen bereits ab 60 Euro zu haben und erfordern keine aufwändigen Montagearbeiten.

Smarte WCs: Kommt die Toilettenrevolution nach Europa?
In Asien und insbesondere in Japan ist auch das WC vernetzt. Neben einer Bidetfunktion mit verschiedenen Strahlarten verfügen viele Toiletten über eine Heizeinrichtung für den Sitz sowie über eine Remote-Spültaste, eine Desinfektionsfunktion und sogar über die Möglichkeit, die Kopfhörer anzuschließen und Musik zu hören. Steuern lässt sich ein solche High-Tech-Toilette über ein an der Wand montiertes Bedienfeld.
In Deutschland sind solche Toiletten bis jetzt wenig nachgefragt, viele Sanitärhersteller bieten sie aber inzwischen an. Günstig ist das digitale WC allerdings nicht: Dusch-WC-Aufsätze für die vorhandene Keramik gibt es ab einigen Hundert Euro, komplette Dusch-WCs starten bei rund 800 Euro und reichen je nach Ausstattung weit in den vierstelligen Bereich.
Smarter Leckageschutz: Tropfverluste und Wasserschäden früh erkennen
Eine oft übersehene Kategorie smarter Sanitärtechnik setzt nicht beim Sparen am Hahn an, sondern bei den Verlusten, die niemand bemerkt: Leckageschutz-Systeme. Zentrale Systeme am Hauswasseranschluss überwachen den Durchfluss und melden per App, wenn Wasser fließt, obwohl niemand zapft – etwa bei einem tropfenden Hahn, einem ständig nachlaufenden Spülkasten oder einem Rohrbruch. Einfache Sensoren unter Spüle oder Waschbecken erkennen dagegen Feuchtigkeit; Systeme mit Absperrventil können die Leitung bei Auffälligkeiten automatisch schließen und Wasserschäden begrenzen. Einfache Leckage-Sensoren sind ab unter 100 Euro erhältlich, Systeme mit automatischer Absperrung kosten mehrere Hundert Euro zuzüglich Installation.
Vier smarte Helfer im Überblick
Vom Aufsteck-Duschkopf bis zum Leckageschutz: Die Einstiegshürden und Sparhebel unterscheiden sich deutlich.
Berührungslose Armatur
Sensor stoppt den Wasserfluss, sobald die Hände weg sind – spart bei jedem Händewaschen mit.
Geeignet fürGäste-WC und Haushalte mit Kindern
Smarte Handbrause
Display zeigt Temperatur und Verbrauch in Echtzeit – ein im Feldexperiment wirksames Spar-Feedback.
Geeignet fürAlle, die ihren Duschverbrauch senken wollen
Digitales Duschsystem
Touchpad oder App steuern Temperatur, Strahlart, Licht und Musik – Komfort steht im Vordergrund.
Geeignet fürNeubau oder komplette Badsanierung
Leckageschutz-System
Überwacht den Durchfluss am Hausanschluss und schlägt bei unbemerkten Verlusten Alarm.
Geeignet fürEigentümer, auch als Schutz bei Abwesenheit
Ressourcen sind schon immer kostbar – das schlägt sich auch in der jährlichen Nebenkostenabrechnung nieder. Jeder Liter Wasser und jede… weiterlesen



