Home » Heizkosten sparen » Wasser sparen » Wasserknappheit

Wasserknappheit

Wasserknappheit: Ist Deutschland davon betroffen?

Angesichts des immer schneller voranschreitenden Klimawandels ist das Thema Wasserknappheit auch für Mitteleuropa und Deutschland aktueller geworden. Noch bis vor Kurzem war es für die Bewohner Mitteleuropas kaum vorstellbar, dass sie selbst einmal von einem Mangel an Wasser betroffen sein könnten. Der folgende Artikel befasst sich mit der aktuellen Wasser-Situation in Deutschland sowie mit der derzeitigen globalen Lage der Wasserversorgung. Zugleich zeigt der Text auf, dass Wassermangel ein essenzielles Thema ist, das auch die Bewohner Mitteleuropas betrifft.

Das Wichtigste in Kürze

  • Deutschland entnimmt nur 10,1 % seines Wasserdargebots (2022) – Wasserstress beginnt nach gängiger Definition erst ab 20 %.
  • Regionale Trockenphasen nehmen dennoch zu: Dürren werden häufiger und intensiver, Grundwasserstände sinken vielerorts.
  • Weltweit fehlt rund 2,1 Milliarden Menschen sicher verwaltetes Trinkwasser; bis 2050 droht weitere Verschärfung.
Wasserknappheit © ktsdesign, stock.adobe.com
Wasserknappheit © ktsdesign, stock.adobe.com
Heizung-Konfigurator:
 

Jetzt Ihre individuelle Heizung konfigurieren und Angebote erhalten!

Heizung-Konfigurator

Wasserknappheit: Die Situation in Deutschland

Gemäß dem aktuellen Datenmaterial der Bundesanstalt für Gewässerkunde sowie des Statistischen Bundesamts herrscht in Deutschland derzeit kein Mangel an Trinkwasser.

Insgesamt kann Deutschland jährlich auf ein sogenanntes Wasserdargebot von rund 176 Milliarden Kubikmetern zurückgreifen – so viel Grund- und Oberflächenwasser steht im langjährigen Mittel (1991 bis 2020) potenziell zur Verfügung. Tatsächlich entnommen wurden davon laut Umweltbundesamt im Jahr 2022 nur 17,9 Milliarden Kubikmeter oder 10,1 % – durch Energieversorgung, Industrie, öffentliche Wasserversorgung und Landwirtschaft zusammen. Bei der Trinkwassergewinnung für die öffentliche Versorgung stammen rund 70 % aus Grund- und Quellwasser; der Rest entfällt auf Oberflächenwasser, Uferfiltrat und angereichertes Grundwasser.

Zur Einordnung: Von Wasserstress sprechen Fachleute, wenn mehr als 20 % des verfügbaren Wasserdargebots entnommen werden. Deutschlands Wassernutzungs-Index liegt seit 2007 unter dieser kritischen Marke und ist zuletzt weiter gesunken – im Bundesdurchschnitt ist Wasserstress also nicht zu befürchten.

Wassernutzungs-Index Deutschland

10,1 %des langjährigen Wasserdargebots wurden 2022 in Deutschland entnommen – Wasserstress beginnt nach gängiger Definition erst ab 20 %, der Index liegt seit 2007 darunter
Quelle: Umweltbundesamt / Statistisches Bundesamt – Daten für 2022
Wassernutzung in Deutschland 2022, Datenquellen: Statistisches Bundesamt, Bundesanstalt für Gewässerkunde
Wassernutzung in Deutschland 2022, Datenquellen: Statistisches Bundesamt, Bundesanstalt für Gewässerkunde

Diese Daten lassen vermuten, dass die Lage in Deutschland aktuell entspannt ist. Langfristig und auf ganz Deutschland bezogen trifft diese Annahme auch zu und entspricht der Realität. Die Politik hat darauf reagiert: Im März 2023 hat die Bundesregierung die Nationale Wasserstrategie beschlossen. Mit einem Aktionsprogramm aus rund 78 Maßnahmen soll sie die Wasservorräte Deutschlands auch in künftigen Trockenzeiten sichern und vor zunehmender Verschmutzung schützen – von der Modernisierung der Wasserinfrastruktur über klimaangepasste Bewässerung in der Landwirtschaft bis zu Leitlinien für den Umgang mit regionaler Knappheit.

Gleichzeitig zeigen Messreihen, dass Grundwasserstände regional sinken können; in den Trockenjahren 2018 bis 2020 traten laut UBA an mehreren Messstellen Rekordniedrigstände auf. Der Dürremonitor des UFZ (Helmholtz Zentrum für Umweltforschung) zeigt dazu vor allem die Bodenfeuchte bis maximal etwa zwei Meter Tiefe – er ist daher ein guter Hinweis auf Boden- und Agrardürre, aber kein direkter Grundwasser-Nachweis.

Deutschland ist wasserreich – regional kann Wasser knapp werden
Deutschland ist wasserreich – regional kann Wasser knapp werden

Bis zu 30 % sparen

Günstige Stromtarife finden mit dem Stromtarifrechner

  • Einfach vergleichen
  • Einfach Tarife finden
  • Einfach wechseln
  • Einfach sparen

Was bedeutet das für Verbraucher?

Spürbar wird die Entwicklung vor allem regional: In besonders trockenen Sommern haben einzelne Landkreise und Kommunen bereits per Allgemeinverfügung die Entnahme von Wasser aus Bächen und Seen untersagt oder das Bewässern von Gärten und Rasenflächen zeitweise eingeschränkt. Solche Anordnungen dürften mit zunehmenden Trockenphasen häufiger werden. Wer Regenwasser sammelt, den eigenen Verbrauch kennt und sparsame Technik nutzt, ist darauf am besten vorbereitet – und entlastet zugleich die lokale Wasserversorgung in Spitzenzeiten.

Wasserknappheit: Die globale Lage

In den Köpfen vieler Mitteleuropäer hat sich ein fataler Irrtum festgesetzt, der die Menschen zu einem sorglosen Umgang mit Wasser verleitet: Für Europa besteht in näherer Zukunft keine Gefahr, selbst von einem unmittelbaren Wassermangel betroffen zu sein.

Wie wenig dieser Gedanke mit der Realität zu tun hat, beweist ein Blick in die aktuellsten Untersuchungen, welche sich mit dem Themenkreis Trinkwasser sowie Sanitäreinrichtungen auseinandersetzen. Das Langzeitprojekt wird gemeinsam WHO und UNICEF durchgeführt.

Trinkwasserversorgung ist ein Menschenrecht
Trinkwasserversorgung ist ein Menschenrecht

Nach dem WHO/UNICEF-JMP-Bericht 2025 hatten im Jahr 2024 rund 2,1 Milliarden Menschen weltweit keinen Zugang zu sicher verwaltetem Trinkwasser. Rund 695 Millionen Menschen fehlte sogar eine Grundversorgung; knapp 398 Millionen davon lebten in Afrika südlich der Sahara. Bereits dieses Detail der Untersuchung spiegelt eine erschreckende Realität wider. Die dramatische Reduzierung des verfügbaren Trinkwassers geschieht oftmals außerhalb der Wahrnehmung vieler Mitteleuropäer. Häufig findet ein Umdenken erst dann statt, wenn das eigene Land, die eigene Region oder die eigene Gemeinde direkt von dieser Problematik betroffen ist. Im Regelfall fällt der Entschluss, bewusst Wasser zu sparen, jedoch viel zu spät.

Wasserknappheit Weltweit
Wasserknappheit Weltweit, Bildquelle: UNICEF

Traditionell sind es jene Regionen der Erde, die ohnehin von Armut und Hunger bedroht sind, welche zusätzlich mit einem massiven Wassermangel zu kämpfen haben. In absoluten Zahlen leben besonders viele Menschen ohne Grundversorgung mit Trinkwasser in Afrika südlich der Sahara; anteilig schneiden auch kleinere Regionen wie Ozeanien sehr schlecht ab. Die Statistik bringt bereits zum jetzigen Zeitpunkt erschütternde Fakten ans Tageslicht, die sich alle mit der aktuellen globalen Situation befassen. In den letzten Jahren konnten allerdings deutliche Verbesserungen beim Trinkwasserzugang erzielt werden. Die Entwicklungen waren jedoch regional sehr unterschiedlich. Während in Indien und China deutlich mehr Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser erlangen konnten, fielen die Fortschritte in Afrika südlich der Sahara gering aus.

Ein Blick in die Zukunft verdeutlicht, dass sich die weltweite Lage in den kommenden Jahren rasant verschlechtern wird. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnten bis 2050 rund fünf Milliarden Menschen zumindest während eines Teils des Jahres von Wasserknappheit betroffen sein – schon heute gilt das für mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung. Auch einige Länder Europas werden zukünftig verstärkt mit dem Problem der Wasserknappheit zu kämpfen haben.

Bereits 2002 wurde der Begriff des „Wasserfußabdrucks“ entwickelt. Dabei geht es darum, nicht nur den direkten Wasserverbrauch, sondern eben auch den indirekten Wasserverbrauch zu ermitteln. Der indirekte Wasserverbrauch berücksichtigt zusätzlich das Wasser, das benötigt wird zur Herstellung täglich genutzter Güter: Lebensmittel, Kleidung, Industriegüter. Und dann zeigt sich, dass wir in Deutschland nicht nur direkt rund 126 Liter Trinkwasser pro Kopf und Tag nutzen, sondern erheblich mehr: Das Umweltbundesamt beziffert den gesamten Wasserfußabdruck – direkt und indirekt – auf rund 7.200 Liter pro Kopf und Tag.

Hier kann jeder auch selbst dazu beitragen, Wasser weltweit einzusparen. Dabei helfen kann beispielsweise der Rechner vom watercalculator.org.

Vier Begriffe, die Sie kennen sollten

Wasserdargebot

Die Wassermenge aus Grund- und Oberflächenwasser, die potenziell nutzbar ist – für Deutschland im langjährigen Mittel rund 176 Milliarden Kubikmeter pro Jahr.

Wassernutzungs-Index

Anteil des Dargebots, der tatsächlich entnommen wird. Deutschland lag 2022 bei 10,1 Prozent.

Wasserstress

Davon sprechen Fachleute, wenn mehr als 20 Prozent des verfügbaren Dargebots entnommen werden – etwa in Südeuropa zeitweise der Fall.

Virtuelles Wasser

Wasser, das bei der Herstellung von Lebensmitteln, Kleidung und anderen Gütern eingesetzt wird – oft im Ausland. Es bildet den Großteil des Wasserfußabdrucks.

Begriffe nach Umweltbundesamt
Wasserhahn © ahua, stock.adobe.com
Wasserverbrauch

Der tägliche Wasserverbrauch in Deutschland Wasser ist eine kostbare Ressource, das hat nicht zuletzt die Dürre im Sommer 2022 in… weiterlesen

Energiepreise vergleichen und sparen

Strom Preisvergleich

Strom Preisvergleich
Postleitzahl
Jahresverbrauch

Gas Preisvergleich

Gas Preisvergleich
Postleitzahl
Wohnfläche